Gehen wir einmal der so genannten „Modernen Hunde-Erziehung“ und vor allem der „Hundepsychologie“ auf den Grund und analysieren einige der gängigen Ratschläge der „Hundefachleute“, so kann man erkennen, dass all diese Hundepsychologen und Tiertrainer nach dem Dominanzprinzip arbeiten. Ist es ein Wunder, dass Beißunfälle sich mehren und die Hunde immer unverstandener werden? Im diesem Buch soll daher auf Angst und Aggressivität beim Hund eingegangen werden
Inhaltsverzeichnis
Ansichten, Einsichten, Aussichten?
Aggressivität der Hunde
Dominanzaggression bzw. Aggression gegenüber Menschen
Aggression gegenüber anderen Hunden
Angst
Angst vor lauten Geräuschen
Angst vor Menschenmengen
Angst vor Gegenständen (Regenschirme, Straßenbahnen, Fahrstühlen usw.)
Trennungsangst
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit gängigen Methoden der modernen Hundeerziehung auseinander, die primär auf dem Dominanzprinzip basieren. Ziel ist es, die psychologischen Hintergründe von Aggression und Angst bei Hunden zu beleuchten und aufzuzeigen, dass viele als "Problemverhalten" eingestufte Handlungen auf menschliche Missverständnisse und eine unangemessene Erziehungsweise zurückzuführen sind, anstatt auf eine vermeintliche Rudelhierarchie.
- Kritische Analyse der Dominanztheorie in der Hundepsychologie
- Ursachen und Hintergründe von Aggressionsverhalten gegenüber Mensch und Hund
- Umgang mit angstbedingten Verhaltensweisen bei Hunden
- Die Bedeutung von Vertrauen und souveräner Führung in der Hund-Mensch-Beziehung
- Ablehnung von physischer und psychischer Gewalt bei der Erziehung
Auszug aus dem Buch
Angst vor lauten Geräuschen
Viele Hunde haben diese Angst. Zum einen hört ein Hund die Geräusche ja um ein Vielfaches lauter als wir, zum anderen kommen diese Geräusche plötzlich und unerwartet – auch der Mensch zuckt dann zusammen. Hunde versuchen sich zu verstecken oder wegzulaufen.
Die meisten „Tierpsychologen“ raten in solchen Fällen dazu, den Hund samt seiner Angst zu ignorieren, oder ihn zu desensibilisieren. Übertragen auf Kinder würde das folgendes bedeuten:
ein Kind, das Angst im Dunklen hat, lässt man einfach im dunklen Zimmer allein und ignoriert das Weinen und Zetern, damit es auf Dunkelheit „desensibilisiert“ wird. Die Folge ist, dass die Angst des Kindes immer stärker, wird – das Vertrauen in die Eltern jedoch unter 0 sinkt. Irgendwann später wird es seine Eltern für dieses Verhalten hassen.
Dem Hund ergeht es ähnlich: er hat Angst und flüchtet, sich im besten Fall, zu seinem Menschen. Der ignoriert ihn, damit er das Verhalten durch Trost nicht bestärkt. Der Hund verliert nun nicht seine Angst, sondern sein Vertrauen zum Menschen und wird beim nächsten Mal in die andere Richtung fliehen – der Mensch ist dann der Ansicht, sein Hund laufe weg und gehorche nicht mehr und drangsaliert den Hund mit dem nächsten „Machtspielchen“. Ein Teufelskreis. Psychologisch ist jede Art von Ignoranz nur dazu angetan, Vertrauensverlust herbeizuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
Ansichten, Einsichten, Aussichten?: Das einleitende Kapitel hinterfragt kritisch die moderne Hundeerziehung und die weit verbreitete, aber aus Sicht der Autorin falsche Fixierung auf das Dominanzprinzip.
Aggressivität der Hunde: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Formen der Aggression, insbesondere die sogenannte Dominanzaggression gegenüber Menschen sowie Aggressionen gegenüber Artgenossen, und weist deren Ursachen meist der menschlichen Erziehung zu.
Angst: Hier werden typische Angstsymptome wie Geräuschempfindlichkeit, Trennungsangst oder Angst vor Gegenständen behandelt und ein alternatives, auf Vertrauen basierendes Erziehungsmodell vorgestellt.
Schlüsselwörter
Hundepsychologie, Aggressivität, Angst, Dominanzprinzip, Hundeerziehung, Vertrauensverhältnis, Tierverhalten, Rudelhierarchie, Fehlverhalten, Trennungsangst, Desensibilisierung, Erziehungsmethoden, Hund-Mensch-Beziehung, Führung, Verhaltensanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung von verhaltensbasierten Erziehungsmethoden, die auf Dominanztheorien beruhen, und stellt diese einem einfühlsamen Ansatz gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf dem Verständnis von Aggressionsursachen, der richtigen Einordnung von Angstreaktionen und der Kritik am Hierarchie-Denken in der Hundehaltung.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?
Ziel ist es, Hundehaltern bewusst zu machen, dass viele problematische Verhaltensweisen durch Missverständnisse entstehen und durch gewaltfreie Führung sowie Vertrauensaufbau korrigiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär kritisiert?
Die Autorin kritisiert insbesondere die Anwendung der "Dominanztheorie" auf das Zusammenleben von Mensch und Hund sowie das Ignorieren von Angstzuständen zu Erziehungszwecken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Aggressionsformen (gegenüber Menschen und Hunden) und die detaillierte Betrachtung verschiedener Angstphänomene wie Trennungsangst oder Geräuschphobien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Hundepsychologie, Aggressivität, Angst, Vertrauensverhältnis, Erziehungsmethoden und die Ablehnung von Dominanztheorien.
Warum lehnt die Autorin die Kastration zur Verhaltensänderung weitgehend ab?
Die Autorin argumentiert, dass eine Kastration zu 99% überflüssig sei, um Verhalten zu ändern, da sie lediglich Hormone steuert, jedoch kein erlerntes Verhalten beeinflussen kann.
Wie sollte man nach Ansicht der Autorin mit einem Hund umgehen, der Angst hat?
Anstatt den Hund zu ignorieren (was Vertrauen zerstört), empfiehlt die Autorin, dem Hund Trost zu spenden, Sicherheit zu vermitteln und ihn durch Ruhe und Souveränität zu leiten.
- Arbeit zitieren
- Angie Mienk (Autor:in), 2008, Angst und Aggressivität bei Hunden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285900