Das langfristige Überleben am Markt und die nachhaltige Erzielung von Gewinnen sind in erster Linie auf einen erfolgreichen Strategieprozess zurückzuführen. Die Entwicklung und Umsetzung solcher Strategien bedarf einer kontinuierlichen und aktiven Aufbereitung von entscheidungsrelevanten Informationen. Da die Erarbeitung von Strategien traditionell als Managementaufgabe gesehen wird, obliegt es dem Controlling im Rahmen seiner Unterstützungsfunktion das Management im Strategieprozess zu begleiten. Für die Beurteilung von verschiedensten Handlungsalternativen werden im strategischen Planungsprozess in der Regel qualitative Bewertungsmethoden herangezogen. Im Gegensatz dazu, haben die quantitativen Verfahren bisher keine breite Akzeptanz in der wissenschaftlichen Literatur gefunden. Die Einbindung von quantitativen Größen kann jedoch die Messbarkeit von strategierelevanten Entscheidungen wesentlich erhöhen, wodurch die Effektivität des Strategieprozesses verstärkt wird.
Zielsetzung der vorliegenden Ausarbeitung ist vor dem Hintergrund, das Bild des strategischen Planungsprozesses durch die Einbeziehung von Unternehmensbewertungs- und Investitionsbewertungsverfahren zu aktualisieren, indem die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten von quantitativen Größen in Bezug auf die strategische Planung systematisch dargestellt werden. Nachfolgend soll ein Beteiligungsvorschlag der quantitativen Bewertungsmethoden am strategischen Planungsprozess erarbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff des strategischen Planungsprozesses
3. Aufgaben des Controllings in Bezug auf die strategische Planung
4. Der Einsatz von quantitativen Bewertungsverfahren im Rahmen der strategischen Planung
Zielbildung
Strategische Analyse
Strategieformulierung
Strategieimplementierung
Strategische Kontrolle
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie quantitative Unternehmens- und Investitionsbewertungsverfahren den strategischen Planungsprozess unterstützen und die Entscheidungsqualität erhöhen können, anstatt sich primär auf qualitative Methoden zu verlassen.
- Integration quantitativer Größen in den Strategieprozess
- Anwendung von Realoptionsbewertungen in der Zielbildung
- Einsatz der Multiplikatorenmethode zur strategischen Analyse
- Nutzen von Discounted-Cash-Flow-Verfahren bei der Strategieformulierung
- Einsatz von Substanzwert- und Mittelwertverfahren in der strategischen Kontrolle
Auszug aus dem Buch
Zielbildung
Die Phase der Zielbildung ist durch einen gewissen Handlungsspielraum für die unternehmerischen Entscheidungen gekennzeichnet. Jedoch bereits in dieser Phase muss beschlossen werden, welche Laufzeit die Strategie haben wird und wie die Beziehung zwischen Unternehmen und Umwelt langfristig ausgestaltet werden soll. Die Festlegung strategischer Zielsetzungen weist somit einen Optionscharakter auf, der zum Startzeitpunkt variiert, aber nicht mehr vollständig geändert werden kann. Diese unternehmerische Flexibilität kann anhand vom Realoptionsverfahren bewertet werden. Der Realoptionswert ist die Erweiterung des klassischen Kapitalwerts, dem ein Zuschlag für den Wert der Flexibilität zugerechnet wird. Die Berechnung erfolgt durch eine theoretische Nachbildung der zukünftigen unsicheren Zahlungsströme (Cash-Flows) des Unternehmens. Dabei können verschiedene Typen von Realoptionen unterschieden werden:
- Aufschubsoption: zeitlicher Spielraum für die Entscheidungsfindung bei einer Investition,
- Abbruchsoption: die Möglichkeit, eine Investition bei unbefriedigendem Verlauf frühzeitig zu beenden,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Notwendigkeit, qualitative durch quantitative Bewertungsmethoden im strategischen Planungsprozess zu ergänzen, um die Effektivität strategischer Entscheidungen zu steigern.
2. Der Begriff des strategischen Planungsprozesses: Dieses Kapitel definiert Planung als zukunftsorientierten, repetitiven Informationsverarbeitungsprozess und benennt die zentralen Herausforderungen wie Unsicherheit und Komplexität.
3. Aufgaben des Controllings in Bezug auf die strategische Planung: Hier werden die Aufgabenfelder des Controllings entlang des Modells von Al-Laham strukturiert, von der Zielbildung bis zur strategischen Kontrolle.
4. Der Einsatz von quantitativen Bewertungsverfahren im Rahmen der strategischen Planung: Das Hauptkapitel erläutert detailliert, wie spezifische quantitative Verfahren wie Realoptionen, Multiplikatoren, DCF-Methoden und Substanzwertverfahren in den jeweiligen Phasen des Strategieprozesses angewendet werden können.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass quantitative Verfahren qualitative Instrumente nicht ersetzen, sondern durch rechnerische Untermauerung optimal ergänzen sollten.
Schlüsselwörter
Strategischer Planungsprozess, Unternehmensbewertung, Investitionsbewertung, Controlling, Strategieentwicklung, Realoptionsverfahren, Multiplikatorenmethode, Discounted-Cash-Flow, Strategieimplementierung, Strategische Kontrolle, Quantifizierung, Entscheidungsunterstützung, Value Gap, Zahlungsströme, Strategieformulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration von quantitativen Unternehmens- und Investitionsbewertungsverfahren in den strategischen Planungsprozess, um diesen methodisch zu untermauern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Erweiterung qualitativer Strategieinstrumente um quantitative Methoden in den fünf Phasen des strategischen Planungsprozesses.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Bild des strategischen Planungsprozesses zu aktualisieren, indem Einsatzmöglichkeiten quantitativer Größen systematisch dargestellt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die durch eine Literaturanalyse die Eignung verschiedener Bewertungsmethoden für den Strategiekontext untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische quantitative Verfahren wie Realoptionen, DCF-Modelle und Multiplikatoren in Bezug auf ihre Anwendung in den Phasen Zielbildung, Analyse, Formulierung, Implementierung und Kontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind strategischer Planungsprozess, Controlling, quantitative Bewertung, Realoptionen und DCF-Verfahren.
Warum reichen qualitative Instrumente laut Autorin oft nicht aus?
Laut Autorin können quantitative Größen die Messbarkeit von strategierelevanten Entscheidungen wesentlich erhöhen und somit die Effektivität des Planungsprozesses steigern.
Welche Herausforderung ergibt sich bei der Realoptionsbewertung?
Die größte Herausforderung besteht darin, dass die Unsicherheitsproblematik durch Realoptionen nicht komplett gelöst wird und zudem eine "First-Mover"-Problematik hinsichtlich der Ausübung der Option besteht.
Worin liegt der Unterschied zwischen Brutto- und Nettoverfahren bei DCF?
Beim Bruttoverfahren werden Free Cash Flows für Eigen- und Fremdkapitalgeber erfasst, während das Nettoverfahren nur den für Eigenkapitalgeber relevanten Überschuss ermittelt.
- Arbeit zitieren
- Olesya Kazantseva (Autor:in), 2014, Verfahren der Unternehmens- und Investitionsbewertung im Rahmen der strategischen Planung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286075