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Der "Pygmalion-Effekt"

Titre: Der "Pygmalion-Effekt"

Mémoire pour le Diplôme Intermédiaire , 2003 , 37 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Kathleen Hilpert (Auteur)

Pédagogie - Psychologie pédagogique
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„Es ist unmöglich, nur beobachtbare Größen in eine Theorie aufzunehmen. Es ist vielmehr die Theorie, die entscheidet, was man beobachten kann.“ (Einsteins Bemerkung in einem Gespräch mit Heisenberg; In: WATZLAWICK 2000, S.97) Ist es möglich, dass Erwartungen, die an eine Person gerichtet sind, ihr Verhalten in einer Art und Weise beeinflussen, dass diese Person sich letztlich unbewusst den Erwartungen entsprechend verhält? Wenn dies der Fall ist, welche Prozesse laufen dann in der zwischenmenschlichen Interaktion ab, die diese Form der Erwartungsübernahme bedingen? Und welche Folgen hat das dann für die Arbeit von Pädagogen? Der erstmals von ROBERT ROSENTHAL und LENORE JACOBSEN (1971) untersuchte Pygmalion-Effekt – als ein Phänomen im Schulunterricht - beschreibt die Auswirkungen der Lehrererwartungen auf das Verhalten ihrer unterrichteten Schüler.

Die zentrale Frage, die in dieser Arbeit beantwortet werden soll, ist jene, warum der Pygmalion-Effekt bei der pädagogischen Arbeit eine besondere Rolle spielt und welche Konsequenzen er für das Handeln und die Denkweise von Pädagogen in Bezug auf ihre Klienten hat. Durch die Kenntnis dieses Effektes sollten Pädagogen ihre an die Klienten gerichteten Erwartungen kritisch hinterfragen können und durch Reflexion ihrer Arbeit ihr Handeln verantwortungsvoller gestalten. Benannt wurde der Pygmalion-Effekt nach einem in der griechischen Mythologie bekannten König von Zypern, der ein begabter Bildhauer war. Keine noch so schöne Frau konnte seinen hohen Ansprüchen genügen, so dass er sich schließlich aus Elfenbein nach seinen eigenen Idealvorstellungen selbst ein Bildnis von einer Frau schuf, in das er sich dann verliebte. Voller Verzweiflung bat er die Liebesgöttin Aphrodite, seine Statue zum Leben zu erwecken, die ihn schließlich erhörte. Pygmalion nahm das Mädchen zur Frau, und sie gebar ihm sogar eine Tochter (vgl. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie Professional 2003. © 1993-2002 Microsoft Corporation). Der Pygmalion-Effekt kann als Spezialfall der „Sich-selbst-erfüllenden Prophezeiung“ gesehen werden, weshalb ich im anschließenden Abschnitt kurz auf diese Form der Prophezeiungen eingehen werde. Aber es ist auch notwendig zu klären, wie der Pygmalion-Effekt zustande kommt, was eine Erläuterung von Erwartungsbildung und ihrer Bestätigung voraussetzt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung“

3. Erwartungen

3.1 Was sind Erwartungen?

3.2 Phasen der Bestätigung einer Erwartung

4. Studien zu Erwartungseffekten

4.1 Ratten im Labyrinth

4.2 Planarien in der Schale

5. Begriffsklärungen

5.1 Der Halo-Effekt

5.2 Der Hawthorne-Effekt

5.3 Der Placebo-Effekt

5.4 Der Pygmalion-Effekt

6. „Pygmalion im Unterricht“ - Die ROSENTHAL / JACOBSEN – Studie

6.1 Durchführung

6.2 Auswertung des Experimentes

7. Zur Kritik an der ROSENTHAL / JACOBSEN - Studie

8. Konsequenzen für pädagogische Arbeit

9. Abschließende Bemerkungen

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themenbereiche

Die Arbeit untersucht den Pygmalion-Effekt als Sonderform der "Sich-selbst-erfüllenden Prophezeiung" und analysiert, inwiefern Erwartungen von Pädagogen das Verhalten und die Leistung ihrer Klienten beeinflussen. Das Ziel ist es, Pädagogen für die Reflexion ihrer unbewussten Erwartungshaltungen zu sensibilisieren, um verantwortungsvolleres Handeln und mehr Chancengleichheit in der pädagogischen Praxis zu ermöglichen.

  • Theoretische Fundierung von Erwartungen und Erwartungsbestätigung
  • Analyse klassischer Studien zu Erwartungseffekten (u.a. Rosenthal & Jacobsen)
  • Abgrenzung relevanter Phänomene (Halo-, Hawthorne-, Placebo-Effekt)
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rosenthal-Jacobsen-Studie
  • Übertragung der Erkenntnisse auf pädagogische Arbeitsfelder

Auszug aus dem Buch

6. „Pygmalion im Unterricht“ – Die ROSENTHAL / JACOBSEN – Studie

Bei den erstaunlichen Ergebnissen, die bei den bereits erläuterten Experimenten mit den Ratten und Planarien festgestellt wurden, stellt sich aus pädagogischer Sicht die Frage, ob es auch einen Erwartungseffekt bei der Interaktion zwischen Lehrern und Schülern geben könnte. Wenn es einen solchen Effekt gäbe, hätte dies ja erhebliche Auswirkungen auf Schulerfolg, Selbstkonzept und letztlich den späteren Lebenslauf der Schüler.

ROSENTHAL und JACOBSEN gingen dieser Frage nach und entwickelten ein Experiment, „das speziell zur Überprüfung der These konstruiert wurde, ob diejenigen Kinder in einer gegebenen Klasse, von denen der Lehrer eine stärkere intellektuelle Entwicklung erwartet, diese Entwicklung auch tatsächlich aufweisen“ (ROSENTHAL / JACOBSEN 1971, S.82).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen des Pygmalion-Effekts und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen von Lehrererwartungen.

2. Die „Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung“: Definition und Illustration des Phänomens anhand von Beispielen aus Alltag und Literatur.

3. Erwartungen: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Erwartung und dem Prozess der Erwartungsbestätigung.

4. Studien zu Erwartungseffekten: Darstellung von Tierexperimenten, die zeigen, wie Erwartungen des Versuchsleiters das Ergebnis beeinflussen können.

5. Begriffsklärungen: Abgrenzung des Pygmalion-Effekts von Halo-, Hawthorne- und Placebo-Effekten.

6. „Pygmalion im Unterricht“ - Die ROSENTHAL / JACOBSEN – Studie: Detaillierte Beschreibung und Auswertung der wegweisenden Studie zum Lehrererwartungseffekt.

7. Zur Kritik an der ROSENTHAL / JACOBSEN - Studie: Analyse der methodischen Kritik und Einordnung der Ergebnisse in den wissenschaftlichen Diskurs.

8. Konsequenzen für pädagogische Arbeit: Übertragung der Erkenntnisse auf verschiedene pädagogische Felder und Forderung nach professioneller Reflexion.

9. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung der Forschungslage und Plädoyer für ein unvoreingenommenes pädagogisches Handeln.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Pygmalion-Effekt, Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung, Lehrererwartungen, pädagogische Interaktion, Erwartungsbestätigung, Rosenthal-Jacobsen-Studie, Intelligenzentwicklung, Selbstkonzept, Leistungsbeurteilung, Erwartungsweckung, Chancengleichheit, Sozialpsychologie, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Pygmalion-Effekt, der beschreibt, wie die Erwartungen von Lehrern oder Pädagogen unbewusst das Verhalten und die Leistungen ihrer Schüler oder Klienten beeinflussen und somit zur Realität werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Theorie der sich selbst erfüllenden Prophezeiungen, der psychologische Prozess der Erwartungsbildung, empirische Studien zum Thema sowie die kritische Reflexion der Bedeutung dieser Effekte für den pädagogischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum der Pygmalion-Effekt in der Pädagogik eine wichtige Rolle spielt und welche Konsequenzen sich daraus für das Handeln und die Denkweise von Fachkräften in Bezug auf ihre Klienten ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert. Sie wertet maßgebliche sozialpsychologische Studien (insbesondere von Rosenthal und Jacobsen) sowie deren methodische Kritik aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung klassischer Erwartungsexperimente (an Ratten und Planarien), eine detaillierte Analyse der Rosenthal-Jacobsen-Studie inklusive Kritik sowie eine Diskussion der Konsequenzen für die pädagogische Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Pygmalion-Effekt, Erwartungsbestätigung, pädagogische Interaktion, Selbstkonzept, Lehrererwartungen und Chancengleichheit.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Erwartungen und Erfahrungen für Pädagogen so schwer?

Da Erfahrungen oft das Ergebnis bereits vorgefertigter Erwartungen sind, bilden sie einen schwer zu durchschauenden Kreislauf. Pädagogen müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass ihr Bild vom Klienten oft durch eigene, frühere Deutungsmuster geprägt ist.

Wie können Pädagogen den negativen Folgen des Pygmalion-Effekts entgegenwirken?

Der wichtigste Schritt ist die kontinuierliche Reflexion der eigenen Erwartungen. Ein unvoreingenommener, positiver und wertschätzender Umgang mit Klienten sowie die bewusste Zurücknahme vorgefertigter Zuschreibungen sind essenziell, um echte Chancengleichheit zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
Der "Pygmalion-Effekt"
Université
University of Rostock  (Institut für allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik)
Note
1,7
Auteur
Kathleen Hilpert (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
37
N° de catalogue
V28533
ISBN (ebook)
9783638302876
Langue
allemand
mots-clé
Pygmalion-Effekt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kathleen Hilpert (Auteur), 2003, Der "Pygmalion-Effekt", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28533
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Extrait de  37  pages
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