Bei der Untersuchung von Sätzen und ihrem Informationsgehalt ist insbesondere die Wortstellung zu betrachten. In dieser Hausarbeit werde ich auf den Begriff des Topiks im Spanischen eingehen, genauer: die beiden Realisierungen von Topik im Spa-nischen nach Zubizarreta (1999) – nämlich Linksdislokation und Hanging Topic – darstellen, vergleichen und sie im Hinblick auf ihr Vorkommen und ihre syntaktische Struktur untersuchen. Dabei soll sich herausstellen, dass eine Unterscheidung der beiden Topikarten durchaus sinnvoll ist. Als Grundlage dieser Untersuchung dient der Aufsatz von Zubizarreta (1999).
Zu Beginn wird der Topikbegriff definiert. Da in der Literatur unterschiedliche Definitionen zu finden sind, muss angeführt werden, welche der vorhandenen Definitionen hier zugrunde liegt. Nach einer jeweiligen Darstellung von Linksdislokation und Hanging Topic in Kapitel 3 werden diese beiden Konstruktionen miteinander verglichen, wobei ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausstelle. Ein Hauptaugenmerk soll dabei auf den verschiedenen Möglichkeiten des Vorkommens sowie auf der syntaktischen Struktur liegen. Auf den Aspekt der syntaktischen Struktur gehe ich dabei nur kurz ein, da eine ausführlichere Analyse den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde.
Im vierten Kapitel werde ich anhand einiger ausgewählter Beispiele aus der Fachliteratur aufzeigen, dass nicht alle Linguisten die gleiche Unterscheidung treffen wie Zubizarreta, sondern eine abweichende Darstellung haben können und andere Differenzierungen bezüglich Topik – insbesondere bezogen auf das Spanische – treffen.
Zum Abschluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und bewertet sowie noch offene Fragen angeführt, die man im Rahmen der Thematik weiter betrachten kann und sollte. Die vorliegende Arbeit kann dabei nur einen kleinen Einblick in diesen Bereich der Sprachwissenschaft geben. An manchen Stellen werden Fragen aufkommen, die nicht näher erläutert werden, sofern sie nicht relevant für die Ergebnisse sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Topikbegriff
3. Linksdislokation und Hanging Topic: Darstellung und Vergleich
3.1 Linksdislokation
3.2 Hanging Topic
3.3 Beide Konstruktionen im Vergleich
4. Die Topikkonstruktionen des Spanischen in der Literatur
5. Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Topiks im Spanischen mit einem speziellen Fokus auf die Unterscheidung und syntaktische Struktur von Linksdislokation und Hanging Topic. Ziel ist es, auf Grundlage der Theorie von Zubizarreta (1999) Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Konstruktionen herauszuarbeiten, ihre jeweilige Einbettung in den Satz zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie in der linguistischen Fachliteratur bewertet werden.
- Definition des Topikbegriffs in der Linguistik
- Analyse und Vergleich von Linksdislokation und Hanging Topic
- Syntaktische Strukturen und grammatische Abhängigkeiten
- Pragmatische Funktionen und Diskursaspekte
- Kritische Würdigung der Literatur zur spanischen Syntax
Auszug aus dem Buch
3.1 Linksdislokation
Die Linksdislokation im Spanischen ist die in der Literatur am häufigsten genannte Topikkonstruktion. Dabei wird ein Element, das laut Zagona (2002: 220) eine Nominalphrase sein muss, an die linke Satzperipherie verschoben. Das Topik steht an der linken peripheren Position des Matrixsatzes oder aber an der des Nebensatzes.
Hauptsatz:
(3) A mis hermanos, los invité al cine.
Das Topik “mis hermanos” steht am linken Satzrand und wird durch das Klitikon “los“ erneut aufgegriffen.
Nebensatz:
(4) Está seguro de que a mis hermanos, los invité al cine.
In diesem Beispiel steht das Topik in einer eingebetteten Position und befindet sich nicht am linken Satzrand des Matrixsatzes, sondern an der peripheren Position des Nebensatzes. “Los“ greift das Topik erneut auf.
Die Konstruktion der Linksdislokation weist eine starke grammatische Abhängigkeit zwischen dem Topik und der Position innerhalb des Satzes auf, was sich dadurch äußert, dass die vom Verb des Nebensatzes vorgegebene Präposition immer vor dem Thema stehen muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wortstellung und Informationsstruktur im Spanischen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Linksdislokation und Hanging Topic zu vergleichen.
2. Der Topikbegriff: Dieses Kapitel definiert den Topikbegriff und beleuchtet die Unterscheidung zwischen alter und neuer Information sowie zwischen Satz- und Diskursthema.
3. Linksdislokation und Hanging Topic: Darstellung und Vergleich: Hier werden die beiden Hauptkonstruktionen detailliert vorgestellt, ihre syntaktischen Merkmale analysiert und die Unterschiede in ihrer grammatischen Abhängigkeit sowie Flexibilität herausgearbeitet.
4. Die Topikkonstruktionen des Spanischen in der Literatur: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene linguistische Perspektiven auf das Thema und zeigt auf, warum die Differenzierung zwischen den Konstruktionen in der Fachwelt oft uneinheitlich gehandhabt wird.
5. Abschließende Bemerkungen: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Ergebnisse und einem Plädoyer für eine stärkere Beachtung der Unterscheidung zwischen Linksdislokation und Hanging Topic in der spanischen Sprachwissenschaft.
Schlüsselwörter
Spanische Sprache, Syntax, Topik, Linksdislokation, Hanging Topic, Informationsstruktur, Wortstellung, grammatische Abhängigkeit, Klitikon, Satzperipherie, Diskurs, Nominalphrase, Topikalisierung, linguistische Theorie, Zubizarreta.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der syntaktischen und pragmatischen Analyse von Topikkonstruktionen im Spanischen, spezifisch dem Vergleich von Linksdislokation und Hanging Topic.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die linke Satzperipherie, die referentielle Bindung zwischen Topik und Satzelementen sowie die grammatische Abhängigkeit innerhalb dieser Konstruktionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine klare Unterscheidung zwischen Linksdislokation und Hanging Topic sinnvoll ist, da sie sich in ihrer Struktur, Verwendung und syntaktischen Anbindung unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Analyse, die primär auf dem Ansatz von Zubizarreta (1999) basiert und durch den Vergleich mit weiteren linguistischen Quellen untermauert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Topikbegriffs, die Einzeldarstellung der beiden Konstruktionen anhand von Beispielsätzen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Topik, Linksdislokation, Hanging Topic, spanische Syntax, Informationsstruktur und grammatische Abhängigkeit.
Warum wird das Hanging Topic in der Fachliteratur oft vernachlässigt?
Laut der Arbeit liegt dies möglicherweise daran, dass das Hanging Topic fast ausschließlich in der gesprochenen Sprache vorkommt, was dazu führt, dass viele Linguisten es mit der Linksdislokation gleichsetzen.
Was unterscheidet das Hanging Topic syntaktisch von der Linksdislokation?
Das Hanging Topic steht syntaktisch außerhalb des Satzes und weist keine grammatische Abhängigkeit zum Verb auf, während die Linksdislokation eine direkte grammatische Verbindung zum Satzinneren (oft durch Klitika) zeigt.
- Arbeit zitieren
- Lena Thies (Autor:in), 2013, Topikkonstruktionen im Spanischen: Hanging Topic und Linksdislokation. Eigenschaften und syntaktische Struktur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285789