Nutzung, Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Kennzahlen und Kennzahlensystemen zur Unternehmenssteuerung


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.1 Kennzahlen
2.1.1 Arten
2.1.2 Funktionen
2.2 Kennzahlensysteme
2.2.1 Du-Pont System
2.2.2 ZVEI-Kennzahlensystem
2.2.3 Balanced Scorecard
2.2.4 RL Kennzahlensystem

3 Vapiano
3.1 Kennzahlen des Warenwirtschaftssystems
3.2 Die Betriebswirtschaftliche Auswertung

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Du Pont Kennzahlensystem

Abbildung 2: Balanced Scorecard

Abbildung 3: BWA Kopfzeile

1 Einleitung

In einem Unternehmen gibt es viele Informationen, die genutzt werden können, um die Steuerung des Unternehmens zu optimieren. Ein großer Teil dieser In- formationen kann in Form von Kennzahlen eine komprimierte Aussage über be- stimmte Sachverhalte treffen. So dienen Kennzahlen dazu, „schnell und prägnant über ein ökonomisches Aufgabenfeld zu berichten, für das prinzipiell eine Viel- zahl relevanter Einzelinformationen vorliegt, deren Auswertung jedoch für be- stimmte Informationsbedarfe zu zeitintensiv und zu aufwändig ist.“1. Letztlich können Kennzahlen definiert werden als „Messgrößen des unternehmerischen Handelns und des Erfolges“2.

Die Handhabung mit Kennzahlen kann durch den Einsatz eines Kennzahlensystems erleichtert werden, da diese die wichtigsten Kennzahlen verbinden und ein Gesamtbild erstellen.

Die Erarbeitung von bestimmten Kennzahlen(-systemen) ist nicht nur für die Management Ebene von Vorteil, sondern kann auch helfen Mitarbeitern bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen oder als Grundlage für externe Besprechungen oder Verhandlungen dienen.

In der folgenden Arbeit sollen zunächst Möglichkeiten der Nutzung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen und deren Grenzen dargestellt werden. Im Anschluss wird kritisch begutachtet, inwiefern diese oder andere Systeme Anwendung in der Praxis finden. Hier soll die gegenwärtige Nutzung im Vapiano Restaurant in Hagen beschrieben werden und als Beispiel dienen.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich lediglich um die Anwendung im genannten Franchise-Betrieb handelt. Der einzelne Gebrauch in anderen Restaurants bzw. im Headquarter/ in der Zentrale kann nicht beurteilt werden.

2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme

2.1 Kennzahlen

2.1.1 Arten

Es gibt verschiedene Arten von Kennzahlen. Es wird unterteilt in absolute Zahlen (auch Grundzahlen) und relative Zahlen (auch Verhältniszahlen)3.

Absolute Kennzahlen sind Basiswerte, die sich z.B. aus Summen oder Differenzen bilden wie Gewinn oder Cashflow (Geldfluss).

Relative Kennzahlen werden abermals unterteilt in Gliederungszahlen, Bezie- hungszahlen und Indexzahlen. Sie entstehen durch „sinnvolle Verknüpfung von Sachverhalten unter Anwendung der Grundrechenart Division“4. Als Beispiele dienen Eigenkapitalrentabilität (Gewinn/Eigenkapital) oder Mitarbeiterproduktivität (Umsatz/Mitarbeiterzahl).

2.1.2 Funktionen

Kennzahlen nutzen im Hinblick auf die Unternehmenssteuerung durch unterschiedliche Funktionen.

Zunächst besitzen diese Zahlen eine Anregungsfunktion, durch die Besonderhei- ten und Veränderungen bemerkt werden können. Außerdem kann eine Kontroll- funktion festgestellt werden, denn es werden Soll-Ist-Vergleiche ermöglicht und anschließende Analysen können stattfinden5. Erwähnenswert ist des Weiteren, dass Kennzahlen ermöglichen, Ziele konkret zu formulieren, messbar und greif- bar zu machen. Es besteht also eine Operationalisierungsfunktion.

Diese Funktionen können jedoch nur gewährleistet werden, wenn die Kennzah- len im Unternehmen einheitlich gebildet werden, das heißt gleiche Formeln zur Bemessung genutzt werden. Nur so können sie verglichen werden. Außerdem sollten Unternehmen sich auf die für sie wichtigsten Kennzahlen beschränken und diese sorgfältig auswählen. Denn deren Bildung ist nur sinnvoll, wenn sich daraus zielführende Maßnahmen ableiten lassen und sie bei betriebsbedingten Handlungen weiterführend sind.

Durch diese grundlegenden Funktionen kann die Führungsebene Probleme erkennen und Situationen bewerten. Es ergibt sich eine Hilfestellung beim Treffen von Entscheidungen und daraus resultierenden Handlungen.

2.2 Kennzahlensysteme

Ein Kennzahlensystem beschreibt die Verknüpfung von Einzelkennzahlen, die einander ergänzen oder in anderer Beziehung stehen, um die Aussagekraft einer einzelnen Kennzahl zu verstärken und eine Überlastung der Führungsebene durch zu viele Kennzahlen zu vermeiden6. Dabei muss darauf Wert gelegt wer- den, dass das System stetig aktualisiert wird und die Kennzahlen tatsächlich in Bezug zueinander stehen.

Ein solches System soll also als Arbeitserleichterung dienen, da es immer gleich aufgebaut ist und schnell erkennen lässt, welche Zahlen sich verändert haben. Somit muss nicht jedes Mal erneut jede einzelne Kennzahl herangezogen wer- den um letztlich zu erfahren wie z.B. das gesamte Monatsergebnis eines Betrie- bes aussieht. Ziele werden so messbar und vergleichbar gemacht. Soll-Ist- Vergleiche bspw. eignen sich gut, um Ursachen für Zielabweichungen zu identifi- zieren.

Unterschieden wird in Rechen- und Ordnungssysteme. Rechensysteme sind mathematisch verknüpft, dabei wird eine Spitzenkennzahl in ihren jeweiligen Aufbau zerlegt (bspw. Du-Pont oder ZVEI System)7. Ordnungssysteme sind sachlogisch verknüpft, wie z.B. die Balanced Scorecard8.

Es gibt verschiedene grundlegende Systeme die nach Bedarf angepasst werden können. Grundsätzlich kann jedes Unternehmen aber die individuell wichtigsten Kennzahlen herausgreifen und sie in einem sinnvoll aufgebauten System zueinander in Beziehung setzen, um effektiv damit zu arbeiten und Maßnahmen aus den vorliegenden Zahlen zu ergreifen.

Im Folgenden werden zunächst die klassischen Kennzahlensysteme sowie neuere Ansätze kurz vorgestellt.

2.2.1 Du-Pont System

Das hier aufgeführte System ist das älteste und bekannteste. Viele andere Kennzahlensysteme bauen darauf auf9.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Du Pont Kennzahlensystem10

Das System ist aufgebaut wie ein Rechensystem. Die gesetzte Spitzenkennzahl, hier „Return on Investment“ (Investitionsrückfluss), wird in alle rechnerischen Bestandteile zerlegt, sodass viele einzelne Kennzahlen am Ende die obere erge- ben. In diesem Fall wird sehr analytisch vorgegangen. Das bedeutet aber gleich- zeitig, dass die reinen Zahlen bewertet werden, ohne jegliche Hintergründe zu beachten. Mit anderen Worten ist dieses Rechensystem eine reine Momentauf- nahme, ohne Berücksichtigung auf spätere Auswirkungen oder andere Zusam- menhänge. Diese reine mathematische Betrachtung grenzt die Möglichkeit ab, ein vollständiges Gesamtbild zu liefern und lässt die Ursache-Wirkungskette voll- kommen außer Acht.

[...]


1 Weber, J. und Schäffer, U.: Einführung in das Controlling, 2011, S. 171.

2 Feggeler, A. und Husmann, U.: Erfolgsfaktor Kennzahlen, 2000, S.15.

3 Vgl. Botta, V.: Kennzahlensysteme als Führungsinstrumente, 1997, S.16.

4 Ebd.

5 Vgl. Weber, J. und Schäffer, U.: Einführung in das Controlling, 2011, S. 173.

6 Vgl. Weber, J. und Schäffer, U.: Einführung in das Controlling, 2011, S.188.

7 Vgl. Weber, M.: Schnelleinstieg Kennzahlen, 2006, S.194.

8 Vgl. Ebd. S. 193/194.

9 Vgl. Ebd. S.190.

10 Beus, J.: Sistrix, o.J.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nutzung, Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Kennzahlen und Kennzahlensystemen zur Unternehmenssteuerung
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V285828
ISBN (eBook)
9783656861300
ISBN (Buch)
9783656861317
Dateigröße
858 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vapiano, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Unternehmenssteuerung
Arbeit zitieren
Jenny Raderschatt (Autor), 2012, Nutzung, Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Kennzahlen und Kennzahlensystemen zur Unternehmenssteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285828

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