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Der Künstler Friedrich Kiesler. Ein Multivisionär?

Titel: Der Künstler Friedrich Kiesler. Ein Multivisionär?

Seminararbeit , 2013 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Simone Holzäpfel (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Heutzutage ist Kiesler ein unbekannter Held. Zu seinen Lebzeiten war er eine Legende, einer der progressives Gedankengut unter die Künstler brachte. […] In seinem tätigen Widerstand gegen die unberechtigte Vermarktung der Kunst war er ein Einzelgänger, der die idealistische Hoffnung hatte, die Welt neu zu gestalten.“

Friedrich Kiesler ist es mit seiner Idee der Raumbühne gelungen, die bleierne Theaterarchitektur kurzzeitig zu revolutionieren. Im Unterschied zu anderen bahnbrechenden Ideen, wie das Totaltheater von Walter Gropius, ist die Raumbühne das einzige Konstrukt, das in der Realität tatsächlich umgesetzt worden ist. Zwar hat sich die Umsetzung lediglich auf die Internationale Ausstellung neuer Theatertechnik in Wien im Jahre 1924 beschränkt, doch das Besondere daran ist, dass auf ihr auch tatsächlich Aufführungen stattgefunden haben. So war es möglich, Kieslers Idee eine Form zu geben und zu sehen, inwiefern sich diese Idee tatsächlich realisieren lässt und ob sich die erwünschte Wirkung beim Publikum dadurch einstellt. Neben der Raumbühne hat Kiesler auch noch weitere Konzepte zur Theaterarchitektur entworfen, wie beispielsweise das des Endless Theaters. Doch nicht nur im Bereich der Architektur hat sich Kiesler einen Namen gemacht. Sein unbändiges Interesse, die Welt zu verändern, äußert sich in sehr vielen Bereichen.

Bei all seinen Konzepten und Theorien ist es ihm wichtig, die starke Verbindung zwischen Architektur und Gesellschaft aufzuzeigen. Friedrich Kiesler ist ein Visionär. Nicht nur seine Ideen sind bahnbrechend, sondern auch die Art, wie er sie den Menschen näherzubringen versucht hat. Seine Theorien zeichnen sich durch ihre äußerst eindringliche und dynamische Sprache aus.

Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, die Gesamtheit der Visionen Kieslers einmal zu erfassen und aufzuzeigen, dass ihm heutzutage eine viel größere Aufmerksamkeit zu Teil werden müsste. Mit der Kombination aus begeistertem Ideenreichtum, dem Mut, etwas völlig Neues zu erschaffen und dem Selbstbewusstsein, die eigenen Visionen in die Tat umzusetzen, ungehindert davon, wie die Gesellschaft darauf reagiert, ist Friedrich Kiesler ein großes Vorbild für alle, die den Wunsch haben, etwas zu bewegen. Es soll dargelegt werden, dass Kieslers Ideen nicht einfach nur Konzepte einer neuen Architektur sind, sondern dass sie auch einen sehr hohen gesellschaftlichen Wert haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Kieslers Theatervisionen

2.1. Elektro-mechanisches Bühnenbild

2.2. Raumbühne

2.3. Endless Theater

2.4. Kieslers Tätigkeit als Bühnenbildner

2.5. Forderungen an Gesellschaft und Schauspieler

2.6. Film Guild Cinema

3. Neuartige Ideen in der Architektur

3.1. Raumstadt

3.2. Endless House

3.3. Ideen zur Optimierung von Ausstellungen

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die visionären architektonischen und theatralen Konzepte von Friedrich Kiesler zu erfassen, ihren gesellschaftlichen Wert aufzuzeigen und zu demonstrieren, warum seinem Werk eine größere theaterwissenschaftliche Aufmerksamkeit gebührt.

  • Analyse der Raumbühne als revolutionäres Bühnenkonzept
  • Untersuchung des Endless Theaters und der Raumstadt als utopische Architekturmodelle
  • Betrachtung von Kieslers innovativer Arbeit als Bühnenbildner in den USA
  • Erforschung der Verbindung zwischen Architektur, Gesellschaftskritik und Ausstellungsdesign
  • Darlegung von Kieslers Appellen zur Aufhebung räumlicher Grenzen

Auszug aus dem Buch

2.2. Raumbühne

Mit seiner bahnbrechenden Idee der Raumbühne liefert Kiesler einen eindeutigen Gegenentwurf zur bestehenden Guckkastenbühne. „Die Raumbühne […] schwebt im Raum. Sie benützt den Boden nur mehr als Stütze für ihre offene Konstruktion. Der Zuschauerraum kreist in schleifenförmigen elektromotorischen Bewegungen um den sphärischen Bühnenkern.“.

An dieser Stelle wird bereits erkennbar, dass Kiesler hier eine ganz neue Welt präsentiert. Aufgrund seiner assoziativen Sprache entsteht der Eindruck, als handele es sich um ein Sonnensystem mit der Raumbühne im Zentrum. Der Zuschauerraum bewegt sich um die Bühne herum, was einen stetigen Perspektivwechsel zur Folge hat. Anders als bei der Guckkastenbühne nimmt das Publikum während einer Inszenierung mehrere Positionen im Raum ein, was auf Kieslers grundlegendste Prinzipien hinweist- die Umgestaltung des Bühnenraums hinsichtlich seiner dreidimensionalen Eigenschaften sowie der Dynamisierung all der darin sich befindenden Objekte.

„Das Theater der Zeit ist ein Theater der Geschwindigkeiten. Deshalb ist seine konstruktive Form und das Spiel der Bewegung poly-dimensional, das heißt: sphärisch. […] Kulissen fallen gänzlich weg.“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert Kieslers Bedeutung als vergessener Visionär und stellt das Ziel der Seminararbeit dar, seine vielfältigen Entwürfe und deren gesellschaftlichen Kontext zu analysieren.

2. Kieslers Theatervisionen: In diesem Hauptkapitel werden Kieslers Ansätze zur radikalen Erneuerung des Theaters durch Konzepte wie die Raumbühne, das Endless Theater und seine Tätigkeit als Bühnenbildner detailliert untersucht.

2.1. Elektro-mechanisches Bühnenbild: Dieses Unterkapitel thematisiert Kieslers ersten wichtigen Auftrag, bei dem er durch Dynamisierung und Lichteffekte das Bühnenbild aktiv in die Inszenierung integrierte.

2.2. Raumbühne: Es wird das Kernkonzept der Raumbühne erläutert, die durch den Verzicht auf Guckkastenperspektiven und Kulissen den Zuschauerraum dynamisch mit dem Bühnengeschehen verbindet.

2.3. Endless Theater: Hierbei wird die konsequente Weiterentwicklung der Raumbühne zum variablen, biomorphen Theatermodell des Endless Theaters beschrieben, das unbegrenzte architektonische Möglichkeiten bietet.

2.4. Kieslers Tätigkeit als Bühnenbildner: Dieser Abschnitt beleuchtet Kieslers praktische Arbeit an New Yorker Bühnen, bei der er seine innovativen Ansätze wie Projektionen und biomorphe Kostüme erfolgreich anwandte.

2.5. Forderungen an Gesellschaft und Schauspieler: Die Analyse von Kieslers theoretischen Schriften zeigt seine Appelle zur Veränderung der Rolle des Schauspielers und des Verhältnisses von Architektur zur Gesellschaft.

2.6. Film Guild Cinema: Es wird der architektonische Entwurf für ein Kino analysiert, das durch variable Leinwände und Lichtdramaturgie ein immersives Erlebnis für das Publikum schuf.

3. Neuartige Ideen in der Architektur: In diesem Kapitel werden Kieslers übergeordnete architektonische Konzepte behandelt, die über das Theater hinaus auf eine grundsätzliche Lebensraumgestaltung zielen.

3.1. Raumstadt: Dieses Kapitel stellt das utopische Modell der Raumstadt vor, das die Auflösung fester Stadtstrukturen zugunsten einer dynamischen "Landstadt" vorsieht.

3.2. Endless House: Es wird die Vision des Endless House als "Keimzelle" menschlichen Lebens analysiert, die den Correalismus zwischen Mensch und Umgebung verkörpern soll.

3.3. Ideen zur Optimierung von Ausstellungen: Abschließend wird Kieslers innovative Ausstellungsgestaltung erläutert, bei der er Architekturprinzipien nutzte, um Objekte wirkungsvoll im Raum zu inszenieren.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Kieslers Projekte zwar oft utopisch waren, seine Konzepte zur Dreidimensionalität und Grenzüberschreitung jedoch eine anhaltende Bedeutung für Theater und Architektur besitzen.

Schlüsselwörter

Friedrich Kiesler, Raumbühne, Endless Theater, Endless House, Raumstadt, Theaterarchitektur, Correalismus, Bühnenbild, Visionär, Avantgarde, Dreidimensionalität, Dynamisierung, Film Guild Cinema, Bühnenreform, Architekturtheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem künstlerischen und architektonischen Schaffen von Friedrich Kiesler und untersucht seine visionären Konzepte zur Umgestaltung von Theaterraum, Architektur und Ausstellungsdesign.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit analysiert Kieslers Theatervisionen, seine architektonischen Entwürfe wie das "Endless House" und die "Raumstadt" sowie seine Forderungen an die Gesellschaft zur Überwindung starrer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Seminararbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über Kieslers wichtigste Entwürfe zu gewinnen, die zugrunde liegenden Grundprinzipien seines Schaffens freizulegen und seine Bedeutung als visionärer Architekt und Theatertheoretiker hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung von Forschungsliteratur, Ausstellungskatalogen und Originaltexten von Friedrich Kiesler basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Zuerst werden Kieslers Theatervisionen (u.a. Raumbühne, Film Guild Cinema) untersucht, anschließend seine architektonischen Innovationen (Raumstadt, Endless House, Ausstellungsgestaltung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Friedrich Kiesler, Raumbühne, Endless Theater, Correalismus, Dynamisierung, Avantgarde und die Aufhebung räumlicher Grenzen.

Inwiefern unterscheidet sich Kieslers Raumbühne von der traditionellen Guckkastenbühne?

Während die Guckkastenbühne durch Frontalität, feste Kulissen und räumliche Trennung zwischen Bühne und Publikum definiert ist, strebt die Raumbühne nach einer dynamischen, sphärischen Raumeinheit ohne trennende Kulissen.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Tatsache bei, dass viele von Kieslers Entwürfen nie realisiert wurden?

Die Arbeit betont, dass Kieslers Entwürfe, wie das Endless House, trotz ihrer Nicht-Realisierung als visionäre "Kunstwerke" und theoretische Konzepte Bestand haben und die Architekturgeschichte der Nachkriegszeit maßgeblich beeinflussten.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Künstler Friedrich Kiesler. Ein Multivisionär?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Simone Holzäpfel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V286779
ISBN (eBook)
9783656872634
ISBN (Buch)
9783656872641
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich Kiesler Theater Totale Bühne Endless Film Visionär
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simone Holzäpfel (Autor:in), 2013, Der Künstler Friedrich Kiesler. Ein Multivisionär?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286779
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Leseprobe aus  24  Seiten
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