Wie die funktionale Währung zu bestimmen, bzw. wie bei einem Wechsel jener zu verfahren ist, stellt den fokussierten Bestandteil, und somit sowohl Protagonist als auch Antagonist dieser Arbeit dar.
Die zunehmende Internationalisierung der Kapital- und Gütermärkte hat dazu geführt, dass immer mehr Unternehmen vom Inland aus Geschäfte in fremden Währungen abschließen (Im- und Export) und/oder Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen oder Niederlassungen (Betriebsstätte, Büro, Filiale etc.) unterhalten, die ihre Geschäftsbücher in Fremdwährung führen.
Als Voraussetzung für die Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen, erfordert es jedoch regelmäßig der Umrechnung, der meist in lokaler Währung aufgestellten
Einzelabschlüssen, der in den Konzernabschluss einzubeziehenden ausländischen Unternehmen.
Erst im Anschluss an die Vereinheitlichung der Recheneinheit kann die eigentliche Konsolidierung, d. h. die Eliminierung der aus konzerninternen Beziehungen resultierenden Einflüsse der Einzelabschlüsse, erfolgen. Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung ist demnach, und auch im Hinblick auf die Komplexität, der Währungsumrechung ein besonderes Maß an Bedeutung beizumessen.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und -hinführung
2 Grundlegende Theorien
2.1 Globale Theorie
2.2 Lokale Theorie
2.3 Funktionale Währung
3 Faktoren zur Bestimmung der funktionalen Währung
4 Wechsel der funktionalen Währung
5 Zusammenfassung
6 Kritische Würdigung/Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen Anforderungen und methodischen Ansätze bei der Währungsumrechnung von ausländischen Einzelabschlüssen in die Berichtswährung eines Konzerns unter besonderer Berücksichtigung des Konzepts der funktionalen Währung nach HGB und IFRS.
- Vergleich zwischen globaler und lokaler Theorie der Währungsumrechnung
- Analyse der Bestimmungsfaktoren für die funktionale Währung nach IAS 21
- Prozess und Konsequenzen bei einem Wechsel der funktionalen Währung
- Gegenüberstellung der handelsrechtlichen Regelungen (HGB/BilMoG) und internationaler Standards
Auszug aus dem Buch
2.1 Globale Theorie
Die globale Theorie ist von der Fiktion geprägt, dass der gesamte Konzern in einem Wirtschaftsgebiet mit einer einheitlichen Währungs- und Rechtsordnung ansässig ist. Dieser Theorie zu Grunde gelegte, bzw. die davon abgeleitete Methode zur Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen in die Berichtswährung für den Konzernabschluss, ist die so genannte Zeitbezugsmethode (temporal principle of translation) oder auch Äquivalenzmethode. Ziel dieser ist es, die Währungsumrechnung der Art zu gestalten, dass der Einzelabschluss äquivalent zu einem in Berichtswährung des Konzerns erstellten Abschlusses ist. Dies geschieht, indem die gesamten Posten des Abschlusses bzw. die einzelnen sich dahinter verbergenden Vorfälle aus der geschäftlichen Tätigkeit des Unternehmens mit jenen Kursen umgerechnet werden, die mit ihrer Bewertungsbasis, d. h. bspw. ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, ihrem beizulegenden Zeitwert, in Landeswährung übereinstimmen.
SFAS 52.48 arrangiert die für diese Methode charakteristischen Regeln und gibt diesen eine praktischere und erfolgswirksamere Form. Demnach sind, im Jahresabschluss mit fortgeführten historischen Anschaffungs-/Herstellungskosten bewerteten nicht-monetären Posten mit dem historischen Kurs umzurechnen. Weiterhin sind jene nicht-monetären Positionen mit dem Kurs des historischen Zeitwerts zu bewerten, insofern sie im Abschluss per Zeitwert Eingang fanden. Als historischer Kurs ist jener Kurs definiert und wird als Maß für die Umrechnung herangezogen, an dem Tag, an dem die jeweilige Transaktion bzw. der jeweilige Geschäftsvorfall durchgeführt wurde, bzw. an dem Tag, an dem ein Vermögensgegenstand auf seinen aktuellen Zeitwert abgeschrieben wurde. Alle monetären Bilanzpositionen sind mit dem Kurs am jeweiligen Bilanzstichtag umzurechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und -hinführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Währungsumrechnung aufgrund zunehmender Internationalisierung und die regulatorischen Rahmenbedingungen nach HGB und IFRS.
2 Grundlegende Theorien: Es werden die theoretischen Fundamente, namentlich die globale und die lokale Theorie sowie das Konzept der funktionalen Währung, detailliert erläutert.
3 Faktoren zur Bestimmung der funktionalen Währung: Dieses Kapitel definiert die primären und sekundären Indikatoren gemäß IAS 21, die für die Festlegung der funktionalen Währung eines Tochterunternehmens maßgeblich sind.
4 Wechsel der funktionalen Währung: Es wird beschrieben, unter welchen Umständen eine Änderung der funktionalen Währung notwendig wird und wie dieser prospektive Wechsel buchhalterisch zu behandeln ist.
5 Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur methodischen Praxis der Währungsumrechnung und der Einfluss der neueren deutschen Gesetzgebung werden zusammengefasst.
6 Kritische Würdigung/Schlussbetrachtung: Ein abschließender Blick auf die Komplexität der Umrechnungsproblematik und die Entwicklung der Standards im deutschen Handelsrecht.
Schlüsselwörter
Währungsumrechnung, Funktionale Währung, Konzernabschluss, Zeitbezugsmethode, Stichtagskursmethode, IAS 21, HGB, BilMoG, Monetäre Posten, Nicht-monetäre Posten, Fremdwährungsabschluss, Umrechnungsdifferenzen, Konzernrechnungslegung, Internationale Rechnungslegungsstandards, Wechselkurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen Herausforderungen und regulatorischen Vorgaben bei der Umrechnung von ausländischen Einzelabschlüssen in die Konzernberichtswährung Euro.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Konzepte der Währungsumrechnung, die Kriterien für die Bestimmung der funktionalen Währung und die Auswirkungen gesetzlicher Änderungen wie des BilMoG.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Bestimmung der funktionalen Währung als zentrales Instrument für eine informative Konzernberichterstattung zu analysieren und das Vorgehen bei einem Wechsel dieser Währung darzulegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Analyse der relevanten IFRS-Standards (insb. IAS 21) sowie einen Vergleich mit den handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) und dem DRS 14.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der globalen und lokalen Theorie, die detaillierte Untersuchung der IAS-Bestimmungsfaktoren und die Analyse der Prozesse bei einem Wechsel der funktionalen Währung inklusive Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Währungsumrechnung, funktionale Währung, Konzernabschluss, Zeitbezugsmethode und IAS 21 charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die globale von der lokalen Theorie?
Die globale Theorie betrachtet den Konzern als eine Einheit in einem Wirtschaftsgebiet, während die lokale Theorie die relative Selbstständigkeit der Tochtergesellschaften in ihren jeweiligen Währungsgebieten betont.
Welche Rolle spielt das BilMoG in dieser Arbeit?
Das BilMoG führt erstmalig spezifische gesetzliche Regelungen zur Währungsumrechnung im HGB ein, was die bisherige Praxis und die Anwendung von Standards wie DRS 14 maßgeblich verändert.
Was versteht man unter einer funktionalen Währung?
Es handelt sich um die Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen den überwiegenden Teil seiner Geschäftsvorfälle tätigt und seinen Cash-Flow erwirtschaftet.
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- Master of Arts Michael Schmidt (Author), 2010, Bestimmung und Wechsel der Funktionalen Währung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286747