Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Enttabuisierung in Skripted Reality-Formaten des Reality-TV. Wie machen inhaltliche Tabubrüche dieses Doku-Format auf privaten Sendern erfolgreich?

Titel: Enttabuisierung in Skripted Reality-Formaten des Reality-TV. Wie machen inhaltliche Tabubrüche dieses Doku-Format auf privaten Sendern erfolgreich?

Hausarbeit , 2012 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johanna Lamm (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon bevor die Panorama-Reportage im ersten Programm der ARD über das so genannte „Lügenfernsehen“ am 7. Juli 2011 ausgestrahlt wurde, gab es heftige Mediendebatten über das Vermischen von Realität und Fiktion, Information und Unterhaltung im deutschen Fernsehen, insbesondere in den privaten Programmen. Im Debatte-Mittelpunkt standen Sendungen, die den Eindruck erwecken, die gezeigten Handlungen wären nicht erfunden, inszeniert und gespielt, sondern echt und dokumentiert. Sendungen dieser Art werden heute in der Regel als Scripted Documentaries oder: „Scripted Reality“-Formate bezeichnet. Doch wie lässt sich „Realitätsfernsehen“ beschreiben? Welche Formen gibt es bereits? Mit welchen Mitteln arbeiten die Sender? Was wird in den Sendungen gezeigt? Welche Rolle spielen Tabus? In dieser Arbeit möchte ich also die Frage klären: Was ist Scripted Reality, und inwiefern machen inhaltliche Taburüche dieses Doku-Format auf privaten Sendern erfolgreich?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Scripted Reality und Reality TV

2.1 Dokusoap

2.1.1 Coaching- Formate

2.1.2 Reality-Soaps bzw. Swap-Formate

2.2 Castingshows

3. Funktionen von Reality-TV für den Rezipienten

4. Zwischenfazit

5. Tabubruch und Provokation als Quotenbringer

5.1 Diskriminierung

5.2 Zurschaustellung des Familienlebens

5.3 Anrührung des Intimien

5.4 Sexismus

5.5 Ekel

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen Scripted Reality und Reality TV im deutschen Fernsehen mit dem Ziel zu klären, wie sich diese Formate definieren lassen und inwiefern inhaltliche Tabubrüche und Provokationen als Erfolgsfaktoren für die Quoten bei Privatsendern fungieren.

  • Definition und Abgrenzung von Scripted Reality und Reality TV
  • Analyse der Funktionen dieser Formate für den Zuschauer
  • Untersuchung von Tabubrüchen und Grenzüberschreitungen als dramaturgische Mittel
  • Betrachtung spezifischer Subgenres wie Doku-Soaps und Castingshows
  • Diskussion der ethischen Implikationen und des Einflusses auf das soziale Wertempfinden

Auszug aus dem Buch

5.5 Ekel

Auf diese Emotion setzen Sendungen wie „Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus“ (ARD) und „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ (RTL). Die ARD schickte 20 Menschen zwei Monate lang in den mecklenburgischen Ständestaat der vorletzten Jahrhundertwende. Bei harter Arbeit und strenger Hierarchie wurden sie gefilmt und intervewt. Es wurden Situationen, z.B bei der Stallarbeit inszeniert, die bei Menschen Ekel und Ängste auslösen oder andere, die gar die Ethik des Zusammenlebens von Menschen und Tieren berühren. Im Durchschnitt zählte man in der Studie 2,3 Provokationen je Netto-Sendestunde. Die RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ im australischen, so genannten „Djungelcamp“ läuft nun schon in der 4. Staffel und zeigt unter anderem die transsexuelle Lorielle London, wie sie einen pürierten Känguru-Penis schlucken oder „Glücksrad“- Moderator Peter Bond, der Rattenschwänze verspeisen muss. Die Djungel-Kameras zeigen auch auf ausgedrückte Eiterpickel und überquellende Plumpsklos. Das Sehen dieser Sendung befriedigt all jene niederen Instinkte in uns, die wir im Alltag nicht ausleben können, so der Frankfurter Trendforscher Andreas Steinle. Hier kann man sich auf die klassische Freudsche Perspektive stützen, dass das Ekelgefühl ein unterdrücktes oder viel mehr invertiertes Lustgefühl ist. Warum Ekel für derart gute Einschaltquoten über einen langen Zeitraum sorgt, fasst Menninghaus, wenn auch etwas salopp, wie folgt zusammen: „Das Ekel-Thema wird man nie ausreizen können.“ Er meint damit das Nicht-Abstumpfen der Rezipienten und führt fort: „Sie können schließlich noch so oft an Hundescheiße riechen. Sie wird nie aufhören zu stinken.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema durch die Darstellung des Spannungsfeldes zwischen Ethik, Quotendruck und der Vermischung von Realität und Fiktion im Fernsehen.

2. Scripted Reality und Reality TV: Definition der Begriffe sowie Vorstellung prägender Subgenres wie Doku-Soaps, Coaching-Formaten und Castingshows.

3. Funktionen von Reality-TV für den Rezipienten: Untersuchung der Motive für den Konsum, wie Identifikationspotenzial, Statussicherung und die Erfüllung voyeuristischer Bedürfnisse.

4. Zwischenfazit: Analyse der konzeptionellen Strategie des Authentizitätsversprechens und der bewussten Inszenierung von Konflikten zur Unterhaltung.

5. Tabubruch und Provokation als Quotenbringer: Detaillierte Untersuchung von Diskriminierung, Zurschaustellung des Familienlebens, Anrührung des Intimen, Sexismus und Ekel als strategische Elemente.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung über die Bedeutung von Grenzüberschreitungen und Ausblick auf den möglichen langfristigen gesellschaftlichen Einfluss.

Schlüsselwörter

Scripted Reality, Reality TV, Doku-Soap, Castingshow, Tabubruch, Provokation, Einschaltquoten, Medienethik, Inszenierung, voyeuristische Sehlust, Rezipientenforschung, Authentizitätsversprechen, Grenzverletzung, Identifikationspotenzial, Familienbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen von Formaten, die zwischen Realität und Fiktion angesiedelt sind, und untersucht, wie Sender bewusst Tabus brechen, um die Einschaltquoten zu steigern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition von Reality-TV-Formaten, die Funktionen für den Zuschauer sowie die systematische Nutzung von Provokation und Grenzüberschreitung als dramaturgische Mittel.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu ergründen, was Scripted Reality ausmacht und inwiefern die Provokation inhaltlicher Tabus den Erfolg dieser Formate bei privaten Sendern erklärt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Medienberichten und vorhandenen Studien zum Skandalisierungspotenzial im Fernsehen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Typisierung der Reality-Formate, eine Untersuchung der Funktionen für den Rezipienten sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Grenzüberschreitungen (Diskriminierung, Sexismus, Ekel etc.).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind unter anderem Scripted Reality, Inszenierung, Tabubruch, voyeuristische Sehlust, Quotenbringer und Medienethik.

Inwiefern beeinflusst das Fernsehen laut Autor das Familienbild?

Die Autorin stellt fest, dass in Coaching-Formaten wie der „Super Nanny“ ein vorwiegend negatives Familienbild vermittelt wird, in dem dysfunktionale Verhältnisse vorgeführt werden.

Warum ist das Phänomen "Ekel" im Fernsehen so erfolgreich?

Ekel wird als Mittel genutzt, um niedere Instinkte zu befriedigen, wobei laut der Arbeit eine Freudsche Perspektive nahelegt, dass es sich dabei um ein invertiertes Lustgefühl handelt, das für dauerhafte Faszination sorgt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Enttabuisierung in Skripted Reality-Formaten des Reality-TV. Wie machen inhaltliche Tabubrüche dieses Doku-Format auf privaten Sendern erfolgreich?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik und Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
Journalismus zwischen Freiheit und Zensur
Note
1,0
Autor
Johanna Lamm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V285887
ISBN (eBook)
9783656861928
ISBN (Buch)
9783656861935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ekel Sexismus Familienleben Enttabuisierung Tabu Reality-TV RTL Privatfernsehen Tabubruch Provokation Quotenbringer Sensation Skandal Skandalisierung Entprivatisierung Ästhetik Fiktion Dokumentation Skripted documentary Unterhaltungsformat Unterhaltung Fernsehen TV Medienenthik Menschenrechte Privates in den Medien Diskriminierung Zurschaustellung Sensationsjournalismus Dokusoap Infotainment Castingshows Reportage Panorame ARD Lügenfernsehen Realitätsfernsehen Inszenierung RTL-Group VOX Parallelmontage Coachingsformat Super Nanny Swap-Format Frauentausch Comedy performatives Realitätsfernsehen Germanys Next Topmodel DSDS TV-Skandal Medienpsychologie Rezipientenforschung Medienwirkungsforschung Mediennutzungsforschung Persuasion Voyeurismus Identifikationspotential Konfliktpotential Einschaltquote Moral Gewalt Agression Persönlichkeitsrechte Werte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Lamm (Autor:in), 2012, Enttabuisierung in Skripted Reality-Formaten des Reality-TV. Wie machen inhaltliche Tabubrüche dieses Doku-Format auf privaten Sendern erfolgreich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285887
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum