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Das Motiv der Apokalypse in Literatur und Malerei des Expressionismus. Max Beckmann, Georg Heym, Ludwig Meidner und Paul Zech

Titel: Das Motiv der Apokalypse in Literatur und Malerei des Expressionismus. Max Beckmann, Georg Heym, Ludwig Meidner und Paul Zech

Masterarbeit , 2014 , 96 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Juliane Weiß (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Apokalypse, oder besser gesagt, die Vorstellung von der Apokalypse wird existieren, solange es die Menschheit gibt; wird es sie einmal nicht mehr geben, dann nur deswegen, weil sie aus ihrer Position als Fiktion herausgetreten ist und die Menschheit zerstört hat. Dass das Motiv der Apokalypse immer schon zum Kulturgut des Menschen gehörte, zeigt sich an den unzähligen künstlerischen Darstellungen, in denen es zum Ausdruck kommt. Auch in der Zeit des Expressionismus findet das Motiv häufige Verwendung.
Schon ein Blick in die Menschheitsdämmerung, die wohl berühmteste Lyrik-Anthologie des Expressionismus, genügt, um einen Eindruck davon zu bekommen wie wichtig das Motiv der Apokalypse auch für die Künstler des Expressionismus war. Das Gleiche gilt für die bildende Kunst, denkt man nur an Ludwig Meidners Apokalyptische Landschaften oder an die Großstadtgemälde George Grosz’. Noch 1976 galt die Johannesoffenbarung als der in den vorhergehenden zweihundert Jahren am häufigsten zitierte Text in der europäischen Literatur. Dass das Motiv der Apokalypse auch heutzutage nicht an Relevanz und Aktualität verloren hat, zeigte zuletzt Eva Horn, die sich mit der Untersuchung künstlerischer Umsetzungen und möglicher realer Hintergründe der Apokalypse in ihrem 2014 erschienenen Buch Zukunft als Katastrophe auseinandersetzt.
Als Beitrag zum Künstevergleich soll diese Arbeit aufzeigen, ob der Vergleich zwischen literarischen und malerischen Kunstwerken im Hinblick auf das Motiv der Apokalypse zu einer „wechselseitigen Erhellung” der Künste führt.
Es soll an vier ausgewählten Werken des Expressionismus gezeigt werden, worin die Funktion des Apokalypse-Motivs liegt und in welcher Art und Weise das Motiv von den Künstlern verwendet wird. Da die Disziplin des Künstevergleichs noch relativ unerforscht ist und es keine allgemeingültige Theoriegrundlage gibt, wird dieser Arbeit eine individuelle Methode zugrunde gelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergründe zur Disziplin des Künstevergleichs

2.1 Legitimierung und Problematik der Disziplin

2.2 Die besondere Eignung der expressionistischen Kunst als Grundlage für den Vergleich der Künste

2.3 Das Motiv als tertium comparationis im Künstevergleich

3. Das Motiv der Apokalypse

3.1 Ursprünge des Motivs

3.2 Die Verwendung des Apokalypse-Motivs in Literatur und Malerei

4. Der Expressionismus in Malerei und Literatur

4.1 Inhalte der expressionistischen Kunst

4.2 Gründe für das häufige Auftreten des Apokalypse-Motivs in der expressionistischen Kunst

4.3 Neue Ausdrucksmittel in Bildender Kunst und Lyrik

4.3.1 Bildende Kunst

4. 3. 2 Lyrik

4.3.3 Stilistische Gemeinsamkeiten in Malerei und Lyrik des Expressionismus

5. Georg Heym

5.1 Zur Dichtung und Weltanschauung Georg Heyms

5.2 Interpretationsansatz zu Georg Heyms Gedicht Umbra Vitae

6. Ludwig Meidner

6.1 Ludwig Meidner als Expressionist

6.2 Analyse des Bildes Apokalyptische Landschaft (1916)

7. Das Motiv der Apokalypse bei Georg Heym und Ludwig Meidner im Vergleich

7.1 Inhaltlicher Vergleich

7.1.1 Die Figuren der Apokalypse

7.1.2 Der apokalyptische Raum

7.2 Darstellungsweise des Apokalypse-Motivs in Gedicht und Bild

7.2.1 Die Perspektive

7.2.2 Die Farbsymbolik

7.2.3 Das Groteske als Stilmittel

7.3 Vergleichende Betrachtung der Funktion des Apokalypse-Motivs bei Georg Heym und Ludwig Meidner

8. Paul Zech

8.1 Anmerkung zur Lyrik Paul Zechs

8.2 Interpretationsansatz zu dem Gedicht Die neue Bergpredigt von Paul Zech

9. Max Beckmann

9.1 Max Beckmanns Weg zur Auferstehung (1918)

9.2 Analyse des Bildes Auferstehung (1918)

10. Das Motiv der Apokalypse bei Paul Zech und Max Beckmann im Vergleich

10.1 Inhaltlicher Vergleich

10.1.1 Die Figuren der Apokalypse

10.1.2 Der apokalyptische Raum

10.2 Darstellungsweise des Apokalypse-Motivs in Gedicht und Bild

10.2.1 Die Perspektive

10.2.2 Die Farbsymbolik

10.2.3 Das Groteske als Stilmittel

10.3 Vergleichende Betrachtung der Funktion des Apokalypse-Motivs bei Paul Zech und Max Beckmann

11. Abschließender Vergleich der vier Werke hinsichtlich des Apokalypse-Motivs

12. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Apokalypse in ausgewählten literarischen und malerischen Werken des Expressionismus, um zu klären, ob der intermediale Vergleich dieser Kunstwerke zu einer wechselseitigen Erhellung führt. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Funktion und der künstlerischen Umsetzung des Motivs in den Werken von Georg Heym, Ludwig Meidner, Paul Zech und Max Beckmann.

  • Künstevergleich zwischen Lyrik und bildender Kunst im Expressionismus
  • Analyse des Apokalypse-Motivs als strukturgebendes Element
  • Untersuchung von Figurenkonstellationen und apokalyptischen Räumen
  • Verwendung von Stilmitteln wie das Groteske und Farbsymbolik
  • Kritische Betrachtung gesellschaftlicher Hintergründe und der Rolle der Religion

Auszug aus dem Buch

6.2 Analyse des Bildes Apokalyptische Landschaft (1916)

Ludwig Meidners Bild mit dem Titel Apokalyptische Landschaft stammt aus dem Jahr 1916 und wurde mit Öl auf Leinwand gemalt. Neben diesem Titel existieren noch andere Bezeichnungen für das Bild, es wird z. B. auch als Mondsichellandschaft und als Regensburger Apokalypse bezeichnet.

Das Bild stellt eines der letzten Werke aus der Reihe der Apokalyptischen Landschaften dar, mit dem Bild Der jüngste Tag schließt Meidner im Jahr 1916 seinen apokalyptischen Zyklus ab.

Das Gemälde gliedert sich in drei Abschnitte: Die Darstellung der Figuren auf einer Anhöhe im Vordergrund, der Stadt im Mittelgrund und des Himmels im Hintergrund. Diese Dreiteilung besitzt Ähnlichkeiten zu der biblischen Aufteilung zwischen Himmel, Erde und Hölle.

Im ersten Abschnitt, dem Vordergrund des Bildes, sind drei Figuren mit roter Hautfarbe dargestellt, welche schwarz gekleidet sind und ebenfalls schwarze Hüte tragen. Die Personen scheinen sich auf einer Art Berg oder Anhöhe oberhalb der Stadt zu befinden. Die Figuren rechts und in der Mitte haben ihre Augen geschlossen, die linke Figur hat geöffnete Augen. Die rechte und linke Figur scheinen ihre Hände in die Luft zu strecken und die rechte scheint aufgrund ihrer Beinhaltung fortzulaufen, während die mittlere Figur ihren Kopf in typisch melancholischer Haltung auf einer Hand abstützt und sich in Ruhe zu befinden scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Motiv der Apokalypse als kulturelle Konstante und dessen besondere Bedeutung für den Expressionismus sowie Vorstellung der Zielsetzung und Methode.

2. Hintergründe zur Disziplin des Künstevergleichs: Reflexion über die theoretischen Grundlagen und Herausforderungen beim Vergleich zwischen Literatur und bildender Kunst.

3. Das Motiv der Apokalypse: Untersuchung der biblischen und historischen Ursprünge des Motivs und dessen allgemeine Verwendung in Kunst und Literatur.

4. Der Expressionismus in Malerei und Literatur: Analyse der inhaltlichen und stilistischen Merkmale der expressionistischen Bewegung sowie der Gründe für die Häufung apokalyptischer Themen.

5. Georg Heym: Darstellung der Weltanschauung Heyms und Einordnung seines Schaffens in den Frühexpressionismus.

6. Ludwig Meidner: Porträt Meidners als Expressionist und religiöser Künstler mit Analyse seines prägenden Gemäldes.

7. Das Motiv der Apokalypse bei Georg Heym und Ludwig Meidner im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung von Heyms Lyrik und Meidners Malerei in Bezug auf inhaltliche und formale Gestaltung.

8. Paul Zech: Einordnung von Zechs Lyrik, die durch eine Mischung aus Sozialkritik und romantischer Naturverklärung geprägt ist.

9. Max Beckmann: Analyse von Beckmanns künstlerischem Weg und dessen spezifischer Auseinandersetzung mit religiösen Themen nach den Kriegserfahrungen.

10. Das Motiv der Apokalypse bei Paul Zech und Max Beckmann im Vergleich: Vergleichende Untersuchung der Werke Zechs und Beckmanns unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Ansätze zur Transzendenz.

11. Abschließender Vergleich der vier Werke hinsichtlich des Apokalypse-Motivs: Synthese der Erkenntnisse über die figurengestalterischen, räumlichen und symbolischen Gemeinsamkeiten der untersuchten Werke.

12. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des Künstevergleichs und der spezifischen Nutzung des Apokalypse-Motivs durch die vier Künstler.

Schlüsselwörter

Apokalypse, Expressionismus, Künstevergleich, Georg Heym, Ludwig Meidner, Paul Zech, Max Beckmann, Weltuntergang, Intermedialität, Großstadt, Groteske, Farbsymbolik, Religion, Endzeit, Säkularisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit untersucht das Motiv der Apokalypse in vier ausgewählten Werken des Expressionismus, um zu verstehen, wie dieses Motiv von den Künstlern genutzt wird, um ihre Sicht auf die Welt und gesellschaftliche Missstände auszudrücken.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf den Künstevergleich zwischen Literatur und Malerei, die Thematisierung von Verfall und Zerstörung im Expressionismus sowie die kritische Auseinandersetzung mit Religion und der modernen Großstadtgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, ob ein intermedialer Vergleich zwischen literarischen und malerischen Werken im Hinblick auf das Apokalypse-Motiv zu einer wechselseitigen Erhellung führt und wie die Künstler das biblische Vorbild für ihre eigenen Zwecke adaptieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine individuelle Methode des Künstevergleichs gewählt, die auf der Analyse spezifischer Vergleichskategorien wie Figurenkonstellationen, räumliche Gestaltung, Perspektive, Farbsymbolik und das Groteske basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Werke von Georg Heym, Ludwig Meidner, Paul Zech und Max Beckmann einzeln und in vergleichenden Gegenüberstellungen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der funktionalen Nutzung des Motivs aufzudecken.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Apokalypse, Expressionismus, Künstevergleich, Intermedialität, Weltuntergang, Groteske, sowie die Namen der untersuchten Künstler.

Wie unterscheiden sich die Ansätze von Georg Heym und Ludwig Meidner?

Während bei Heym das Apokalypse-Motiv zur Darstellung eines nihilistischen Stillstands dient, nutzt Meidner das Motiv stärker im Sinne einer sündigen Bestrafung, obwohl beide das Bild des Menschen als defizitär entwerfen.

Warum spielt die Rolle der Religion eine so zentrale Rolle in der Analyse?

Die biblische Apokalypse des Johannes dient als zentrales Textgrundlagendokument und Vorbild; die Arbeit zeigt auf, wie die Expressionisten diese religiösen Konzepte aufgreifen, um sie säkular zu deuten oder ihre Ungültigkeit in der Moderne zu demonstrieren.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Motiv der Apokalypse in Literatur und Malerei des Expressionismus. Max Beckmann, Georg Heym, Ludwig Meidner und Paul Zech
Hochschule
Universität Leipzig  (Komparatistik)
Note
1,6
Autor
Juliane Weiß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
96
Katalognummer
V285786
ISBN (eBook)
9783656857068
ISBN (Buch)
9783656857075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motiv apokalypse literatur malerei expressionismus beckmann georg heym ludwig meidner paul zech
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Juliane Weiß (Autor:in), 2014, Das Motiv der Apokalypse in Literatur und Malerei des Expressionismus. Max Beckmann, Georg Heym, Ludwig Meidner und Paul Zech, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285786
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  96  Seiten
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