Bis vor wenigen Jahren beschränkte sich der Einsatz von Öffentlichkeitsarbeit lediglich auf Krisen und Skandale, die sich im Krankenhaussektor ereigneten, wie ein Beispiel von 2009 zeigt; als die Öffentlichkeit erfuhr, dass ein Chefarzt jahrelang zahlreiche Operationen ohne medizinische Begründung durchführen ließ, sowie Zitronensaft zur Desinfektion benutzte – alles aus Kostengründen, war der Aufschrei in der Bevölkerung groß.
Je spektakulärer der Fall, umso weitreichender die Berichterstattung. Im Anschluss hat es das betroffene Krankenhaus häufig schwer, das Vertrauen der Patienten wieder zu gewinnen. Heute steht die Öffentlichkeitsarbeit von Krankenhäusern unter ganz anderen Vorzeichen: Immer mehr Kliniken erkennen, dass sie die Öffentlichkeit professionell auf ihre Leistungen und ihre Alleinstellungsmerkmale aufmerksam machen müssen, wenn sie im Gesundheitsmarkt Bestand haben wollen.
Inhaltsverzeichnis
I. Aufbau der Matrix
II. Begründung und Analyse der Matrix
II.I Bewertung zukünftiger PR-Trends
II.I.I Anstieg der Krankenhausfälle
II.I.II „Content and Predictive Analytics for Healthcare“
II.I.III Cloud-Computing
II.I.IV Social-Web
II.II Auswirkungen auf die betroffenen Bezugsgruppen
II.II.I Patienten
II.II.II Ärzte und Pflegepersonal
II.II.III Krankenkassen
III. Fazit
IV. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zukünftigen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen im Krankenhaussektor und deren Auswirkungen auf spezifische Bezugsgruppen, um daraus resultierende Anforderungen an moderne PR-Instrumente abzuleiten.
- Analyse demografischer Entwicklungen und deren Einfluss auf den Krankenhaussektor
- Evaluation neuer Technologien wie Cloud-Computing und IBM-Softwarelösungen im Gesundheitswesen
- Untersuchung der Bedeutung des Social-Web und von Bewertungsportalen
- Bewertung der Auswirkungen dieser Trends auf Patienten, medizinisches Personal und Krankenkassen
- Optimierung von Kommunikationsstrategien für Krankenhäuser
Auszug aus dem Buch
II.I.I Anstieg der Krankenhausfälle
Die demographische Entwicklung stellt eine der größten globalen Herausforderungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts dar. Die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland entspricht in wesentlichen Teilen der Entwicklung andere Industrienationen; einer stetig älter werdenden Bevölkerung stehen immer weniger Personen im Erwerbstätigenalter entgegen. Aktuelle Statistiken zeigen, dass der stationär versorgte Patient in Deutschland in den letzten Jahren häufiger und älter wird, waren es 2008 17,8 Millionen Menschen, steig diese Zahl innerhalb eines Jahres um 290.000 (Welk/Bauer, 2011). Da ältere Menschen häufiger stationär in Krankenhäusern versorgt werden als jüngere, dürften Behandlungsfälle und damit verbundene Kosten mit einer alternden Bevölkerung ansteigen.
In der Wissenschaft wird diskutiert, wie sich das Krankheitsrisiko bei einer steigenden Lebenserwartung entwickeln wird. Hier stehen sich zwei Ansichten gegenüber: Vertreter der sogenannten Kompressionsthese erwarten, dass die Menschen mit steigender Lebenserwartung auch länger gesünder leben und sich schwere Krankheiten in einem festgesetzten Zeitfenster vor dem Tode ereignen; Vertreter der Expansionsthese gehen davon aus, dass die Krankheitsintensität mit steigender Lebenserwartung zunimmt, die Menschen demnach zwar länger leben, diese Zeit aber auch länger krank verbringen. In dieser Arbeit wird, aus Gründen der Textökonomie, nur auf die Kompressionsthese eingegangen. Die Kompressionsthese wurde 1980 von James Fries, Professor der Medizin, begründet. Sie besagt, dass die durch die höhere Lebenserwartung gewonnenen zusätzlichen Jahre überwiegend in guter Gesundheit verbracht werden (Bechtel/Smerdka-Arhelger, 2012). Die Menschen erreichen in zunehmendem Maße ihre natürliche maximale Lebenserwartung; Krankheit tritt in der Phase kurz vor dem Tod auf, diese Phase verkürzt sich durch die bessere Medizin aber zunehmend (ebenda).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Aufbau der Matrix: Dieses Kapitel präsentiert eine Übersichtstabelle, die verschiedene PR-relevante Trends mit den betroffenen Bezugsgruppen im Krankenhauswesen verknüpft und deren Wichtigkeit bewertet.
II. Begründung und Analyse der Matrix: Hier werden die Gründe für den Wandel der Öffentlichkeitsarbeit im Krankenhaussektor erläutert und die in der Matrix aufgeführten Trends sowie deren Auswirkungen detailliert begründet.
II.I Bewertung zukünftiger PR-Trends: Dieses Kapitel analysiert spezifische Herausforderungen wie den Anstieg der Krankenhausfälle, technologische Entwicklungen wie Predictive Analytics und Cloud-Computing sowie die Relevanz des Social-Web.
II.II Auswirkungen auf die betroffenen Bezugsgruppen: Der Fokus liegt hier auf der Analyse, wie Patienten, medizinisches Personal und Krankenkassen individuell von den identifizierten Trends betroffen sind und welchen Einfluss dies auf die Kommunikation hat.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit moderner Kommunikationsstrategien zusammen, um als Krankenhaus im Wettbewerb um personenbezogene Dienstleistungen zu bestehen.
IV. Anhang: Dieser Teil enthält das Literaturverzeichnis sowie das Abbildungsverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Öffentlichkeitsarbeit, Krankenhaussektor, PR-Maßnahmen, demografischer Wandel, Predictive Analytics, Cloud-Computing, Social-Web, Patienten, Krankenkassen, medizinisches Personal, Gesundheitswesen, Kommunikationsstrategien, Wettbewerb, Patientenzufriedenheit, Krankenhausmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Öffentlichkeitsarbeit im Gesundheitswesen, insbesondere im Krankenhaussektor, unter Berücksichtigung technologischer und demografischer Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören der demografische Wandel, die Implementierung von Cloud-Lösungen und KI-basierter Software wie "Content and Predictive Analytics", sowie die zunehmende Bedeutung von Online-Bewertungsportalen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Krankenhäuser ihre PR-Strategien anpassen müssen, um auf die veränderten Ansprüche von Patienten und die steigenden Anforderungen an eine professionelle Kommunikation zu reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine strukturierte Matrix-Analyse, um verschiedene Trends in Relation zu den Auswirkungen auf die betroffenen Zielgruppen (Patienten, Ärzte/Personal, Krankenkassen) zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der PR-Trends (u.a. demografische Entwicklung, IT-gestützte Diagnostik) und die spezifische Untersuchung der Auswirkungen auf die drei definierten Bezugsgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Öffentlichkeitsarbeit, Krankenhaussektor, demografischer Wandel, Predictive Analytics, Cloud-Computing, Social-Web und Patientenorientierung.
Warum wird die Kompressionsthese für die Analyse herangezogen?
Die Arbeit wählt die Kompressionsthese aus Gründen der Textökonomie aus, da sie beschreibt, dass die gewonnene Lebenszeit primär in guter Gesundheit verbracht wird, was Auswirkungen auf die Krankenhausplanung hat.
Welche Rolle spielen Bewertungsportale wie Jameda?
Bewertungsportale zwingen Krankenhäuser und medizinisches Personal dazu, Qualität professioneller darzustellen, da der Patient durch diese Informationen seine Wahl für oder gegen ein Krankenhaus stärker beeinflusst sieht.
- Arbeit zitieren
- Pia Werner (Autor:in), 2013, Öffentlichkeitsarbeit im Gesundheitswesen. PR-Maßnahmen im Krankenhaussektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286562