Bedeutung der Kundenzufriedenheit und ihre Stellung in der heutigen Marketingtheorie und -praxis


Hausarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Definition Kundenzufriedenheit
2.1 Das Diskonfirmationsparadigma

3. Entstehung von Kundenzufriedenheit
3.1 Die Assimilations-Kontrast-Theorie
3.2 Die Attributationstheorie
3.3 Das Mehr-Faktoren-Modell

4. Messung von Kundenzufriedenheit
4. 1 Messverfahren zur Messung der Kundenzufriedenheit
4.1.1 Ex ante- /ex post-Messung
4.1.2 Messung des direkten Zufriedenheitsurteils
4.1.3 Messung von Merkmalsauswirkungen
4.1.4 Kritische Ereignismethode
4.1.5 Frequenz-Relevanz-Analyse
4.1.6 Beschwerden- und Lobanalyse

5. Zusammenhang Kundenzufriedenheit - Kundenbindung

6. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Zufriedene Kunden kommen und kaufen wieder. Aus diesem Grund gehört der Kunde zu den wichtigs - ten Bestandteilen des immateriellen Vermögens eines Unternehmens. Durch ihn wird der tatsächliche Unternehmenserfolg bestimmt. Darüber hinaus verfügt der Kunde über verschiedene Potenziale. Dies sind Potenziale, die vom Unternehmen genutzt werden können, wie z.B. das Potenzial zum Verkaufser- folg. Durch z.B. Wiederkäufe oder dem sogenannten Cross-Buying, d.h. durch den Erwerb von zusätz- lichen Leistungen eines anderen Geschäftsbereichs, kann der Verkauf gesteigert werden. Der Kunde kann auch durch Weiterempfehlung dem Unternehmen neue Kunden liefern und auch bei der Ent- wicklung neuer Produkte hilfreich sein.1 Damit eine langfristige Beziehung zwischen einem Unterneh- men und dem Kunden entstehen kann, muss ein wichtiger Aspekt aufgebaut und gepflegt werden: die Kundenzufriedenheit. Sie stellt eine wichtige Einflussgröße des Kundenverhaltens dar. Der Grundstein wird dabei bereits beim ersten Kauf gelegt, was nicht heißt, dass das Geschäft damit abgeschlossen ist. Erst jetzt wird die Beziehung zwischen dem Kunden und dem Unternehmen aufgebaut. Da sich die An- sprüche der Konsumenten schnell wandeln und die internationale Konkurrenz immer stärker wird, wird die Kundenzufriedenheit und die damit verbundene Kundenbindung für Unternehmen immer wichti- ger. Auch die Tatsache, dass die Kosten der Neukundenakquisition um ein vielfaches höher sind, als die Pflege bestehender Kunden, spricht für den hohen Stellenwert der Kundenzufriedenheit.2

Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der Kundenzufriedenheit und deren Messung dazustellen, um ihre Stellung in der heutigen Marketingtheorie und -praxis aufzuzeigen.

2. Definition Kundenzufriedenheit

Kundenzufriedenheit wird als ein abstraktes Konstrukt der Sozialforschung bezeichnet, das meist als das Verhältnis von Kundenerwartung zu Bedürfnisbefriedigung beschrieben wird.3 Kundenzufriedenheit liegt dann vor, wenn die subjektiv beim Kunden bestehenden Erwartungen erfüllt oder übererfüllt sind. Laut Homburg lautet die Definition von Kundezufriedenheit wie folgt:

„Kundenzufriedenheit ist de kognitive und emotionale Bewertung

der gesamten Erfahrung mit einem bestimmten Anbieter und dessen Produkten bzw. dessen Dienstleistungen.“4

2.1 Das Diskonfirmationsparadigma

Die Entstehung von Kundenzufriedenheit kann auf unterschiedliche Weise erklärt werden. In der Kun- denzufriedenheitsforschung hat sich das Diskonfirmationsparadigma, auch C/D-Paradigma weitgehend durchgesetzt.

Das C/D-Paradigma sagt aus, dass Kundenzufriedenheit aus dem Vergleich der tatsächlichen Erfahrung bei der Produktnutzung (Ist-Leistung) mit einem bestimmten Vergleichsstandard des Kunden (Soll- Leistung) entsteht. Entspricht die wahrgenommene Leistung der Erwartung des Kunden, so kommt es zur Konfirmation, d.h. zur Bestätigung der Erwartungen. In diesem Fall ist der Kunde zufrieden. Dabei bezeichnet man den Grad der Zufriedenheit, das bei exakter Übereinstimmung der wahrgenommene Leistung mit der erwarteten Leistung vorliegt, als Konfirmationsniveau der Zufriedenheit. Übertrifft die wahrgenommene Leistung die Erwartung, so spricht man von positiver Diskonfirmation. Das Zufrieden- heitsniveau liegt somit über dem Konfirmationsniveau. Die Zufriedenheit wird erhöht, d.h. der Kunde ist begeistert. Liegt jedoch die wahrgenommene Leistung unterhalb der Erwartung, d.h. das Zufrieden - heitsniveau liegt unterhalb des Konfirmationsniveaus, so kommt es zur negativen Diskonfirmation. Beim Kunden entsteht Unzufriedenheit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Konfirmationsparadigma (in Anlehngung an Homburg, Gierig & Hentschel, 1999)

Des Weiteren kann bei der Ist-Leistung, also der wahrgenommenen Leistung unterschieden werden zwi- schen objektiver Leistung und subjektiver Leistung. Spricht man von objektiver Leistung, so ist die tat - sächliche Leistung des Produktes oder der Dienstleistung gemeint. Diese ist für alle Kunden gleich. Die subjektive Leistung hingegen stellt die wahrgenommene Leistung dar und variiert aufgrund verschiedener Wahrnehmungseffekte. Diese Unterscheidung hat zur Folge, dass für ein Produkt unterschiedliche wahrgenommene Leistungsniveaus existieren.5

Dieser Ist-Leistung stehen die Erwartungen des Kunden, also die Soll-Leistung gegenüber. Diese ent- spricht dem Erwartungsniveau des Kunden in Bezug auf eine Leistung. Für die Erwartungen des Kun- den gibt es unterschiedliche Quellen: die persönlichen Bedürfnisse des Kunden, seine bisherigen Erfah - rungen, mündliche Empfehlungen durch Bekannte und Versprechungen des des Unternehmens.6 Nach dem C/D-Paradigma ist Kundenzufriedenheit das Ergebnis eines kognitiven Vergleichs von wahr - genommener Ist- und Soll-Leistung. Somit kann man Kundenzufriedenheit als Einstellung gegenüber einem Objekt, d.h. einem Produkt oder einer Dienstleistung, definiert werden, die folgende zwei Kom - ponenten umfasst.7

- Die kognitive Komponente, d.h. die Meinungsbildung über ein Objekt.

- Die emotionale Komponente, d.h. die bei der Bewertung der jeweiligen Produkte auftretenden Gefühle.

Das C/D-Paradigma geht davon aus, dass Kundenzufriedenheit aufgrund einer einzigen Transaktion entsteht. Die Forschung hingegen zeigt, dass eine einzige Transaktion nur etwas über die Haltung ge - genüber einem Objekt aussagt. Erst nach mehreren Transaktionen entsteht ein Zufriedenheitsurteil - sie sogenannte kommulative Zufriedenheit - das aussagekräftiger in Bezug auf den Erfolg eines Unterneh- mens ist.8

3. Entstehung von Kundenzufriedenheit

Das C/D-Paradigma bildet ein Grundmodell um die Entstehung von Kundenzufriedenheit zu erklären. Im Folgenden werden drei von uns ausgesuchte Theorien vorgestellt, die sich auf die nachträgliche Ver - änderung der Ist- bzw. der Soll-Leistung im Fall einer Soll-Ist-Diskrepanz konzentrieren.

3.1 Das Assimilations-Kontrast-Theorie

Die Assimilations-Kontrast-Theorie basiert auf der assimilation-contrast theory von M. Sherif u. C.I. Hovland und ist aus zwei eigenständigen theoretischen Ansätzen zusammengesetzt. Die Assimilationstheorie beschreibt, dass jeder Kunde nach kognitivem Gleichgewicht strebt. Liegt eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen des Kunden und der von ihm wahrgenommenen Leistung vor, wird ein Mechanismus zur Wiederherstellung der kognitiven Konsonanz aktiviert. Dabei ist das Individuum bestrebt, die Differenz zwischen Ist- und Soll-Leistung zu verkleinern, indem es seine Erwartung an die wahrgenommene Leistung anpasst, oder umgekehrt die Wahrnehmung an die Erwartung. Diesen Mechanismus bezeichnet man als Assimilationseffekt.9

Dieser Theorie entgegengesetzt ist die Kontrasttheorie. Besteht eine Differenz zwischen Erwartung und wahrgenommener Leistung, so ist das Individuum bestrebt, die Differenz zu vergrößern. Dadurch wird ein Überraschungseffekt ausgelöst, der sich je nach positiver oder negativer Diskonfirmation darin zeigt, dass Kunden die Differenz zwischen Erwartung und wahrgenommener Leistung als extrem positiv oder negativ wahrnehmen. Bei positiver Diskonfirmation kommt es zu einer extrem positiven Bewertung der wahrgenommenen Leistung, d.h. die Zufriedenheit wird erhöht. Bei negativer Diskonfirmation hingegen wird unterstellt, dass der Kunde die Leistung als extrem schlecht wahrnimmt. Somit sinkt die be - reits unterhalb des Konfirmationsniveaus liegende Zufriedenheit noch weiter ab. Die Unzufriedenheit wird verstärkt.10 In diesem Fall spricht man vom Kontrasteffekt.

Die Assimilations-Kontrasttheorie vereint die Aussagen dieser beiden Theorien. Dabei bestimmt die Höhe der Abweichung, ob der Effekt ausgewählt wird, der zu einer Verringerung (Assimilationseffekt) oder zu einer Vergrößerung (Kontrasteffekt) der Differenz führt. Die Höhe der Abweichung ist in drei Bereiche unterteilt. Liegt eine geringfügige Differenz zwischen wahrgenommene Leistung und der Erwartung vor, liegt die Diskrepanz noch im Bereich der Akzeptanz. In diesem Fall tritt der Assimilations - effekt ein, d.h. der Kunde passt die Wahrnehmung bzw. die Erwartungen nachträglich an. Liegt die Diskrepanz im Bereich der Ablehnung, d.h. die wahrgenommene Leistung weicht stark von den Erwar - tungen des Kunden ab, so ist dieser bestrebt, die Diskrepanz zu vergrößern (Kontrasteffekt). Liegt allerdings die Diskrepanz im Bereich der Neutralität, tritt keiner der beiden Effekte ein. Die Erwartung bzw. die wahrgenommene Leistung werden nicht angepasst.

Für das Ausmaß der Zone ist die persönliche Bedeutung des Beurteilungsobjekts entscheidend. Hat das

Objekt für die Person eine persönliche Bedeutung, so kann man davon ausgehen, dass der Bereich der

Ablehnung größer sein wird, als der Bereich der Akzeptanz. Ist das Objekt persönlich weniger bedeut - sam, so wird der Bereich der Akzeptanz größer sein und der Bereich der Ablehnung entsprechend gerin- ger.11

Im Marketing wird diese Theorie oft eingesetzt, um Preiswahrnehmungen oder die Wahrnehmung von Werbebotschaften zu erklären.12

3.2 Die Attributionstheorie

In den vorigen Theorie wurde davon ausgegangen, dass ein bestimmtes Ausmaß der Erwartungserfül - lung automatisch zu einem bestimmten Zufriedenheitsniveau führt. Die Attributionstheorie erklärt, warum bei gleichen Konfirmationsniveaus unterschiedliche Grade der Zufriedenheit auftreten können. Diese Theorie beschreibt, wie sich Menschen Ereignisse in ihrer Umwelt erklären, indem sie diesen Ur- sachen attributieren, d.h. zuschreiben. Zurückzuführen ist die Attributionstheorie auf die Forschungen von Heider von 1958 und ist in den 1960er und 1970er Jahren entscheidend weiterentwickelt wor- den.11

Die Ursachen für die Erklärung von Ereignissen können unterschieden werden nach

- dem Ort der Verursachung,
- ihrer Kontrollierbarkeit und
- der zeitlichen Stabilit ä t.

Bezüglich auf den Ort der Verursachung bestehen zwei Möglichkeiten, die als internale bzw. externale Attribution bezeichnet werden.

Bei der intenalen Attribution werden Ereignisse durch Faktoren erklärt, die in der handelnden Person liegen. Wenn beispielsweise ein Kunde eines Supermarkts beobachtet, wie die Kassiererin einen Kunden unhöflich behandelt, so könnte er das gezeigte Verhalten auf ein Merkmal der Person, z.B. den Charakter der Kassiererin zurückführen.

Bei der externen Attribution wird ein Ereignis auf Faktoren der Umwelt zurückgeführt. Dies wäre der Fall, wenn beispielsweise der Kunde das Verhalten der Kassiererin durch ihre starke Belastung aufgrund des Kundenandrangs erklärt.

Der Ort der Verursachung wirkt sich stark auf die Zufriedenheit aus. Bei Nichterfüllung der Erwartun- gen entsteht höhere Unzufriedenheit, wenn der Kunde internal attributiert, also die Ursache für die schwachen Leistungen beim Anbieter sieht und nicht die Merkmale der Umwelt dafür ver antwortlich macht.

Die Kontrollierbarkeit bezieht sich darauf, ob ein Handelnder Einfluss auf die Ursache hat oder nicht. Wenn ein Konsument glaubt, dass der Anbieter die Ursache für die Nichterfüllung seiner Erwartungen kontrollieren kann, so führt dies zu stärkerer Unzufriedenheit, als bei wahrgenommener Nichtkontrol- lierbarkeit.

Die Stabilit ä t bezieht sich auf die Ursachen, die entweder zeitlich stabil oder zeitlich variabel sein kön - nen. Sieht z.B. der Kunde die Nichterfüllung seiner Erwartungen als zeitlich stabil an, so wird die Un zufriedenheit größer sein, als im umgekehrten Fall.13

3.3 Mehr-Faktoren-Modell

Die Mehr-Faktoren-Modell bezieht sich auf das Zwei-Faktoren-Modell der Mitarbeiterzufriedenheit von Friedrich Herzberg (1965). Im Zwei-Faktoren-Modell werden zwei Faktoren unterschieden: Hygienefaktoren und Motivatoren.

Hygienefaktoren sind Mindestanforderungen und betreffen das Arbeitsumfeld, wie beispielsweise die Be- ziehung zu Kollegen. Ihre Erfüllung wird von den Mitarbeitern vorausgesetzt. Durch die Erfüllung der Hygienefaktoren entsteht also keine Zufriedenheit, wobei ihre Nichterfüllung Unzufriedenheit hervor - ruft.

Als Motivatoren bezeichnet man Ereignisse, wie z.B. Lob oder Aufstieg. Die Mitarbeiter setzten diese zwar nicht voraus, aber bei Erfüllung wird Zufriedenheit ausgelöst. Bei Nichterfüllung entsteht ein neu - traler Zustand der Nichtunzufriedenheit.

Das Zwei-Faktoren-Modell grenzt Zufriedenheit und Unzufriedenheit als zwei unabhängige Pole deut - lich voneinander ab, wie folgende Grafik veranschaulichen soll.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf Grundlage dieses Modells lassen sich im Mehr-Faktoren-Modell drei verschiedene Faktoren unter- scheiden, die verschiedene Arten von Leistungen darstellen: Basisfaktoren, Leistungsfaktoren und Begeiste- rungsfaktoren.

Die Basisfaktoren sind vergleichbar mit den Hygienefaktoren des Zwei-Faktoren-Modells. Die Erwartungserfüllung durch die Basisfaktoren wird von dem Kunden als selbstverständlich vorausgesetzt. Da dies beim Kunden meist unbewusst geschieht, kann davon ausgegangen werden, dass selbst bei Erfül - lung der Erwartungen durch die Basisfaktoren das Konfirmationsniveau der Zufriedenheit nicht er - reicht werden kann. Die Erfüllung führt also nicht zu Zufriedenheit, sondern zu einem neutralen Zustand der Nichtunzufriedenheit. Die Nichterfüllung hingegen führt zu Unzufriedenheit.Die Erwartungen des Kunden bezüglich der Basisfaktoren sind also unendlich hoch ausgeprägt.14

Die Begeisterungsfaktoren entsprechen den Motivatoren des Zwei-Faktoren-Modells und werden vom Kunden nicht selbstverständlich eingefordert, da er in Bezug auf die Begeisterungsfaktoren keine Erwar - tungen hat. Bei Nichterfüllung entsteht keine Unzufriedenheit. Die Erfüllung hingegen führt dazu, dass die Zufriedenheit erhöht wird, d.h. dass die Zufriedenheit oberhalb des Konfirmationsniveaus liegt.15 Die Leistungsfaktoren erweitern das Zwei-Faktoren-Modell. Diese werden vom Kunden erwartet. In Bezug auf die Leistungsfaktoren geht man davon aus, dass zwischen den Konfirmationsniveau und der Zufriedenheit ein linearer Zusammenhang besteht, wie folgende Grafik verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei exakter Erfüllung der Erwartungen durch die Leistungsfaktoren liegt die Zufriedenheit auf dem Konfirmationsniveau. Werden die Erwartungen nicht erfüllt oder übertroffen, so liegt die Zufriedenheit unterhalb bzw. oberhalb des Konfirmationsniveaus.

4. Messung der Kundenzufriedenheit

Die Kundenzufriedenheit muss richtig und vor allem sinnvoll gemessen werden. Viele Unternehmen machen in Sachen Kundenzufriedenheitsmessung einen entscheidenden Fehler. Es werden aktuelle Kunden aus der Kundendatenbank gewählt, die kürzlich einen Einkauf getätigt haben oder eine Dienst- leistung in Anspruch genommen haben. Man versendet einen Fragebogen und befragt die Kunden nach der Zufriedenheit der Produkte oder Dienstleistungen. Eine solche Befragung ergibt typischerweise ein durchaus positives Ergebnis, nämlich, dass der Großteil der Kunden sehr zufrieden ist. Nun glaubt das Unternehmen, es könne sich beruhigt zurücklehnen, da die Kunden eine positive Rückmeldung gaben. Dennoch ist nicht gewährleistet, dass diese scheinbar zufriedenen Kunden auch treue Kunden sind. Das Schwierige an der Kundenzufriedenheitsmessung ist, dass man nach der Zufriedenheit fragt, aber ei- gentlich die Wahrscheinlichkeit des Wiederkaufs vorhersagen möchte, also das zukünftige Kaufverhalten

der Kunden. Außerdem ist nicht nur entscheidend, dass die aktuellen Kunden zufrieden sind, es ist ebenso wichtig zu ermitteln, warum Nichtkunden bei der Konkurrenz kaufen. Folglich ist das Entschei - dende, dass man sich bei der Messung der Kundenzufriedenheit nicht nur auf die eigenen Kunden be- schränken soll, sondern ganz gezielt auch ehemalige Kunden und bewusste nicht Kunden in die Befra- gung mit einbezieht. Dadurch werden die Schwachstellen des eigenen Unternehmens deutlich und ge- rade die Kunden der Konkurrenz können interessante Informationen liefern, die entscheidend für das eigene Unternehmen sind.15

4. 1 Messverfahren zur Messung der Kundenzufriedenheit

Die Messverfahren von Kundenzufriedenheit können grundsätzlich in objektive und subjektive Messverfahren unterschieden werden.

Objektive Messverfahren erfassen die Zufriedenheit der Kunden anhand von beobachtbaren Größen, welche nicht durch die persönliche Wahrnehmung beeinflusst werden. Sie sind nicht Resultat einer Ein - schätzung des Kunden. Das objektive Messverfahren bezieht sich unter anderem auf Größen wie Um- satz, Rendite, Höhe und Entwicklung von Marktanteil. Zwischen der Kundenzufriedenheit und diesen Größen besteht ein Zusammenhang, der in Untersuchungen auch nachgewiesen wurde. Nehmen wir folgendes Beispiel:

Steigt der Marktanteil eines Unternehmens, bedeutet dies eine größere Kaufaktivität der Kunden, was Kundenzufriedenheit unterstellt.

Allerdings werden die objektiven Indikatoren von vielen anderen Faktoren beeinflusst, wie beispielswei - se Wettbewerbsaktivitäten und Konjunktur. Zudem sagt die Messung nichts über die Gründe der Zufriedenheit, bzw. der Unzufriedenheit der Kunden aus. Um in diesem Punkt konkrete Ergebnisse zu er - halten, werden subjektive Messverfahren angewandt.

Subjektive Messverfahren stellen die subjektiv empfundene Zufriedenheit der Kunden in den Mittelpunkt. Hier werden die eigentlich interessanten Kundeneinstellungen gemessen durch die das Unternehmen seine Stärken und Schwachstellen bezüglich Kundenzufriedenheit feststellen und demnach handeln kann. Die subjektive Messung kann wiederum in merkmals-, ereignis- und problemorientierte Verfahren unterteilt werden.16

Merkmalsorientierte Messansätze betrachten die gesamte Geschäftsbeziehung mit dem Kunden. Der An-

satz beruht auf der Tatsache, dass der Kunde sich im Laufe der Zeit eine Meinung bezüglich einzel ner Servicemerkmale des Unternehmens bildet. Diese Meinung kann dann abgefragt werden. Als konkrete Methode werden wir als Beispiel das ex ante-/ ex post- Verfahren, sowie die Messung des direkten Zu - friedenheitsurteils vorstellen. Ebenso zeigen wir die Messung von Merkmalswirkungen, ein Verfah ren, das die Einteilung in Basis-, Leistungs- und Begeisterungsanforderungen ermöglicht.

Ereignisorientierte Messansätze beleuchten ein als besonders wichtig empfundenes Kundenkontaktereignis. Dazu gehören, als von uns gewähltes Beispiel, die Kritische Ereignismethode, sowie die Fre quenzRelevanzanalyse.

Problemorientierte Messansätze versuchen die zufriedenheitsrelevanten Schwierigkeiten zu identifizieren, wie z.B. die Auswertung von Beschwerden. Diese Methode wird als Beschwerde- und Lobanalyse be - zeichnet.17

Für jeden der Messansätze existieren noch weitere Methoden zur Messung der Kundenzufriedenheit. Wir haben uns jedoch auf die benannten Beispiele beschränkt und werden diese in den folgenden Kapi - teln erläutern. Die folgende Grafik zeigt die Ansätze nochmals im Überblick.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl Moser (2007)

[2] Vgl. Meffert (2005)

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/

[4] Vgl Moser (2007)

[5] Homburg (2008)

[6] Vgl Moser (2007)

[7] Vgl. Homburg, Gierig & Hentschel (1999)

[8] Vgl. Gierig (2000)

[9] Vgl. Moser (2007)

[10] Vgl. Homburg (2008)

[11] Vgl. Moser (2007)

[12] Vgl. Homburg (2008)

[13] Vgl. Moser (2007)

[14] Vgl. Homburg (2008), Moser (2007)

[15] Vgl. http://www.vocatus.com/(2007)

[16] Vgl. Moser (2007)

[17] Vgl. Siebrecht (2004)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Kundenzufriedenheit und ihre Stellung in der heutigen Marketingtheorie und -praxis
Hochschule
Hochschule Offenburg
Note
1,3
Autoren
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V285347
ISBN (eBook)
9783668667396
ISBN (Buch)
9783668667402
Dateigröße
651 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehr-Faktoren-Modell, Ex ante- /ex post-Messung, Frequenz-Relevanz-Analyse, Kundenbindung, Assimilations-Kontrast-Theorie, Diskonfirmationsparadigma, Marktforschung
Arbeit zitieren
Sinah Zaun (Autor)Sandra Erath (Autor), 2009, Bedeutung der Kundenzufriedenheit und ihre Stellung in der heutigen Marketingtheorie und -praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285347

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Bedeutung der Kundenzufriedenheit und ihre Stellung in der heutigen Marketingtheorie und -praxis


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden