Die zunehmende Komplexität des Unternehmensumfeldes und die Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer gestiegenen Dynamik der Märkte geführt. Für die Unternehmen wird es daher immer wichtiger, taktisch und strategisch flexibel zu agieren, ihre Kosten unter Kontrolle zu haben, sowie ihr Leistungsniveau im Wettbewerb zu erhalten bzw. zu steigern. Die Auslagerung - das Outsourcing - an Zulieferer und Dienstleistungsunternehmen und die gleichzeitige Konzentration auf Kernkompetenzen wird von vielen Unternehmen als wesentliche Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit angesehen. Der Autor Martin Ruppe beschreibt in seinem Buch neben konventionellen Möglichkeiten des Outsourcing auch die in den vergangenen Jahren stärker in den Markt tretenden elektronischen Beschaffungslösungen. Die Möglichkeiten und Grenzen der zukunftsweisenden elektronischen Beschaffung über das Internet - das Electronic Procurement - werden dabei auch an den Praxisbeispielen der BMW Group und der Daimler Chrysler AG näher betrachtet. Das Buch richtet sich an Wirtschaftswissenschaftler, Einkäufer und Manager verschiedenster Branchen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Grundlagen der Beschaffung
2.1.1 Definitionen und Begriffserklärung
2.1.2 Aufgaben der Beschaffung
2.1.3 Ziele
2.2 Grundlagen des Outsourcing
2.2.1 Definitionen und Begriffserklärung
2.2.2 Bereiche des Outsourcing
2.2.3 Ziele
3. Möglichkeiten und Grenzen des Outsourcing der Beschaffung
3.1 Möglichkeiten des Outsourcing der Beschaffung
3.1.1 Konventionelle Möglichkeiten
3.1.2 E-Procurement und E-Procurement Service Provider
3.1.3 Outsourcing der Beschaffung mit E-Procurement am Beispiel der BMW Group
3.2 Grenzen des Outsourcing der Beschaffung
3.2.1 Das Know-how-Verlust-Problem
3.2.2 Das Kontrollproblem
3.2.3 Das Synergieproblem
3.2.4 Grenzen des Outsourcing der Beschaffung mit E-Procurement am Beispiel der DaimlerChrysler AG
4. Zusammenfassung und Ausblick
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen und operativen Möglichkeiten sowie die Grenzen des Outsourcing von Beschaffungsprozessen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Transformation durch moderne elektronische Beschaffungslösungen (E-Procurement), deren Chancen und Risiken anhand von Fallstudien in der Automobilindustrie analysiert werden.
- Grundlagen der Beschaffung und des Outsourcing-Konzepts
- Konventionelle vs. elektronische Beschaffungsstrategien
- Implementierung von E-Procurement (Beispiel BMW Group)
- Herausforderungen und Risiken (Know-how-Verlust, Kontrolle)
- Praxisbeispiel für die Grenzen des Outsourcing (DaimlerChrysler AG)
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konventionelle Möglichkeiten
Die zunehmende Verlagerung von Leistungen an externe Dienstleister und die Entwicklung zu einem höheren Fremdbezugsanteil indendiert im Beschaffungs-bereich eine neue Positionierung, indem die kooperative Zusammenarbeit mit leistungsfähigen Zulieferern immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Dies führt bis zur Auslagerung ganzer Unternehmensfunktionen, wie z.B. der Beschaffung (Business Process Outsourcing – BPO), wobei i.d.R. strategische Ziele verfolgt werden.
Konventionelle Procurement Services (PS) versorgen das Unternehmen mit kostengünstigen und / oder qualitativ hochwertigen notwendigen Fremdprodukten oder Dienstleistungen und ermöglichen gleichzeitig die Konzentration auf ihr Kerngeschäft. Voraussetzung für diese Versorgung ist keine bestimmte technische Basis. Kennzeichen der konventionellen Beschaffung ist ein niedriger Technik- und Servicegrad.
Klassische Beispiele für Procurement Services (PS) sind Preis- oder Sourcing-Agenturen, die die Aufgabe haben, einen Lieferanten zu indentifizieren, der optimal den Zielkriterien des Auftraggebers entspricht, wobei der Preis bei diesen ein wesentliches Zielkriterium ist. Preisagenturen arbeiten vorwiegend im Bereich der Anlagengüter und meist für wertmäßig hohe einmalige Bedarfe. Die Händler-Dienstleister, als eine weitere Möglichkeit, bieten neben ihrer normalen Handelsfunktion die Übernahme von Teilen des Beschaffungsprozesses an, wie etwa die Bedarfserfassung im Kundenlager, das automatische Auffüllen des Lagers, wobei das wesentliche Merkmal ihrer Leistung die Übernahme der Lagerhaltungsfunktion, die Vereinfachung der Lagerlogistik und die deutliche Verringerung der Abrechnungsfälle beim Kunden ist. Fällt im Unternehmen die Beschaffung von besonderen Gütern aus enfernten Regionen, wie Südostasien oder Südamerika an, so kann diese an Händler-Dienstleister im Streckengeschäft ausgelagert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die zunehmende Bedeutung des Outsourcing ein, um auf die gestiegene Marktdynamik und den Kostendruck mit strategischer Flexibilität zu reagieren.
2. Grundlagen: Es werden die theoretischen Begriffsbestimmungen der Beschaffung sowie des Outsourcing und deren jeweilige Zielsysteme erarbeitet.
3. Möglichkeiten und Grenzen des Outsourcing der Beschaffung: Dieser Hauptteil analysiert konventionelle sowie elektronische Outsourcing-Methoden, illustriert diese durch Praxisbeispiele von BMW und DaimlerChrysler und diskutiert die damit verbundenen Risiken wie Know-how-Verlust und Kontrollschwierigkeiten.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass Outsourcing ein wesentliches Instrument zur Effizienzsteigerung bleibt, jedoch sorgfältige Planung und Strategieintegration erfordert, um Risiken zu minimieren.
5. Anhang: Ergänzende Informationen zur ABC-Analyse der Bestellwerte sowie zur methodischen Berechnung der Wertschöpfungstiefe.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Beschaffung, E-Procurement, Beschaffungsmanagement, Wertschöpfungskette, Kernkompetenzen, Prozesskosten, Automobilindustrie, BMW Group, DaimlerChrysler, Business Process Outsourcing, BPO, Strategisches Management, Kostensenkung, Lieferantenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen ihre Beschaffung durch Outsourcing effizienter gestalten können, um den Anforderungen eines dynamischen Marktes gerecht zu werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Beschaffung, der Anwendung elektronischer Beschaffungslösungen (E-Procurement) und den Risiken beim Auslagern von Kernprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des Outsourcing aufzuzeigen, um eine Entscheidungshilfe für die strategische Ausrichtung der Beschaffung zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die durch Praxisbeispiele aus der Automobilindustrie (BMW und DaimlerChrysler) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet konventionelle Möglichkeiten, E-Procurement-Systeme und die auftretenden Probleme wie Know-how-Verlust, mangelnde Kontrolle und Synergieeffekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Outsourcing, Beschaffung, E-Procurement, Wertschöpfungskette und strategisches Management.
Warum wird das BMW-Beispiel zur Veranschaulichung genutzt?
Das Beispiel der BMW Group demonstriert erfolgreich, wie die Nutzung der E-Procurement-Lösung von ARIBA Prozesse bei MRO-Artikeln strafft und Kosten senkt.
Warum scheiterte das Projekt bei der DaimlerChrysler AG?
Der Versuch, die Beschaffung von IT-Desktop-Hardware vollständig an einen einzigen Dienstleister (HP) auszulagern, scheiterte an einer zu hohen Komplexität und der Unfähigkeit des Dienstleisters, weltweit hohe Servicequalität bei den vielen Spezialanforderungen zu garantieren.
- Quote paper
- Martin Ruppe (Author), 2004, Outsourcing der Beschaffung. Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28634