In dieser Hausarbeit sollen die Wortarten, ihre Klassifikation und die Grenzen der Wortartenklassifikation näher betrachtet werden.
Die Wortartenbestimmung trägt eine wichtige Bedeutung innerhalb der deutschen Grammatik und bildet das Fundament des Grammatikverständnisses.
Fast jede Grammatikbeschreibung hat als Grundlage das Wortartensystem. Das Ziel ist es, Wörter mit ähnlichen oder gleichen Eigenschaften einer bestimmten Gruppe zuzuordnen, diese also zu klassifizieren. Diese Zuordnung geschieht mithilfe verschiedener Klassifikationskriterien. Die Bestimmung der Wortarten bildet das Fundament der Satzgliedanalyse. Die Zugehörigkeit zu einer Wortart entscheidet letztlich darüber, wie sprachliche Ausdrücke syntaktisch und semantisch miteinander verknüpft werden müssen bzw. können. Doch trotz bestimmter Kriterien zur Abgrenzung der Wortarten können nicht alle sprachlichen Elemente eindeutig einer bestimmten Wortart zugeordnet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Das Wort
2.2 Die Wortart
2.3 Die Wortartenklassifizierung, Klassifikationskriterien
3. Anforderungen der Wortartenklassifikation
4. Wortartenklassifizierungen
4.1 Morphologisches Kriterium
4.2 Syntaktisches Kriterium
4.3 Semantisches (bzw. lexikalisches) Kriterium
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Wortarten der deutschen Sprache sowie die gängigen Klassifikationsmethoden zu geben und diese einer kritischen Analyse zu unterziehen, um die Grenzen der jeweiligen Ansätze aufzuzeigen.
- Definition zentraler Begriffe wie Wort, Wortart und Klassifikationskriterien
- Anforderungen an eine systematische und logische Wortartenklassifikation
- Detaillierte Analyse des morphologischen Kriteriums (Flexionslehre)
- Untersuchung des syntaktischen Kriteriums (Funktion im Satz)
- Erörterung des semantischen Kriteriums (lexikalische Bedeutung)
- Kritische Bewertung der Problematik bei der Eindeutigkeit von Wortarten
Auszug aus dem Buch
4.1 Morphologisches Kriterium
Die deutsche Sprache zählt zu den sogenannten flektierenden Sprachen (vgl. Boettcher 2009: 20). Aus diesem Grund bietet es sich an, „Wörter nach ihrer morphologischen Charakteristik [zu] beschreiben und ein[zu]teilen“ [Veränd. d. Verfass.] (Boettcher 2009: 20).
Die meisten Grammatiken, darunter unter anderem der Duden, unterscheiden fünf Wortarten. Diese Einteilung wurde von Hans Glinz in den 1970er Jahren entwickelt (vgl. Busch/Stenschke 2008: 121). Die Fünf-Wortarten-Lehre nach Glinz teilt die Wortarten nach dem morphologischen Kriterium also nach der äußeren Form ein (vgl. Busch/Stenschke 2008: 121). Dieses Prinzip prüft die Veränderung bestimmter Wörter unter bestimmten Umständen.
Die Klassifizierung beruht in erster Linie auf der Unterscheidung, ob ein Wort flektierbar ist oder nicht bzw. in welcher Weise ein Wort flektierbar ist. Zu den Flexionskategorien zählen Deklinierbarkeit, Konjugierbarkeit und Komparierbarkeit. Unter die deklinierbaren Wörter fallen Substantive, Adjektive, Artikel und Pronomen. Sie können nach Kasus, Numerus und Genus dekliniert werden. Konjugierbar sind Verben. Zu den Flexionskategorien gehören hier Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi. Die Steigerungsform (Komparation) kann nur von Adjektiven gebildet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Grammatik und der Wortartenklassifizierung für das Verständnis des Sprachsystems und definiert das Ziel der Arbeit.
2. Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Grundlagen und definiert die Begriffe Wort, Wortart sowie Klassifikationskriterien.
3. Anforderungen der Wortartenklassifikation: Hier werden wissenschaftliche Kriterien wie Einfachheit, Distinktivität, Vollständigkeit, Homogenität, Intersubjektivität und Universalität für Wortartensysteme vorgestellt.
4. Wortartenklassifizierungen: Das Hauptkapitel analysiert kritisch die drei wesentlichen Ansätze: das morphologische, das syntaktische und das semantische Kriterium.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass kein Kriterium allein für eine eindeutige und erschöpfende Klassenabgrenzung ausreicht.
Schlüsselwörter
Wortarten, Wortartenklassifizierung, Morphologisches Kriterium, Syntaktisches Kriterium, Semantisches Kriterium, Flexion, Syntax, Lexik, Sprachwissenschaft, Deutsche Grammatik, Wortbegriff, Klassifikationskriterien, Exhaustivität, Distinktivität, Hans Glinz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und der methodischen Einteilung von Wortarten in der deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition des Wortbegriffs, die verschiedenen Kriterien zur Klassifizierung (morphologisch, syntaktisch, semantisch) sowie die Anforderungen an wissenschaftliche Wortartensysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Wortarten zu geben und die Möglichkeiten sowie Grenzen ihrer Klassifikation kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse und Gegenüberstellung der drei Hauptklassifikationsmethoden (morphologisch, syntaktisch und semantisch) vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich detailliert der morphologischen, syntaktischen und semantischen Klassifizierung und diskutiert jeweils deren Anwendung und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Wortarten, Klassifikationskriterien, Flexion, Syntax, Wortbegriff und Sprachsystem.
Warum ist das morphologische Kriterium allein oft nicht ausreichend?
Es reicht nicht aus, da es keine Informationen über die syntaktische Verwendung liefert und Schwierigkeiten bei der Einordnung der sogenannten Partikel als Restklasse bereitet.
Was ist das Hauptproblem bei der syntaktischen Wortartenklassifikation?
Ein Hauptproblem besteht darin, dass die Zuordnung oft vom konkreten Kontext abhängt, was bei ambigen (mehrdeutigen) Wörtern zu Problemen bei der Eindeutigkeit führt.
Welche Kritik wird am semantischen Kriterium geübt?
Es wird kritisiert, dass das Prinzip bei Wörtern ohne direkten Wirklichkeitsbezug (z.B. abstrakte Begriffe) sowie bei ambigen Wörtern unzureichend ist.
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- Anonym (Author), 2014, Wortarten und ihre Klassifizierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285362