Die vorliegende Hausarbeit wird im Rahmen des Mastermoduls Historische Theologie verfasst. Das Thema der Arbeit ist der Vergleich der Aussagen Luthers über den Papst in der Adelsschrift mit denjenigen im Sendbrief an Papst Leo X. Mit Bezugnahme auf den Titel, ist es das Ziel dieser Hausarbeit in vergleichender Perspektive die Standpunkte Martin Luthers über den Papst zum einen in der Adelsschrift als auch in dem Sendbrief herauszuarbeiten. Dabei spielen Gemeinsamkeiten, das heißt gleichwertige Aussagen, und auch Unterschiede, das heißt abweichende und auch sich widersprechende Äußerungen, eine wichtige Rolle. Es soll die Frage beantwortet werden, warum Luther in der jeweiligen Schrift die Aussagen über den Papst so trifft, wie er sie trifft. Eingebettet wird dies in den historischen Rahmen der Abfassungszeit. So ergibt sich, dass das folgende zweite Kapitel sich mit der Vorgeschichte zur Adelsschrift und der des Sendbriefes an Papst Leo X. beschäftigt. Daran schließt sich dann die Herausarbeitung der Aussagen Luthers in der Adelsschrift an, da dies die chronologisch erste der beiden untersuchten Schriften ist. Im vierten Kapitel werden dann die Äußerungen Luthers aus dem Sendbrief dargestellt. Da an dieser Stelle der Ausarbeitung die Aussagen Luthers über den Papst aus den beiden Schriften vorliegen, kann im fünften Kapitel der Vergleich vollzogen werden. Das sechste Kapitel beinhaltet eine abschließende Zusammenfassung, bevor im nächsten Kapitel das Quellen- und Literaturverzeichnis folgt. Im achten und letzten Kapitel steht die Eigenständigkeitserklärung niedergeschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte zur Adelsschrift und zu dem Sendbrief an Leo X.
3. Luther über den Papst in der Adelsschrift
3.1. Luthers Aussagen über den Papst
3.2. Zusammenfassung
4. Luther über den Papst in dem Sendbrief an Leo X.
4.1. Luthers Aussagen über den Papst
4.2. Zusammenfassung
5. Vergleich der Aussagen Luthers über den Papst
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Standpunkte Martin Luthers zum Papsttum in der "Adelsschrift" und im "Sendbrief an Papst Leo X." vergleichend herauszuarbeiten. Dabei wird untersucht, wie die unterschiedlichen Adressaten und die jeweiligen historischen Kontexte Luthers rhetorische Strategie sowie die Schärfe seiner Kritik beeinflussten, um die Frage zu beantworten, warum er seine Aussagen in der jeweiligen Schrift so traf, wie er es tat.
- Historischer Kontext der Adelsschrift und des Sendbriefs
- Analyse der Papstkritik in Luthers "Adelsschrift"
- Analyse der Papstkritik im "Sendbrief an Papst Leo X."
- Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Aussagen
- Bedeutung der Adressaten für Luthers rhetorische Wortwahl
Auszug aus dem Buch
3.1. Luthers Aussagen über den Papst
Bei dem Angriff Luthers auf die erste Mauer der Romanisten, die sich aus der Behauptung, dass die geistliche Macht nicht der weltlichen Gewalt und ihrem Recht unterstehe, errichtet, klagt er ein, dass der geistliche Stand eine bloße Erfindung eben dieser Personengruppe sei. Seine Begründung ist hier biblischen Ursprungs, denn aus 1. Kor. 12, 12ff. schließt er, dass „alle Christen […] warhafftig geystlichs stands“ sind. Das heißt, hier argumentiert Luther mit dem reformatorischen Prinzip des allgemeinen Priestertums. „So war es kein antiautoritärer Demokratismus, aus dem er zur Formulierung des allgemeinen Priestertums kam, sondern eine theologische exegetische Entscheidung“; „Luther hat […] den Menschen mündig gesprochen“. Er sieht keinen biblisch legitimierten Grund, einen geistlichen Stand hervorzuheben. Er beinhaltet nicht mehr als ein Amt in der christlichen Gemeinde und hat seinen Nutzen in Regierungs- und Verwaltungszwecken. Aber so hat ein jeder sein Amt inne, der „leye, priester, fursten, bischoff“ und dennoch sind sie durch die Taufe alle geistlichen Standes und somit auch die weltliche Herrschaft ein Glied des christlichen Körpers.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Hausarbeit stellt das Thema des Vergleichs der Aussagen Luthers über den Papst in den zwei genannten Schriften vor und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2. Vorgeschichte zur Adelsschrift und zu dem Sendbrief an Leo X.: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Rahmen von Luthers Ablasskritik, den daraus resultierenden Ketzerprozess und die politische Situation der Zeit.
3. Luther über den Papst in der Adelsschrift: Hier werden Luthers radikale Kritik und seine Argumente gegen die Vorrangstellung des Papsttums in seiner ersten Hauptschrift detailliert dargestellt.
4. Luther über den Papst in dem Sendbrief an Leo X.: Der Abschnitt widmet sich dem besonnenen Ton und der rhetorischen Strategie Luthers gegenüber dem Papst in diesem speziellen Vorwort.
5. Vergleich der Aussagen Luthers über den Papst: In diesem zentralen Kapitel werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Schriften gegenübergestellt und auf die jeweils unterschiedliche Adressatenorientierung zurückgeführt.
6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse und stellt fest, dass die Intention Luthers in beiden Schriften gleich blieb, sich jedoch in Wortwahl und Argumentation dem Adressaten anpasste.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Papsttum, Adelsschrift, Sendbrief an Leo X., Reformation, allgemeines Priestertum, Antichrist, Römische Kurie, Kaiser Karl V., Konzil, sola scriptura, Kirchenkritik, Kirchenrecht, Ablasshandel, Polemik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Äußerungen Martin Luthers zum Papsttum in zwei seiner zentralen Schriften aus dem Jahr 1520.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich auf die päpstliche Machtanmaßung, die Rolle des Papstes gegenüber weltlichen Autoritäten und die Verwendung des Antichrist-Begriffs bei Luther.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für die stark unterschiedliche Schärfe und Art der Papstkritik in den beiden Schriften unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Adressaten und Entstehungsbedingungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Textanalyse, um Luthers theologische Argumentationsstruktur und seine rhetorische Strategie in den untersuchten Quellen herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Aussagen in der Adelsschrift, die Aussagen im Sendbrief an Leo X. und den anschließenden Vergleich beider Perspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Reformation, Papsttum, Luthers Adelsschrift, Antichrist-Polemik und reformatorisches Verständnis des Amtes charakterisieren.
Warum ist Luthers Tonfall im Sendbrief an Leo X. so viel moderater als in der Adelsschrift?
Luther wählte diesen Ton auf Anraten von Karl von Miltitz, um dem Papst gegenüber als diskussionsbereit aufzutreten und die Schuld für die Konflikte von der Person Leo X. auf dessen Umfeld zu lenken.
Inwieweit spielt die Antichrist-Thematik für Luthers Papstkritik eine Rolle?
In der Adelsschrift dient sie als Höhepunkt der Polemik, während sie im Sendbrief an Leo X. kaum eine Rolle spielt, da Luther dort eine Versöhnung oder zumindest ein gemeinsames Vorgehen gegen "wahre Feinde" sucht.
- Quote paper
- Jonas Knefelkamp (Author), 2014, Luther über den Papst. Ein Vergleich seiner Aussagen in der Adelsschrift mit denjenigen in der Vorrede zur Freiheitsschrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286599