Mobile Payment. Verfahren und Akzeptanz in Deutschland und im weltweiten Vergleich


Hausarbeit, 2014
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

2 Das Konzept Mobile Payment
2.1 Definition
2.2 Strategische Bedeutung
2.3 Historische Entwicklung
2.4 Grundsätzliche Akzeptanz im globalen Vergleich
2.5 Sicherheit beim Mobile Payment

3 Verschiedene Varianten von Mobile Payment
3.1 Near Field Communication
3.2 Kartenbasiertes Bezahlen
3.3 Code Scanning
3.4 Weitere Umsetzungsmöglichkeiten

4 Bereits umgesetzte Mobile Payment-Anwendungen
4.1 Google Wallet
4.2 Starbucks App
4.3 Square
4.4 M-Pesa

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Schnittmenge zwischen Mobile Billing und Mobile Payment

Abbildung 2: Aktive Mobile Payment-Services im weltweiten Vergleich

Abbildung 3: Offenheit der Kunden für Mobile Payment im Ländervergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

Der Gedanke, die Mobilfunktechnologie als Zahlungsmittel zu nutzen, ist bereits seit mehreren Jahren nicht nur in Deutschland, sondern weltweit fester Bestandteil von Forschung und Entwicklung. Umso verblüffender ist die Tatsache, dass sich in Europa bislang noch kein Verfahren eindeutig durchsetzen konnte und die Entwicklung des Marktes für diese Art der Finanztransaktion noch immer weit hinter den Erwartungen und Prognosen zurückliegt. Hauptgrund dafür ist das Problem, Verbraucher und Händler gleichermaßen von den Vorteilen von Mobile Payment allgemein und von einzelnen Anwendungen im Speziellen zu überzeugen und die Verbreitung somit sicherzustellen. Schon in den frühen Jahren der Forschung zum Thema Mobile Payment, im Folgenden auch als M-Payment bezeichnet, war klar, dass dieses Problem praktisch ausschließlich in einer Kooperation verschiedener Player aus den Reihen der Mobilfunkbetreiber, des Bankenwesens und der Hardwarehersteller gelöst werden kann (vgl. Pousttchi 2005, S. 3). Allerdings versuchen auch zahlreiche Start-Up-Unternehmen in dem Sektor, der ein enormes Marktvolumen verspricht, Fuß zu fassen. Diese Beobachtung ist für einen hoch technisierten Wirtschaftszweig nicht ungewöhnlich. Die zündende Idee, mit der eine Masse von Nutzern überzeugt werden kann, entscheidet über Sieg oder Niederlage. Einige dieser Unternehmen werden später im Zusammenhang mit ihren verwendeten Verfahren näher vorgestellt.

Im Hauptteil der Arbeit wird zunächst eine Eingrenzung und Definition des Begriffes Mobile Payment vorgenommen sowie seine Bedeutung für Wirtschaft und Technik näher erläutert. Besonders im Bereich des Mobile Commerce, im weiteren Sinne auch als M-Business bezeichnet, fällt dem M-Payment eine tragende Rolle zu (vgl. Schulenburg 2008, S. 5). Mobile Commerce ist eine Unterform des Electronic Commerce und beinhaltet entsprechend die „Anbahnung, Aushandlung und/oder Abwicklung von Markttransaktionen auf mobiler elektronischer Basis" (Fritz 2004, S. 30). Als Faustformel könnte man formulieren: „M-Commerce = E-Commerce über mobile Endgeräte und Netze“ (Schulenburg 2008, S. 6). Allerdings verweist die Autorin mit Blick auf die Ansichten des Fachmannes Bernd Wirtz in diesem Zusammenhang darauf, dass eine derartige Kurzdefinition nicht allen Facetten des M-Commerce gerecht werde (vgl. Wirtz 2001, S. 45). Um einen Grundverständnis vom Aufbau und von der Funktionsweise dieses Marktes zu bekommen, ist sie jedoch geeignet.

Auch die historische Entwicklung und die möglichen Anwendungsbereiche werden im ersten Teil der Arbeit behandelt. Anschließend folgt der Kern der Ausführungen: Die Betrachtung der Akzeptanz und der Vergleich verschiedener Varianten dieser Bezahlmethode hinsichtlich ihrer Umsetzung, sowie die Vorstellung und der Vergleich mehrerer Mobile Payment-Anwendungen, die in den verschiedenen Märkten etabliert werden konnten. Namentlich sind das: Google Wallet, die Starbucks App, Square und M-Pesa. Diese Verfahren werden dann hinsichtlich ihrer technischen Umsetzung, dem detaillierten Ablauf des Abrechnungsprozesses, sowie ihrer Akzeptanz bzw. Verbreitung und Nutzung miteinander verglichen. Auch mögliche Kritikpunkte an den Verfahren werden thematisiert, bevor sich im Schlussteil ein Fazit über die betrachtete Entwicklung des M-Payment Marktes anschließt.

2 Das Konzept Mobile Payment

Zu Beginn der eigentlichen Arbeit steht die Frage nach der Definition von Mobile Payment im Raum. Im Folgenden soll diese Frage geklärt werden, obwohl die stetige Veränderung in diesem Sektor der Bezahlsysteme die Eingrenzung erschwert.

2.1 Definition

Voraussetzung für eine fundierte Diskussion und eine eingehende Thematisierung der Fragestellung ist ein einheitliches Begriffsverständnis. „Das Geschäftsfeld „Mobile Payment“ ist nicht so einfach einzugrenzen und zu definieren“ (Lerner 2013, S. 6). Dr. Key Pousttchi, der seit Jahren als absoluter Experte auf dem Gebiet des M-Payment gilt, definiert den Begriff folgendermaßen: Mobile Payment bezeichnet „diejenige Art der Abwicklung von Bezahlvorgängen, bei der im Rahmen eines elektronischen Verfahrens mindestens der Zahlungspflichtige mobile Kommunikationstechniken (in Verbindung mit mobilen Endgeräten) für Initiierung, Autorisierung oder Realisierung der Zahlung einsetzt“ (Pousttchi 2005, S. 21). Mobile Payment kann und soll andere Zahlungsträger wie beispielsweise Bargeld, Giralgeld oder elektronisches Geld, das möglicherweise als Guthaben auf einer Karte hinterlegt sein kann, ersetzen (vgl. Leschik 2012, S. 24).

Ein weiterer Begriff, der dem Mobile Payment sehr ähnlich ist, ist das Mobile Billing. Als solches bezeichnet man ausschließlich „die Abrechnung von Telekommunikationsdienstleistungen - sowohl Sprach- als auch Datendiensten - durch Mobilfunkanbieter im Rahmen einer bestehenden Abrechnungsbeziehung“ (Schulenburg 2008, S. 75f.). Die nachfolgende Grafik soll den Zusammenhang nochmals verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1: Schnittmenge zwischen Mobile Billing und Mobile Payment

Quelle: Pousttchi 2005, S. 22

Im Zusammenhang mit der Definition des Mobile Payment-Begriffes werden in der Regel auch bereits die Unterarten Micro- und Macropayment unterschieden (vgl. Pousttchi 2005, S. 22 f.). Diese beiden Kategorien richten sich, wie der Name schon vermuten lässt, nach der Höhe der getätigten Zahlung. „Die Grenze zwischen den beiden Gruppen ist nicht einheitlich festgelegt“ (Pousttchi 2005, S. 22). Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass sie zwischen 5 € und 15 € liegt (vgl. Pousttchi 2005, S. 22 f.).

2.2 Strategische Bedeutung

„Das Mobiltelefon/Smartphone als Alltagswerkzeug des Menschen ist für die Zahlungsfunktion für Milliarden Menschen eine wesentliche Erleichterung und damit ein Schritt in die nächste Zukunft.“ (Lerner 2013, S. 2) Dieses Zitat des Autors Thomas Lerner, der sich seit vielen Jahren mit dem Thema Mobile Payment beschäftigt, beschreibt die Relevanz dieses Fachbereiches. Die hohe Verbreitung von Smartphones begünstigt das Bezahlverfahren noch zusätzlich. Während in den Entwicklungsländern und in Asien bereits seit mehreren Jahren erfolgreich mobil bezahlt wird, hinken die Industrienationen und Lateinamerika noch hinterher (vgl. Lerner 2013, S. 15). Eine Grafik der 2010 aktiven Mobile Payment Anwendungen in absoluten Zahlen im globalen Vergleich verdeutlicht das.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 2: Aktive Mobile Payment-Services im weltweiten Vergleich

Quelle: GSMA 2010: „GSMA - Mobile Money and Wireless Intelligence“ zit. nach Lerner 2013, S. 15

Auch Dr. Feyyat Kaymaz, der als Experte auf dem Gebiet der Sicherheit in Mobile Payment-Prozessen gilt, ist der Meinung, „dass die Nachfrage nach den Einkaufs- und Bezahlmöglichkeiten mit den Mobilfunkgeräten bedeutsam steigen wird“ (Kaymaz 2011, S. 12).

„Die Märkte lassen sich letztlich in vier Bereiche untergliedern: In Entwicklungsländer, Asien, Amerika sowie Europa/Deutschland“ (Lerner 2013, S. 7). Diese Aufteilung wird später für den detaillierteren Vergleich der verschiedenen Verfahren noch wichtig sein.

Betrachtet man zunächst den europäischen Markt, fällt auf, dass Bargeld nach wie vor das dominierende Zahlungsmittel ist (vgl. Lerner 2013, S. 22). Daraus wird deutlich, dass die Barzahlung gerade im Bereich der Micro- und Macropayments der schärfste Konkurrent des Konzepts Mobile Payment ist.

Bei den Schätzungen zum gesamten Marktvolumen gehen die Expertenmeinungen weit auseinander. Die Unternehmensberatung Juniper Research geht beispielsweise für das Jahr 2015 davon aus, dass die aggregierte Summe der Transaktionen bei 670 Mrd. US$ (Wilcox 2011) liegen wird, wohingegen die Prognose der Yankee Group für 2015 bei insgesamt 1000 Mrd. US$ (Yankee Group 2011) liegt. „Diese Prognosedifferenzen verdeutlichen, dass grundsätzlich sämtlichen Voraussagen für einen in der Entwicklung befindlichen, dynamischen Markt mit großer Vorsicht zu begegnen ist“ (Jacke 2014, S. 29). Dass es sich hier um einen Marktbereich mit extrem hohem Potential handelt, zeigen sie aber auf jeden Fall.

2.3 Historische Entwicklung

Bereits in den Jahren um die Jahrtausendwende war die einhellige Meinung, die sich in den Marktprognosen widerspiegelte, klar: Innerhalb der nächsten fünf Jahre würde Mobile Payment fester Bestandteil der üblicherweise verwendeten monetären Transaktionsmethoden sein (vgl. Pousttchi 2005, S. 1). „2002 wurde Mobile Payment schon einmal als das nächste große Thema angekündigt“ (Lerner 2013, S. 1). Aus heutiger Sicht lässt sich allerdings feststellen, dass sämtliche Prognosen und Ankündigungen von der Realität eingeholt wurden.

Um die Branche und die dazugehörigen Verfahren zu verstehen, ist auch ein Blick zurück auf die Vorgänger des mobilen Bezahlens nötig. Als unmittelbarer Wegbereiter für Mobile Payment können die sogenannten kontaktlosen Smartcards gesehen werden. Diese sind letztlich eine Weiterentwicklung der regulären Smartcards oder auch Chipkarten, die wir beinahe täglich in Form von Debitkarten oder EC-Karten verwenden. Das sind „kontaktbehaftete Plastikkarten mit eigenem Prozessor und Magnetstreifen“ (ITWissen), die zur Datenspeicherung und -übertragung genutzt werden (vgl. ITWissen). Kontaktlose Smartcards etablierten sich schnell nach ihrer Einführung im Jahre 1997. Die verwendete Technik FeliCa, was die Kurzform von Felicity Card ist, wurde durch Sony und NXP-Semiconductor weiterentwickelt und bildete so die Grundlage für die Near Field Communication Technologie, kurz NFC, die ab 2004 in Handys und Smartphones integriert wurde (vgl. Lerner 2013, S. 6). Dies bildet die Grundlage für sehr viele Mobile Payment Anwendungen. Ausführlicher wird dieses Thema in Punkt 3.1 behandelt. „Der Siegeszug der mobilen Technologien startete 1992, ausgelöst durch die erste SMS (Short Message Service) von Nokia“ (Lerner 2013, S. 6). Diese Technologie wurde zum Teil schon in der Anfangsphase des Mobile Commerce als Zahlungsmethode verwendet (vgl. Pousttchi 2005, S. 3). Beispiel hierfür wären Newsletter per SMS, die gegen eine gewisse Gebühr abonniert werden konnten (vgl. Pousttchi 2005, S. 9). Die zweite wegweisende Entwicklung, die dem Mobile Commerce den Weg geebnet hat, war die Einführung des WAP-Protokolls, das 1997 die Grundlagen für das mobile Internet, wie wir es heute kennen, schuf (vgl. Lerner 2013, S. 6; Gabler Wirtschaftslexikon).

2.4 Grundsätzliche Akzeptanz im globalen Vergleich

Im Zusammenhang mit dem Thema Mobile Payment ist es eine interessante Frage, wie hoch der Verbreitungsgrad beziehungsweise die allgemeine Akzeptanz für eine derartige Zahlungsform im weltweiten Vergleich ist.

Insgesamt lässt sich jedenfalls sagen, dass ein klarer Trend hin zum Mobile Payment erkennbar ist, wobei vor allem von der jüngeren Generation eine intensive Nutzung dieser Technologie erwartet wird (vgl. Lerner 2013, S. 22 f.). Die nachfolgende Grafik soll zeigen, dass diese Aussage ihre Gültigkeit nicht nur im Blick auf den deutschen Markt behält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 3: Offenheit der Kunden für Mobile Payment im Ländervergleich

Quelle: Jacke 2013, S. 30

Aus dieser Abbildung „wird offensichtlich, dass in Deutschland die Offenheit der älteren Kundengruppen bzgl. Mobile Payment im Vergleich zu den anderen Ländern deutlich geringer ist“ (Jacke, 2013 S. 30). Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich die Akzeptanz im Vergleich zu den drei anderen Nationen allgemein noch auf einem relativ niedrigen Niveau befindet. Zwar ist die Zustimmung unter den 16- bis 34-jährigen höher als in Frankreich, aber dort können sich die älteren Teile der Bevölkerung besser mit der Idee anfreunden, mit dem Mobiltelefon zu bezahlen. Im Vergleich mit den USA und Großbritannien sind die Werte, die für Deutschland ermittelt wurden, in allen drei Kategorien niedriger. Allerdings halten es gemäß einer Verbraucherumfrage des Internet-Auktionshauses Ebay über 50% der Deutschen für möglich, dass Bargeld in 10 Jahren kaum noch eine Rolle spielt, was bedeuten würde, dass sich Mobile Payment auf dem Vormarsch befindet (vgl. Ebay 2012).

Die Kreditkartengesellschaft MasterCard hat im Rahmen ihrer „Mobile Payments Study 2014“ rund 13 Millionen Kommentare zu diesem Thema in sozialen Medien ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit die Akzeptanz für die Technologie wächst (vgl. MasterCard 2014). Die Studie zeigt, dass auch die Einzelhändler dem Thema mit 88% Zustimmung größtenteils positiv gegenüberstehen. Während 2012 bei den Verbrauchern noch Verwirrung hinsichtlich der Vorteile und der Einsatzmöglichkeiten der Mobile Payment Methoden herrschten, steht im Jahr 2013 die Frage nach dem geeigneten Verfahren im Mittelpunkt (vgl. MasterCard 2014). Die Tendenz geht also auch dieser Studie zufolge hin zu Mobile Payment und die Akteure auf dem Markt können einer möglicherweise erfolgreichen Zukunft entgegenblicken.

Letztendlich bleibt die Frage, warum Deutschland selbst im Vergleich mit strukturell und wirtschaftlich relativ ähnlichen Volkswirtschaften, in denen sich die Verbreitung von mobilen Endgeräten und anderen wichtigen Technologien für diesen Bereich auf äquivalentem Niveau bewegt, hinsichtlich der Aufgeschlossenheit für dieses neuartige Zahlungsverfahren noch deutlich zurückliegt (vgl. Leschik, S. 114).

2.5 Sicherheit beim Mobile Payment

Nur durch ausreichende Sicherheit innerhalb des Bezahlprozesses kann die Zustimmung und das Vertrauen der Nutzer gewonnen werden. Entsprechend große Aufmerksamkeit muss diesem Aspekt bei der Entwicklung von Mobile Payment-Anwendungen geschenkt werden. „In einer vernetzten und komplexen Digitalwelt werden immer mehr Daten und Informationen ausgetauscht. Diese Entwicklung wirft neue Fragen zur Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität der Nutzung mobiler Services auf. Bei jeder Transaktion hinterlassen mobile User bewusst oder unbewusst eine große Menge von Datenspuren“ (Kaymaz 2011, S. 1). Dadurch besteht die Möglichkeit, diese Daten zu sammeln, auszuwerten und zusammenzufassen und damit personalisierte oder auch allgemeine Nutzerprofile zu generieren, die dann eventuell die Grundlage für Betrug, Manipulation und Missbrauch bilden können (vgl. Kaymaz 2011, S. 2). Dadurch rücken die Forderung nach Anonymität der Nutzer und allgemein die Sicherheitsanforderungen an mobile Anwendungen in den Vordergrund (vgl. Kaymaz 2011, S. 2). Der eben bereits zitierte Sicherheitsexperte Dr. Feyyat Kaymaz weist in seinen Ausführungen jedoch gleichzeitig darauf hin, dass Anonymität der User auch Nachteile mit sich bringt. So könne die Anonymität beispielsweise auch missbraucht werden und möglicherweise Schutz für kriminelle Machenschaften bieten (vgl. Kaymaz 2011, S. 111). Rechtlich ist der Aspekt des Datenschutzes innerhalb des elektronischen Datenaustausches in Deutschland im sogenannten Recht auf informationelle Selbstbestimmung verankert, das aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art 1. GG) abgeleitet wird. Außerdem existieren Mindeststandards für die EU-Mitglieder, die durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat bestimmt wurden. Die User-Anonymität ist darüber hinaus im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und den Landesdatenschutzgesetzen geregelt (vgl. Kaymaz 2011, S. 141 f.)

Neben der Anonymität der Nutzer ist aber auch der Aspekt der Datenübertragungssicherheit von höchster Relevanz, da Mobile Payment vor allem auch den Austausch von zahlungsbezogenen Daten beinhaltet, zu denen Dritte keinen Zugang haben sollten (vgl. Leschik 2012, S. 57). Die elektronischen Daten durchlaufen bei der Übertragung in der Regel „viele Knotenpunkte, an denen sie problemlos abgefangen, eingesehen und manipuliert werden“ könnten (Kretschmar 2005, S. 2). Diese Komplexität erfordert entsprechende Vorsicht und Sicherheit beim Umgang mit diesen Daten. Dafür geeignet sind sogenannte algorithmische Verschlüsselungsverfahren wie die asymmetrische oder die symmetrische Verschlüsselung, mit deren Hilfe die Nachricht so gesichert werden kann, dass sie zwar noch abgefangen, aber nicht mehr gelesen werden kann (vgl. Kretschmar 2005, S. 2). Dies erhöht die Datensicherheit der höchst sensiblen Zahlungsinformationen.

Ergänzend dazu wurde auch noch eine hardwareseitige Absicherung eingeführt, das Secure Element, was von Herstellerseite zunächst nicht vorgesehen war (vgl. Langer/Roland 2010, S. 155). Zweck des Secure Element ist es, „eine sichere Umgebung zum Speichern und Ausführen von sicherheitskritischen Daten und Applikationen“ zur Verfügung zu stellen (Langer/Roland 2012, S. 155). Laut Langer und Roland lassen sich drei Arten, ein solches Sicherheitselement in die Mobiltelefonarchitektur zu integrieren, unterscheiden. Zum einen als Software ohne spezielle Hardware, zum anderen als fest im Mobiltelefon integrierte Hardware oder alternativ als austauschbare Hardware, wie z.B. eine SD-Karte. Durch den sicheren Speicherort „ist es möglich Schaden durch Dritte abzuwehren und zu verhindern“ (Hollstein 2013, S. 46).

Trotz dieser technischen Sicherheitsmaßnahmen bleibt jedoch das Verlustrisiko bestehen. Deswegen muss auch für den Fall, dass das Smartphone abhandenkommt, Vorsorge getragen werden. Viele Mobile Payment-Anwendungen sind darum zusätzlich zu Geräte- und Bildschirmsperren noch durch eine eigene Schutzfunktion gesichert, wie beispielsweise eine PIN als individuelle Identifikationsmöglichkeit (vgl. Hollstein 2013, S. 51).

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Mobile Payment. Verfahren und Akzeptanz in Deutschland und im weltweiten Vergleich
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
25
Katalognummer
V286412
ISBN (eBook)
9783656866886
ISBN (Buch)
9783656866893
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobile Payment, Deutschland, M-Buisness, M-Payment
Arbeit zitieren
Fabian Herreiner (Autor), 2014, Mobile Payment. Verfahren und Akzeptanz in Deutschland und im weltweiten Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286412

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