In der vorliegenden Diplomarbeit befasst sich die Künstlerin Martina M. Altmann mit ihrer Kindheit an der Grenze zur Tschechoslowakei, speziell die Zeit um das Jahr 1983. Im Alter von etwa 9 – 10 Jahren hat sie begonnen zu der Grenze zu Tschechien, damals noch Tschechoslowakei, ein Gefühl zu entwickeln, das sie bis heute nicht los gelassen hat, welches sie mit Worten aber auch bis heute nicht hundertprozentig beschreiben kann. Um so interessanter ist die malerische Umsetzung, welche inklusive der Farbenlehre detailliert beschrieben wird.
Die Künstlerin weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um ihre EIGENEN Erlebnisse und ihr EIGENES subjektives Empfinden handelt. Die Wahrnehmung derselben Zeit und derselben Geschehnisse durch andere Personen mag anders sein.
Inhaltsverzeichnis
1 ERINNERUNG
2 GRENZWELT
2.1 EINFÜHRUNG
2.2 MOTIVATION
2.3 BEGRIFFSKLÄRUNG
2.3.1 GRENZE
2.3.2 WELT
2.4 ABSICHT
3 ABSTRAKTE KUNST
3.1 ABSTRAKTER EXPRESSIONISMUS
3.2 EINORDNUNG MEINER EIGENEN WERKE
4 VON DER IDEE ZUM BILD
4.1 IDEE
4.2 BILDTRÄGER, MATERIAL UND TECHNIK
4.2.1 RAHMEN
4.2.2 „LEINWAND“
4.2.3 GRUNDIERUNG
4.2.4 FARBMATERIAL
4.2.5 VORBEREITUNG
4.3 KOMPOSITION & GESTALTUNG
4.4 TECHNIK
4.5 FARBENLEHRE
4.5.1 MEINE FARBPALETTE UND IHRE BEDEUTUNG
4.5.2 DEFINITION VON FARBE
4.5.3 BEDEUTENDE FARBORDNUNGEN
4.5.4 FARBSYMBOLIK
4.5.5 KONTRAST
5 PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME
5.1 GEDANKEN ZUR GRENZE
5.2 SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit reflektiert die Kindheitserlebnisse der Autorin an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze während der 1980er Jahre und verarbeitet diese persönlichen Erfahrungen sowie das Gefühl des "Eisernen Vorhangs" künstlerisch. Die Forschungsfrage kreist um die psychologische Wirkung dieser physischen und mentalen Grenze und wie sich diese Empfindungen durch abstrakte Malerei ausdrücken lassen.
- Aufarbeitung der Kindheitsprägung durch die Grenze zum Ostblock.
- Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der "Grenze" und der "Abstrakten Kunst".
- Methodische Umsetzung der persönlichen Gefühle in Malerei (Materialwahl, Technik, Farbpalette).
- Anwendung von Farbenlehre und Kontrasten als Ausdrucksmittel für die Grenzthematik.
Auszug aus dem Buch
4.1 Idee
Bis Herbst 2013 gründeten meine Skizzen, Zeichnungen und Gemälde zum Thema vorrangig auf dieses fest in mir verankerte Bild von Schranken, Panzersperren und Gestrüpp auf der einstigen Straße, dem einstigen (aus meiner Kindheit in Erinnerung gebliebenen) Grenzübergang. Deshalb ist in vielen meiner Bilder für den Betrachter eine verfremdete Strauch- bzw. Gestrüpplandschaft erkennbar.
Damit konnte ich aber immer noch nicht meine Empfindungen ausdrücken, denn es war weder zu fühlen, was dahinter steckt.
Ich meditiere also, versuche mich in die Zeit zurück zu versetzen und nachzuspüren, was ich damals gefühlt habe: Angst vor NICHTS und Scheu vor dem unbekannten Land auf der anderen Seite der Grenzmarkierung, hinter den Panzersperren. Grauen, wenn Eltern und Großeltern von Menschen, Spaziergängern, Pilzsammlern, Waldarbeitern erzählten, die plötzlich verschwanden um Tage oder Wochen später viele Kilometer weiter nördlich oder südlich wieder aufzutauchen. Neugier, die das unbekannte Land auf der „verbotenen“ Seite der Grenze trotz, oder vielleicht auch gerade wegen der Ermahnungen und Gruselgeschichten in mir weckte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ERINNERUNG: Einleitendes Kapitel, das mit einem Gedicht von Josef Hrubý auf die emotionale Schwere der Grenzthematik einstimmt.
2 GRENZWELT: Beschreibt die persönliche Motivation der Autorin, die Kindheit an der Grenze zur Tschechoslowakei aufzuarbeiten, und definiert zentrale Begriffe wie "Grenze" und "Welt" im Kontext des Eisernen Vorhangs.
3 ABSTRAKTE KUNST: Bietet einen theoretischen Abriss über die Geschichte der abstrakten Kunst und ordnet die eigene Arbeitsweise in den abstrakten Expressionismus ein.
4 VON DER IDEE ZUM BILD: Detaillierte Darstellung des künstlerischen Entstehungsprozesses, von der ersten Idee über die Materialwahl bis hin zur Anwendung von Farbenlehre und Kontrastmitteln.
5 PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME: Reflektiert die aktuelle Situation an der ehemaligen Grenze und schließt mit persönlichen Gedanken sowie dem Ausblick auf weitere künstlerische Projekte.
Schlüsselwörter
Grenze, Eiserner Vorhang, Abstrakte Malerei, Kindheit, Erinnerung, Farbe, Ausdruck, Abstraktion, Expressionismus, Farbsymbolik, Kontrast, Maltechnik, Landschaft, Identität, Heimat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit verknüpft eine persönliche biographische Aufarbeitung der Kindheit an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze während des Kalten Krieges mit einer künstlerischen Auseinandersetzung durch abstrakte Malerei.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Themen Grenze, psychologische Grenz-Erfahrungen, die Historie der abstrakten Kunst, die Bedeutung der Farbenlehre sowie die praktische künstlerische Umsetzung dieser Themen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die malerische Verarbeitung der tief sitzenden, teils beklemmenden Kindheitserinnerungen, die durch das Leben im Schatten des Eisernen Vorhangs geprägt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus historischer Recherche, philosophischer Begriffsklärung, kunsttheoretischer Einordnung und einer prozessorientierten, reflektierenden Beschreibung des eigenen künstlerischen Schaffens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der technischen und theoretischen Vorbereitung der Malerei, einschließlich der Auswahl von Materialien, Komposition, Farbpalette und dem gezielten Einsatz von Kontrasten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Grenzraum, Abstraktion, Ausdruck, Angst, Erinnerung und der symbolischen Bedeutung von Farben.
Wie definiert die Autorin den Begriff "Grenze" in ihrer Kindheit?
Sie beschreibt die Grenze primär als physische Barriere, die mit Angst, Unklarheit und dem Gefühl verbunden war, am Ende der Welt zu leben.
Warum spielt die Farbenlehre für das Projekt eine so wichtige Rolle?
Die Farbenlehre dient als theoretisches Fundament, um die subjektiven Emotionen und die spezifische Grenzatmosphäre (Nebel, Gefahr, Kälte) durch gezielte Farbwahl und Kontraste in eine visuelle Sprache zu übersetzen.
- Arbeit zitieren
- Martina M. Altmann (Autor:in), 2014, Grenzwelt. Malerische Be- und Verarbeitung der Grenze zur Tschechoslowakei im Jahr 1983, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285694