Adipositas im Kindesalter. Ursachen, Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen


Studienarbeit, 2014

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 Übergewicht ist nicht gleich Adipositas - Definition und Klassifikation
2.1 Prävalenz

3 Welche Faktoren und Ursachen sind an Adipositas beteiligt?
3.1 Genetische Faktoren
3.2 Psychologische und psychosoziale Faktoren
3.3 Soziale und familiäre Faktoren
3.4 Andere Einflussmöglichkeiten

4 Folgen und Konsequenzen von Adipositas
4.1 Medizinische und psychische Konsequenzen
4.2 Psychosoziale Folgen

5 Prävention
5.1 Früherkennung zur Adipositas-Entwicklung
5.2 Primäre Prävention
5.3 Sekundäre Prävention
5.4 Prävention der kindlichen Adipositas durch die Säuglingsernährung
5.5 Prävention durch Gesundheitsförderung

6 Schlussbetrachtung

7 Erläuterung der Fachbegriffe

8 Literaturverzeichnis

9 Internetquellen

1 EINLEITUNG

Adipositas im Kindes- und Jugendalter ist im Gesundheitssektor ein sehr aktuelles und wichtiges Thema. Überschriften wie „Übergewicht bei Kindern - Generation Pommes“1, „Übergewichtige Kinder - Generation XXL“2, „Dicke Kindergartenkinder werden oft dicke Schulkinder“3 zieren Artikel vom Wochenmagazin Stern und auch der Focus berichtet darüber im Internet.

Alle genannten Artikel beschäftigen sich mit derselben Problematik, welche auch laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „ eine der gr öß ten Herausforderungen des Gesundheitswesens im 21. Jahrhundert “ ist. Seit den 80er Jahren hat sich die Prävalenz in den Europäischen Ländern verdreifacht, und die Zahlen der Betroffenen, vor allem bei Kindern, steigen in alarmierender Geschwindigkeit. Europa nähert sich der Fettleibigkeit - Adipositas.

Zudem ruft die WHO auf, die Politik sollte Möglichkeiten zu körperlichen Aktivitäten fördern und die Verfügbarkeit, als auch die Zugänglichkeit von gesunden Lebensmitteln erschwinglich für jedermann gestalten.

(vgl. WHO)4

In Deutschland leiden ein Großteil der Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen an massiven Gewichtsproblemen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet folgendes:

„ Aus aktuellen Meldungen geht hervor, dass die Übergewichtsproblematik im Kindesund Jugendalter hoch ist und die Zahl der Betroffenen weiter steigt. Entsprechend den Ergebnissen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) sind 15 % der Kinder in Deutschlandübergewichtig und 6,3 % adipös. Der Vergleich mit den Refe renzdaten von Kromeyer-Hauschild aus den 1990er-Jahren lässt auf einen deutli chen Anstieg schlie ß en. Eine weitere Informationsquelle zur Darstellung der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im zeitlichen Verlauf sind die regelm äß ig durchgeführten Einschulungsuntersuchungen “ .5

Was sind die Ursachen und Faktoren für dieses rasant wachsende Problem, welches die Gesundheitspolitik vor große Herausforderungen stellt? Liegt wirklich alles nur am unbewussten Ernährungsstil und an mangelnder Bewegungsaktivität? Ist etwa doch nur die Genetik daran beteiligt? Welche Folgen hat Adipositas für betroffene Kinder und ihre Familien? Welche Präventivmaßnahmen können dem entgegenwir- ken?

Ich werde in der vorliegenden Facharbeit auf diese Fragen näher eingehen, sowie die gesundheitlichen, psychosozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen beleuchten, die Adipositas mit sich bringt.

2 Übergewicht ist nicht gleich Adipositas - Definition und Klassifikation

Im Roche-Lexikon wird Übergewicht / Adipositas folgendermaßen definiert:

„Übergewicht: das mindestens 10%über dem Sollgewicht liegende Körpergewicht. “

(Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, 2003:1881)

„ Adipositas, Obesitas, Fettleibigkeit: meist generalisierte Vermehrung des Fettgewe bes u.überm äß ige Körpergewichtserhöhung infolge positiver Energiebilanz [...] “

(Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, 2003:23)

Eine konkretere und exaktere Definition ist in Texten und Büchern gegeben, die sich mit dem Thema Adipositas beschäftigen. Allerdings wird in der Literatur oftmals Adipositas dem Begriff Übergewicht gleichgestellt. Die Definition der beiden Begriffe ist jedoch zu unterscheiden.

„ Eine Adipositas besteht, wenn der Anteil des Fettgewebes an der Gesamtkörper masseüber eine definierte Grenze kritisch erhöht ist [...]

Während bei der Adipositas die erhöhte Fettmasse ausschlaggeben ist, liegt Über gewicht vor, wenn das körperhöhenbezogene Körpergewicht ein bestimmtes Ma ßüberschreitet. Adipositas ist in den meisten Fällen mit Übergewicht verbunden, aber Übergewichtige sind nicht zwangsläufig adipös. “

(Wabitsch et al. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, 2005:4)

Es existieren einige verschiedene Methoden zur Bestimmung der Körperfettmasse, wie beispielsweise die Magnetresonanztomographie, die Dual-X-Ray-Absorbtionsmetrie (DXA) oder die Messung der Hautfaltendicke.

Die Messung der Hautfaltendicke ist eine einfache, non-invasive (nicht in den Körper eindringende) Bedside-Methode, die auch mit wenig Kooperation bei Kindern und Neugeborenen angewandt werden kann. (vgl. Wabitsch et al.)

Die beiden anderen genannten Methoden sind jedoch sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden, zudem auf Grund der Strahlenbelastung für Kinder nur bedingt geeignet. Somit wird Adipositas nach internationalen Empfehlungen mittels des Body-Mass-Index (BMI) definiert.

Der BMI errechnet sich durch das Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körperlänge in Metern:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Berechnung des Body-Mass-Index‘

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI (nach WHO, 2000)

Quelle: http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=39

Im Gegensatz zu Erwachsenen, bei denen feste Grenzwerte zur Einteilung der verschiedenen Gewichtskategorien vorliegen, wird der BMI im Kindes- und Jugendalter von den physiologischen Änderungen der prozentualen Körperfettmasse beeinflusst und daher können die Grenzwerte der Erwachsenen nicht zur Beurteilung des Gewichts von Kindern und Jugendlichen übernommen werden.

Bei Kindern und Jugendlichen wird zusätzlich zur Berechnung die alters- und geschlechtsbezogene BMI-Perzentile berücksichtigt. Mit Hilfe von Perzentilenkurven werden im Wesentlichen Kopfumfang, Körpergröße und Gewicht beurteilt.

Die Deutsche Adipositasgesellschaft (DAG) empfiehlt „ die Verwendung des 90. bzw. des 97. alters- und geschlechtsspezifischen Perzentils [...] als Grenzwert zur Definiti- on von Übergewicht bzw. Adipositas. Die extreme Adipositas wirdüber einen BMI >99,5 Perzentil definiert. Diese rein statistische Festlegung der Grenzwerte er- möglicht bei Verwendung der neuen Referenzstichprobe für deutsche Kinder und Jugendliche einen nahezu kontinuierlichen Übergang zu den o.g. festen Grenzwerten im Erwachsenenalter “

(Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), S2-Leitlinie Version 2012:19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Perzentilekurven für BMI (in kg/m²) bei Jungen im Alter von 3 bis 24 Monaten (KiGGS 2003 - 2006) [nach: Eur J Clin Nutr 2010, 64: 341-349]

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstatt ung/GBEDownloadsB/KiGGS_Referenzperzentile.pdf?__blob=publicationFile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Perzentilekurven für BMI (in kg/m²) bei Mädchen im Alter von 3 bis 24 Monaten (KiGGS 2003 - 2006) [nach: Eur J Clin Nutr 2010,64: 341-349]

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstatt ung/GBEDownloadsB/KiGGS_Referenzperzentile.pdf?__blob=publicationFile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: BMI und Perzentilewerte

2.1 Prävalenz

Die Adipositas hat sich im Gesundheitssektor zu einem großen Kernproblem entwickelt. Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter steigt stetig an und verdeutlicht die Brisanz dieses wichtigen Themas. Die WHO bezeichnet Adipositas als Epidemie des 21. Jahrhunderts und als größtes chronisches Gesundheitsproblem. Bei Übergewicht und Adipositas handelt es sich längst nicht nur um ein „Gewichtsproblem“, sondern um eine ernstzunehmende Gesundheitsstörung die bereits schon im Kindesalter auftreten kann.

Die Ergebnisse des Kinder- und Jugendsurveys des Robert-Koch-Instituts zeigen folgendes auf:

Von 14.747 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 - 17 Jahren (7530 Jungen und 7217 Mädchen), die als Probanden an der KIGGS-Studie teilnahmen, liegen BMIMesswerte vor. 15% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 - 17 Jahren bringen zu viel auf die Waage, sind also übergewichtig, 6,3% davon sind sogar adipös. Rechnet man dies auf Deutschland hoch, kommt man zu dem Ergebnis, dass ca. 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig sind und 800.000 Kinder davon leiden unter Adiposi- tas.

Alleine bei den 3- bis 6-jährigen Übergewichtigen steigt der Anteil um 9%. Eine Adipositas liegt bei 2,9% der 3- bis 6-jährigen vor.

Betrachtet man diese Ergebnisse der Referenzdaten aus den 80er- und 90er-Jahren, so lässt sich feststellen, dass sich die Prävalenz bei übergewichtigen und adipösen Kindern um 50% erhöht hat.

(vgl. http://edoc.rki.de/oa/articles/reryPJPcmUGw/PDF/20pyWvIPNYV52.pdf)

[...]


1 http://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/uebergewicht-abnehmen/uebergewicht-bei-kindern-generation-pommes-615768.html

2 http://www.stern.de/wissen/mensch/uebergewichtige-kinder-generation-xxl-524828.html

3 http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/us-studie-dicke-kindergartenkinder-werden-dicke-schulkinder-a-946338.html

4 http://www.euro.who.int/en/health-topics/noncommunicable-diseases/obesity

5 http://www.rki.de/SharedDocs/Publikationen/DE/2007/M/Moss_A.html?nn=2384400&cms_abstrakt=true

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Details

Titel
Adipositas im Kindesalter. Ursachen, Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen
Veranstaltung
Abschlussarbeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
30
Katalognummer
V286878
ISBN (eBook)
9783668007253
ISBN (Buch)
9783668007260
Dateigröße
1633 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
adipositas, kindesalter, ursachen, risikofaktoren, präventivmaßnahmen
Arbeit zitieren
Verena Metzke (Autor), 2014, Adipositas im Kindesalter. Ursachen, Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/286878

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