Inkorporation. Grammatical function changing


Prüfungsvorbereitung, 2005
6 Seiten

Leseprobe

INKORPORATION

GRAMMATICAL FUNCTION CHANGING

In vielen unterschiedlichen Sprachen gibt es ähnliche Prozessen, die man versucht zu beschreiben. Dabei kann man für jeden Prozess in jeder einzelnen Sprache jeweils eine Regel formulieren, da, an der Oberfläche, diese Prozesse gar nicht so ähnlich aussehen. Es gibt aber ein diesen Prozessen zugrunde liegendes Phänomen. Und wenn es uns gelingt, dieses Phänomen zu beschreiben, wird auch das Erlernen der Sprachen erleichtert.

Baker basiert seine Analyse solcher Prozesse auf dem Fakt, dass alle Sprachen thematische Rollen wie Agent, Patient, oder Thema besitzen. Worin sich die Sprachen unterscheiden ist nur die Art und Weise diese semantischen Relationen zu repräsentieren. Die Theta Rollen, die alle Sprachen in der Tiefenstruktur präsentieren, können auf der Oberfläche ganz unterschiedlich dargestellt werden. Grammatische Funktionen wie Subjekt, Direktes Objekt, Indirektes Objekt, Präpositionales Objekt dienen dabei als Zwischeninstanzen zwischen Theta Rollen und S-Structure, also sie spielen eine Schlüsselrolle in der Relationen zwischen Bedeutung und Form.

1. Grammatical Function

Funktionen wie Subjekt, Objekt (Direktes, Indirektes, Präpositionales) sind gemeint

2. Surface Phenomena

Sprachen erlauben nur eine begrenzte Reihe von Veränderungen der Funktionen

die folgenden sind am produktivsten in einer Anzahl der Sprachen

- Passiv
Subjekt Þ präpositionales Objekt (oder Æ); Objekt Þ Subjekt
a) Rover bit Linda.
b) Linda was bitten by Rover.

- Antipassiv
Objekt Þ präpositionales Objekt (oder Æ)
ESKIMO
a) A?ut-ip miirqa-t paar-ai.
man-ERG child-PL(ABS) care-INDIC/3sS/3pO
b) A?ut- Æ miirqa-nik paar-si-vuq.
man (ABS) children-INSTR care-ANTIPASS-INDIC/3sS

'The man takes care of the children.'

In a) ist der Goal miirqat 'children' ein direktes Objekt und wird von dem Verb regiert wie es direkte Objekte in Eskimo zu tun pflegen; in b) erscheint das selbe Argument des Verbes als indirektes Objekt und wird von dem Verb nicht regiert.

- Applikativ - neues direktes Objekt wird eingeführt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Bantu Sprache KINYARWANDA

a) Umwaana y-a-taa-ye igitabo mu maazi.

child SP-PAST-throw-ASP book in water

b) Umwaana y-a-taa-ya-mo amaazi igitabo.

child SP-PAST-throw-ASP-APPL water book

'The child has thrown the book into the water.'

In a) erscheint das Locativ 'water' als Objekt der Präposition, und die ganze PP ist auf das Verb bezogen; in b) erscheint das Locativ ohne Präposition und steht unmittelbar nach dem Verb, was für das direkte Objekt in dieser Sprache typisch ist.

'Dative Shift' im Englischen:

a) I gave my favorite cookie to Joey.

b) I gave Joey my favorite cookie.

- Kausativ - neues Subjekt wird eingeführt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Bantu Sprache CHICHEWA

a) Mtsuko u-na-gw-a.

waterpot SP-PAST-fall-ASP

'The waterpot fell.'

b) Mtsikana a-na-u-gw-ets-a mtsuko.

girl SP-PAST-OP-fall-CAUS-ASP waterpot

'The girl made the waterpot fall.'

In a) ist mtsuko 'waterpot' das Subjekt des Satzes, das vor dem Verb steht und von ihm als Subjektregiert wird; in b) ist mtsuko ein direktes Objekt, das unmittelbar nach dem Verb steht und von ihm als Objekt regiert wird.

- Possessor Raising – eine Wortgruppe, die eine bestimmte grammatische Funktion in Bezug auf eine andere Wortgruppe trägt, wird dieselbe grammatische Funktion in Bezug auf eine größere Wortgruppe tragen („a phrase which bears a grammatical function with respect to one phrase comes to bear one with respect to a larger phrase“)

Besitzer des Objekts Þ direktes Objekt; direktes Objekt Þ indirektes Objekt

a) Fisi a-na-dy-a nsomba za kalulu.

hyena SP-PAST-eat-ASP fish of hare

b) Fisi a-na-dy-er-a kalulu nsomba.

hyena SP-PAST-eat-APPL-ASP hare fish

'The hyena ate the hare's fish.'

In a) erscheint kalulu 'hare', der Besitzer des Patients, in einer postnominalen PP; in b) erscheint er ohne Präposition und unmittelbar nach dem Verb als sein Objekt.

Obwohl es auch andere Variationen gibt, sind diese vier Prozesse der Kern aller Grammatical Function Changing Processes. Auf der anderen Seite, gibt es keine Sprachen, die ein folgendes Prozess nachweisen können: Subjekt Þ Objekt; Objekt Þ Subjekt. Außerdem, sind alle diese Prozesse asymmetrisch: man darf in allen oben genannten Mustern die Wörter Subjekt und Objekt nicht auswechseln. Baker versucht deshalb zu analysieren, warum ausgerechnet diese Prozesse erlaubt sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Inkorporation. Grammatical function changing
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Wortbildung im Deutschen
Autor
Jahr
2005
Seiten
6
Katalognummer
V285205
ISBN (eBook)
9783656851288
ISBN (Buch)
9783656851295
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inkorporation, grammatical
Arbeit zitieren
LL.M., MA Irina Giertz (Autor), 2005, Inkorporation. Grammatical function changing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285205

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