Der Schlagwurf im Sportunterricht. Reflexion des Praktikums in einer 7. Klasse des Gymnasiums


Praktikumsbericht / -arbeit, 2013
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterrichtsentwurf "Einführung des Handball Schlagwurfes"
2.1 Beschreibung der Lerngruppe
2.2 Kompetenzen der Lehrkraft
2.3 Sachanalyse: Handball Schlagwurf
2.4 Einordnung in den unterrichtlichen Zusammenhang
2.5 Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen
2.6 Didaktisch-methodische Überlegungen
2.7 Reflexion

3. Differenzierung im Sportunterricht
3.1 Differenzierung im Sportunterricht (Literatur)
3.2 Differenzierung im Sportunterricht (Praxis)
3.2.1 Freies Bewegen - freie Bewegungsphasen
3.2.2 Gruppenstrukturierung
3.2.3 Einsatz von Material
3.2.4 Organisation von Übungsformen
3.3 Résumé

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Fachpraktikum im Fach Sport habe ich an der X-Schule (X) in Y durchführen können. An der X sind 15 Lehrkräfte dafür zuständig, den Schülerinnen und Schülern (Abkürzung in der Folge: SuS') entsprechendes Wissen sowie mo-torische Kompetenzen im Fach Sport zu vermitteln. Unter diesen 15 Lehrkräften befinden sich auch drei Referendare, von denen zwei Absolventen der Leibniz Universität sind. Das Sportkollegium an sich lässt sich von 'außen' als sehr harmonisch beschreiben. Wenn es irgendwo Probleme gibt, werden diese direkt angesprochen und es wird versucht gemeinsam eine Lösung zu finden. Ein großes Problem an der X ist zur Zeit die Geschlechtertrennung in den 8. und 9. Klassen im Sportunterricht. Die Anzahl an Mädchen in den entsprechenden Klassenstufen ist dramatisch höher als die der Jungen. So kommt es dazu, dass beim Zusammenschluss der Mädchen in einer Lerngruppe 37 Schülerinnen, hingegen bei den Jungen nur 21 Schüler, sind. Da sich dieser Trend, betrachtet man die neuen fünften Klassen, fortsetzen und sogar verstärken wird, ist an dieser Stelle entsprechend Handlungsbedarf aufgetreten. Zu diesem Aspekt gab es einige Diskussionsrunden im sporteigenen Lehrerzimmer, welches sich auch nicht an jeder Schule einrichten lässt. Aber gerade dieser 'Rückzugsort' macht es möglich solche Dinge intern zu diskutieren. Weiter besteht zusätzlich die Möglichkeit, sich permanent mit anderen Sportlehrkräften auszutauschen oder Probleme zu klären. Gerade Praktikanten oder auch Referendare profitieren meiner Meinung nach von diesem zusätzlichen Raum. Wir haben einige Zeit dort verbracht, um über unseren Unterricht, aber auch allgemein über Sportunterricht, zu sprechen.

Zu den weiteren Rahmenbedingungen an der X lässt sich auch nicht viel negatives festhalten. Der einzige Kritikpunkt an der Ausstattung ist die 'Größe' der kleineren Halle von den zwei Vorhandenen. In diese passt gerade so ein normales Volleyballfeld. Mit Lerngruppen um die 30 SuS' ist dies dann zunächst eine Herausforderung, bzw. muss die Planung eine besondere Auseinandersetzung mit dem begrenzten Raumangebot enthal- ten. Weiter steht eine 'große' Halle zur Verfügung, welche die Länge eines Handballfeldes besitzt. Allerdings in der Breite müssen Abstriche gemacht werden. In der 'großen' Halle hatte ich nie das Gefühl, dass ich mit einer Klasse um die 30 SuS' noch mehr Platz brau- chen könnte. Und wenn dann doch mal mehr 'Platz' benötigt wird, bspw. für leichtathleti- sche Disziplinen, steht der X das Gelände von SV Y zur Verfügung. Da vor den Herbstferien das Wetter noch relativ gut war, haben diese Option viele Sportlehrkräfte wahrgenommen. Auf dem Gelände befindet sich eine Sprunggrube mit drei Anlaufbahnen, eine 400m-Aschebahn, ein Fußballfeld, eine Hochsprunganlage, zwei Beachvolleyballfelder und eine weitere große Rasenfläche. Plant man allerdings eine Un- terrichtsstunde auf dem Platz, so muss der Hin- und Rückweg von jeweils ca. 5 Minuten mit eingerechnet werden. Sinnvoll genutzt wurde dieser Weg teilweise als Ein- bzw. Auslaufstrecke. Wer sich nicht so weit von der X entfernen möchte, der kann auch eine Rasenfläche hinter dem Sportgelände nutzen. Hier wurde während des Praktikums zum Beispiel das Rugbyspiel erlernt. Auch was das Material betrifft ist die X sehr gut ausgestattet. Es soll jetzt nicht der komplette Materialreader aufgelistet werden, aber es gibt zum Beispiel so viele Hand-, Volley-, Basket- und Fussbälle, dass alle SuS' einzeln eine Ball bekommen können. Weiter gab es bei mir im Praktikum keine Situationen, in denen ich mir doch noch das ein oder andere 'Gerät' gewünscht hätte.

Schaut man sich das Klientel der X an, so bemerkt man, dass die 'Südstadt'-Lage doch gewisse Einflüsse auf die 'Umgänglichkeit', bezogen auf die SuS', hat. Ein Referendar an der X formulierte es folgendermaßen: "Es gibt schon eine gewisse Korrelation zwischen Mietpreisen und Schülerschaft im jeweiligen Einzugsgebiet einer Schule." Es soll aber nicht der Anschein erweckt werden, dass an der X alle SuS' sehr brav und 'gut' erzogen worden sind. Auch hier gibt es immer mal Ausnahmen, wie es Lehrkräfte be-richten. Während des Praktikums kam es allerdings zu keiner Eskalation im Sportunter-richt. Dies lag meiner Meinung nach aber auch daran, dass alle Lehrkräfte, bei denen ich hospitieren durfte, die Lerngruppen im 'Griff' hatten, bzw. ein intaktes Schüler-Lehrer-Verhältnis vorzufinden war.

Insgesamt kann man somit zusammenfassen, dass an der X fast ideale Bedingungen zur Unterrichtung von SuS' im Fach Sport vorhanden sind und zudem das Sportkollegium auch völlig intakt ist.

Im Laufe des viereinhalb-wöchigen Praktikums durfte ich in allen Klassenstufen hospitie- ren und auch selbstständig unterrichten. Auch hier gab es keine Probleme, solange man nur mit den jeweiligen Lehrkräften in Kontakt getreten ist. In der Folge soll nun speziell die Planung der dritten und vierten Stunde am Mittwoch der vierten Praktikumswoche betrachtet werden, welche als Besuch gezeigt wurde. Anschließend wird am Ende dieses Berichts auf das Thema Differenzierung im Sportunterricht eingegangen. Hier soll zum einen die Sichtweise der Fachliteratur zu die-sem Thema kurz wiedergegeben, zum anderen aber auch Praxiserfahrungen aus dem Praktikum dargestellt werden.

2. Unterrichtsentwurf "Einführung des Handball Schlagwurfes"

2.1 Beschreibung der Lerngruppe 7

In der Klasse 7, unterrichtet im Fach Sport von Herrn A., befinden sich zur Zeit 13 Schülerinnen und 15 Schüler, womit sich eine Gesamtzahl von 28 ergibt. Mit A* gibt es eine Wiederholerin, die sich aber im Klassengefüge gut zurechtfindet und auch von den anderen akzeptiert wird. Herr A. hat die Klasse auch erst zum neuen Schuljahr über- nommen und zu Beginn des Praktikums angemerkt, dass diese Klasse wohl eine 'Prob- lemklasse' sei, bzw. ihm dies zu Ohren gekommen ist. Vorweg sei erwähnt, dass sich die- ser ursprüngliche Verdacht nicht bewahrheitet hat. Dieses Beispiel zeigt allerdings gut die unterschiedliche Wahrnehmungsweise der Lehrkräfte bezüglich einer bestimmten Klasse und deren Verhaltensweisen.

Was einem in der 7 direkt ins Auge fällt, ist der unterschiedliche Stand in der körperli- chen Entwicklung innerhalb der Klasse. Gerade bei den Jungen sind hier deutliche Unter- schiede zu erkennen. B*, der 'Klassengrößte', ist fast zwei Köpfe größer als C*, der 'Klassenkleinste'. Da B* auch in der motorischen Entwicklung, bzw. seinen sportspezifi- schen Fähigkeiten, den anderen überlegen ist, nimmt er im Klassenverband eine beson- dere Rolle ein. Gerade bei Sportspielen überminnt er gerne die Rolle des 'Leitwolfes' und teilt Aufgaben zu, bzw. bestimmt zum größten Teil die taktische Vorgehensweise. Durch seine körperlichen und motorischen Fähigkeiten wird er in dieser Rolle aber auch ange- nommen und akzeptiert. Zu Konflikten durch diese Art 'Führungscharakter' kommt es folg- lich in der Regel eher selten, da er diese Rolle nicht bewusst ausnutzt, um für sich einen Vorteil zu ziehen, sondern sie gezielt einsetzt, um in der jeweiligen Mannschaft zum Ziel zu kommen. C* hingegen hat auch kein Problem mit seinen körperlichen Vorausset- zungen. Dies erlebt man während des laufenden Unterrichts oder in speziellen Situatio- nen, wo es vorteilhaft ist, etwas kleiner zu sein. Generell herrscht innerhalb der 7 eine sehr harmonische Stimmung. Zu wirklichen Konflikten, seien es körperliche Auseinander- setzungen oder Streitgespräche, kam es während der Praktikumszeit nicht. Auch das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen ist dem Altersstand entsprechend. Aus der Sicht der körperlichen Entwicklung sind die Mädchen den Jungen noch ebenbürtig. Gera- de beim Laufen und Springen gibt es noch keine großen Differenzen in den Leistungen. Allerdings sind die Leistungen beim Werfen und Fangen bei den meisten Mädchen klar hinter denen der Jungen. Festgehalten werden muss, dass alle SuS' aktiv am Sportunter- richt teilnehmen und sich einbringen. Einzig D* rebelliert manchmal bei Arbeitsaufträ- gen oder bei Ansagen und beschäftigt sich eher mit anderen Dingen. Meine Vermutung in diesem Bezug ist eine sportliche 'Unterforderung' im Sportunterricht. Als letzte 'Persön- lichkeit' lässt sich E* herausgreifen. Er spielt gerne mal die Rolle des Klassenkaspers, was gerade in Gesprächsrunden störend sein kann. Vorerfahrungen zum Thema 'Werfen' haben alle SuS' schon gesammelt, bspw. bei den 'Kleinen Spielen' in Klassenstufe 5.

2.2 Kompetenzen der Lehrkraft

Die geplante Doppelstunde ist die zweite eigens unterrichtete Doppelstunde im Themen- gebiet Handball, sowie die sechste unterrichtete Doppelstunde im Sport überhaupt. Im Themengebiet Handball besitze ich die Grundkenntnisse aus der Einführungsveranstal- tung an der Universität. Zudem favorisiere ich persönlich die Ballsportarten und fühle mich dort 'zu Hause'. Mit Handball hatte ich in meiner Sportlaufbahn allerdings nichts zu tun und demnach auch in diesem Gebiet keine weitere Qualifikation, sei es eine Trainerlizenz. Die Doppelstunde zum Thema 'Schlagwurf' stellt den Abschluss meines eigenen Unter- richtes in der 7 dar. Vorab leitete ich in Kooperation mit Herrn B. eine Doppelstunde zum Weitsprung und eigenständig eine Doppelstunde zur (Hand-)Ballgewöhnung. Die Lerngruppe kennt mich also bereits und akzeptiert mich als Lehrperson. Durch die kurze Hospitationszeit, bzw. die generell kurze Anwesenheitszeit in der Lerngruppe, sind mir noch nicht alle Namen der SuS' geläufig.

2.3 Sachanalyse: Handball Schlagwurf

Der Schlagwurf im Handball ist ein wichtiges technisches Element. Er wird zum einen für das Passspiel benötigt, zum anderen aber natürlich auch als Torwurf. Somit stellt er eine wichtige Grundlage für das erfolgreiche Handballspiel dar. Von der Bewegungsausführung unterscheidet er sich zum leichtathletischen Schlagwurf wie folgt. Da Spielsituationen einen langen Anlauf oft nicht zulassen, wird dieser in der Praxis meist auf ein bis zwei Schritte begrenzt. Bei der Wurfbewegung an sich gibt es kaum Unterschiede. Gerade bei der Einführung des Handball Schlagwurfes muss also auch auf einen 'langen Arm' beim Wurf geachtet werden (vgl. König & Husz, 2011, S. 45f.).

Die Bewegungsausführung zum Schlagwurf lässt sich in drei Phasen einteilen. In der Phase der Ausholbewegung wird der Ball über Schulterhöhe bis zur Armstreckung (nicht Überstreckung) nach hinten geführt. Der Ellenbogen befindet sich ca. auf Schulterhöhe. Beim Rechtshändler befindet sich das linke Bein in Schrittstellung vor dem Körper und folglich zeigt die linke Schulter leicht nach vorne. In der Phase der Wurfbewegung wird der Oberkörper nach vorne hin beschleunigt. Durch die Rotation des Oberkörpers wird zusätzlich Energie gewonnen. Gekoppelt an diese Bewegung wird der Ball ca. auf einer Linie mit Hilfe eines peitschenartigen Armzuges nach vorne hin beschleunigt. In der Phase des Abwurfes befindet sich nun der Körper über dem Stemmbein (beim Rechtshänder das linke Bein). Der Blick des Werfenden bleibt in Blickrichtung. Der Abwurf des Balles erfolgt vor dem Körper (vgl. Mai & Eidam, 2012, S. 8).

2.4 Einordnung in den unterrichtlichen Zusammenhang

Die heutige Doppelstunde zum Thema 'Schlagwurf' stellt die zweite Doppelstunde der Einheit 'Handball' dar. In der ersten Doppelstunde lag der Fokus auf der Handballgewöh- nung sowie der Einführung des Prellens beim Handball. Anschließend an diese Doppelstunde sollte das Passen und Fangen in der Bewegung thematisiert werden als Hinführung auf das spätere Handballspiel. Hier bieten sich handballähnliche Spiele, wie z.B. 'Mattenball' an. Um in der Folge das Torwartspiel einzuführen, bieten sich Variationen des Spieles 'Aufsetzerball' an. Mit diesen Grundbausteinen kann dann das Zielspiel Handball 3+1 oder 4+1 begonnen werden, indem die Rollen von Abwehr, Angriff und Torwart angenommen werden können. Je nachdem wie viel Zeit für die Einheit 'Handball' in der 7 eingeplant ist, könnte man zusätzlich noch den Bewegungsstoß sowie Angriffs-/Verteidigungspositionen thematisieren, um den Übergang vom freien, mannorientierten zum gebundenen, raumorientierten Spiel zu schaffen (vgl. König & Husz, 2011, S. 50ff).

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Schlagwurf im Sportunterricht. Reflexion des Praktikums in einer 7. Klasse des Gymnasiums
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V285749
ISBN (eBook)
9783668277663
ISBN (Buch)
9783668277670
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fachpraktikum, Sport, Schule, Analyse, Unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Andreas Gröger (Autor), 2013, Der Schlagwurf im Sportunterricht. Reflexion des Praktikums in einer 7. Klasse des Gymnasiums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285749

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