Die vorliegende Hausarbeit behandelt das psychopathologische Störungsbild der Panikstörung mit und ohne Agoraphobie, die im Kontext der Angsterkrankungen mit zu den häufigsten psychischen Störungen zählt.
Im ersten Teil der Hausarbeit werde ich das Störungsbild beschreiben, wobei sich mein Fokus auf die Hauptmerkmale und den typischen Symptomen einer Panikstörung und einer Panikstörung mit Agoraphobie richten wird.
Die Hauptmerkmale und Symptome des Störungsbildes werden durch die ge-naue Beschreibung der Diagnosekriterien nach dem aktuellen und anerkannten Diagnosesystem DSM-VI weiter verdeutlicht. Hier befindet sich die Arbeit im Bereich der speziellen Psychopathologie, die im Rahmen von Klassifizierungen und Diagnosen Phänomene und Merkmale beschreibt und betrachtet.
Die darauf folgende Epidemiologie soll einen groben aktuellen Überblick über die Prävalenz, die Komorbidität sowie über die Risikofaktoren und den ökonomi-schen Folgen einer Panikstörung mit und ohne Agoraphobie geben.
Im zweiten Teil der Hausarbeit werde ich zuerst die Grundannahmen, sowie die Gründe für die Entwicklung einer Panikstörung mit und ohne Agoraphobie aus der tiefenpsychologischen Sicht erörtern und die daraus abgeleitete Behand-lungsprinzipien der panikfokussierten psychodynamischen Psychotherapie (PFPP) nach Milrod et al. (1997) kurz benennen.
Anschließend werde ich die Grundannahmen und die Gründe für die eigendyna-mische Aufrechterhaltung einer Panikstörung mit und ohne Agoraphobie aus der verhaltenstherapeuthischen Perspektive thematisieren. In diesem Zusammen-hang werde ich auch die zentralen Behandlungskomponenten der kognitiven Verhaltenstherapie erläutern.
Zum Abschluss werden die beiden therapeutischen Herangehensweisen hin-sichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Störungsbild und Klassifikation
2.1 Panikattacken und Panikstörung
2.2 Panikstörung mit Agoraphobie
3 Klassifikation und Diagnostik nach DSM-VI
3.1 Panikattacken und Panikstörung
3.2 Agoraphobie
4 Epidemiologie und Verlauf
5 Panikstörung aus tiefenpsychologischer Perspektive
5.1 Tiefenpsychologische Konzepte
5.2 Therapie und Behandlung
6 Panikstörung aus verhaltenstherapeutischer Perspektive
6.1 Verhaltenstherapeutische Konzepte
6.2 Therapie und Behandlung
7 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das psychopathologische Störungsbild der Panikstörung mit und ohne Agoraphobie und analysiert dieses aus sowohl tiefenpsychologischer als auch verhaltenstherapeutischer Sicht, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Behandlung aufzuzeigen.
- Klinische Symptomatik und diagnostische Klassifikation nach DSM-VI
- Epidemiologische Daten zur Prävalenz und zum Krankheitsverlauf
- Tiefenpsychologische Konzepte und psychodynamische Therapieansätze
- Verhaltenstherapeutische Erklärungsmodelle und kognitive Behandlungsmethoden
- Vergleich therapeutischer Strategien und Fazit zur Kombinationsbehandlung
Auszug aus dem Buch
6.1 Verhaltenstherapeutische Konzepte
Im Gegensatz zu den tiefenpsychologischen Ansätzen, die sich auf die Auslöser und den damit verbunden inneren Vorgängen einer Panikstörung fokussieren, konzentrieren sich die verhaltenstherapeutischen Erklärungen hauptsächlich auf die Gründe der Aufrechterhaltung von Panikstörung. Diese Eigendynamik einer Panikstörung lässt sich aus verhaltenstherapruthischer Sicht durch Konditionierung (lerntheorethisches Modell), automatisierte Interpreationsmuster (Kognitives-Behaviorales Modell) und durch bestimmte Verzerrungen in der Informationsverarbeitung erklären.
Heutige Modelle zur Konditionierung von Panikstörungen mit und ohne Agoraphobie beruhen meist auf der klassischen und grundlegenden Zwei-Faktoren Theorie (Mowrer, 1960), welche die Entstehung und Aufrechterhaltung von Panikstörungen beschreibt.
Dabei wird davon ausgegangen, dass es infolge eines ersten Panikanfalls zur Konditionierung von den dabei empfundenen körperlichen Symptome kommt (klassische Konditionierung). Auf Grund von dieser Konditionierung werden in Situationen die dem ersten Panikanfall ähneln erneut die körperliche Symptome empfunden, was möglicherweise wieder zu Panikanfällen führen kann. Infolge dessen werden mögliche angstauslösende Orte und Situationen vermieden. Da dieses Vermeidungsverhalten kurzfristig zur Reduktion von Angst und Anspannung führt wirkt es auf den Patienten negativ Verstärkend (operante Konditionierung). Die negative Verstärkung begünstigt die Entwicklung von Erwartungsängsten und Vermeidungsverhalten. Die Folge ist eine zunehmende Einkrenzung des Handlungsspielraums bzw. weitere Verstärkung der agoraphobischen Symptome.
Das kognitive Modell der Panikstörung geht davon aus, dass der Patient harmlose Reize (z.B. erhöhte Herzfrequenz nach Treppenanstieg) als potentiell gefährlich (Herzinfarkt) fehlinterpretiert. Die irrtümliche Gefahreneinschätzung führt zu Angstsymptomen und innerer Anspannung, welche wiederrum als potentiell gefährlich eingeschätzt werden und zu weiteren Ängsten führt. Dieses innere Aufschaukeln der Angst endet zumeist in einer Panikattacke.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Störungsbild der Panikstörung und skizziert den Aufbau der Hausarbeit sowie die behandelten therapeutischen Perspektiven.
2 Störungsbild und Klassifikation: Dieses Kapitel beschreibt die klinischen Hauptmerkmale von Panikattacken sowie die Entwicklung von Vermeidungsverhalten bei Agoraphobie.
3 Klassifikation und Diagnostik nach DSM-VI: Es werden die offiziellen Diagnosekriterien nach dem DSM-System erläutert und die Abgrenzung von Panikstörung und Agoraphobie thematisiert.
4 Epidemiologie und Verlauf: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Häufigkeit, Komorbidität und den sozioökonomischen Folgen der Erkrankung.
5 Panikstörung aus tiefenpsychologischer Perspektive: Der Fokus liegt hier auf psychodynamischen Konzepten wie Bindungstheorien und dem Verständnis der Symptome als Ausdruck unbewusster Konflikte.
6 Panikstörung aus verhaltenstherapeutischer Perspektive: Hier werden Konditionierungslernen und kognitive Fehlinterpretationen als Ursachen für die Aufrechterhaltung der Störung analysiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die beiden Therapieansätze zusammen und schlägt eine integrierende Behandlung vor.
Schlüsselwörter
Panikstörung, Agoraphobie, Angststörung, Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie, DSM-VI, Psychoedukation, Konditionierung, Angstkreislauf, Konfrontationstherapie, psychodynamische Psychotherapie, Symptomatik, Komorbidität, Vermeidungsverhalten, Katastrophisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt das psychopathologische Störungsbild der Panikstörung mit und ohne Agoraphobie im Kontext von Angsterkrankungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Diagnostik, der Epidemiologie sowie dem Vergleich von tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Erklärungs- und Behandlungsansätzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die unterschiedlichen therapeutischen Herangehensweisen darzustellen und zu untersuchen, wie diese zur Bewältigung der Ängste bei Betroffenen beitragen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Hausarbeit, die auf klinischen und epidemiologischen Fachstudien sowie etablierten therapeutischen Manualen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Beschreibung, epidemiologische Daten und die detaillierte Gegenüberstellung von tiefenpsychologischen und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzepten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Panikstörung, Agoraphobie, Psychoedukation, Konditionierung, Angstkreislauf und psychodynamische Psychotherapie.
Welche Rolle spielen frühe Bindungserfahrungen in der tiefenpsychologischen Betrachtung?
Aus tiefenpsychologischer Sicht sind frühe Trennungserfahrungen und Beziehungsstörungen entscheidend, da sie die Basis für die spätere Entstehung von Panikattacken bilden können.
Was genau ist die "PFPP" im Kontext der tiefenpsychologischen Therapie?
Die PFPP (Panikfokussierte psychodynamische Psychotherapie) ist eine manualisierte Kurzzeittherapie, die darauf abzielt, Konflikte und Gefühle im Zusammenhang mit den Paniksymptomen aufzudecken, um das Selbstwertgefühl und die Autonomie zu stärken.
Warum wird in der Verhaltenstherapie von einem "Angstkreislauf" gesprochen?
Der Angstkreislauf beschreibt das Phänomen, bei dem harmlose körperliche Reize katastrophisierend fehlinterpretiert werden, was zu weiterer Angst und schließlich zur Panikattacke führt, die das Vermeidungsverhalten verstärkt.
- Arbeit zitieren
- Anna-Lena Broß (Autor:in), 2012, Panikstörung mit und ohne Agoraphobie aus tiefenpsychologischer und verhaltenstherapeutischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285344