Es gibt verschiedene Frauentypen in der Weimarer Republik, die eine wichtige Rolle in der Gesellschaft dieser Zeit spielen. Das Bild der „neuen Frau“ entsteht und beeinflusst nicht nur die Arbeitswelt, aber auch das Alltagsleben. Dieses Bild bezieht sich hauptsächlich auf ihre äußere Erscheinung. Es ist die Projektion auf die anderen und was sie von dem neuen Frauentyp sehen, mit dem wir uns im Folgenden beschäftigen werden.
Die Sichtweise der Männer und der Eindruck, den diese „neuen Frauen“ auf sie bewirken, ist wichtig zu erwähnen und auch der Eindruck auf die anderen Frauen. Die „neue Frau“ besteht nicht aus einem Frauentyp, sondern aus vielen. Wir werden uns nicht nur dem bekanntesten Frauentyp, der Garҫonne annähern, sondern auch viele andere Typen, wie zum Beispiel das Girl, analysieren. Als Analysebeispiel dient der Roman "Käsebier erobert den Kurfürstendamm" von Gabriele Tegit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Projektionen der Frau
2.1 Aus der Sicht der Männer
2.2 Aus der Sicht der Frauen
3. Frauentypen
3.1 Die Berlinerin
3.2 Das Girl
3.3 Die Garҫonne
3.4 Die Kurfürstennutte
3.5 Die Doktorin
3.6 Die Tochter
3.7 Die Damen der „guten Gesellschaft”
3.7.1 Die überdrüssige Ehefrau
3.7.2 Die repräsentierende Ehefrau
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Wahrnehmung unterschiedlicher Frauentypen während der Weimarer Republik, wobei das Hauptaugenmerk auf den Rollenbildern, sozialen Projektionen und dem Spannungsfeld zwischen traditionellen Erwartungen und dem modernen Frauenideal liegt, wie es beispielhaft im Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ von Gabriele Tergit dargestellt wird.
- Analyse der Geschlechterrollenbilder aus männlicher und weiblicher Perspektive.
- Differenzierte Untersuchung spezifischer Frauentypen (z.B. Garçonne, Girl, Berlinerin).
- Deutung der Bedeutung von äußeren Attributen und Mode als Identitätsmerkmale.
- Untersuchung des Einflusses der Massenmedien auf die öffentliche Wahrnehmung der „neuen Frau“.
- Reflektion über das Spannungsverhältnis zwischen Emanzipation und gesellschaftlichen Zwängen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Garҫonne
Die Garҫonne ist eine der neuen Frauentypen, weil die Mode und der sportliche, schlanke Leib sie dem Diskurs der „neuen Frau“ nähern. In unserem Roman wird sie von Käte Herzfeld verkörpert. Käte scheidet sich von ihrem Mann, den sie jung geheiratet hat und beginnt nach 10 Jahren Ehe ein neues Leben. Sie ist das Gegenteil einer Preußerin, weil sie keine Ordnung, Sparsamkeit und Unterordnung mag. Aus Protest zu ihrem Mann kokettiert sie sich für andere und gibt sehr viel Geld dafür aus. Kleidung, Vergnügen und Bildung haben sehr viel Wert für sie, weil sie diese Sachen früher nicht haben konnte. Da ihr Mann sie nicht sexuell befriedigen kann, ist sie ihm untreu gewesen. In ihrer Suche nach einem geeigneten Partner, trifft sie auf Miermann, der geistige Bildung, beruflichen Erfolg und Ehrgeizbefriedigung hat ihr ihre Weiblichkeit und gesellschaftliche Geltung bestätigt (vgl. K 35 – 36).
Trotzdem was ihr Miermann bietet, sucht sie weiter nach einem geeigneteren Partner und flirtet mit anderen Männern: „Klaus Michael Waldschmidt begleitete Käte. Der junge Waldschmidt war ihr sehr angenehm.“ (K 112) Für Käte scheint es sehr einfach zu sein Männer zu erregen, da eine kleine Berührung der beiden ausreicht um sie in Klaus Wohnung zu führen und ihr den Anschein zu geben, dass er verliebt in sie ist (vgl. K 113).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der „neuen Frau“ in der Weimarer Republik ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand des Romans von Gabriele Tergit.
2. Projektionen der Frau: Hier werden die unterschiedlichen Sichtweisen von Männern und Frauen auf das neue Frauenbild sowie die Bedeutung von Medien und äußeren Merkmalen beleuchtet.
3. Frauentypen: Dieses Kapitel analysiert detailliert verschiedene Charaktere wie die Berlinerin, das Girl oder die Garçonne und ihre jeweiligen Rollen in der damaligen Gesellschaft.
4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die zentrale Bedeutung des konstruierten Frauenbildes für die Gesellschaft jener Zeit.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, neue Frau, Frauentypen, Käsebier erobert den Kurfürstendamm, Gabriele Tergit, Geschlechterrollen, Projektion, Weiblichkeit, Garçonne, Berlinerin, Emanzipation, Gesellschaft, Mode, Massenmedien, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kulturellen und sozialen Konstruktion des Frauenbildes während der Weimarer Republik, basierend auf literarischen Vorlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Rollenbilder der „neuen Frau“, die Wahrnehmung durch beide Geschlechter und die Bedeutung von Kleidung und medialer Repräsentation.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Dekonstruktion der „neuen Frau“ durch die Untersuchung spezifischer Frauentypen in Gabriele Tergits Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die literarische Analyse des Romans im Kontext historischer und soziologischer Fachliteratur, um die gesellschaftlichen Realitäten und Fiktionen abzugleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse männlicher und weiblicher Projektionen sowie eine detaillierte Typologie verschiedener Frauenfiguren des Romans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „neue Frau“, „Weimarer Republik“, „Projektion“, „Genderrollen“ und „gesellschaftliche Identität“ bestimmt.
Inwiefern beeinflusst der sozioökonomische Hintergrund das Frauenbild bei der Figur Lotte Kohler?
Der Hintergrund ermöglicht Lotte zwar Bildung und eine akademische Laufbahn, sorgt aber gleichzeitig für einen Konflikt zwischen ihrem neuen Selbstverständnis und den traditionellen Erwartungen ihrer Mutter.
Warum wird die Garçonne als „Revolutionärin des Salons“ bezeichnet?
Diese Bezeichnung rührt daher, dass sie zwar gesellschaftliche Normen wie Ehe und Familie verbal ablehnt und sich provokant gibt, jedoch wenig Handfestes zur Veränderung beiträgt, sondern primär über diese Themen spricht.
- Quote paper
- Meropi Karpatsi (Author), 2010, Die "neue Frau" der Weimarer Republik in Gabriele Tergits Roman "Käsebier erobert den Kurfürstendamm", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285600