Einleitung und kurzer Abriß über die Geschichte der Golfkulturen:
Liest man Keilschrifttexte aus dem 3. und 2. vorchristlichen Jahrtausend, die sich mit dem Handel in Mesopotamien und vor allem im Süden des Landes befassen, so stößt man immer wieder auf drei Namen: Dilmun, Magan und Melukkha. Aus diesen drei Regionen scheinen so gut wie alle Luxusgüter, wie Zedernholz, Halbedelsteine oder Gold, und alles Kupfer importiert worden zu sein. Andere Gegenden haben zu dieser Zeit anscheinend keine große Rolle für den Handel gespielt. Im folgenden möchte ich auf Lage und Geschichte dieser drei Länder kurz eingehen (siehe Karte 1), sowie einen Abriß der Entwicklung des Handels mit Südmesopotamien geben. Dilmun liegt an der Ostküste der arabischen Halbinsel am arabischen Golf. Es umfaßt die Insel Bahrain (siehe Karte 3) und die unmittelbar dahinter liegende Küstenregion, die obere Golfregion, teilweise wurde wohl auch die Insel Failaka noch dazu gezählt. Das Land ist reich an Kupfer und den verschiedensten Mineralien, z. B. Karneol. Außerdem exportierte es schon früh Datteln und Steingefäße.
Das Klima war im 3. und 2. Jt. auch nicht niederschlagsreicher als heute. Anscheinend hat es ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem gegeben, das den Anbau von Feldfrüchten und Datteln erlaubte. Fischfang, aber auch die Jagd haben vermutlich eine große Rolle im täglichen Speiseplan gespielt. Allerdings war die hiesige Landwirtschaft im 3. und 2. Jahrtausend zunehmend nicht mehr dazu in der Lage, die wachsende Population zu ernähren, weswegen Getreide aus Mesopotamien zu einem begehrten Importgut wurde, eine Tatsache, die die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern natürlich stärkte. Trotz seinem vergleichsweise lebensfeindlichen Klima wird Dilmun in einigen sumerischen Texten als ein Land dargestellt, in dem Milch und Honig fließen, so zum Beispiel im Mythos „Enki und Ninhursag“ (aufgeschrieben Ende 3. Jt.); hier heißt es: „In Dilmun äußerte der Rabe keine Schreie, der Löwe tötete nicht, der Wolf packte nicht das Lamm, unbekannt war der Kinder tötende Hund, unbekannt das Getreide verschlingende Wildschwein...“. Utnapishtim, der Überlebende der Sintflut, wird von den Göttern nach Dilmun gebracht und lebt hier ewig unter paradiesischen Bedingungen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung und kurzer Abriß über die Geschichte der Golfkulturen
- Zur Praxis des Handels mit der Golfregion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Handel in Südmesopotamien im 3. und 2. Jahrtausend vor Christus. Sie untersucht die Rolle der Golfregion, insbesondere der Länder Dilmun, Magan und Melukkha, als wichtige Quelle für Luxusgüter und Rohstoffe.
- Die geografische Lage und Geschichte der Golfregion
- Die Bedeutung von Dilmun, Magan und Melukkha als Handelspartner
- Die Entwicklung des Handels zwischen Mesopotamien und der Golfregion
- Die Rolle von Dilmun als Vermittlungsstation zwischen Mesopotamien und der Indusregion
- Die Bedeutung von Handelsrouten und Transportwesen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung und kurzer Abriß über die Geschichte der Golfkulturen
Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte der Golfregion, insbesondere der Länder Dilmun, Magan und Melukkha. Es beschreibt die geografische Lage, die wichtigsten Ressourcen und die Entwicklung der jeweiligen Kulturen im 3. und 2. Jahrtausend vor Christus.
Zur Praxis des Handels mit der Golfregion
Dieser Abschnitt befasst sich mit der konkreten Ausgestaltung des Handels zwischen Mesopotamien und der Golfregion. Er untersucht die Warenströme, die Transportwege und die Rolle von Handelsstützpunkten.
Schlüsselwörter
Handel, Südmesopotamien, Dilmun, Magan, Melukkha, Golfregion, Luxusgüter, Rohstoffe, Kupfer, Zedernholz, Halbedelsteine, Datteln, Steingefäße, Mesopotamien, Indusregion, Seefahrt, Transportwege, Handelsrouten,
Häufig gestellte Fragen
Welche drei Regionen waren für den mesopotamischen Handel zentral?
Die Keilschrifttexte nennen vor allem Dilmun (Bahrain/Küstenregion), Magan (Oman) und Melukkha (Indus-Kultur).
Welche Güter wurden aus der Golfregion nach Mesopotamien importiert?
Zu den wichtigsten Importgütern gehörten Kupfer, Zedernholz, Halbedelsteine (wie Karneol), Gold, Datteln und kunstvolle Steingefäße.
Was war die Bedeutung von Dilmun in der Mythologie?
Dilmun wurde oft als paradiesisches Land dargestellt, in dem „Milch und Honig fließen“ und wo der Sintflut-Überlebende Utnapishtim ewig lebte.
Warum musste die Golfregion Getreide aus Mesopotamien importieren?
Trotz Bewässerungssystemen reichte die eigene Landwirtschaft im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. nicht mehr aus, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren.
Wie wurde der Transport der Handelsgüter bewältigt?
Der Handel erfolgte primär über den Seeweg durch den Arabischen Golf, wobei Dilmun als zentrale Vermittlungsstation zwischen Mesopotamien und der Indus-Region fungierte.
- Citation du texte
- Antje König (Auteur), 2003, Handel in Südmesopotamien im 3. und 2. Jahrtausend, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28523