Obwohl die Dock und Yard Management Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist die Kenntnis über ihre Existenz z. T. noch sehr eingeschränkt. Auch ist die Anzahl der Anbieter dieser Informationssysteme gegenwärtig noch nicht sehr ausgeprägt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen ersten Einblick in die Thematik des Dock&Yard Managements zu verschaffen. Hierfür ist eine Vielzahl von D&Y Management Systemen, hauptsächlich aus dem amerikanischen Ausland, untersucht worden.
Das Dock Management umfasst die Steuerung der Aktivitäten an den Laderampen während das Yard Management die Aktivitäten auf dem Werksgelände koordiniert, d. h. die Zuordnung der Aufgaben-, Arbeitsteilung sowie die Steuerung des auf dem Betriebsgelände stattfindenden Verkehrs, um eine Minimierung unnötiger Such- und Rangierfahrten zu verwirklichen. Die Aktivitäten an den Laderampen umfassen neben dem Wareneingang und Warenausgang u. a. die Steuerung der ankommenden und abfahrenden LKWs an bzw. von den Verladerampen. Auf diese Problematik werden sich die folgenden Kapitel konzentrieren.
Das Yard Management hingegen steuert den aufkommenden Verkehr auf dem Werksgelände, ausgelöst durch werkseigene, wie auch externe Fahrzeuge. Des Weiteren ist durch das Yard Management die Möglichkeit gegeben, zu jeder Zeit alle relevanten Informationen über die auf dem Betriebsgelände befindlichen LKWs und Container zu besitzen. Dazu gehört z. B. das Wissen, welcher LKW bzw. Container an welcher Stelle auf dem Betriebsgelände steht, welche Ladung sich darin befindet, welchem Unternehmen der LKW/Container gehört, wie lange er noch auf dem Betriebsgelände steht, usw.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik Dock&Yard Management
1.1 Einleitung
1.2 Gegenstand und Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffliche Abgrenzung des Dock&Yard Managements
1.4 Motive für die Einrichtung des D&Y Managements
2 Einführung in die Thematik Use Case
3 Voraussetzungen für effektives Dock&Yard Management
3.1 Anzeige und Speicherung verwaltungsrelevanter Daten des D&Y Managements
3.1.1 Informationen über einzelne Bereiche des Werksgeländes
3.1.2 Daten über Verkehrsträger und mobile Lagerflächen
3.1.3 Verwaltungsrelevante Daten basierend auf Avis
3.1.4 Die Anzeige sämtlicher Ressourcen und deren Verfügbarkeit
3.2 Visualisierung des Werksgeländes
3.2.1 Die Darstellung der Gebäude und anderer Bereiche des Werksgeländes
3.2.2 Die Darstellung der Verlade-Parkstellen und deren Zustand
3.2.3 Die Darstellung der Verkehrsträger bzw. der mobilen Lagerflächen
3.2.4 Die Darstellung eventueller Störungen
3.3 Planung der Abläufe im D&Y Management
3.3.1 Planung der Ankunft
3.3.2 Planung der Tor- u. Parkstellenbelegung
3.3.3 Planung des Verlade- Parkvorgangs
3.3.4 Planung der Ausfahrt
3.3.5 Konfiguration von Alarmparametern
3.4 Steuerung der Abläufe im D&Y Management
3.4.1 Die Steuerung der Ankunft
3.4.2 Die Steuerung des Verkehrs auf dem Werksgelände
3.4.3 Die Steuerung der Verkehrsträger zur Verladung bzw. zur Parkstelle
3.4.4 Die Steuerung der Rangierfahrzeuge auf dem Werksgelände
3.4.5 Die Steuerung des Verlade-Parkvorgangs
3.4.6 Die Steuerung der Ausfahrt
4 Darstellung typischer Geschäftsprozesse des Dock und Yard Managements im Tagesablauf eines Warenverteilzentrums
4.1 Use Case 1: Ankunft des Verkehrsträgers
4.2 Use Case 2: Angabe der Verladestation/Stellfläche
4.3 Use Case 3: Angabe der Parkstelle
4.4 Use Case 4: Entladung
4.5 Use Case 5: Beladung
4.6 Use Case 6: Parken
4.7 Use Case 7: Rangieren der mobilen Lagerflächen
4.8 Use Case 8 Benachrichtigung über/der nachfolgende(n) Ziele
4.9 Use Case 9: Verlassen des Werksgeländes
5 Fazit/Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, dem Leser einen ersten Einblick in die Thematik des Dock&Yard Managements zu verschaffen, indem sie Grundlagen erläutert und typische Geschäftsprozesse in einem Warenverteilzentrum anhand von Use Cases darstellt und analysiert.
- Grundlagen und Definitionen des Dock&Yard Managements
- Notwendige Voraussetzungen für eine effektive Steuerung
- Planung und Steuerung von Verkehrs- und Verladeabläufen
- Visualisierungstechniken und Informationsbereitstellung
- Detaillierte Analyse typischer Geschäftsprozesse mittels Use Cases
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung
Die vergangenen Jahre haben durchgreifende Veränderungen der wettbewerblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Märkte bewirkt. Die zunehmende Globalisierung der Märkte, steigende technologische Entwicklungen und steigende Anpassungen an die Wettbewerbssituation erfordern eine Optimierung der gesamten Prozesskette, d. h. von der Beschaffung der Rohstoffe und Vorprodukte bis hin zur Auslieferung der fertigen Endprodukte. Wachsende Kundenansprüche, geprägt von steigenden Qualitätsanforderungen, von einem stetig steigenden Servicegrad und einer wachsenden Leistungsqualität (Durchlaufzeit u. Termintreue), verlangen ebenfalls eine schnelle Reaktion seitens der Unternehmen. Verschiedene logistische Konzepte haben sich in den letzten Jahren durchgesetzt, die diese Optimierung zum Ziel haben. Die Unternehmen sind weiterhin bestrebt, innerhalb der Anwendung dieser logistischen Konzepte, ebenfalls ein Optimum zu erreichen. Eine Möglichkeit, dieses Optimum zu verwirklichen, liegt in der Einrichtung eines effektiven D&Y Managements.
Die Unternehmen sind stetig bemüht, ihre Kosten auf eine Minimum zu reduzieren. Vor allem bei großen Handels- bzw. Versandunternehmen haben sich Rationalisierungsmaßnahmen in den Unternehmensbereichen Lager und Logistik als zukunftswirksam erwiesen. Hierbei liegt die Konzentration der Handelsunternehmen insbesondere in der Errichtung großer Warenverteilzentren, um die Zunahme der Warenströme (Umsatzexpansion und Ausweitung des Sortiments) kostenminimal zu bewältigen. Die so vollzogene Realisierung des Warenumschlags hat natürlich auch eine erhöhtes Transportaufkommen zur Folge. Die Warenverteilzentren sind bestrebt, den Verkehrsfluss im bzw. vor dem Werksgelände so zu gestalten, dass eine konstante uns problemlose Warenanlieferung bzw. Warenabholung vollzogen werden kann. Hierfür sind, neben dem entstehenden Verkehrsträgeraufkommen, zusätzliche Faktoren zu berücksichtigen, wie beispielsweise Personal bzw. Verladekapazitäten. D&Y Managementsysteme stellen alle Daten bereit, welche für die Planung, Durchführung und Überwachung der Vorgänge auf dem Werksgelände benötigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik Dock&Yard Management: Vermittelt die Grundlagen, Beweggründe und eine begriffliche Einordnung des Dock&Yard Managements im modernen Logistikkontext.
2 Einführung in die Thematik Use Case: Erläutert die methodische Herangehensweise zur Darstellung von Geschäftsprozessen mittels Use Case Diagrammen und Schablonen.
3 Voraussetzungen für effektives Dock&Yard Management: Beschreibt die essenziellen Komponenten, wie Datenhaltung, Visualisierung, Planung und Steuerung, die für ein funktionierendes Management erforderlich sind.
4 Darstellung typischer Geschäftsprozesse des Dock und Yard Managements im Tagesablauf eines Warenverteilzentrums: Analysiert den gesamten Tagesablauf von der Ankunft bis zum Verlassen des Werksgeländes durch praxisorientierte Anwendungsfälle.
5 Fazit/Ausblick: Bietet eine zusammenfassende Betrachtung der Thematik und wirft einen Blick auf zukünftige Entwicklungen und die Bedeutung von D&Y Systemen.
Schlüsselwörter
Dock Management, Yard Management, Logistik, Warenverteilzentrum, Geschäftsprozesse, Use Case, Rampenbelegung, Verkehrsträgersteuerung, Lagerlogistik, Prozessoptimierung, Zeitfenster, Visualisierung, Ankunft, Abfahrt, Ressourcenplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen, den Anforderungen und der praktischen Umsetzung von Dock&Yard Managementsystemen zur Optimierung von Abläufen in Warenverteilzentren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Prozessoptimierung an Verladerampen, die Steuerung des Werksverkehrs, die effiziente Ressourcenplanung sowie die Nutzung von IT-Systemen zur Visualisierung und Überwachung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für die Bedeutung und Funktionsweise von Dock&Yard Management zu vermitteln und die Anwendung der Systeme anhand von Geschäftsprozessen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Darstellung und Analyse der Geschäftsprozesse werden Use Case Diagramme und strukturierte Geschäftsprozessschablonen verwendet.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die notwendigen Voraussetzungen für ein effektives Management – wie Datenanzeige, Visualisierung, Planung und Steuerung – erläutert und typische Geschäftsprozesse (von der Ankunft bis zur Abfahrt) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Dock Management, Yard Management, Prozessoptimierung, Ressourcenplanung, Zeitfenstermanagement und logistische Wertschöpfungskette.
Warum ist die "Glättung" der Rampenauslastung so wichtig?
Die Glättung hilft dabei, Kapazitätsspitzen und Engpässe an den Verladerampen zu vermeiden, wodurch Standzeiten reduziert und die Gesamteffizienz des Logistiksystems gesteigert werden.
Welche Rolle spielen "Use Cases" bei der Analyse der Abläufe?
Use Cases dienen dazu, die Interaktionen zwischen den verschiedenen Akteuren (wie Pförtner, Leitstand, Fahrer) und dem Managementsystem klar zu strukturieren, Anforderungen zu definieren und den Ablauf der Prozesse transparent zu machen.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm Thorsten Jochheim (Author), 2004, Effektives Dock&Yard Management und seine Anwendungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285329