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Wachstum, finanzielle Repression, Sparen, Zahlungsausfall. Wege aus der Schuldenkrise

Titel: Wachstum, finanzielle Repression, Sparen, Zahlungsausfall. Wege aus der Schuldenkrise

Seminararbeit , 2012 , 40 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marco Schaible (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Schuldenkrise in Europa ist für uns in diesen Tagen omnipräsent. Kein Tag vergeht an dem nicht ein Nachrichtenmagazin über neue Entwicklungen, neue Lösungsmöglichkeiten oder neue Vorhersagen über die Länge oder den Ausgang der Krise berichtet.
Als Ausgangspunkt der jetzigen Krise gilt die Finanzkrise im Sommer 2007 in den Vereinigten Staaten. Der Zusammenbruch von Lehmann Brothers im September 2008 markierte den ersten Höhepunkt der Krise. Im Jahr 2009 schrumpfte daraufhin die Wirtschaft in nahezu allen industrialisierten Ländern. Als 2010 das Wirtschaftswachstum wieder einsetzte, gerieten die Schulden vereinzelter Eurostaaten in den Blickpunkt der
Finanzmärkte und bedrohen nun ihrerseits die Stabilität der europäischen und internationalen Finanzmärkte. Durch die allgemeine Fehlbewertung finanzieller Risiken, welche auch durch immer undurchsichtigere Finanzprodukte unterstützt wurde, konnten zahlreiche Staaten über ihre Verhältnisse leben, strukturelle Probleme geduldet und Fehlinvestitionen in Immobilien- und Finanzsektoren getätigt werden. Auch wenn die Ursachen der Schuldenkrise bekannt sind und zahlreiche Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden, ist bislang noch keine Lösung gefunden worden. Doch welche Wege aus der Schuldenkrise sind möglich und was sind deren Vor- und Nachteile? Im Folgenden werden Auswege aus der Krise und die spezielle Situation im Euroraum diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Thematische Einführung

1.2. Gang der Untersuchung

2. Wachsen

2.1. Optimierung struktureller Maßnahmen

2.2. Strukturelle Maßnahmen vs. Kurzfristige Maßnahmen

3. Finanzielle Repression

4. Sparen

4.1. Höhere Steuern

4.2. Niedrigere Ausgaben

4.3. Austeritätsmaßnahmen

5. Zahlungsausfall

5.1. Reprofiling

5.2. Haircut

5.3. Ungeordnete Insolvenz

5.4. Spezielle Umstände in Europa

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht theoretische Optionen und konkrete Lösungswege, um verschuldete Staaten aus der Schuldenkrise zu führen, wobei insbesondere die Situation im Euroraum und die Vor- sowie Nachteile verschiedener Maßnahmen kritisch diskutiert werden.

  • Wirtschaftswachstum als Strategie zur Defizitreduzierung
  • Finanzielle Repression zur Staatsentschuldung
  • Auswirkungen von Sparprogrammen (Austerität) und Steuererhöhungen
  • Formen des Zahlungsausfalls (Reprofiling, Haircut, ungeordnete Insolvenz)
  • Institutionelle Herausforderungen und Lösungsansätze in der Eurozone

Auszug aus dem Buch

5.1. Reprofiling

Allgemein werden beim „Reprofiling“ also einer Umschuldung, die Kreditkonditionen neu ausgehandelt. Zu den Möglichkeiten gehören die Verlängerung von Laufzeiten, ein Aussetzen der Raten und die Rückzahlung auf einen Schlag zu einem späteren Zeitpunkt sowie eine Senkung der Zinsen - oder alles zusammen. Ein Reprofiling kann auch durch die Ablösung von alten Krediten durch Kredite mit besseren Konditionen bzw. neuen Gläubigern erfolgen. Beim Reprofiling bleibt im Gegensatz zum Haircut die Höhe der Schuldenlast unverändert.

Falle Griechenlands könnte dies darauf hinauslaufen, dass die Anleger ihre Staatsanleihen in neue Bonds mit für Athen vorteilhafteren Konditionen umtauschen oder sie de facto dazu gezwungen werden Griechenland weiteres Geld zu leihen. Letzteres wird auch als „concerted lending“ bezeichnet.

Bei der konzertierten Kreditvergabe (concerted lending) werden die Gläubiger mehr oder weniger freiwillig, gemeinsam zum Nachschuss an Krediten für den Schuldner verpflichtet. Damit soll erreicht werden, dass das Schuldnerland die laufenden Kredite bedienen kann und nicht sofort insolvent ist. Kritik an dieser Vorgehensweise ist, dass es das Überschuldungsproblem des Kreditnehmers nicht löst. Die erneute Kreditvergabe erhöht die vorhandenen Schulden darüber hinaus noch. Dieser möglichen Lösung ist die Perspektive unterstellt, dass eine Volkswirtschaft dynamisch wachsen kann und in der Zukunft somit die Schulden begleichen kann. Während keine neuen Gläubiger dem Land Geld leihen würden, kann es für die bestehenden Gläubiger sinnvoll sein Kredite nachzureichen um einen Zahlungsausfall so zu vermeiden. Dies ist jedoch nur sinnvoll wenn alle Gläubiger gemeinsam verpflichtet werden. Da die neuen Kredite über längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen verfügen, also de facto einen Verlust der Gläubiger bedeuten, besteht das Problem des „Free-ridings“, also das profitieren einzelner Gläubiger durch den Nachschuss an Krediten anderer Gläubiger ohne sich selbst an der Rettungsaktion zu beteiligen. Der Druck auf die Schuldner neue Kredite zu vergeben wird dabei durch die Zentralbank des Schuldnerlandes, internationale Institutionen sowie implizite Insolvenzdrohungen ausgeübt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die Genese der Schuldenkrise dar und definiert den Gang der Untersuchung sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Wachsen: Analysiert, wie Wirtschaftswachstum durch strukturelle Reformen generiert werden kann und vergleicht diese mit kurzfristigen Konjunkturmaßnahmen.

3. Finanzielle Repression: Erläutert Instrumente wie Zinsschranken und Kapitalkontrollen, mit denen Staaten ihre Schuldenlast subtil durch negative Realzinsen reduzieren können.

4. Sparen: Untersucht die Auswirkungen von fiskalischer Konsolidierung durch Steuererhöhungen oder Ausgabenkürzungen auf das Wirtschaftswachstum und die Einkommensverteilung.

5. Zahlungsausfall: Beschreibt verschiedene Formen der Umschuldung und Insolvenz, inklusive der Problematik von Schuldenschnitten (Haircut) und deren Folgen.

6. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass angesichts der heterogenen Ursachen der Krise ein länderspezifisches Maßnahmenbündel statt einer einheitlichen Politik erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Schuldenkrise, Finanzielle Repression, Wirtschaftswachstum, Austerität, Schuldenschnitt, Reprofiling, Staatsinsolvenz, Fiskalpolitik, Euroraum, Lissabon-Strategie, Strukturreformen, Staatsverschuldung, Konjunkturprogramme, Zahlungsunfähigkeit, Haushaltsdefizit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen theoretischen Ansätze und politischen Instrumente, mit denen europäische Staaten auf eine existenzielle Schuldenkrise reagieren können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und ihre Finanzen zu konsolidieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Möglichkeiten der Wachstumsförderung, die Anwendung finanzieller Repression, fiskalische Sparmaßnahmen sowie die Risiken und Abläufe von staatlichen Zahlungsausfällen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, verschiedene Auswege aus der Schuldenkrise zu bewerten und zu diskutieren, insbesondere unter Berücksichtigung der spezifischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen innerhalb des Euroraums.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die auf der Analyse von ökonomischen Modellen (wie dem Solow-Modell oder Modellen zu Multiplikatoreffekten), historischen Fallbeispielen und empirischen Studien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden vier Hauptkategorien für den Schuldenabbau detailliert betrachtet: Wachstumsstrategien, finanzielle Repression, Sparmaßnahmen (Einnahmen- und Ausgabenseite) sowie verschiedene Szenarien des Zahlungsausfalls.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Schuldenkrise, Finanzielle Repression, Austerität, Haircut, Staatsinsolvenz, Fiskalische Konsolidierung und Strukturreformen.

Warum sind kurzfristige Konjunkturprogramme für Krisenstaaten oft problematisch?

Kurzfristige Programme erfordern liquide Mittel, über die Krisenstaaten meist nicht verfügen. Zudem zeigen neuere Studien, dass der fiskalische Multiplikatoreffekt in der Krise oft deutlich geringer ausfällt als in klassischen keynesianischen Modellen angenommen.

Was versteht man unter dem "Free-rider"-Problem bei einem Reprofiling?

Das Problem beschreibt die Situation, in der einzelne Gläubiger von den Rettungsmaßnahmen anderer profitieren, ohne sich selbst an der Bereitstellung neuer Kredite oder der Akzeptanz schlechterer Konditionen zu beteiligen.

Welche Rolle spielt die "No-Bail-Out"-Klausel im europäischen Kontext?

Sie soll sicherstellen, dass Mitgliedsstaaten für ihre Schulden selbst verantwortlich bleiben und nicht von anderen Euroländern gerettet werden, um eine vernünftige Haushaltsführung zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wachstum, finanzielle Repression, Sparen, Zahlungsausfall. Wege aus der Schuldenkrise
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Wirtschaftstheorie)
Note
1,0
Autor
Marco Schaible (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
40
Katalognummer
V286028
ISBN (eBook)
9783656956891
ISBN (Buch)
9783656956907
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VWL Seminar Wirtschaft Repression Zahlungsausfall Südländer Italien Sparen Portugal spanien steuern steuererhöhung steuersenkung Insolvenz wachstum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marco Schaible (Autor:in), 2012, Wachstum, finanzielle Repression, Sparen, Zahlungsausfall. Wege aus der Schuldenkrise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286028
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Leseprobe aus  40  Seiten
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