Die Wüste schreibt zurück. Eine ökokritische Analyse der Wüste in Paul Bowles "Himmel über der Wüste" und Michael Ondaatjes "Der englische Patient"


Masterarbeit, 2014

85 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. THEORIE
2.1 ÖKOLOGIE UND ECOCRITICISM/ ÖKOKRITIK
2.1.1 NATUR UND LANDSCHAFT
2.2 ÖKOKRITIK UND SPRACHE
2.2.1 POSTMODERNE UND DEKONSTRUKTION
2.2.2 ORIENTALISMUS UND KONTRAPUNKTISCHES LESEN
2.2.3 ÖKOKRITIK UND DEKONSTRUKTION
2.3 WAS IST EINE WÜSTE? - SYMBOL UND VERORTUNG
2.4 T HE E MPIRE W RITES B ACK UND DIE WÜSTE SCHREIBT ZURÜCK

3. METHODE
4. ANALYSE - DIE WÜSTE SCHREIBT ZURÜCK
4.1 DIE TEXTE - INHALTE UND ECKDATEN
4.1.1 HIMMELÜBER DER WÜSTE
4.1.2 DER ENGLISCHE P ATIENT
4.2 DIE EINSCHREIBUNG
4.2.1 HIMMELÜBER DER WÜSTE
4.2.2 DER ENGLISCHE P ATIENT
4.3 DER KONTRAPUNKT
4.3.1 HIMMELÜBER DER WÜSTE
4.3.1 DER ENGLISCHE PATIENT

5. SCHLUSSWORT

6. LITERATUR

1. EINLEITUNG

Die Idee meiner Thesis geht zurück auf eine Äußerung Paul Bowles, die er in einem Interview zu der Frage bezüglich seiner Motivation, den Roman Himmel ü ber der W ü ste zu schreiben, formuliert hatte: „What I wanted to tell is what the desert can do to us. The desert is the protagonist.” 1 Ich möchte in dieser Arbeit versuchen zu ergründen, was Bowles zu dieser Aussage veranlasste. Was ist das Besondere an der Wüste und wie ist es möglich, einer Landschaft die Funktion eines Protagonisten zuzusprechen und wie wirkt sich das auf den Text aus?

Während der Lektüre des Textes Himmel ü ber der W ü ste wirkt die Wüstenlandschaft wie eine alles umfassende Kulisse. Die Sahara in ihrer Absolutheit ist als Ort des Geschehens so endgültig und unantastbar gewählt, dass man sich während der Lektüre wie im Treibsand gefangen fühlt. Wie steht das im Zusammenhang mit der Aussage Bowles?

Als weiteren zu untersuchenden Text habe ich den Englischen Patienten von Michael Ondaatje gewählt. Hier ist die Wüste Kriegsschauplatz (in Himmel ü ber der W ü ste hingegen ist die Wüste als Ort der weitesten Entfernung von den Auswirkungen des Krieges gewählt worden), der zum Dreh- und Angelpunkt der Erzählung wird. Die Räume und Orte, die dieser Text eröffnet, sind gebrochen, zerstört, restauriert, offen und miteinander sowie mit dem Medium Text verbunden. Eine Analyse des Englischen Patienten hinsichtlich meiner Frage und Untersuchung zu der Bedeutung und Beziehung von den Wüstenräumen im Text scheint mir daher als äußert aufschlussreich.

Doch zunächst stellen sich Fragen zur Wüste in der Geschichte der Literatur im Allgemeinen: Warum ist es immer wieder die Wüste, die zum Schauplatz besonderer Ereignisse gewählt wird? Welche symbolische Bedeutungskraft wird ihr dabei zu-/ eingeschrieben? Die Antwort auf diese und ähnliche Fragen werde ich direkt im Text suchen. Meine These ist, dass in den Texten zwei Ebenen enthalten sind, die einmal die zu-/eingeschriebenen Wüstenmotive erkennen lassen und diese andererseits aber, in einer Art Subtext, kontrapunktisch unterwandern. Diesen Subtext verstehe ich als die W ü ste, die zur ü ckschreibt. Denn in der Aufarbeitung und späteren Analyse der Wüstensymboliken wird schnell ersichtlich, dass diese oftmals einen bestimmten Zweck erfüllen. Die These ist, das Zurückschreiben der Wüste (u.a.) als Antwort auf diese eingeschriebene Zweckmäßigkeit zu sehen.

Die mögliche Relevanz dieser Untersuchung in einem transnationalwissenschaftlichen Rahmen wird schnell ersichtlich. So ist die Wüste ein wesentlicher Raum des (post)kolonialen und imperialen Machtdiskurses. Sie ist immer wieder Ort solcher Machtstrukturen gewesen, geworden und geblieben. Die Idee meines Titels, Die W ü ste schreibt zur ü ck, ist also eindeutig vor dem Hintergrund der postkolonialen Untersuchung The Empire Writes back entstanden und zu verstehen. Der Postkolonialismus und Saids Theorie des „kontrapunktischen Lesens“ werden die Wegweiser dieser Arbeit in einem transnationalwissenschaftlichen Zusammenhang sein.

Um die Funktion von Landschaft und Natur in der Literatur verstehen zu können, werde ich mich an Theorien des Ecocriticism bzw. der Ökokritik orientieren, die in Kombination mit einem dekonstruktivistischen Ansatz und der kontrapunktischen Lektüre Saids aufschlussreiche Erkenntnisse über Dualismen zwischen Mensch und Natur oder Kultur und Natur versprechen. Bei der Untersuchung des Symbolismus der Wüste sind es nicht zuletzt solche Dualismen, die der Wüste ihre Funktion oder ihre Nutzlosigkeit zuschreiben wollen.

Die Thematik der Wüste ist außerdem in doppelter Weise spannend. In unserer Zeit wird oft von einer Desertifikation der Umwelt durch den Menschen gesprochen, in dem der Mensch durch sein Eingreifen die Natur verändert und sie letztlich dauerhaft zerstört.2 Meine ökokritische Untersuchung der literarischen Wüsten erhält in diesem Zusammenhang eine aufschlussreiche Ambivalenz, die gleichzeitig das Potenzial dieser Arbeit unterstreicht.

Mein Vorgehen in vorliegender Arbeit wird sich folgendermaßen gestalten: Ich werde zunächst einen Überblick über den Begriff und die Richtung des Ecocriticism bzw. der Ökokritik geben und dann auf die Funktion der Sprache bzw. des Textes kommen, unter Einbeziehung der Postmoderne und Dekonstruktion, dem Orientalismus und dem kontrapunktischen Lesen. Auf dieser Basis wende ich mich dann der Wüste zu. Nach einer kurzen Einführung über die Geschichte und Entwicklung der Wüste als literarisches Motiv lässt sich der Zusammenhang zu den zuvor erklärten theoretischen Ansätzen erschließen und es folgt die Analyse der beiden Texte Himmel ü ber der W ü ste und Der Englische Patient.

2. THEORIE

2.1 ÖKOLOGIE UND ECOCRITICISM/ ÖKOKRITIK

Vor dem Hintergrund der Industrialisierung und der gegenwärtigen Technologisierung drängt sich eine Frage in unserer Gesellschaft immer mehr in den Vordergrund, welche (langfristigen) Auswirkungen hat das Verhalten des Menschen für die Natur? Wir beginnen gerade erst im Ansatz zu verstehen, wie gravierend und unberechenbar die Folgen unserer Zerstörung der Natur schon sind und noch sein werden. Hierbei spielt auch die Angst vor Konsequenzen für den Menschen in Form einer möglichen Revanche seitens der Natur eine Rolle. Die eigene Zerstörungswut wird zur Angst vor der Zerstörungskraft der Natur. Das Bewusstsein von Schuld wird zur Angst vor einer nötigen Sühne. Naturkatastrophen werden oft als unmittelbare Folgen menschlicher Zerstörungskraft gesehen (Bsp. Klimaerwärmung), indem der Natur diese zerstörerische Reaktionsfähigkeit zugeschrieben wird. Doch es bestehe Hoffnung, so die allgemeine Annahme, denn es liege immer noch in der Hand des Menschen, der Natur doch noch rechtzeitig Herr zu werden. So ist der Glaube, dass die Natur Gnade walten lassen würde, wenn der Mensch sich ihr gegenüber nur endlich freundlicher und bewusster verhalten würde. Die Phrase „Die Natur schlägt zurück“ wird zum Schreckgespenst der Zivilisation, und die Angst vor einem Kontrollverlust lässt in uns das Bedürfnis nach Nähe und Versöhnung mit der Natur immer größer werden. Wobei gerade das bisherige Bedürfnis nach Kontrolle und Macht für den vermeintlich gegenwärtigen Kontrollverlust verantwortlich ist. Nun merken wir, dass wir die Natur trotz Industrialisierung und Technisierung nicht in den Griff bekommen und versuchen auf scheinbar umgekehrtem Wege, den Schein der Kontrolle wiederzugewinnen.

Doch festzuhalten ist, dass das Grundverständnis unseres Daseins darauf basiert, dass wir zwischen uns und der Natur unterscheiden und dass wir uns die Natur zu Nutze machen, indem wir sie kontrollieren, denn „der Acker ist die Welt“ (Mt 13,38).

Nach diesem kurzen Exkurs kommen wir zurück zur Entstehung und Entwicklung des Ecocriticism. Die Ökologie und die Suche nach Lösungen und praktikablen Alternativen für ein weniger zerstörerisches Umweltverhalten nehmen in den Gesellschafts- und Naturwissenschaften einen immer größeren Raum ein. Die Illusion einer möglichen Kontrolle der Natur durch ein bewussteres Verhalten ihr gegenüber untermauert die vorherrschende Kultur-Natur-Dichotomie, die den Menschen und alles Nichtmenschliche als separate Einheiten betrachtet. Die Naturwissenschaften aber auch die Geistes- und Humanwissenschaften unterliegen immer wieder der Kritik, sich aus dieser Dichotomie nicht lösen zu können, obwohl diese sich nicht mit der Evolutionstheorie in Einklang bringen lässt. So ist doch die Grundannahme der Evolution, dass alle Lebewesen sich zu ihrer derzeitigen Form mit allen damit verbundenen Eigenschaften und Eigenarten nur im wechselwirkenden Zusammenspiel mit ihrer jeweiligen Umgebung entwickeln konnten. Betrachtet man Menschliches und Nichtmenschliches als separate Einheiten ist solch eine prozesshafte, wechselseitige Entstehung schwer vorstellbar. Stattdessen herrscht der Mensch als Krone der Schöpfung über alles Nichtmenschliche.3 Der Natur-Kultur- Dichotomie liegt eine Trennung zwischen Menschen und allem Nichtmenschlichem zugrunde, während die Evolution alles in Relation zueinander versteht.4

Seit der Begriff Ecocriticism 1978 das erste Mal in William Rueckerts Aufsatz „ Literature and Ecology: An Experiment in Ecocriticism ” verwendet wird, ist die Ökokritik ein wachsendes, sehr weiträumiges kultur- und literaturwissenschaftliches Forschungsgebiet. Gemeinsam sind allen bisherigen Studien die Untersuchung der Thematisierung von Natur und das Verhältnis von Mensch und Umwelt in der Literatur.5 Das von Rueckert formulierte sogenannte „erste Gesetz der Ökologie“ (alles ist mit allem verbunden) ist bis heute der wichtigste Leitsatz der Ökokritik. Sein ambitioniertes Ziel ist es, der Zerstörung der Biosphäre Einhalt zu gebieten, indem das schöpferische Potenzial der Literatur erkannt wird. Literatur ist für ihn eine Pflanze, die Energie beinhaltet und transferiert werden kann.6 Auch dieser literaturkritische Grundsatz geht also von einer möglichen Kontrolle der Natur aus, indem das Umweltbewusstsein gestärkt werden soll. Angesichts dieser vermeintlichen Sackgasse ist der ökokritische Anspruch meiner Arbeit kein weltverbessernder, sondern entscheidend soll sein, einerseits auf die Zweckmäßigkeit der Beziehung des Menschen zur Natur aufmerksam zu machen, und andererseits aufzuzeigen, dass diese Zweckmäßigkeit Brüche aufweist, die beweisen, dass der Mensch die Kontrolle über die Natur niemals innehatte und auch niemals innehaben wird.

Der Ecocriticism lässt sich vage in zwei Entwicklungsstufen unterteilen. Die erste Welle legt den Fokus auf die Distanz zwischen Natürlichem und Menschlichem, während die zweite Welle ihr Augenmerk gerade auf die Interaktionen und Verbindungen zwischen urbanen und natürlichen Plätzen, zwischen Menschlichem und Nichtmenschlichem legt. Einige der Hauptrichtungen des Ecocriticism, die sich mit der Zeit herausgebildet haben, sind der ecological ecocriticism, conservationist ecocriticism deep ecological ecocriticism, ecofeminism und in Deutschland die urbane Ö kokritik und der Bioregionalismus.7 Zunächst war der Ecocriticism hauptsächlich in der Anglistik und Amerikanistik vertreten, doch auch in der Germanistik gewinnt die Ökokritik immer mehr an Gehör. Da die Ökokritik hier noch in den Anfängen steckt, beschränken sich die Studien bislang hauptsächlich auf die Naturkonzepte bestimmter Epochen und einzelner Autoren. Die Universität des Saarlandes macht in ihrem Call of Papers zur XVI. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (DGAVL) im Juni 2014 zum Thema Literatur und Ökologie darauf aufmerksam, dass dieses Thema vor allem aus interkultureller, intermedialer und interdisziplinärer Perspektive noch viel Potenzial für erkenntnisreiche Studien bietet.8 Hier lässt sich sicherlich auch im Zuge einer transnationalen Literaturwissenschaft anknüpfen und ein idealer Platz für meine Thesis finden, denn der interdisziplinäre Ansatz der Ökokritik lädt dazu ein, die Grenzen der Literaturwissenschaft neu zu hinterfragen.9

Die Gründung der akademischen Plattform ASLE (Association of the Study of Literature and the Environment) in den Achtzigerjahren machte innovative Lösungsansätze für ein bewussteres Verständnis von Umwelt und Mensch oder Natur und Kultur mit einem breiten Spektrum interdisziplinärer Ansätze einer großen Öffentlichkeit zugänglich. 1993 wurde von Patrick Murphy die Zeitschrift ISLE (Interdisciplinary Studies in Literature and the Environment) gegründet, die ebenfalls einen bedeutenden Teil zu der Verbreitung des ökokritischen Ansatzes beitrug.10

Ein Grundgedanke der Ökokritik ist das Offenlegen des Anthropozentrismus unserer Gesellschaft in den untersuchten Texten.11 Der Anthropozentrismus wird aufgrund der formativen Kraft seines vorherrschenden Denkens für Missstände in der Natur verantwortlich gemacht.12 Der Ökokritik liegt keine fixe literarische Theorie zugrunde, sondern sie verknüpft verschiedene Disziplinen vor dem Hintergrund einer umweltfreundlichen Ethik und eines facettenreichen Verständnisses von Umwelt.13 Die Ökokritik verwendet Texte dazu, die Position des Menschen innerhalb eines ökologischen Systems immer wieder neu zu hinterfragen. Ökokritisches Denken hinterfragt außerdem historisch bedingte Konzepte (wie das der Wüste in der Literatur) in Hinblick auf textliche Artefakte, die das gegenwärtige Verhältnis zu und Verständnis von diesen Konzepten beeinflussen,14 indem ihnen eine Hierarchisierung von Mensch und Umwelt eingeschrieben ist, die dekonstruiert werden soll.

Sieht man die Literatur einem schönen Zitat von Ottmar Ette zufolge als einen Speicher für Lebenswissen, ist es ganz entscheidend, diese für die Suche nach Antworten auf Fragen aller Art und in diesem Fall, wenn es um die Problematiken zwischen Mensch und Nichtmenschlichem, zwischen Mensch und Natur oder Mensch und Landschaft geht, heranzuziehen.

„[D]er Literatur [kommt] das Vermögen zu, normative Formen von Lebenspraxis und Lebensvollzug nicht nur in Szene zu setzen, sondern auch performativ im ernsthaften Spiel zur Disposition zu stellen. Das Literarische enthält stets ein Wissen um die Grenzen der Gültigkeit von Wissensbeständen einer gegebenen Gesellschaft oder Kultur. Vor diesem Hintergrund darf Literatur in ihren unterschiedlichsten Schreibformen als ein sich wandelndes und zugleich interaktives Speichermedium von Lebenswissen verstanden werden.“15

Denn in der Fiktion der Literatur sind eingeschriebene Modelle und Konzepte entworfen und erprobt, die es zu erkennen gilt.16 In einer komparatistischen und interdisziplinären Auseinandersetzung mit solchen Erkenntnissen ist der Ecocriticism seit den 70iger Jahren die literaturwissenschaftliche Bewegung, die das ökologisch wertvolle Potenzial der Literatur in der Thematisierung des Verhältnisses von Mensch und Natur bzw. Kultur und Natur erkannt und zum gemeinsamen Untersuchungsgegenstand gemacht hat. Die eingeschriebenen Konzepte dieses Verhältnisses schlagen sich in einer bestimmten Naturästhetik, Naturwahrnehmung und -erfahrung nieder. Die metaphorische Gestaltung aber auch die Diskursivierung der literarischen Texte bieten dazu potentielle Anhaltspunkte.17 Das zentrale Motiv meiner Untersuchung soll die Wüste sein, die seit jeher eine zentrale Rolle in der Literatur gespielt hat und zum Ausgangspunkt unzähliger Metaphern und Komposita im Sprachgebrauch geworden ist.

Ein entscheidendes theoretisches Konzept, um der Bedeutung der Natur in der Literatur nachgehen zu können, ist für Nancy Easterlin die Evolutionstheorie. In ihrer umfassenden Arbeit A biocultural Approach to literary theory and interpretation kombiniert sie Kultur-, Geschichts- und Literaturanalysis innerhalb eines kognitiven-evolutionären Rahmens, um die Multifunktionalität des Nutzens von Literatur aufzuzeigen.18 Diese Kombination mit naturwissenschaftlich geprägten Konzepten ist das entscheidende Element, denn die Problematik literaturwissenschaftlicher Interpretationen ist immer wieder, dass ihre Relevanz in unserer naturwissenschaftlich dominierten Zeit nur schwer haltbar ist. Der Schwachpunkt der Geisteswissenschaften ist ihre Grundannahme, die Relevanz ihrer selbst darin begründet zu sehen, dass unsere kulturelle Gegenwart uns von unserer natürlich biologischen Vergangenheit trennt.19 Mit dieser Begründung will sich die Geisteswissenschaft von den Naturwissenschaften abheben und ihre Berechtigung erwirken. Das menschliche Bewusstsein basiert auf dem Trugschluss, dass der natürlich- biologische Status der Vergangenheit angehört und der Mensch heute ein kulturelles Wesen ist. Doch dieser Irrtum lässt sich nach Easterlins Meinung ganz einfach damit widerlegen, dass am Beispiel der Literaturwissenschaft gerade durch den cognitive turn und den ständigen Fortschritten der Neurowissenschaften erkennbar wird, wie komplex die kognitiven, psychologisch-biologischen Faktoren sind, die bei der Produktion und bei dem Konsum von Literatur eine Rolle spielen. Naturwissenschaft und Kultur-/ Geisteswissenschaft lassen sich also keineswegs grundsätzlich voneinander trennen. Ein interdisziplinärer Ansatz der Literaturwissenschaften bietet für Easterlin gerade im Zusammenhang mit der Ökokritik hohes Erkenntnispotenzial bezüglich unterschiedlicher Problematiken, die in den Texten (als Speicher für Lebenswissen) eingeschrieben sind.20 Eine biokulturelle Kritik gegenüber dem literarischen Objekt hat potenziellen Wert für verschiedenste Unterdisziplinen der Literaturwissenschaft, indem die Verbindung von Kultur und Biologie die Relevanz von Bedeutung erzeugenden Prozessen für den Menschen in den Mittelpunkt erhebt.21

„[…] understanding not only the fluid and protean nature of relations and entities but also the centrality of human perception, cognition, and experience in the construction or representation of environment provides the epistemological and theoretical ground for my claim that psychological literature is an overlooked resource for ecocriticism. Since the primary goal of ecocriticism is to raise awareness of the value of the non-human natural world and the human treatment of it, literary works that explore the mind’s positive and troubled relationships with non-human nature importantly illuminate the conditions that shape human attitudes […] toward the environment.”22

Die Tatsache, dass wir Emotionen mit bestimmten Umgebungen verbinden, ist das Resultat evolutionärer Prozesse. So sichern bestimmte Emotionen in bestimmten Umgebungen das Überleben der Spezies, für das seit Millionen von Jahren einerseits die Angst vor Unbekanntem und andererseits die Erforschung des Unbekannten gleichermaßen verantwortlich gemacht werden können.23

(Die Moderne und die Technologisierung haben es dem Menschen ermöglicht, durch die ganze Welt zu reisen, ohne ernsthaften Gefahren ausgesetzt zu sein. Diese, in Anbetracht der Geschichte der Menschheit, jüngsten Entwicklungen unbegrenzter Möglichkeiten unbekanntes Terrain zu erkunden, ist ein entscheidender Unterschied zwischen uns und unseren Vorfahren, der vermutlich nicht ohne Folgen geblieben sein wird.)

2.1.1 NATUR UND LANDSCHAFT

Im Zuge meiner ökokritischen Untersuchung stellt sich natürlich auch die Frage nach einer Definition der Begriffe Natur und Landschaft. Der ökokritische Naturbegriff geht insofern über ein naturwissenschaftliches Verständnis hinaus, als dass besonders die Wechselwirkungen zwischen Natur und Kultur hinterfragt werden.24 Kate Soper macht in ihrer umfassenden Untersuchung mit dem vielversprechenden Titel, What is Nature?25, auf Problematiken aufmerksam, die bei dem Versuch einer Definition aufkommen, anstatt eine fixe Anleitung für eine Lösung auf diese Frage zu geben. Denn seit Derridas Dekonstruktion ist die Instabilität des Konzeptes und das Fehlen einer fixen außersprachlichen Referenz nur noch schwer zu leugnen. Natur wird grundsätzlich als das Gegenstück zu allem Kulturellen betrachtet und ist insofern selbst ein kulturelles Gefüge.26

„Thus ‘nature’ is opposed to culture, to history, to convention, to what is artificially worked or produced, in short, to everything which is defining of the order of humanity. I speak of this conception of nature as ‘otherness’ to humanity […].”27

Wird von der Natur gesprochen, ist damit meistens ein Gebiet oder ein Teil einer Umwelt gemeint, die nicht vom Menschen verändert wurde.28 Die Unterscheidung zwischen natürlich und künstlich impliziert einen kreativen, schöpferischen Akt, der exklusiv nur den Menschen zugerechnet wird.29 Somit ist der Unterscheidung zwischen Kultur und Natur a priori eine Diskriminierung eingeschrieben.30 (In diesem Sinne ist die Wüste doppelt hervorzuheben, ihre ‚Natürlichkeit‘ liegt in ihrer Diskrimination begründet, da sie für den Menschen vermeintlich keinen Nutzen birgt.)

Neben der außermenschlichen Natur gibt es allerdings auch das Verständnis von einer menschlichen Natur. Wie ist dieser Begriff in Bezug auf uns selbst zu verstehen? Paradoxerweise soll, wenn von der menschlichen Natur geredet wird, dieser Terminus gerade der Hervorhebung menschlicher Eigenschaften in Abgrenzung zu bspw. Tieren dienen. So seien Menschen von Natur aus rationale und moralische Wesen, die in diesem Sinne mit keiner anderen Spezies vergleichbar sind.31

Innerhalb diesem diffusen Naturkonzept fällt es etwas leichter, den Begriff der Landschaft zu bestimmen. Manfred Schmeling und Monika Schmitz-Emans machen in der Einleitung zu ihrem Sammelwerk Das Paradigma der Landschaft in Moderne und Postmoderne auf den subjektiven, anthropozentrischen Blickwinkel aufmerksam, den wir im Auge behalten müssen, wenn wir über Landschaften sprechen. Der Ursprung des Begriffs Landschaft ist entscheidend für das weitere Verständnis, denn dieser Terminus ist eigentlich der Malerei entsprungen, um eine bestimmte Gattung von Werken zu klassifizieren. Erst von diesem fiktiven, künstlerischen und künstlichen Gattungsbegriff, der bestimmte ästhetische Konstrukte umfasste, übertrug er sich auf die spezifischen Darstellungsgegenstände. Die Bezeichnung Landschaft bleibt ihrem ursprünglichen Wortgebrauch treu, auch wenn wir eine vermeintlich natürliche Landschaft betrachten, nehmen wir diese in ihrer ästhetischen Darstellungskraft wahr (wie ein Bild).32

„Damit die sichtbare Welt […] als ‚Landschaft‘ gesehen wird, bedarf es eines sehenden Subjekts. Durch das Sehen dieses Subjekts verwandelt sich Natur in Landschaft; beide, Subjekt und Landschaft, bleiben stets aufeinander bezogen. […] Auf programmatische Weise ist in der malerischen Landschaftsdarstellung die dargestellte Welt auf dieses wahrnehmende Zentrum [das Subjekt, Verf.] hin organisiert.“33

Der Hang des Menschen bzw. des Subjekts zu ästhetischen Landschaftsbetrachtungen, in denen nicht einfach nur die Erdoberfläche wiedergegeben wird, sondern diese dadurch, dass sie durch das Auge des Betrachters wahrgenommen wird, eine besondere Relation zu diesem und ein speziell wirkendes Gesicht erhält, liegt laut Schmeling und Schmitz-Emans in der Sehnsucht des Menschen nach einem übergeordneten Sinn. „Die vom Blick geschaffene Landschaft ist ein ganzheitliches Gebilde. Alle Teile bilden einen Zusammenhang.“34

„Characterizing visually experienced nature as a text implies stressing its meaningfulness, its character as a message or an expression.”35 Einer alten Metapher nach, ist die Natur eine verschlüsselte Nachricht an den Menschen, die, von Gott verfasst, seinen Willen wiedergibt, wenn man die Zeichen denn entschlüsseln kann.36 Besonders in der romantischen Literatur wird die Idee vertreten, die Landschaft wie ein bedeutungsvolles Buch zu lesen. Die literarische Schöpfung wird analog zur göttlichen Schöpfung gesehen und ebenso wie eine vollständige literarische Interpretation oder Entschlüsselung unmöglich ist, ist auch die Nachricht der Natur als Text zu rätselhaft und undurchsichtig, um sie eindeutig verstehen zu können.37

In der Bibel heißt es, die Erde war wüst und leer (tohu va bohu) vor Gottes Schöpfung. Die literarische Wüste kann als Symbol der literarischen Schöpfung ebenso als ein Zustand verstanden werden, der vor dieser Schöpfung existiert. Der Autor versucht die Wüste mit seinem Text zu „füllen“, mit seinen fiktiven Charakteren, die er in die Wüste setzt und mit Gefühlen, die diese Figuren in die Wüste hineinprojizieren, ebenso wie Gott den Menschen mit seinem vermeintlich eigenen Willen schuf und ihm die Erde als Acker gab. Doch ebenso wie der literarische Schöpfungsprozess analog zum biblischen hinsichtlich der Hierarchien gesehen werden kann, bietet der literarische Schöpfungsprozess die Möglichkeit von Alternativen oder ist ein Quell von Alternativen, die in ihm eingeschrieben sind, da sie einen Ursprung jenseits unserer bekannten Weltbilder haben, doch durch ihre Existenz unweigerlich Einfluss nehmen müssen.

Monika Schmitz-Emans erwähnt in diesem Zusammenhang Wilhelm Meisters Wanderjahre von Goethe, in dem Wilhelms Freund Jarno die Schrift der Natur lesen lernen möchte. Jarno glaubt, dass die Schrift der Natur eigentlich eindeutig ist, aber durch die Übersetzung in das menschliche Sprachsystem auch dessen Uneindeutigkeiten mit eingeschrieben bekäme.38

Schmeling und Schmitz-Emans formulieren die These, dass die Landschaft nicht vom Blick des Betrachters zu trennen oder zu unterscheiden sei, denn sie würde durch den Menschen als ästhetisches Konzept geformt, geordnet und strukturiert und sei somit ein Spiegel, in dem er sich selbst finden könne.39 Ein postmoderner Ansatz einer Kritik an dieser Stelle würde lauten, dass der Landschaft, also der Natur in dem Moment, in dem sie Gegenstand des betrachtenden Subjekts wird, jede eigenen Eigenschaften und Merkmale abgesprochen werden. Doch ich denke, dass Texten über die Natur oder Landschaften trotz der Uneindeutigkeiten der Sprache etwas von deren Wirkungsmacht eingeschrieben sein muss. Dieser Subtext unterwandert das ästhetisch konstruierte Landschaftsbild, das das Spiegelbild des Konstrukteurs ist. Denn die Eigenschaften der Natur können nicht in dem Moment verschwinden, in dem sie durch das Auge des Subjekts zum Objekt werden.

„Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass das Subjekt über die Produktion und Interpretation von Landschaften in ein reflexives Verhältnis zu sich selbst tritt. Als Spiegel des Subjekts sind Landschaften ‚physiognomisch‘.“40

Ich betrachte nicht die Landschaft oder die Natur als Spiegel, sondern als eine Seite, die hinter dem Spiegel existiert, und, wenn man richtig hinschaut, durch das Spiegelbild hindurchschimmert. Unsere Wahrnehmung ist letztlich auch außerhalb unseres Selbst. Somit besteht eigentlich kein Konflikt zwischen uns und der außersprachlichen Wirklichkeit, die wir nicht wahrhaftig zu fassen bekommen, da sie immer nur in Relation zu uns selbst gesehen wird. Wenn, wie wir festhalten können, die Wüste unabhängig von uns selbst existiert, sehen wir die Wüste zwar in Relation zu uns selbst, doch ändert sich nichts an der Wahrheit der Aussage.

„Wenn Jemand ein Ding hinter einem Busche versteckt, es eben dort wieder sucht und auch findet, so ist an diesem Suchen und Finden nicht viel zu rühren: so aber steht es mit dem Suchen und Finden der ‚Wahrheit’ innerhalb des Vernunft-Bezirkes. Wenn ich die Definition des Säugethieres mache und dann erkläre, nach Besichtigung eines Kameels: Siehe, ein Säugethier, so wird damit eine Wahrheit zwar ans Licht gebracht, aber sie ist von begrenztem Werthe, ich meine, sie ist durch und durch anthropomorphisch und enthält keinen einzigen Punct, der ‚wahr an sich’, wirklich und allgemeingültig, abgesehen von dem Menschen, wäre.“ (Nietzsche: Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne)

Trotz dieses Dilemmas wissen wir aber um die von uns unabhängige Existenz des Kamels und der Wüste, nur wahrnehmen können wir diese nicht.

Die einzige Lösung aus diesem Konflikt wäre, die Wüste oder jede mögliche andere thematisierte Landschaft eben nicht mehr als Landschaft, sondern wieder als Natur zu betrachten. Doch ist es unmöglich, die Wüste außerhalb unserer selbst wahrzunehmen, obwohl die Wüste unabhängig von uns existiert. Vielleicht bietet der ökokritische Leitsatz, alles ist mit allem verbunden, eine mögliche Lösung. Doch solche grundsätzlichen Fragen möchte ich in dieser Untersuchung nicht versuchen zu beantworten.

Schmeling und Schmitz-Emans formulieren nach ihrer eben dargelegten These auch eine vermeintliche Antithese, die besagt, dass aber die Landschaften, ob urban oder nicht-urban, sich in der Moderne als unbegreifliche, feindliche und verrätselte Welt darstellen und die Landschaft im Blick des Betrachters zu einer Visualisierung der Fremdheit und der Entfremdung wird, die diesem ihre Gleichgültigkeit vor Augen hielte.41 Hierbei handelt es sich, meiner Meinung nach, nicht um eine Antithese, sondern um eine Bestätigung der aufgestellten These. Das Fremdheitsgefühl des Subjekts beim Betrachten der Natur/ Landschaft ist auch nur als Spiegel, der (in dem Fall) die innere Leere des Subjekts (der Moderne) aufzeigt, zu sehen und ihr wird in dieser Interpretation ebenfalls ein eigenes Wirken abgesprochen. Nicht die Natur löst das Gefühl der Verfremdung aus, sondern die Modernisierung.

Die Unmöglichkeit eines unverfälschten Zugriffs auf die außerimaginäre Wirklichkeit bezieht sich auch auf den Raum und die geografischen, physischen Anordnungen der in dem Raum befindlichen Dinge bzw. die den Raum kennzeichnenden Dinge.42

„Denn erst der Prozeß des Ordnens - und d.h. immer auch jener Verortung von Projekten und Identitäten - habe die Produktion dessen ermöglicht, was gemeinhin als Realität bezeichnet wird.“43

Die Geografie des Raumes ist nach Edward Said eine imaginäre Geografie,44 die eine spannungsgeladene Konstellation von Macht und Wissen enthält.45 Ein Beispiel dafür ist der politische Gebrauch von Raumbezeichnungen, die politischen Gehalt nur implizieren und nähere Erläuterungen überflüssig zu machen scheinen. Bestimmte Räume stehen so für bestimmte Sach- und Sozialinformationen, die nach Nennung des Raumes nicht mehr genannt werden, sondern im Gegenteil extra weggelassen werden, und die Raumbezeichnung erhält eine politisch-manipulative Funktion.46

“’Landschaft’ als ästhetisches Phänomen kann also historisch erst entstehen, wenn dafür die kulturellen Voraussetzungen gegeben sind. Zu diesen Voraussetzungen gehört insbesondere, dass die Welt nicht mehr als mythische Fremde erscheint, sondern als ein Raum, den der Mensch aktiv gestalten kann.“47

Aufgrund der Unmöglichkeit eines unverfälschten Zugriffs auf die außerimaginäre Wirklichkeit werde ich für diese Untersuchung die Begriffe Natur und Landschaft weitestgehend synonym zueinander verwenden, denn es ist uns nicht möglich, die Natur aus einer anderen, als der anthropozentrischen Sicht wahrzunehmen. Entscheidend hierbei ist nur, den Trugschluss zu vermeiden, dass diese Sicht andere Eigenschaften ausschließt. Steht die Landschaft durch unsere Wahrnehmung in Relation zu uns selbst, heißt das nicht, dass sie nur in dieser Relation existiert, sondern es besteht noch ein anderes Verhältnis außerhalb unserer selbst, so wie umgekehrt auch wir außerhalb dieser Landschaft existieren.

„We are surrounded with things which we have not made and which have a life and structure different from our own […]. We have recreated them in our imaginations to reflect our moods. And we have come to think of them as contributing to an idea which we have called nature.”48

Julia Lossau gibt in Die Politik der Verortung eine kritische Zusammenfassung über die Beweggründe des spatial turns, mit dem die zunehmende Beliebtheit in den Wirtschafts-, Sozial- oder Politikwissenschaften von räumlichen Begrifflichkeiten gemeint ist. Der spatial turn, das „jüngste Mitglied der großen Familie sozial- und geisteswissenschaftlicher ‚Wenden’49 […], markiere das Ende der Vorherrschaft der Kategorie ‚Zeit’ über die Kategorie ‚Raum’ […] - endlich habe sie (wieder) geschlagen, die Stunde der Geographie.“50 Doch in Wirklichkeit verbleibe man in der sogenannten Raumfalle, „der kultur-räumlichen Denkfalle, in der wie selbstverst ä ndlich davon ausgegangen wird, dass (National-)Kulturen nicht nur durch gesellschaftliche Gemeinschaft gekennzeichnet sind, sondern auch an ein bestimmtes Territorium, an einen ‚eigenen’ und ‚eigentlichen’ Raum gebunden sind.“51

2.2 ÖKOKRITIK UND SPRACHE

Julia Lossau betont in ihrer Untersuchung zur Politik der Verortung, dass das Anliegen, den Dualismus und die grundlegenden Dichotomien unserer Gesellschaft zu dekonstruieren, keine Lösung und Heilung einer gespaltenen Welt bieten soll, sondern auf den (re-)produzierten Charakter einer kontingenten Wirklichkeit und der Machtdurchdrungenheit jeglichen Wissens und Denkens verweisen soll.52

Das Erkenntnisprinzip der Sichtbarmachung lautet: Alles erscheint natürlich, was sichtbar ist, doch das Sichtbare muss erst sichtbar gemacht werden. Und dieses Sichtbarmachen kann nur im Rahmen einer ganz bestimmten Ordnung vollzogen werden und die Produktion einer bestimmten Wirklichkeit ist immer auch eine Verortung der Objekte. Die Verortung im Raum ist eine Basiskategorie jeglicher Repräsentationssysteme, doch im Prozess der Ordnung und Verortung bildet sich eine spezifische Brille, durch deren Gläser die (geographische) Wirklichkeit angeschaut und damit (re-)produziert wird.53

2.2.1 POSTMODERNE UND DEKONSTRUKTION

Der Beginn der Postmoderne wird meist den 60iger Jahren zugeschrieben.54 Lyotard hat den Begriff der Postmoderne zuerst als ein philosophisches Konzept entwickelt und sich später aber davon distanziert. Damit hat er vermeintlich paradoxer- aber eigentlich konsequenterweise genau das unternommen, was nach seiner Theorie das Hauptkriterium der Postmoderne ist: Distanz herstellen.

„For Adorno […] alienation is the price human beings have paid for their increasing control and management of nature; the attempted recovery of a lost relationship to nature is thus a primary symptom of the historical phase, as articulated in those forms of ‚repressed mimesis‘ by which the so-calls return to nature is imaginatively captured in art.“55

Dieser neu gedachte, konstruierte Zusammenhang bewirkt eine Entfremdung der menschlichen Natur.56 Um diesen Verfremdungseffekt durch künstlich gedachte Zusammenhänge der Moderne zu vermeiden, wählt Lyotard zunächst den Begriff der Postmoderne. Diese soll eine Distanz schaffen, zwischen dem was man zu wissen glaubt und einer möglichen Interpretation dessen, zwischen dem Menschen als erkennendes Subjekt und der Welt als zu Erkennendes. Dieses Subjekt-Objekt-Verhältnis ist zum Paradigma der neuzeitlichen Wissenschaft und von dort aus zum Paradigma des neuzeitlichen Weltbildes überhaupt geworden.57

„[D]as Subjekt [wird] seit Descartes als Denken gefaßt, um über die phänomenale Vielheit der Menschen hinwegzukommen und sicherzustellen, daß die Wahrheit für alle Menschen gleichermaßen verbindlich ist. Diese Abstraktion ist zugleich eine Reduktion auf eine, vergleichbare Eigenschaft aller Menschen.“58

Der Abstraktion des Menschen auf das Denken folgt konsequenterweise ebenfalls eine weitere Abstraktion auf der anderen Seite: Die zu erkennende Welt wird zum Gedachten, was ebenfalls eine Nivellierung der Dinge und eine Reduktion auf eine gemeinsame Eigenschaft bedeutet.59

„[…] in der Entwertung der Heterogenität sieht Lyotard den Keim für eine Fehlentwicklung der Moderne, die gegen ihren ‚guten Willen‘ zu unakzeptablen Zuständen führt. Der Postmoderne-Begriff soll einen Einschnitt markieren, der eine Gesamtreflexion der Entwicklung der Moderne einschließlich ihrer Begründungsbewegung ermöglicht […]“60

Das wichtigste Anliegen Lyotards muss es also sein, die Heterogenität wieder herzustellen, um dann auf deren Basis Formen des Zusammenhangs zu denken und zu entwickeln. Somit wird die gesamte philosophische Moderne selbst zum Analysegegenstand von Lyotards philosophischer Theorie und es zeigt sich, was ihr gemein ist: Die Ausgrenzung von Heterogenität. Die Moderne selber krankt also an ihrer Abstraktheit. Für Lyotard ist die Leugnung der Heterogenität das Begründungsmoment neuzeitlicher, subjektzentrischer Philosophie.61

Jaques Derrida geht einen Schritt weiter als Lyotard, indem er im Subjektzentrismus nur eine Form der metaphysischen Weltsicht unserer Geschichte sieht. Konsequenterweise bedeutet das für ihn, die Kritik an der Ausgrenzung der Heterogenität auch auf die ebenfalls metaphysisch konstruierte Sprache auszuweiten.62 Doch das Problem hierbei ist klar, so ist die Sprache der kritisierten, totalitären Praxis zugleich die Sprache, die die Kritik ausüben soll.

Um nach den Prinzipien der Philosophie eine Vereinheitlichung des Theoriegegenstandes, also des zu Dekonstruierenden, zu erlangen, spricht Derrida von einem verallgemeinerten Textbegriff: „Alles als Text aufzufassen, scheint die grundlegende Handlung zu sein, die die Dekonstruktion als Bedingung ihrer Möglichkeiten verlangt.“63 Derrida selbst sagt, „es gäbe kein Außerhalb des Textes […]. Der Text ist kein Zentrum. Der Text ist diese Offenheit ohne Grenzen der differentiellen Verweisung.“64 Diese Verallgemeinerung nun aber, die nötig ist, um seine Dekonstruktion als philosophisches Verfahren durchzusetzen, steht gleichzeitig im Gegensatz zum eigentlichen Ziel der Methode der Dekonstruktion.65 Dieser Widerspruch erfordert eine Gratwanderung zwischen der Verallgemeinerung des Verfahrens der Dekonstruktion und der dekonstruierenden Umsetzung der Methode.

„Derrida [will] nicht, daß Dekonstruktion als ein bestimmender, fixierender und generalisierender Akt (miß)verstanden wird. Dekonstruktion soll nämlich gerade keine allgemeine Methode sein, sie ist vielmehr ein bewegliches, sich jeweiligen Kontexten anpassendes Lesen (Handeln), das auf die Art eine Alternative zum totalisierenden Zugriff allgemeingültiger Methoden entwickeln will. Was von der Dekonstruktion immer wieder gefordert wird, steht also im Widerspruch zu dem, was sie sein will und was sie letztlich nur ist, wenn sie sich der Zu- und Einordnung, die von ihr gefordert wird, verweigert.“66

2.2.2 ORIENTALISMUS UND KONTRAPUNKTISCHES LESEN

Im späten 18. Jahrhundert brach eine Art Orientepidemie aus, die alle großen Dichter, Essayisten und Philosophen erfasste. Der Orient oder das „Orientalische“ stand für alles Exotische, Mysteriöse und Furchtbare.67 Doch das Augenmerk dieser Orientwelle lag nicht auf dem zeitgenössischen Orient, sondern vor allem auf einem Textuniversum aus Büchern und Manuskripten, was neben einer diffusen Mythologisierung des Orients auch weitreichendere politische Folgen hatte.68

Der Begriff Orient dient einer Unterteilung zwischen Europa und allem, was gen Osten außerhalb dieses Europas liegt, er ist sein kulturelles Gegenüber. Die Unterteilung Orient - Okzident ist willkürlich getroffen worden, um das Fremde von dem Eigenen zu unterscheiden. Said spricht deshalb von einer sogenannten imaginären Geografie.69 Demzufolge ist der Orientalismus oder die Orientalistik ein geografisch nicht nur sehr weit gefasster Begriff, sondern auch immer geprägt und kodiert durch die imaginäre Geografie der Unterscheidung und Schematisierung.70 „Kurz, der Orientalismus ist seither ein westlicher Stil, den Orient zu beherrschen, zu gestalten und zu unterdrücken.“71 Orient und Okzident sind keine Naturgegebenheiten, sondern vom Menschen gemacht und können als eigenes Produkt erkannt werden. Beide Konstrukte stützen und spiegeln einander in gewissem Maße, wobei sie von einem hegemonialen Machtgefälle des Okzidents gegenüber dem Orient gekennzeichnet sind.72 Die Unterteilung Natur und Kultur ist letztlich ebenfalls willkürlich getroffen und geprägt durch eine imaginäre Geografie der Unterscheidung, Schematisierung, Kontrolle und Nutzbarmachung, beide Konstrukte spiegeln und stützen einander und sind durch ein hegemoniales Machtverhältnis geprägt.

In dieser geografischen Grundunterscheidung zwischen Orient und Okzident spiegelt sich „ein gewisser zielstrebiger Wille, eine offenkundige andere (alternative und neuartige) Welt zu verstehen, mitunter auch zu beherrschen, zu manipulieren und zu vereinnahmen“,73 der die Texte nach bestimmten Mustern strukturiert und organisiert, die der Machtstärkung und Kontrolle dienen.

„[Wir können] die Beständigkeit und Beharrungskraft alles durchdringender hegemonialer Systeme wie etwa der Kultur besser verstehen, wenn wir erkennen, dass ihre inneren Zwänge nicht einseitig hemmend wirken, sondern einen produktiven Einfluss auf Dichter und Denker ausübten.“74 Die grundlegende Unterscheidung zwischen Orient und Okzident, zwischen Ost und West ist Theorien, Romanen, Texten etc., die den Orient betreffen, eingeschrieben. Das gleiche gilt für die Natur, auch ihre Unterscheidung und Schematisierung ist Texten eingeschrieben.

Saids umfassendem Werk Kultur und Imperialismus entlehne ich die Idee des kontrapunktischen Lesens. Said spricht von einer vergleichenden Literaturwissenschaft des Imperialismus, zu der er eine Alternative schaffen will.

„[M]it einem kontrapunktischen Blick auf die unterschiedlichen Erfahrungen, die den Nährstoff dessen bilden, was ich ineinander verflochtene Geschichten genannte habe, will ich eine Alternative zu formulieren versuchen, eine Alternative zur Politik der Schuldzuweisung und zu der erst recht destruktiven Politik der Konfrontation und Feindseligkeit.“75

Ebenso wie den Texten koloniale und imperialistische Machtstrukturen eingeschrieben sein können, können den Texten die hierarchischen Machtstrukturen bezüglich Mensch und Natur oder Kultur und Natur eingeschrieben sein, die ebenfalls den Prinzipien der Kontrolle und des Machtausbaus folgen. In Anlehnung daran, möchte ich eine Alternative zur gängigen Unterscheidung zwischen Natur und Kultur zu formulieren versuchen: Eine Alternative zum vorherrschenden Verständnis von Kontrolle und Nutzbarmachung sowie eine Alternative zum einseitigen Verständnis der Landschaft/Natur als Spiegel oder Projektionsfläche.

„Beginnen wir damit, das kulturelle Archiv nicht als univokes Phänomen neu zu lesen, sondern kontrapunktisch, mit dem Bewußtsein der Gleichzeitigkeit der metropolitanischen Geschichte, die erzählt wird, und jener anderen Geschichten, gegen die (und im Verein mit denen) der Herrschaftsdiskurs agiert. Im Kontrapunkt der klassischen Musik des Westens werden verschiedene Themen gegeneinander ausgespielt, wobei jedes einzelne ein zeitweiliges Privileg zugesprochen erhält; in der daraus resultierenden Polyphonie aber herrscht Einklang und Ordnung, ein organisiertes Wechselspiel, das aus den Themen erwächst, nicht aus einem strengen melodischen oder formalen Prinzip außerhalb des Werkes.“76

Ich möchte die Texte kontrapunktisch lesen, mit dem Bewusstsein der Gleichzeitigkeit der erzählten einseitigen Geschichte der Unterscheidung, Kontrolle und Nutzbarmachung und jener anderen Geschichte der außersprachlichen Natur/ Wüste. Das Besondere der Wüste kommt im Kontrapunkt zum Tragen, in einem Wechselspiel der Themen, nicht aus einem auferlegten formalen Prinzip, wie der Natur-Kultur-Dichotomie oder anderer Dualismen.

[...]


1 Paul Bowles zit. nach Caponi, Gena Dagel (1998): Paul Bowles, New York: Twayne Publishers, S. 21 [Originalzitat in Caponi, Gena Dagel (1993) (ed.): Conversations with Paul Bowles, Jackson: Univ. Press of Mississippi]

2 Vgl. Edl, Andrea (2013): Vom Ursprung ö kokritischen Denkens zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ö kokritik, Frankfurt am Main: PL Acad. Research, S. 7

3 Vgl. Easterlin, Nancy (2010): A biocultural approach to literary theory and interpretation, Baltimore, Md: Johns Hopkins University Press, S. 102f

4 Vgl. ebd., S. 104

5 Sollte-Gresser, Christiane u.a. (2013): Call of Papers. Literatur und Ö kologie. Neue literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven, Saarbrücken: Universität des Saarlandes, S. 2

6 Vgl. Edl: Kosmopolitane Ö kokritik, 2013, S. 22

7 Vgl. Edl: Kosmopolitane Ö kokritik, 2013, S. 31

8 Vgl. Sollte-Gresser: Call of papers. Literatur und Ö kologie, 2013, S. 2

9 Vgl. Edl: Kosmopolitane Ö kokritik, 2013, S. 7

10 Vgl. ebd., S. 24

11 Vgl. ebd., S. 17

12 Vgl. ebd., S. 7

13 Vgl. Edl: Kosmopolitane Ö kokritik, 2013, , S. 38

14 Vgl. ebd., S. 39f

15 Ette, Ottmar (2004): Ü berlebenswissen. Die Aufgabe der Philologie. Berlin: Kulturverlag Kadmos, S. 13

16 Vgl. Sollte-Gresser: Call of papers. Literatur und Ö kologie, 2013, S. 1

17 Vgl. ebd., S. 3

18 Vgl. Easterlin: A biocultural approach, 2010, S. x

19 Vgl. ebd., S. 3

20 Vgl. ebd., S. 34

21 Vgl. ebd., S. 6

22 Easterlin: A biocultural approach, 2010, S. 93

23 Vgl. ebd., S. 114

24 Vgl. ebd., S. 7

25 Soper, Kate (2000): What ist Nature? Oxford/ Malden: Blackwell Publishers, 1. Ed. Repr.

26 Vgl. ebd., S. 6f

27 Ebd., S. 13

28 Vgl. Soper: What is Nature?, 2000, S. 16

29 Vgl. ebd. , S. 37

30 Vgl. ebd., S. 13

31 Vgl. ebd., S. 26f

32 Vgl. Schmeling, Manfred/ Schmitz-Emans, Monika (2007) (Hg.): Das Paradigma der Landschaft in Moderne und Postmoderne, Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 21

33 Ebd. , S. 22

34 Schmeling/ Schmitz-Emans (Hg.): Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 23

35 Schmitz-Emans, Monika (2007): „The Book as a Landscape“, in: Schmeling, Manfred/ Schmitz-Emans, Monika (Hg.): Das Paradigma der Landschaft in Moderne und Postmoderne. Würzburg: Königshausen & Neumann GmbH, S. 247

36 Vgl. ebd., S. 247

37 Vgl. ebd., S. 248

38 Vgl. Schmitz-Emans: „Utopisch aufgeschlagene Landschaften“, in: Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 265

39 Vgl. Schmeling/ Schmitz-Emans (Hg.): Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 24

40 Ebd., S. 22

41 Vgl. Schmeling/ Schmitz-Emans (Hg.): Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 24

42 Vgl. Lippuner, Roland/ Lossau, Julia (2004): „In der Raumfalle. Eine Kritik des spatial turn in den Sozialwissenschaften“, in: Mein, Georg (Hg.): Soziale R ä ume und kulturelle Praktiken, Bielefeld: Transcript- Verlag, S. 57

43 Lossau, Julia (2002): Die Politik der Verortung, Bielefeld: Transcript-Verlag, S. 79

44 Vgl. Said, Edward W. (2012): Orientalismus, Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag GmbH, 3. Aufl., S. 70

45 Vgl. Lippuner/ Lossau: „In der Raumfalle“, 2004, S. 58

46 Vgl. Lippuner/ Lossau: „In der Raumfalle“, 2004, S. 59

47 Schmeling/ Schmitz-Emans (Hg.): Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 22

48 Clark, Kenneth (1953): Landscape into Art. London: Readers Union/Murray, S. 1 [zit. nach: Schmeling/ Schmitz-Emans (Hg.): Das Paradigma der Landschaft, 2007, S. 21]

49 Nach dem linguistic, discursive, cognitive, pictorial turn

50 Lossau: Die Politik der Verortung, 2002, S. 102

51 Lossau: Die Politik der Verortung, 2002, S. 116

52 Vgl. ebd., S. 99f

53 Vgl. ebd., S. 105

54 Vgl. Rohde, Carsten (2010): „Der Roman in der Postmoderne“, in: Hübener, Andrea, u.a. (Hg.): Umstrittene Postmoderne - Lekt ü ren, Heidelberg: Universitätsverlag Winter GmbH, S. 186

55 Huggan, Graham/ Tiffin, Helen (2010): Postcolonial ecocriticism. Literature, animals, environment, London & New York: Routledge, S. 203f

56 Engelmann, Peter (2004): Postmoderne und Dekonstruktion, Stuttgart: Reclam, S. 9

57 Vgl. ebd., S. 14

58 Ebd., S. 14

59 Vgl. ebd., S. 14

60 Ebd., S. 16

61 Vgl. ebd., S. 17

62 Vgl. ebd., S. 17

63 Engelmann: Postmoderne und Dekonstruktion, 2004, S. 20

64 Bernard, Jeff (1987) (Hrsg.): Semiotica Austriaca, Wien: Österreichische Gesellschaft für Semiotik, S. 107f [zit. nach Engelmann: Postmoderne und Dekonstruktion, 2004, S. 21]

65 Vgl. Engelmann: Postmoderne und Dekonstruktion, 2004, S. 22

66 Ebd., S. 26f

67 Vgl. Said: Orientalismus, 2012, S. 66f

68 Vgl. ebd., S. 68

69 Vgl. Said: Orientalismus, 2012, S. 70

70 Vgl. ebd., S. 84f

71 Ebd., S. 11

72 Vgl. ebd., S. 13f

73 Ebd., S. 22

74 Ebd., S. 24

75 Said, Edward W. (1994): Kultur und Imperialismus. Einbildungskraft und Politik im Zeitalter der Macht, Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag GmbH, S. 55

76 Ebd., S. 92

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten

Details

Titel
Die Wüste schreibt zurück. Eine ökokritische Analyse der Wüste in Paul Bowles "Himmel über der Wüste" und Michael Ondaatjes "Der englische Patient"
Hochschule
Universität Bremen
Autor
Jahr
2014
Seiten
85
Katalognummer
V286095
ISBN (eBook)
9783656863922
ISBN (Buch)
9783656863939
Dateigröße
812 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ecocriticism, Ökokritik, Transnationalität, Dekonstruktion, Postkolonialismus, Said, Orientalismus, Wüste, Paul Bowles, Michael Ondaatje, Der englische Patient, Himmer über der Wüste, the english patient, the sheltering sky, kontrapunktische Lektüre, Mensch und Natur, Natur und Kultur, the empire writes back, Landschaft
Arbeit zitieren
Levana Oesting (Autor), 2014, Die Wüste schreibt zurück. Eine ökokritische Analyse der Wüste in Paul Bowles "Himmel über der Wüste" und Michael Ondaatjes "Der englische Patient", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286095

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