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Grundlagen und Ziele der Konfrontativen Methode in der Pädagogik

Titel: Grundlagen und Ziele der Konfrontativen Methode in der Pädagogik

Akademische Arbeit , 2004 , 36 Seiten , Note: gut

Autor:in: Eric Maes (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch die Professionellen wird bei Ansatz 'Hilfe und Kontrolle' versucht „nicht-stigmatisierend“ auf die Jugendlichen einzugehen und sie somit ernst zu nehmen, sie auszuhalten, zu teilen, den Alltag zu strukturieren, aufzuklären und die Lebenswelt der Betroffenen zu verbessern. Genau da aber macht eine gewisse „Jugendkriminalitäts-Elite“ Probleme, indem sie dieses Verständnis pädagogischen Handelns strapaziert. Es handelt sich hierbei um eine kleine Gruppe von Mehrfachauffälligen, die Jugendhilfe und Polizei „alle mit Namen kennen“. Die Jugendlichen um die es hier geht bilden zwar einen verschwindenden Teil am Gesamtphänomen, wenn man aber betrachtet dass ca. 9% dieser abweichenden Jugendlichen für die Hälfte aller Straftaten verantwortlich sind, wird gerade hier ein großer Handlungsbedarf deutlich. „Abwarten und gewährenlassen, das bedeutet in so einem Fall sich pseudotolerant zu verhalten, das heißt auch Opfer billigend in Kauf zu nehmen“. Es geht hier nicht mehr nur um die „Kuschelpädagogik“ mit ihren emotional warmen, authentischen und empathischen Beziehungen sowie das Vermeiden von Konflikten. Oder wie es Gall noch krasser formuliert: „Die entschuldigende Pädagogik gipfelte in der Formulierung ‚Gewalt ist geil’“. Vielmehr muss man die Jugendlichen mit ihren Taten konfrontieren und sie für zukünftige Auseinandersetzungen trainieren, als auch ein Unrechtsbewusstsein in ihnen aktivieren. Es geht darum „Grenzen zu ziehen, streng zu sein und autoritativ zu agieren“. Also um Konfrontative Pädagogik.

Die folgende Arbeit soll das Konzept der Konfrontativen Pädagogik und ihre Grundlagen und Ziele darstellen. Bevor allerdings eine Darstellung von Weidners Konzept einer Konfrontativen Pädagogik stattfindet, sollte noch einmal betont werden, dass Konfrontative Pädagogik nicht das Allheilmittel darstellt und auch nur einen Teil in der Pädagogik ausmacht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen und Ziele

1.1. Sozialisationstheoretische Bezüge und Ziele

1.1.1. Handlungskompetenz – der Mehrfachauffällige als produktiver Realitätsverarbeiter

1.1.2. Prosoziales Verhalten

1.1.3. Weiterentwicklung des moralischen Bewusstseins

1.2. Sozialpädagogisch-psychologische Bezüge

1.2.1. Autoritativer Erziehungsstil (Induktion und Internalisierung)

1.2.2. Kognitionspsychologische Konfrontative Therapie nach Corsini

1.2.3. Provokative Therapie nach Farrelly

1.2.4. Der „Heiße Stuhl“ aus der Gestalttherapie Perls

1.2.5. Die kognitive Psychologie und die Rational-Emotive Therapie

1.2.6. Kriminalsoziologische Ansätze

1.3. Jugend- und Straffälligenhilfe und Konfrontative Pädagogik

1.3.1. Spannungsfeld doppeltes Mandat

1.3.2. Strafen UND behandeln UND begleiten

2. Methoden

2.1. „Grenzziehung mit Herz“

2.2. Erziehung und nicht Manipulation – „Die Einmassierung des Realitätsprinzips“

3. Konfrontation für jeden?

3.1. Was ist Konfrontation?

3.2. Hält jeder die Konfrontation aus?

3.3. Konfrontative Pädagogik als Allheilmittel?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Konfrontativen Pädagogik als spezialisierten pädagogischen Ansatz im Umgang mit mehrfachauffälligen Jugendlichen. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, die methodische Ausgestaltung sowie das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle in der Jugend- und Straffälligenhilfe zu beleuchten und kritisch einzuordnen.

  • Grundlagen der Konfrontativen Pädagogik und ihr Bezug zu sozialisationstheoretischen Modellen.
  • Darstellung psychologischer Methoden wie der Provokativen Therapie und des "Heißen Stuhls".
  • Analyse der konfrontativen Methodik im Jugendstrafvollzug und der Rolle des Sozialpädagogen.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Erziehung, Strafe und Begleitung von Straftätern.
  • Kritische Reflexion zur Effektivität und zu den Grenzen konfrontativer Interventionsstrategien.

Auszug aus dem Buch

1.2.4. Der „Heiße Stuhl“ aus der Gestalttherapie Perls

Die Erkenntnisse der Konfrontativen und der Provokativen Therapie lassen sich am direktesten in der Methode des „Heißen Stuhls“ am Jugendlichen umsetzen. Dies ist für den Außenstehenden Betrachter und die Medien der wohl auch spektakulärste Punkt in der Konfrontativen Pädagogik. Aus diesem (oder besser dessen Wurzeln) wurde im Fernsehen auch die „Fast-Food-Streitkultur“ des „heißen Stuhls“ der Herren Meyer und Kracht „pervertiert“ (Weidner 1993a).

Er ist jedoch nicht eine Erfindung Weidners, sondern er ist schon „seit längerem ein feststehender Begriff in der sozialpädagogisch-psychologischen Praxis“ (Scholz 2001: 125). Entstanden ist der Begriff bei dem Gestalttherapeuten Perls. Dieser entwickelte, nach intensivem Austausch mit dem Psychiater Moreno, dessen „Leeren Stuhl“ weiter. Moreno verwendete diesen erstmals 1915 in der Psychodrama-Therapie. Dabei stellt sich der Klient im Rollenspiel einen geistigen Konfliktgegner vor und führt mit ihm und der Unterstützung des Therapeuten einen Dialog. Dieser imaginäre Kommunikationspartner sitzt dann gegenüber auf dem „Leeren Stuhl“ (vgl. Schanzenbächer 2003: 54; vgl. Weidner 1993a).

Perls entwickelt den „Leeren Stuhl“ dann zu einer Art „spontaner Theaterinszenierung“ (Schanzenbächer 2003: 54) weiter, wo auch der Konfliktgegner als Rollenspieler eingebunden ist. Außerdem ist der Therapeut der Regisseur und die übrigen Gruppenmitglieder bekommen Rollen zugewiesen. Es findet dazu eine Einkreisung des Klienten durch die Gruppe statt. Sehr wichtig war Perls auch, dass nur die Person auf dem „Heißen Stuhl“ Platz nimmt, die gewillt ist an ihrer Psyche zu arbeiten. Ein Punkt der auch für Weidner ganz wichtig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen und Ziele: Dieses Kapitel erläutert die sozialisationstheoretischen und psychologischen Fundamente, auf denen die Konfrontative Pädagogik aufbaut, um Gewalt und Aggression bei Jugendlichen zu erklären und zu bearbeiten.

2. Methoden: Hier werden die zentralen praktischen Ansätze wie die „Grenzziehung mit Herz“ und die „Einmassierung des Realitätsprinzips“ vorgestellt, die das Ziel verfolgen, Jugendliche durch gezielte Konfrontation zur Verhaltensänderung zu bewegen.

3. Konfrontation für jeden?: Das letzte Kapitel reflektiert kritisch über die Anwendbarkeit und die Grenzen des konfrontativen Ansatzes, betont die Freiwilligkeit und stellt klar, dass dieser nur als Ergänzung zu anderen pädagogischen Strategien zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Konfrontative Pädagogik, Jugendkriminalität, Sozialisation, Anti-Aggressivitäts-Training, Grenzziehung, Realitätsprinzip, Mehrfachauffälligkeit, Psychologie, Provokative Therapie, Sozialpädagogik, Strafvollzug, Delinquenz, Erziehung, Verhaltensänderung, Resozialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konfrontativen Pädagogik als Konzept zur Arbeit mit gewaltbereiten und mehrfachauffälligen Jugendlichen in der Jugend- und Straffälligenhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Herleitungen aus der Sozialisations- und Kriminalpsychologie, die Darstellung spezifischer Methoden sowie die Einbettung in das System der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Konzept, die methodische Vorgehensweise und die fachliche Legitimation der Konfrontativen Pädagogik fundiert darzustellen und gegenüber Kritik zu differenzieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Aufarbeitung von Fachkonzepten, insbesondere unter Einbeziehung der Theorien von Jens Weidner sowie psychologischer Therapieansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Sozialisationstheorien und psychologische Bezugssysteme sowie in die praktische Anwendung von Konfrontationsmethoden im pädagogischen Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konfrontative Pädagogik, Delinquenz, Grenzziehung und Resozialisierung geprägt.

Inwiefern unterscheidet sich dieser Ansatz von einer reinen Bestrafung?

Die Konfrontative Pädagogik versteht sich als pädagogische Intervention und "Erziehung", nicht als reine Sanktion. Sie setzt auf einen Beziehungsaufbau und die freiwillige Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Heiße Stuhl“?

Der „Heiße Stuhl“ ist eine methodische Technik zur Konfrontation, bei der der Jugendliche in einem geschützten Rahmen mit seinem Verhalten und den Folgen durch die Gruppe und den Therapeuten konfrontiert wird.

Kann Konfrontative Pädagogik allein als Erziehungsmethode ausreichen?

Nein, der Autor betont ausdrücklich, dass dieser Ansatz nur einen Teil (ca. 20%) der pädagogischen Arbeit ausmacht und als Ergänzung zur lebensweltorientierten Pädagogik (80%) zu sehen ist.

Wie gehen Professionelle mit der Angst vor der Zerbrechlichkeit der Jugendlichen um?

Die Arbeit zeigt auf, dass diese Sorge oft überschätzt wird. Die Konfrontative Pädagogik plädiert für ein autoritatives Handeln, das Stärken des Klienten herausfordert, anstatt sie durch "pseudotolerantes" Abwarten zu schwächen.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grundlagen und Ziele der Konfrontativen Methode in der Pädagogik
Hochschule
Universität Leipzig
Note
gut
Autor
Eric Maes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
36
Katalognummer
V286214
ISBN (eBook)
9783656863229
ISBN (Buch)
9783656864127
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen ziele konfrontativen methode pädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eric Maes (Autor:in), 2004, Grundlagen und Ziele der Konfrontativen Methode in der Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286214
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Leseprobe aus  36  Seiten
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