Der vorliegende Hospitationsbericht soll sich mit der Frage beschäftigen ,Wie kann ich als Lehrkraft Unterricht und Schule derart gestalten, dass sie ein kleinstmögliches Störpotenzial und größtmögliches Fördervermögen aufweisen?’ und ‚Inwiefern werden geschlechtsspezifische Unterschiede im Unterrichtsverlauf in den verschiedenen Sozialformen beobachtbar?’
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Problemerörterung
2 Tabellarischer Hospitationsstundenplan
3 Die Klecks-Grundschule – ein Schulportrait
4 Betrachtungen vier pädagogischer Situationen und deren Analysen
4.1.1 Einsicht oder nicht – das ist hier die Frage
4.1.2 Interpretation: Erkenntnis vs. Umsetzung
4.2.1 Tränen lügen nicht!?
4.2.2 Interpretation: Emotionale Bindung im Lehrer-Schüler-Konflikt
4.3.1 Die fünf Säulen des Islam
4.3.2 Interpretation: Ein positives Lehr- und Lernklima realisieren
4.4.1 Ist mir egal...
4.4.2 Interpretation: Individuelle Förderung im Frontalunterricht?
5 Störpotentiale in den einzelnen Kooperationsformen von Unterricht
5.1 Sammlung der zentralen Problemstellungen und individuelle Erwartungen
5.2 Materialerhebungen
5.2.1 Wort- bzw. Teilformalisiertes Protokoll einer Unterrichtseinheit
5.2.2 Narratives Protokoll einer Unterrichtseinheit
5.2.3 Fragebogen
5.3 Auswertung unter Einbeziehung der notierten Beobachtungen
5.3.1 Lehrer - Partner und Richter oder Moderator und Schlichter?
5.3.2 Methodenkompetenz - trotz Störungen das Lernziel erreichen
5.3.3 Störungen in der subjektiven Wahrnehmung der Schüler
6 Zusammenfassung und offene Fragestellungen
6.1 Persönliches Ergebnis des Hospitationspraktikums, Perspektiven für das weitere Studium und Berufsmotivation im Spannungsfeld von Erwartungen und erlebter Realität
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Unterricht und Schule so gestaltet werden können, dass sie ein kleinstmögliches Störpotenzial und ein größtmögliches Fördervermögen aufweisen, wobei insbesondere geschlechtsspezifische Unterschiede in verschiedenen Sozialformen analysiert werden.
- Analyse fördernder und lernanregender Lehr- und Schülertätigkeiten.
- Untersuchung des Einflusses der Kooperationsform auf das Interaktionsgeschehen.
- Identifikation spezifischer Störpotenziale in verschiedenen Unterrichtssituationen.
- Beobachtung geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen im Unterricht.
- Reflexion über Methodenkompetenz und individuelle Förderung durch Lehrkräfte.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Tränen lügen nicht?!
Ich hospitierte am Freitag in der vierten und fünften Stunde im Englischunterricht der 6a. Nachdem es zur Pause geklingelt hatte und die Schüler den Raum schon verlassen hatten, kamen ein paar Mädchen und Jungs in den Raum, in dem ich mich noch mit der Lehrerin über die vergangenen Stunden unterhielt. Die Schüler waren aus der 5b, in der besagte Lehrerin als Klassenleiterin agierte.
Schülerin 1: „Wir wollten noch mal mit Ihnen reden.“
Schülerin 2: „Ja, wegen dem Rauchen.“
Schüler 1: „Was habt ihr denn gemacht?“
Schülerin 2: „Ach hau doch ab, wir wollen allein reden.“
Lehrerin: „Wolltet ihr auch etwas von mir?“
Schüler 2: „Nein, nur zuhören.“
Lehrerin: „Das wollen die Mädchen aber nicht, also wartet bitte draußen.“
Schülerin 2: „Los haut ab.“ (Schüler gehen)
Lehrerin: „Also was wollt ihr noch mal mit mir besprechen?“
Schülerin 1: „Na wegen dem Rauchen und dem Klauen. Das war ja das erste mal und ich weiß auch nicht, warum ich das gemacht habe. Die Jungs standen da und haben uns das angeboten und dann habe ich nicht weiter nachgedacht.
Lehrerin: „Und du?“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Problemerörterung: Die Autorin legt die Motivation für ihren Lehramtsstudiengang und den Hospitationsbericht dar, fokussiert auf die Forschungsfragen zu Unterrichtsstörungen und geschlechtsspezifischem Verhalten.
2 Tabellarischer Hospitationsstundenplan: Eine tabellarische Übersicht dokumentiert die hospitierten Unterrichtsstunden, die besuchten Klassen und die begleiteten Lehrkräfte.
3 Die Klecks-Grundschule – ein Schulportrait: Dieses Kapitel beschreibt die Geschichte, die räumliche Ausstattung und die pädagogischen Angebote der Klecks-Grundschule in Berlin-Pankow.
4 Betrachtungen vier pädagogischer Situationen und deren Analysen: Vier konkrete Unterrichtssituationen werden beschrieben und hinsichtlich ihrer pädagogischen Dynamik, wie Lehrer-Schüler-Konflikte und Frontalunterricht, analysiert.
5 Störpotentiale in den einzelnen Kooperationsformen von Unterricht: Dieser Hauptteil systematisiert Störfaktoren in verschiedenen Sozialformen und wertet den Einsatz von Fragebögen bei Schülern aus.
6 Zusammenfassung und offene Fragestellungen: Die Autorin reflektiert ihre persönlichen Erfahrungen im Praktikum und bewertet die Bedeutung der verschiedenen Sozialformen für die Lehrerrolle.
Schlüsselwörter
Praktikumsbericht, Schulpädagogik, Hospitation, Unterrichtsgestaltung, Störpotenzial, Sozialformen, Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Lehrer-Schüler-Interaktion, Geschlechterunterschiede, individuelle Förderung, Grundschule, Methodenkompetenz, Erziehungsalltag, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht, der im Rahmen des Studiums der Schulpädagogik verfasst wurde und reflektiert Erfahrungen, die während einer zweiwöchigen Hospitation an einer Grundschule gesammelt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Gestaltung eines störungsarmen Unterrichts, die Förderung von Schülern, der Einfluss von Sozialformen auf das Lernklima und die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie eine Lehrkraft den Unterricht so gestalten kann, dass ein kleinstmögliches Störpotenzial besteht, und inwieweit geschlechtsspezifische Unterschiede in Sozialformen beobachtbar sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die teilnehmende Beobachtung, narrative und formalisierte Protokolle von Unterrichtseinheiten sowie die quantitative Auswertung eines von der Autorin entwickelten Fragebogens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete pädagogische Situationen analysiert, Störpotenziale in verschiedenen Sozialformen (Frontal-, Partner- und Gruppenarbeit) untersucht und die subjektive Wahrnehmung der Schüler durch eine Befragung erhoben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Schulpädagogik, Unterrichtsgestaltung, Störpotenzial, Sozialformen, Lehrer-Schüler-Interaktion und Reflexion charakterisiert.
Wie geht die Autorin mit dem Problem der Klassenclowns um?
Die Autorin stellt fest, dass durch direkte, aber zurückhaltende Unterstützung bei der Arbeit, anstatt nur disziplinarisch einzugreifen, diese Schüler besser in den Unterrichtsfluss eingebunden werden können.
Welche Rolle spielen Hausaufgaben in den analysierten Klassen?
Hausaufgaben werden als Konfliktpunkt identifiziert, wobei die Lehrerin durch das Anprangern vergessener Aufgaben versucht, Druck auszuüben, was die Autorin jedoch psychologisch kritisch bewertet.
- Quote paper
- Josephine Schreier (Author), 2004, Fördernde, zum Lernen anregende Lehrer- und Schülertätigkeiten unter besonderer Berücksichtigung des Interaktionsgeschehens in den Kooperationsformen von Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28576