Wir haben 1280 Hundehalter zu ihren Problemen mit ihrem Hund befragt. Das Ergebnis war erschütternd: 29 % der Befragten haben einen Hund, der wie verrückt an der Leine zieht. Was noch mehr erschüttert, ist allerdings die Tatsache, dass von diesen 371 Hundehaltern 242 wegen dieser Sache eine Hundeschule besucht haben und das „Problem“ dadurch nicht gelöst wurde – die Hunde ziehen noch immer!
Auf den nachfolgenden Seiten werden daher mögliche Gründe für das Ziehen an der Leine erläutert und dem Hundehalter praktische Übungen an die Hand gegeben, mit denen er auf einen lockeren Sparziergang hinarbeiten kann.
Inhaltsverzeichnis
Anhang – Guck mal, wer da zieht
Wann zieht der Hund?
Halsband und Co...
Wer zieht denn nun wirklich?
Temperamente sind verschieden
Das Anlegen des Brustgeschirrs
Gewöhnung an das Brustgeschirr und Leine
Das Stopp!
Übung 1 – Slowly = Langsam
Übung 2 – Slalom
Abenteuer-Spaziergang
Richtungswechsel
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses E-Books ist es, Hundehaltern eine gewaltfreie Methode zu vermitteln, mit der sie ihrem Hund das Ziehen an der Leine abgewöhnen können. Dabei steht der Aufbau einer entspannten Kommunikation und eines harmonischen Miteinanders zwischen Mensch und Hund im Vordergrund, anstatt auf veraltete Erziehungsmethoden oder Zwangsmittel zurückzugreifen.
- Die gesundheitlichen Nachteile von Halsbändern und Leinenruck.
- Die Vorteile und Kriterien eines gut passenden Brustgeschirrs.
- Ursachenanalyse des Ziehens aus menschlicher und hundlicher Perspektive.
- Praktische Übungen zur Leinenführigkeit ohne den Einsatz von Leckerli oder Strafe.
- Strategien zur Förderung der Konzentration und Aufmerksamkeit des Hundes.
Auszug aus dem Buch
Brustgeschirre
Hier kommen wir nun zum „einzig Wahren“ -dem Brustgeschirr. Doch auch hier gibt es gewaltige Unterschiede:
Ein gutes Brustgeschirr soll aus einem weichen, leichten Material sein, das sich dem Körper des Hundes anschmiegt. Weder Material noch Nähte oder Nieten dürfen einschneiden. Das Material sollte waschbar sein, d.h. auch die Schnallen sollten die Waschmaschine unbeschadet überstehen. Für trockenes Wetter eignen sich mit Fleece unterlegte Geschirre, wenn es aber regnet oder der Hund schwimmt, haben sich mit Neopren unterlegte Brustgeschirre wesentlich besser bewährt.
Die Verschlüsse sollten haltbar, strapazierfähig und der Körperform angepasst sein (abgerundet). Der Rückensteg sollte fest vernäht sein, damit er beim Laufen nicht hin und her rutscht. Ideal ist es, wenn das Geschirr von 2 Seiten zu öffnen ist, dann muss der Hund nicht mit der Pfote einsteigen – jeder Hund lernt das aber auch schnell. Der Rücken- und der Bauchsteg sollten lang genug gearbeitet sein. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Verstellbarkeit des Bauchstegs. Ist er zu kurz, kommen die Seitenteile zu nah hinter den Ellbogen hoch und können dort scheuern. Optimal sitzt das Geschirr, wenn zwischen Ellbogen und Seitenteilen etwa eine Handbreit Platz ist, bei Welpen etwa 2-3 Finger breit. Die Breite der Gurte sollte dem Gewicht des Hundes angepasst sein. Manche Hunde, die das Tragen eines Brustgeschirrs noch nicht gewohnt sind, knabbern gern an den Stoffgurten herum. Deshalb den Hund niemals mit angelegtem Geschirr alleine lassen, es ist unmittelbar vor dem Spaziergang erst anzulegen und unmittelbar nach dem Spaziergang wieder abzulegen.
Zusammenfassung der Kapitel
Anhang – Guck mal, wer da zieht: Einführung in die Problematik des Leinen-Ziehens basierend auf einer Umfrage und erste Einblicke, wann Ziehen überhaupt vorliegt.
Wann zieht der Hund?: Klärung der Definition von "Ziehen" und Abgrenzung zum normalen Erkundungsverhalten des Hundes an der Leine.
Halsband und Co...: Untersuchung der negativen Auswirkungen verschiedener Halsbänder auf die Gesundheit und Kommunikation des Hundes sowie kritische Betrachtung von Zwangsmitteln.
Wer zieht denn nun wirklich?: Analyse menschlicher Fehlerursachen, die das Ziehen des Hundes fördern, wie falsche Leinenwahl oder mangelnde Konzentration des Halters.
Temperamente sind verschieden: Betrachtung der individuellen Unterschiede bei Hunden und warum eine Anpassung des gemeinsamen Tempos essenziell ist.
Das Anlegen des Brustgeschirrs: Anleitung zur ersten Gewöhnung des Hundes an das Brustgeschirr unter Wahrung von Ruhe und Geduld.
Gewöhnung an das Brustgeschirr und Leine: Praktische Anleitungen zur Einführung der Leine für Welpen und erwachsene Hunde in einer ablenkungsfreien Umgebung.
Das Stopp!: Erläuterung der Bedeutung und des Trainings des Kommandos "Stopp" zur Vermeidung von Zug auf die Leine.
Übung 1 – Slowly = Langsam: Eine "Stopp and Go"-Variante zum Training der Leinenführigkeit, um den Hund an ein lockeres Tempo zu gewöhnen.
Übung 2 – Slalom: Einsatz von Hindernissen zur Ablenkung und zum Training der Richtungswechsel, um das gemeinsame Gehen spannender zu gestalten.
Abenteuer-Spaziergang: Vorschlag für mehr Abwechslung während der Spaziergänge zur Förderung der Aufmerksamkeit des Hundes.
Richtungswechsel: Technik für Fortgeschrittene, um den Hund bei drohendem Zug auf die Leine durch Richtungswechsel wieder aufmerksam zu machen.
Schlüsselwörter
Leinenführigkeit, Brustgeschirr, Hundetraining, gewaltfreie Erziehung, Leinenruck, Kommunikation, Bindung, Konzentration, Aufmerksamkeit, Spaziergang, Dampflok, Halsbandproblematik, Tierschutz, Gelassenheit, Richtungswechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?
Es ist ein Ratgeber für Hundehalter, wie man seinem Hund ohne Gewalt und Zwangsmittel das Ziehen an der Leine abgewöhnt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die gesundheitlichen Risiken von Halsbändern, die richtige Wahl des Brustgeschirrs und praktische Übungen zur Steigerung der gegenseitigen Aufmerksamkeit.
Was ist das primäre Ziel der Methode?
Ziel ist ein entspanntes, lockeres Gehen an der Leine, das auf Kommunikation und Vertrauen basiert, statt auf physischer Einwirkung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden keine wissenschaftlichen Studien im engen Sinne angewandt, sondern auf praktischer Kynologie, verhaltensorientierten Ansätzen und einer gewaltfreien Ausbildungsphilosophie aufgebaut.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausrüstung (Geschirre), das Verständnis des Hundeverhaltens sowie konkrete Schritt-für-Schritt-Übungen zur Leinenführigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Leinenführigkeit, Brustgeschirr, Kommunikation, Bindung, gewaltfreies Training und Konzentration.
Warum lehnt die Autorin Halsbänder beim Training strikt ab?
Aufgrund des Risikos für die Halswirbelsäule, der Einschränkung der Blutzufuhr zum Gehirn und der Störung der körpersprachlichen Kommunikation zwischen Hunden.
Warum sollte man beim Training des "Stopp" unbedingt eine Wand oder einen Zaun einbeziehen?
Weil dies dem Hund hilft, die Begrenzung physisch zu erfahren und das Konzept von "Stopp" schneller zu verknüpfen, ohne dass die Leine stark gestrafft werden muss.
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- Angie Mienk (Autor), 2008, Locker an der Leine. Wie man seinem Hund das Ziehen abgewöhnt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285905