Jugendliche und junge Erwachsene stellen seit jeher eine wichtige und attraktive Zielgruppe für die Verbreitung rechtsextremer und menschenfeindlicher Inhalte dar: Sie gelten als weniger resistent gegenüber rechtsextremer Agitation als Erwachsene, da sie in ihrer politischen Meinung oftmals noch nicht gefestigt sind und über ein großes Aktionspotenzial verfügen. Rechtsextreme Parteien, Vereine und auch Einzelpersonen verbreiten daher oftmals einschlägige Inhalte zeitgemäß und auf Jugendliche zugeschnitten. Eine klassische Strategie von Neonazis ist es, Tonträger mitnationalistischen und ausländerfeindlichen Musikstücken auf Schulhöfen und an Jugendtreffpunkten zu verteilen. Mit einem stetigen Wandel der Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ändern sich auch die Strategien der Verbreitung von rechtsextremen Inhalten. Als Medium der Kommunikation, des Austausches und der Informationsbeschaffung ist das Internet für viele Jugendliche nicht mehr wegzudenken. In der Freizeitgestaltung von Jugendlichen nimmt das Internet, nach dem Konsum von Musik, einen hohen Stellenwert ein.Deshalb wird das Internet auch zunehmend wichtiger, als Rekrutierungsbasis für rechtsextreme Strömungen und Gruppierungen. Die Verbreitungsstrategien von rechtsextremen Inhalten werdenzunehmend und vielfältiger an die digitale Lebenswelt Jugendlicher angepasst. Zur internen Kommunikation verwenden rechtsextreme Gruppierungen eher geschlossene Foren und Kommunikationsnetzwerke.4 Demgegenüber ermöglichen bei Jugendlichen beliebte sozialeNetzwerke im Internet, wie Facebook, Twitter, Youtube und Co, jedem, seine Meinung zu aktuellen Themen an viele Menschen auf einmal zu verbreiten und auf andere Einträge zu antworten. Zudem beeinflusst die Anonymität im Netz die Hemmschwelle Parolen und Einstellungen kundzutun, die in der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht geäußert würden. Die für die Nutzer der sozialen Netzwerke im Internet offensichtlichen Vorteile wurden auch von rechtsextremen Agitatoren erkannt.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema
2. Theorie
2.1 Begriffsdefinition Rechtsextremismus
2.2 Trends rechtsextremer Internetnutzung
2.3 Ausgewählte Gruppierungen und Strategien
2.4 Internetnutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
2.5 Hypothesen
3. Untersuchung
3.1. Operationalisierung
3.1.1. Items
3.1.2. Erhebung
3.1.3. Stichprobe
3.2. Auswertung
3.2.1. Rechtsextreme und menschenfeindliche Aussagen im Netz
3.2.2. Plattformen
3.2.3. Selbsteinschätzung im Erkennen rechtsextremer Inhalte
3.2.4. Politische Zuordnung von Symbolen
3.2.5 Selbsteinschätzung und tatsächliches Erkennen von Symbolen
4. Diskussion
5. Resümee
6. Erfahrungsbericht Lehrforschung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Präsenz und Wahrnehmung rechtsextremer Agitation im Internet durch Jugendliche und junge Erwachsene sowie deren Fähigkeit, rechtsextreme Inhalte und Symbolik korrekt zu identifizieren und politisch zuzuordnen.
- Analyse der Verbreitungsstrategien rechtsextremer Gruppierungen im Internet.
- Untersuchung der Internetnutzungsgewohnheiten von Jugendlichen.
- Erhebung der Konfrontationshäufigkeit mit menschenfeindlichen Inhalten in sozialen Netzwerken.
- Überprüfung der Selbsteinschätzung bezüglich der Kompetenz zur Erkennung rechtsextremer Symbolik.
Auszug aus dem Buch
1. Thema
Jugendliche und junge Erwachsene stellen seit jeher eine wichtige und attraktive Zielgruppe für die Verbreitung rechtsextremer und menschenfeindlicher Inhalte dar: Sie gelten als weniger resistent gegenüber rechtsextremer Agitation als Erwachsene, da sie in ihrer politischen Meinung oftmals noch nicht gefestigt sind und über ein großes Aktionspotenzial verfügen. Rechtsextreme Parteien, Vereine und auch Einzelpersonen verbreiten daher oftmals einschlägige Inhalte zeitgemäß und auf Jugendliche zugeschnitten. Eine klassische Strategie von Neonazis ist es, Tonträger mit nationalistischen und ausländerfeindlichen Musikstücken auf Schulhöfen und an Jugendtreffpunkten zu verteilen. Mit einem stetigen Wandel der Mediennutzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ändern sich auch die Strategien der Verbreitung von rechtsextremen Inhalten. Als Medium der Kommunikation, des Austausches und der Informationsbeschaffung ist das Internet für viele Jugendliche nicht mehr wegzudenken. In der Freizeitgestaltung von Jugendlichen nimmt das Internet, nach dem Konsum von Musik, einen hohen Stellenwert ein.
Deshalb wird das Internet auch zunehmend wichtiger, als Rekrutierungsbasis für rechtsextreme Strömungen und Gruppierungen. Die Verbreitungsstrategien von rechtsextremen Inhalten werden zunehmend und vielfältiger an die digitale Lebenswelt Jugendlicher angepasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema: Einleitung in die Relevanz der Zielgruppe Jugend für rechtsextreme Agitation und die Anpassung an veränderte Mediennutzungsgewohnheiten.
2. Theorie: Theoretische Herleitung des Rechtsextremismus-Begriffs, der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sowie Darstellung aktueller Trends der rechtsextremen Internetnutzung.
3. Untersuchung: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, Operationalisierung der Items, Durchführung der Online-Studie sowie detaillierte Auswertung der Ergebnisse.
4. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen und Interpretation der statistischen Zusammenhänge.
5. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung der Notwendigkeit zur Vermittlung von Medienkompetenz und Problembewusstsein.
6. Erfahrungsbericht Lehrforschung: Reflexion über den Prozess der gemeinsamen Erarbeitung des Fragebogens im Rahmen des Lehrforschungsprojekts.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Internet, Jugendliche, Soziale Netzwerke, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Mediennutzung, Politische Symbolik, Agitation, Rechtsextreme Strategien, Online-Studie, Radikalisierung, Medienpädagogik, Politische Einstellungen, Identitäre Bewegung, Propaganda.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Jugendliche und junge Erwachsene rechtsextreme Inhalte und Agitation im Internet sowie in sozialen Netzwerken wahrnehmen und wie kompetent sie bei der Identifizierung rechter Symbolik sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Studie befasst sich mit den Verbreitungsstrategien rechtsextremer Akteure, der Mediennutzung junger Menschen und der Wirksamkeit von Selbsteinschätzungen bei der Identifikation rechtsextremer Inhalte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie präsent rechtsextreme Agitation im Internet wahrgenommen wird und ob Jugendliche und junge Erwachsene in der Lage sind, rechtsextreme Symbolik korrekt zu erkennen und zuzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein quantitativer Online-Fragebogen mit 416 Teilnehmern im Zuge eines Lehrforschungsprojekts der Universität Jena durchgeführt und deskriptiv sowie mittels Regressionsanalyse ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Definition von Rechtsextremismus und Mediennutzung, die Darstellung der methodischen Vorgehensweise sowie eine detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Rechtsextremismus, soziale Netzwerke, Jugendliche, Mediennutzung, politische Symbolik und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Welche Rolle spielen soziale Netzwerke bei der Rekrutierung?
Soziale Netzwerke wie Facebook dienen als wichtige Plattformen, da sie eine breite Reichweite bieten, Anonymität ermöglichen und durch moderne Gestaltung eine unterschwellige Ansprache erleichtern.
Wie gut konnten die Befragten rechte Symbole identifizieren?
Entgegen der ursprünglichen Hypothese zeigten die Befragten eine überraschend hohe Kompetenz bei der korrekten Einordnung von Symbolen, wobei über 90 % mindestens eines der Symbole korrekt erkannten.
Wird die "Identitäre Bewegung" in der Arbeit explizit erwähnt?
Ja, die Arbeit nennt die Identitäre Bewegung und die "Unsterblichen" als Beispiele für Gruppierungen, die ihre Inhalte modern verpacken, um besonders Jugendliche anzusprechen.
Welches Fazit zieht der Autor zur "Schwarzen Sonne"?
Die Schwarze Sonne wurde von der großen Mehrheit der Befragten (64 %) zutreffend als rechtes Symbol identifiziert, was auf eine erfolgreiche Zuordnung im Kontext der Untersuchung hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Florian Buchholz (Autor:in), 2014, Rechtsextremismus in den neuen Medien. Untersuchung der jugendlichen Wahrnehmung rechtsextremer Agitation im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285958