Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss der Geschwisterkonstellationen auf die Erziehung und Sozialisation der Kinder. Sie behandelt die ausgewählten Aspekte in Bezug auf die Kindheit der Einzel- und Geschwisterkinder, denn eine weitergehende Betrachtung würde einen zu großen Umfang erreichen. Außerdem werden die meisten tiefer reichenden Veränderungen in der Entwicklung schon in der Kindheit durchlaufen, sodass eine solche Betrachtung durchaus reizvoll ist. Die Fragestellung der Abhandlung ist: Welche sozialen und erzieherischen Einflüsse ergeben sich, wenn man mit oder ohne Geschwister aufwächst und bestehen auch erkennbare Unterschiede, wenn man nur eines oder mehrere Geschwister hat? Genau diese Frage soll nun näher gehend bearbeitet werden. Was aber genau muss hierzu betrachtet werden? Zunächst einmal wendet sich die Arbeit den Daten und Fakten der verschiedenen Familienformen zu. Hierbei werden der Begriff der Familie sowie die Entwicklung dieser, immer mehr hin zu Ein-Kind-Familien, kurz erläutert. Außerdem werden die Begriffe der Sozialisation und der Erziehung näher definiert. Des Weiteren werden die Eigenheiten und Vorurteile des Einzelkindes sowie der verschiedenen Geschwisterkonstellationen erwähnt.
Im Hauptteil steht der Vergleich der verschiedenen Charaktere im Vordergrund. Dieser ist in den sozialen und sozialpsychologischen Aspekt sowie den erzieherischen Aspekt gegliedert. Zu Ersterem gehören die Familie und das Familienklima, der Umgang der Kinder mit ihrer Außenwelt sowie die Bedeutung ihrer Position innerhalb der Familie. Hierbei steht die Frage nach den Unterschieden in der Entwicklung und Sozialisation der unterschiedlichen Kinder ganz vorne. Zum weiteren Aspekt gehören die Erziehungsmethoden der Eltern sowie die außerfamiliäre Erziehung. Hier steht vor allem der Vergleich der erzieherischen Entwicklung im Vordergrund.
Am Schluss steht ein Fazit zu den Ergebnissen der erarbeiteten Antworten auf die Frage nach den Entwicklungsunterschieden zwischen den Einzel- und Geschwisterkindern. Des Weiteren sollen die zuvor aufgestellten Thesen entweder bestärkt werden oder eventuell widerlegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die verschiedenen Familienformen – Daten und Fakten
3. Einzelkinder
3.1 Was genau ist denn eigentlich ein Einzelkind?
3.2 Erst eine seltene „arme“ Erscheinungsform, nun ein tolles Kind?
4. Geschwisterkinder
4.1 Was macht ein Geschwisterkind aus?
4.2 Geschwisterkonstellationen
4.2.1 Altersunterschiede
4.2.2 Zwei Brüder
4.2.3 Zwei Schwestern
4.2.4 Bruder und Schwester
4.2.5 Zwillinge und Mehrlinge
4.2.6 Mehr als zwei Kinder
5. Vergleich der Geschwister- und Einzelkinder
5.1 Soziale und Sozialpsychologische Aspekte
5.1.1 Familie und Familienklima
5.1.2 Umgang mit der Außenwelt
5.1.3 Bedeutung der Position innerhalb der Familie
5.2 Erzieherische Aspekte
5.2.1 Erziehungsmethode der Eltern
5.2.2 Erziehungsformen außerhalb des familiären Umfeldes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Geschwisterkonstellationen auf die soziale und erzieherische Entwicklung von Kindern, wobei der Schwerpunkt auf den Unterschieden zwischen Einzelkindern und Kindern mit Geschwistern liegt, unter Berücksichtigung der individuellen Position innerhalb der Familie.
- Soziale und sozialpsychologische Einflüsse in verschiedenen Familienformen
- Die Rolle der Geschwisterkonstellation für die kindliche Entwicklung
- Erzieherische Ansätze und Methoden der Eltern im Vergleich
- Die Bedeutung der Position innerhalb der Geschwisterreihe
- Außerfamiliäre Erziehungsformen und deren Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Was genau ist denn eigentlich ein Einzelkind?
Einzelkind, dieser Begriff sagt sich leicht und wird auch recht oft im alltäglichen Leben gebraucht. Was aber macht ein Einzelkind überhaupt aus? Ist es das Nachbarskind, das im Sandkasten immer die Kuchenform für sich behalten möchte? Oder das Kind, das schon wegen kleinsten Krankheitserscheinungen Theater macht und Aufmerksamkeit sucht? Diese und noch viele mehr an Vorurteilen stammen noch aus vergangener Zeit, in der die Ein-Kind-Familien noch zu den selteneren Familienformen gehörten und argwöhnisch betrachtet wurden. Trotz allem halten sie sich weiterhin hartnäckig in der Gesellschaft. (vgl. Rollin 1990: 17)
Im Grunde haben wir nur sehr wenig fundiertes Wissen über das Einzelkind, denn selbst die Tatsache, dass es in einer Dreier-Konstellation aufwächst ist nicht immer wahr. Es kann auch sein, dass es nur von einem Elternteil aufgezogen wird. Mit Sicherheit kann man nur feststellen, dass die Größen der Familien heutzutage immer mehr zurückgehen und somit die Erscheinung des Einzelkindes zu einer Art Massenauftreten wird. (vgl. Kürthy 1988: 25-27)
Aufgrund der Verbindung des Begriffes Einzelkind mit zu vielen negativen Einflüssen, denn er wird mit Worten wie vereinzelt, einsam oder Einzelgänger verbunden, tritt in der Literatur über dies auch der Begriff „Kind ohne Geschwister“ (Kasten 1995: 5) auf. Erstgeborene sind bis zu dem Zeitpunkt der Geburt eines Geschwister ebenfalls Einzelkinder, getrennt aufwachsende Kinder, die biologisch aber verwandt sind, könnte man auch als solche bezeichnen. Was aber nun ist die tatsächliche Definition der geschwisterlosen Kinder? Eine Festlegung bestimmt, dass es Kinder sind, die eine Zeitdauer von etwa 6 Jahren in einer Familie aufwachsen ohne Geschwister. Daraus ergibt sich, dass auch die erst deutlich später geborenen Kinder in der Familie, deren Geschwister schon aus dem Haus sind als Einzelkinder gelten. (vgl. Kasten 1995: 1)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung zur sozialen und erzieherischen Entwicklung von Kindern in Abhängigkeit von ihrer Geschwisterkonstellation.
2. Die verschiedenen Familienformen – Daten und Fakten: Dieses Kapitel betrachtet die Definition von Familie und gibt einen Überblick über die historische und aktuelle Entwicklung von Familienstrukturen.
3. Einzelkinder: Hier werden der Begriff des Einzelkindes definiert und die historischen Vorurteile gegenüber dieser Familienform kritisch beleuchtet.
4. Geschwisterkinder: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Geschwisterkonstellationen und wie diese durch Faktoren wie das Alter oder das Geschlecht beeinflusst werden.
5. Vergleich der Geschwister- und Einzelkinder: Der Hauptteil untersucht die sozialen, sozialpsychologischen und erzieherischen Aspekte im Vergleich zwischen Kindern mit und ohne Geschwister.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Schwierigkeit, verallgemeinernde Aussagen aufgrund der komplexen Einflussfaktoren zu treffen.
Schlüsselwörter
Einzelkind, Geschwisterkinder, Familienkonstellation, Sozialisation, Erziehung, Familienklima, Sozialpsychologie, Erstgeborene, Einzelkind-Forschung, Familienform, Geschwisterbeziehung, Erziehungsmethoden, Entwicklung, Geschwisterreihe, Sozialverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den sozialen und erzieherischen Unterschieden zwischen Einzelkindern und Geschwisterkindern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf Familienformen, Erziehungsstile, die Sozialisation von Kindern sowie die Auswirkungen der Geschwisterkonstellation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, welche sozialen und erzieherischen Einflüsse beim Aufwachsen mit oder ohne Geschwister bestehen und ob Unterschiede je nach Anzahl der Geschwister erkennbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer und psychologischer Studien und Datenquellen zu dem Themenbereich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden soziale Aspekte wie das Familienklima und die Rolle der Position in der Familie sowie erzieherische Aspekte und Methoden gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Einzelkind, Geschwisterkonstellation, Sozialisation, Erziehung und Familienklima.
Warum haben Einzelkinder laut den frühen Studien oft negative Zuschreibungen erhalten?
Frühe Studien assoziierten Einzelkinder fälschlicherweise mit Eigenschaften wie Egoismus oder Kontaktarmut, da sie als "ungewöhnliche" Erscheinungsform betrachtet wurden.
Welche Rolle spielt die Position des Kindes in der Familie für seine Entwicklung?
Die Position beeinflusst die Art der Erfahrungen und Verantwortlichkeiten des Kindes, wobei z.B. Erstgeborene oft mehr Verantwortung übernehmen, während jüngere Geschwister teilweise anders gefördert werden.
- Arbeit zitieren
- Nadine Lames (Autor:in), 2013, Einzelkinder oder Geschwisterkinder. Soziale und erzieherische Einflüsse von Geschwistern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286311