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Gotthold Ephraim Lessings Freundschaft

Title: Gotthold Ephraim Lessings Freundschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christina Kühnle (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Beschäftigt man sich mit Gotthold Ephraim Lessing im Allgemeinen und mit seinem dramatischen Gedicht Nathan der Weise im Speziellen, kommt man nicht umhin fortwährend auf den Namen Moses Mendelssohn zu stoßen. Stellt sich nun die Frage wer dieser Moses Mendelssohn war und welche Rolle er im Bezug auf Lessings Spätwerk spielte? Ist er tatsächlich, wie Julius H. Schoeps in seinem Werk über eben genannten Philosophen behauptet: “ das Urbild des Nathan“?
Genau diesen Zusammenhang werde ich auf den nächsten Seiten genauer beleuchten, denn auf den ersten Blick scheint die einzige Verbindung zwischen Moses und Nathan das Judentum zu sein. Mir war es im Folgenden wichtig, herauszuarbeiten was den Dichter mit dem Philosophen verband, zumal das partikularistische Deutschland des 18. Jahrhundert, alles andere als aufgeschlossen gegenüber christlich-jüdischen Freundschaften war.
Zunächst werde ich die Situation der Juden in Deutschland näher analysieren, denn diese soziale Komponente schreibt sich unentwegt in die Biografie Mendelssohns ein, und trägt auch dazu bei das Missfallen der Gesellschaft an dieser Freundschaft zu verstehen. Weiterhin werde ich die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Lessing und Mendelssohn kontrastieren, wobei ich mich auf den 2001 von Vera Forester veröffentlichten Text Lessing und Moses Mendelssohn. Geschichte einer Freundschaft stützen werde.
Ebenso möchte ich näher auf die bereits oben erwähnte Thematik eingehen, dass Mendelssohn als der authentische Nathan gehandhabt wird. Wie kommt es, dass man Lessing zuschreibt seine Nathanfigur anhand seines Freundes modelliert zu haben, wo er doch bereits 1749, also vor dem ersten Treffen mit Mendelssohn, mit seinem Lustspiel Die Juden einen jüdischen Kaufmann auf die Bühne bringt, welcher dreißig Jahre vor Nathan der Weise Lessings „Postulat der religiösen und rassistischen Toleranz“ verkündet?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Moses Mendelssohn & Gotthold Ephraim Lessing

1.1. Moses Mendelssohn

1.1.1. Elternhaus Mendelssohns und die Situation der Juden in Deutschland

1.1.2. Moses Mendelssohn der Hochbegabte

1.2. Gotthold Ephraim Lessing

1.2.1. Gottholds Kindheit im Kamenzer Pfarrhaus

1.2.2. Eliteschmiede St. Afra und Lessings Leipziger Studienjahre

2. Philosophie der Aufklärung als Bindeglied zwischen den zwei Kulturen

2.1. Taktischer Schachzug Aaron Salomon Gumpertz

3. Auto- bzw. biographische Bezüge der Nathanfigur

Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifende Freundschaft zwischen Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn sowie deren Einfluss auf Lessings Spätwerk Nathan der Weise. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit Mendelssohn als biografisches Vorbild für die Titelfigur diente und wie sich die persönlichen Erfahrungen und Lebensbedingungen beider Denker in dem Plädoyer für religiöse Toleranz widerspiegeln.

  • Analyse der Lebensumstände von Juden im 18. Jahrhundert in Deutschland.
  • Gegenüberstellung der Bildungs- und Lebenswege von Lessing und Mendelssohn.
  • Untersuchung der Bedeutung der Philosophie der Aufklärung als Brücke zwischen den Kulturen.
  • Deutung der auto- und biographischen Parallelen zwischen dem historischen Mendelssohn und der literarischen Nathanfigur.
  • Einordnung von Nathan der Weise in den historischen Kontext des „Goeze-Streits“.

Auszug aus dem Buch

3. Auto- bzw. biographische Bezüge der Nathanfigur

Stand Moses Mendelssohn nun wirklich Pate für Lessings Nathanfigur? Die Vermutung liegt Nahe, denn weder Lessing noch Mendelssohn evrbarge ihre Freundschaft vor der Außenwelt. Aber kann die Tatsache, dass Nathan ein Jude ist allein schon diese Interpretation stützen?

Es ist nicht zu leugnen, dass sich Moses, im Laufe seiner Berliner Jahre zu einem erfolgreichen Kaufmann emporgearbeitet hat und sogar die Stellung eines „außerordentlichen Schutzjuden“ erwarb. Auch Nathan ist wohlhabend und sein anfänglich bedrohte Wohnsituation steht auf unstetem Fuß. Lessing macht dies durch das Mittel des Brandes deutlich, der das Wohnhaus des Jude beinahe zerstört hatte, aber auch durch die Allmacht die Saladin und der Patriarch über den Verbleib Nathans zu haben scheinen. Im Staate Jerusalem wird Nathan einzig und allein deshalb geduldet, weil sich der momentan in Liquiditätsschwierigkeiten befindliche Sultan finanzielle Unterstützung von dem reichen Juden erhofft. Auch in Deutschland des 18.Jahrhuderts waren die Juden gezwungen Abgaben an die Fürstentümer zu entrichten, sonst drohten Restriktionen bestenfalls in Form von Ausweisung. Die vom Patriarchen ausgesprochene Androhung Nathan verbrennen zu lassen, verweist auf die ständige Verfolgung der Juden durch die denen nach dem Leben trachtenden Christen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Freundschaft zwischen Lessing und Mendelssohn sowie Erläuterung der Relevanz für die Entstehung von Nathan der Weise.

1. Moses Mendelssohn & Gotthold Ephraim Lessing: Detaillierte Betrachtung der Herkunft und frühen Lebensjahre beider Protagonisten vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen sozialen Realität.

2. Philosophie der Aufklärung als Bindeglied zwischen den zwei Kulturen: Darstellung der Begegnung der beiden Denker und ihres intellektuellen Austauschs, der zur Grundlage ihrer lebenslangen Zusammenarbeit wurde.

3. Auto- bzw. biographische Bezüge der Nathanfigur: Analyse der Parallelen zwischen dem Leben von Mendelssohn und Lessing und den Merkmalen der Figur des Nathan.

Schluß: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über den Einfluss der Freundschaft auf Lessings Humanitätsideal.

Schlüsselwörter

Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn, Nathan der Weise, Aufklärung, religiöse Toleranz, deutsch-jüdische Freundschaft, Ghetto, Emanzipation, Humanitätsreligion, Biografik, Philologie, Humanität, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das enge freundschaftliche Verhältnis zwischen dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing und dem Philosophen Moses Mendelssohn und analysiert, wie diese Verbindung das humanistische Weltbild in Lessings Spätwerk prägte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den sozialen Bedingungen des deutschen Judentums im 18. Jahrhundert, der biografischen Entwicklung beider Hauptfiguren und der philosophischen Auseinandersetzung mit Toleranz und Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Ursprung des Toleranzgedankens in Lessings Nathan der Weise zu beleuchten und herauszuarbeiten, inwiefern Mendelssohn tatsächlich als „Urbild“ für die Nathanfigur fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und biografische Analyse, die auf Sekundärliteratur zu Lessing und Mendelssohn sowie auf dem Text von Nathan der Weise basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lebenswege beider Denker, die Analyse ihres gegenseitigen intellektuellen Einflusses und den direkten Abgleich von biografischen Ereignissen mit der literarischen Gestaltung der Nathanfigur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Aufklärung, Toleranz, Humanitätsreligion, deutsch-jüdische Freundschaft sowie der Begriff des „Schutzjuden“ im 18. Jahrhundert.

Wie bewertet die Autorin die Behauptung, Mendelssohn sei das „Urbild“ Nathans?

Die Autorin erkennt Parallelen im Status und in der Biografie an, weist aber darauf hin, dass die Figur auch starke autobiografische Züge von Lessing selbst trägt, etwa im Umgang mit privatem Schicksal.

Welche Rolle spielte der sogenannte „Goeze-Streit“?

Der Streit mit dem Hamburger Pastor Goeze war maßgeblich für Lessing, da er ein Publikationsverbot erhielt; *Nathan der Weise* diente ihm als Möglichkeit, seine Ideen der Toleranz trotz dieser Zensur einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

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Details

Title
Gotthold Ephraim Lessings Freundschaft
College
University of Mannheim  (Neuere Literaturwissenschaft)
Course
Aktuelle Inszenierungen des Mannheimer Nationaltheaters
Grade
2,0
Author
Christina Kühnle (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V28598
ISBN (eBook)
9783638303330
Language
German
Tags
Gotthold Ephraim Lessings Freundschaft Aktuelle Inszenierungen Mannheimer Nationaltheaters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Kühnle (Author), 2003, Gotthold Ephraim Lessings Freundschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28598
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