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Gruppenprozesse: Intergruppenbeziehungen

Title: Gruppenprozesse: Intergruppenbeziehungen

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages

Autor:in: Cornelia Kopitzki (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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In der Sozialpsychologie betrachtete man lange das Individuum als eine abgeschlossene Einheit, das auf externe Ereignisse reagiert und durch sein Verhalten die Umwelt beeinflußt. An der experimentellen Sozialpsychologie wurde kritisiert, das sie ablaufende sozialpsychologische Prozesse wie Sympathie, Vertrauensbildung oder Macht vernachlässige. Daraufhin versuchte man, das Individuum und seine sozialen Handlungen im Kontext von Gruppenbeziehungen zu betrachten. Das Individuum, das aus dem Bewußtsein einer Gruppenzugehörigkeit interagiert, wird in der Forschung nicht als ein Separates, sondern als Gruppenmitglied analysiert. Sein Verhalten ist sozial determiniert. Es ist immer beeinflußt durch seine bisherigen sozialen Erfahrungen, seine aktuellen sozialen Bezugssysteme und seine Erwartungen an die zukünftige Gestaltung der sozialen Beziehungen. Obwohl jede Person Gruppenerwartungen und Gruppenzwängen unterliegt, besitzt sie ein Ich- Bewußtsein. Innerhalb der Gruppe entwickelt und verändert sie ihr individuelles Selbstkonzept. Wechselseitig wirken überindividuelle Gruppenkomponenten wie Gruppennormen, -einstellungen und -werte auf das Gruppenmitglied ein und wiederum bestimmt das Mitglied die Normen und Werte der Gruppe mit. Individuen unterscheiden sich in ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen und jedes Individuum gehört zugleich mehreren unterschiedlichen Gruppen an, die in vielfältigen Beziehungen zueinander stehen. Diese Intergruppenbeziehungen wirken sich auf das individuelle Verhalten, das Selbstkonzept, die soziale Identität, die interpersonale Wahrnehmung und Beurteilung und das interpersonale Handeln aus.2 Eine vollständige Beschreibung der Gruppenprozesse erhebt daher den Anspruch, nicht nur die individuellen Verhaltensweisen innerhalb einer Gruppe zu erfassen, sondern auch die Beziehungen zwischen Personen, die unterschiedlichen Gruppen angehören, zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. VORWORT

B. EINLEITUNG

C. INTERGRUPPENBEZIEHUNGEN

1. Theorie der sozialen Identität (Tajfel)

a) Konzept der soziale Kategorisierung:

b) Konzept der sozialen Identität:

c) Konzepte des sozialen Vergleichs und der sozialen Distinktheit:

2. Soziale Diskriminierung

D. SCHLUßBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die sozialpsychologischen Mechanismen hinter Intergruppenbeziehungen zu beleuchten und zu verstehen, wie die Gruppenzugehörigkeit das individuelle Verhalten sowie die soziale Identität beeinflusst.

  • Die Theorie der sozialen Identität nach Tajfel
  • Prozesse der sozialen Kategorisierung
  • Mechanismen der sozialen Diskriminierung
  • Strategien zum Erhalt einer positiven sozialen Identität
  • Einfluss von Intergruppenbeziehungen auf das Individuum

Auszug aus dem Buch

c) Konzepte des sozialen Vergleichs und der sozialen Distinktheit:

So wie ein Individuum nach einem zufriedenstellenden Selbstkonzept strebt, ist es auch um eine positive soziale Identität bemüht. Diese erlangt sie durch das Vergleichen mit anderen Gruppen. Allerdings ist nicht jeder Vergleich und jede Unterscheidbarkeit gleichbedeutend für die soziale Identität einer Gruppe - aus der sich die soziale Identität des einzelnen Individuums ableitet. Bei der Entscheidung, welche Gruppe zum Vergleich herangezogen wird, spielt die Wichtigkeit der Vergleichsdimension und somit die Relevanz der Vergleichsgruppe eine tragende Rolle. So kann beispielsweise beim Intergruppenvergleich der verschiedenen Abteilungen innerhalb einer Firma der Leistungsfähigkeit als Bewertungsmaßstab eine grundlegende Wichtigkeit zugeordnet werden.

Zusätzlich hängt die Bedeutung der Intergruppendifferenzierung für die Bildung einer sozialen Identität von der Legitimität vs. Illegitimität von Statusunterschieden ab. In Folge der Annahme des Vergleichs allein aufgrund von Merkmalsähnlichkeiten, würde ein Vergleichsprozeß zwischen leitenden Angestellten und Facharbeitern aufgrund der Verschiedenheit nicht stattfinden, wenn diese Struktur als stabil und legitim empfunden wird. Werden aber einige Verhaltensweisen und Privilegien der Führungspositionen als illegitim empfunden, können auch Gruppen mit ungleichem Status zum Vergleich herangezogen werden. Um ein positives Vergleichsergebnis für die eigene Gruppe zu erzielen, ist eine positive Ausprägung der Vergleichsdimension bedeutend. Daher kommt es eher zu einer Favorisierung der eigenen Gruppe und zu einer Diskriminierung der fremden Gruppe.

Zusätzlich bestimmt sich die Bedeutsamkeit der Vergleichsgruppe nach der zeitlich räumlichen Nähe der Gruppe. Um eine positive soziale (Gruppen)identität zu bilden, werden kaum andere Gruppen zum Vergleich herangezogen, mit denen die eigene nicht in Berührung kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

A. VORWORT: Einleitende Worte zur Einordnung der Ausarbeitung als Ergänzung zum Referat "Gruppenprozesse" mit Fokus auf den Überblick von Alexander Thomas.

B. EINLEITUNG: Darstellung des Paradigmenwechsels in der Sozialpsychologie vom isolierten Individuum hin zur Betrachtung als sozial determiniertes Gruppenmitglied.

C. INTERGRUPPENBEZIEHUNGEN: Analyse der Wechselwirkungen zwischen Gruppen und deren Einfluss auf das individuelle Handeln, insbesondere durch die Identitätstheorie.

1. Theorie der sozialen Identität (Tajfel): Erläuterung der vier zentralen Konzepte: soziale Kategorisierung, soziale Identität, sozialer Vergleich und soziale Distinktheit.

2. Soziale Diskriminierung: Untersuchung, wie die Abwertung von Fremdgruppen zur Stärkung der eigenen sozialen Identität und als Reaktion auf Interessenkonflikte dient.

D. SCHLUßBETRACHTUNG: Zusammenfassende Feststellung, dass das soziale Verhalten maßgeblich durch den Kontext und die Zugehörigkeit zu Gruppen geprägt wird.

Schlüsselwörter

Intergruppenbeziehungen, soziale Identität, soziale Kategorisierung, Gruppenzugehörigkeit, Diskriminierung, sozialer Vergleich, soziale Distinktheit, Eigen- und Fremdgruppe, Sozialpsychologie, Gruppenprozesse, Identitätsbildung, Statusunterschiede, Stereotypisierung, Gruppenkonflikt, Selbstkonzept

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den sozialpsychologischen Aspekten, die das Verhalten von Individuen in ihrem sozialen Kontext und insbesondere in Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppen prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?

Im Zentrum stehen die Theorie der sozialen Identität nach Tajfel, der Prozess der sozialen Kategorisierung sowie die Ursachen und Auswirkungen von sozialer Diskriminierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gruppenzugehörigkeiten das Selbstkonzept beeinflussen und warum Intergruppenbeziehungen oft zu diskriminierendem Verhalten führen, um die eigene soziale Identität zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf einen strukturierten Überblick sozialpsychologischer Standardliteratur, insbesondere auf Arbeiten von Alexander Thomas, Henri Tajfel und Muzafer Sherif.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte zur sozialen Identität, die Bedeutung des sozialen Vergleichs sowie die Bedingungen, unter denen soziale Diskriminierung entsteht und welche Strategien dagegen existieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem soziale Kategorisierung, Identitätsbildung, Intergruppenkonflikte, Diskriminierung und die Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdgruppen.

Welche Rolle spielt das "minimal-group-paradigma" bei Tajfel?

Das Paradigma zeigt auf, dass schon eine rein kognitive Einteilung in Gruppen ausreicht, um eine Bevorzugung der eigenen Gruppe auszulösen, selbst ohne tatsächliche Interessenkonflikte.

Wie unterscheidet sich die individuelle Mobilität von kollektiven Strategien bei negativer sozialer Identität?

Individuelle Mobilität zielt auf den persönlichen Wechsel in eine höhergestellte Gruppe ab, während kollektive Strategien darauf abzielen, den sozialen Standort der gesamten eigenen Gruppe im Gefüge zu verändern.

Inwiefern beeinflusst die "soziale Distinktheit" das Gruppenverhalten?

Das Streben nach positiver Distinktheit führt dazu, dass Gruppen versuchen, sich positiv von anderen abzuheben, was oft eine Abwertung der Fremdgruppe und die Schaffung neuer Symbole zur Folge hat.

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Details

Title
Gruppenprozesse: Intergruppenbeziehungen
College
University of Cologne  (Pädagogisches Institut)
Course
OS: Pädagogische Aspekte einer Theorie der Gruppe
Author
Cornelia Kopitzki (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V28685
ISBN (eBook)
9783638303941
Language
German
Tags
Gruppenprozesse Intergruppenbeziehungen Pädagogische Aspekte Theorie Gruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Kopitzki (Author), 2002, Gruppenprozesse: Intergruppenbeziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28685
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