In der hier vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich damit beschäftigen, warum es in der internationalen Staatenwelt immer wieder zu starkem Misstrauen und Gefühlen der Unsicherheit in den unterschiedlichsten Politikbereichen zwischen verschiedenen Staaten kommt. Dabei will ich vor allem klären, warum Unsicherheiten und Misstrauen entstehen und wie man ihnen entgegenwirken kann, da sie häufig als Indikator dafür stehen, weshalb Kriege zwischen Staaten entstehen.
Des Weiteren soll darauf eingegangen werden, ob überhaupt Möglichkeiten bestehen, langfristige Kooperation und somit langfristigen Frieden in der Welt herstellen zu können. Dabei gilt es kritisch zu hinterfragen, ob Staaten überhaupt in der Lage sein können, langfristig friedlich miteinander zu leben. Wenn man sich nämlich die Kriege betrachtet, die es bisher in der internationalen Staatenwelt gegeben hat, so erscheint langfristiger Frieden eher fragwürdig. Auch sollen Gründe identifiziert werden, warum Kriege entstehen bzw. warum Kooperationen oder Misstrauen zwischen Staaten bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Kann Unsicherheit und Misstrauen zwischen Staaten in der internationalen Staatenwelt aufgelöst werden?
2. Ist Vertrauen und langfristige Kooperation zwischen Staaten realistisch oder regiert das Sicherheitsdilemma? Neorealismus vs. Regimetheorie
3. Der „Kalte Krieg“ - Ein Beispiel zur Verdeutlichung der Wirksamkeit und Effizienz der Regimetheorie oder der Theorie des Neorealismus und des Sicherheitsdilemmas?
4. Kann Kooperation die Problematik des Sicherheitsdilemmas in Bezug auf die atomare Abrüstung überwinden und somit langfristige Kooperation und Vertrauen zwischen Staaten im internationalen System herstellen?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Misstrauens und der Unsicherheit in den internationalen Beziehungen, mit einem spezifischen Fokus auf die atomare Abrüstung. Ziel ist es zu analysieren, ob das Sicherheitsdilemma durch kooperatives Handeln und internationale Regime überwunden werden kann, oder ob die neorealistische Annahme, dass langfristige Kooperation zwischen Staaten unmöglich ist, dominiert.
- Analyse des Sicherheitsdilemmas im Kontext internationaler Beziehungen.
- Vergleich der theoretischen Ansätze von Neorealismus und Regimetheorie.
- Untersuchung des „Kalten Krieges“ als historisches Praxisbeispiel.
- Bewertung der Wirksamkeit internationaler Regime (speziell des Nichtverbreitungsvertrags).
- Diskussion der Grenzen atomarer Abrüstung trotz bestehender Kooperationsinstrumente.
Auszug aus dem Buch
3. Der „Kalte Krieg“ - Ein Beispiel zur Verdeutlichung der Wirksamkeit und Effizienz der Regimetheorie oder der Theorie des Neorealismus und des Sicherheitsdilemmas?
Mit Hilfe des Beispiels des „Kalten Krieges“ und insbesondere dem Vorfall „Able Archer“ möchte ich diskutieren, inwiefern das Sicherheitsdilemma die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Staaten im Hinblick auf die atomare Abrüstung einschränkt bzw. verhindert. Als „Kalten Krieg“ bezeichnete man den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion, der die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte. Die Gründe für den Konflikt waren zwei miteinander unvereinbare Weltanschauungen mit unterschiedlichen und konkurrierenden Gesellschaftsentwürfen. Der „Kalte Krieg“ war ein Systemkonflikt zwischen dem kommunistischen Modell mit einer staatssozialistischen „Volksdemokratie“ auf der Seite der Sowjetunion und dem westlichen Modell der liberalkapitalistischen und parlamentarischen Demokratie auf der Seite der Vereinigten Staaten (Stöver 2008: 1). Beide Großmächte standen sich in völligem Misstrauen und der Angst eines persönlichen Sicherheitsverlustes gegenüber, sodass sich ein bedrohlicher Rüstungswettlauf vollzog. Die Sowjetunion war dabei zunehmend beunruhig, da sie auf der Seite der USA „ein Streben nach militärischer Überlegenheit“ (Mastny 2009: 507) feststellte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kann Unsicherheit und Misstrauen zwischen Staaten in der internationalen Staatenwelt aufgelöst werden?: Einleitung und Problemstellung, die das Ziel der Arbeit sowie die zentrale These zur Unzulänglichkeit kooperativen Handelns im Sicherheitsdilemma definiert.
2. Ist Vertrauen und langfristige Kooperation zwischen Staaten realistisch oder regiert das Sicherheitsdilemma? Neorealismus vs. Regimetheorie: Theoretische Gegenüberstellung, die den Neorealismus als skeptisch gegenüber Kooperation und die Regimetheorie als optimistisch in Bezug auf dauerhafte internationale Strukturen darstellt.
3. Der „Kalte Krieg“ - Ein Beispiel zur Verdeutlichung der Wirksamkeit und Effizienz der Regimetheorie oder der Theorie des Neorealismus und des Sicherheitsdilemmas?: Fallstudie zur historischen Konfrontation der Supermächte, welche aufzeigt, dass neorealistische Annahmen die Dynamik der Aufrüstung und des Misstrauens besser erklären konnten.
4. Kann Kooperation die Problematik des Sicherheitsdilemmas in Bezug auf die atomare Abrüstung überwinden und somit langfristige Kooperation und Vertrauen zwischen Staaten im internationalen System herstellen?: Analyse der gegenwärtigen Situation unter Berücksichtigung des Nichtverbreitungsvertrags, die zu dem Schluss kommt, dass das Sicherheitsdilemma trotz Regimebildung fortbesteht.
Schlüsselwörter
Sicherheitsdilemma, Neorealismus, Regimetheorie, Internationale Beziehungen, Atomare Abrüstung, Kalter Krieg, Able Archer, Kooperation, Misstrauen, Machtverteilung, Nichtverbreitungsvertrag, Nuklearwaffen, Systemkonflikt, Weltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob das Sicherheitsdilemma zwischen Staaten durch internationale Kooperation und Regime gelöst werden kann, insbesondere im Bereich der nuklearen Abrüstung.
Welche zentralen theoretischen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit vergleicht schwerpunktmäßig den Neorealismus, der Misstrauen und Machtpolitik betont, mit der Regimetheorie, die Kooperation durch Institutionen als möglich ansieht.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Schaffung von Vertrauen durch kooperatives Handeln ausreicht, um das Sicherheitsdilemma in Bezug auf die atomare Abrüstung dauerhaft aufzulösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die mit einer historischen Fallstudie (Kalter Krieg) verknüpft wird, um die Anwendbarkeit der Theorien auf reale internationale Konflikte zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Neorealismus vs. Regimetheorie) erörtert, gefolgt von einer Anwendung auf den Kalten Krieg und einer Untersuchung aktueller Abrüstungsprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sicherheitsdilemma, nukleare Rüstungspolitik, Anarchie im internationalen System und die Rolle internationaler Organisationen kennzeichnen.
Welche Rolle spielte der Vorfall „Able Archer“ für die Argumentation?
„Able Archer“ dient als extremes Beispiel dafür, wie gegenseitiges Misstrauen und fehlende Kommunikation selbst in stabilen Systemen beinahe zu einer Katastrophe führen können, was die neorealistische Perspektive stützt.
Was ist das Fazit der Arbeit bezüglich des Nichtverbreitungsvertrags (NVV)?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der NVV zwar nukleare Kapazitäten reduziert hat, jedoch aufgrund der tief verwurzelten Sicherheitsängste der Staaten das Sicherheitsdilemma insgesamt nicht vollständig beseitigen konnte.
- Arbeit zitieren
- B.Ed. Philipp Willenbacher (Autor:in), 2014, Das Sicherheitsdilemma. Auswirkungen auf die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Staaten in internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286410