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Kunst im Comic

Title: Kunst im Comic

Term Paper , 1999 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nadine Wickert (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Die Frage, ob Comic Kunst ist oder ob Kunst im Comic existiert, endete schon in manch hitziger Kontroverse. In den USA führte es sogar soweit, dass "Comics durch Gerichtsbeschluss zu Kunst erklärt" wurden. Schon einige Kunstrichtungen hatten schwer zu kämpfen, aber welche musste sich je gerichtlich legitimieren oder bestätigen lassen? Der Comic scheint dahingehend größere Probleme zu haben und ringt noch heute in einigen Ländern um Anerkennung. In Deutschland kann der Comic nur schwer Fuß fassen, in den Nachbarländern Frankreich und Belgien hingegen ist der Umgang mit Comics recht selbstverständlich.

Comics existierten schon, bevor moderne Kunst entstanden war. Dennoch konnte sich die moderne Kunst in kürzester Zeit etablieren, während Comics noch heute nur bedingt akzeptiert werden. Kritiker und Lesepublikum sind sich uneinig: Sind Comics oberflächlich oder Kunst? Kritisiert wird beispielsweise, dass der Comic ein Massenmedien ist: Er entstand als Zeitungsstrip, um die Verkaufszahlen der Zeitungen zu erhöhen und hat deshalb zweifelsohne kommerziellen Charakter. Comic wurde als Massenmedium geboren, er kann einfach und häufig reproduziert werden. Die Sprache des Comics ist im allgemeinen einfach und verständlich und natürlich dient er zur Unterhaltung.

Aus all diesen Gründen vertreten Kritiker den Standpunkt, dass Massenmedien niemals mit Kunst in Einklang stehen können bzw. dass ein Massenmedium und somit auch Comic keine Kunst sein kann. Als in den 1960er-Jahren allerdings die Pop Art aufkam, konnte dieser Antagonismus aufgehoben werden. Die Pop Art-Künstler beschäftigten sich mit dem Begriff der Massenkultur. Andy Warhol machte die "Mona-Lisa" durch Siebdrucktechnik massenhaft reproduzierbar. Und Roy Lichtenstein war einer der ersten, der zumindest einzelne Comic-Panels in die Museen brachte.

Die Pop Art hatte es also ermöglicht, das Vorurteil des unüberbrückbaren Gegensatzes zwischen Massenmedien und Kunst bzw. zwischen Comic und Kunst aufzuheben. Dennoch führte dies nicht zwangsläufig dazu, dass der Comic an Anerkennung gewann; nur die Pop Art erreichte ihr Ziel und wurde zur Kunst "erhoben".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ist Comic Kunst ?

2. Probleme im Umgang mit Comics

3. Kunst im Comic

4. Die neuen Dimensionen des Comics

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische und praktische Verbindung zwischen dem Comic und der Kunst, um der Frage nachzugehen, ob Comics als anerkannte Kunstform betrachtet werden können und welche Kriterien dafür entscheidend sind.

  • Historische Entwicklung des Comics und seine Abgrenzung zur bildenden Kunst.
  • Analyse der Kritikpunkte an Comics als Massenmedium.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Bild und Text im Comic.
  • Darstellung von Kunstzitaten und künstlerischen Techniken innerhalb von Comic-Panels.
  • Definition des Comics als Verbindung von Raum und Zeit.

Auszug aus dem Buch

3. Kunst im Comic:

Im Vorangegangenen habe ich versucht, deutlich zu machen, daß ein Comic nicht zwangsläufig zur Kunst gezählt werden muß, wenn in ihm mit Bildender Kunst „gespielt“ wird. Erst die ausgeglichene Wechselwirkung zwischen Text und Bild macht den Comic zur Kunst. Selbstverständlich ändert dies nichts daran, daß es häufig Parallelen und Überschneidungen von Bildender Kunst und Comic gibt.

Im Normalfall hat Bildende Kunst häufig die Funktion der Selbstreflexion des Visuellen. „Im Comic [aber] werden vielmehr künstlerische Techniken als Mittel zum Zweck eingesetzt.“ Kunst im Comic hat vielmehr eine Funktion, die mit der des Designs verglichen werden könnte: Sie unterstreicht den Text des Comics, also die Story und stellt so eine bestimmte Atmosphäre her. Ebenfalls muß man sehen, daß auch der Text die Zeichnungen, und somit die Kunst, unterstreicht und gewissermaßen erklärt, was zu sehen ist. Wo aber wird Bildende Kunst eingesetzt, um sich nützlich zu machen, um den Text zu unterstreichen?

Es gibt verschiedene, eher spielerische Einsatzmöglichkeiten von Kunst im Comic:

Zum einen die Darstellung von Kunstobjekten (z. B.: Gemälde und Skulpturen) oder Bauwerken im Comic. Dies wird häufig – wegen des Wiedererkennungswertes – als komischer Effekt benutzt, was z.B. ein Panel aus „Asterix und Kleopatra“ von Uderzo und Goscinny (S.21 f.) deutlich machen kann. Die Verbindung von Obelix und der Sphinx soll eindeutig komisch wirken; in einem anderen Comic könnte die Sphinx aber z. B. auch eingesetzt werden, um Mystik oder Symbolik auszudrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ist Comic Kunst ?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Comics und die kontroversen Debatten über dessen Anerkennung als Kunstform.

2. Probleme im Umgang mit Comics: Hier werden die Gründe für die oft ablehnende Haltung von Kritikern gegenüber Comics als Massenmedium sowie die Bedeutung der Pop Art für die Aufhebung dieser Vorurteile analysiert.

3. Kunst im Comic: Dieses Kapitel untersucht, wie bildende Kunst als gestalterisches Element oder zur atmosphärischen Unterstützung des Textes innerhalb von Comics eingesetzt wird.

4. Die neuen Dimensionen des Comics: Das Fazit der theoretischen Betrachtung schließt mit der Erkenntnis, dass der Comic durch die simultane Verbindung von Bild (Raum) und Text (Zeit) eine einzigartige, eigenständige Kunstform darstellt.

Schlüsselwörter

Comic, Kunst, Massenmedium, Bildende Kunst, Wechselwirkung, Text, Panel, Pop Art, Kunstzitat, Mixed-Media-Comics, Autorencomics, Kunstanspruch, Analyse, Bild, Zeit-Raum-Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Einordnung des Comics als Kunstform und hinterfragt, warum Comics trotz ihrer künstlerischen Potenziale oft kritisch betrachtet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von Comic und Kunst, der Analyse von Vorurteilen gegenüber Massenmedien sowie der Untersuchung der spezifischen medialen Struktur des Comics.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, dass der Comic bei einer angemessenen Analyse, die das Zusammenspiel von Bild und Text berücksichtigt, als Kunstform mit hohem Anspruch anerkannt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine analytische Auseinandersetzung mit theoretischer Literatur zum Thema Comic und Kunst sowie die Untersuchung von Beispielen aus der Comicgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problematisierung des Comic-Umgangs, die Untersuchung der Funktion von Kunstzitaten in Panels und die Definition des Comics als räumlich-zeitliche Synthese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Comic, Kunst, Massenmedium, Wechselwirkung, Panel und die Verbindung von Zeit und Raum.

Wie beeinflusste die Pop Art die Wahrnehmung von Comics?

Die Pop Art half in den 1960er Jahren, den Antagonismus zwischen Massenkultur und Hochkunst zu überwinden, indem Künstler wie Roy Lichtenstein Comic-Motive in den musealen Kontext brachten.

Was unterscheidet Mixed-Media-Comics von herkömmlichen Comics?

Diese Comics entstanden in den 1980er Jahren unter Einbeziehung verschiedenster künstlerischer Techniken wie Collagen oder Ölmalerei, um die künstlerische Qualität angesichts einer Verkaufskrise zu steigern.

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Details

Title
Kunst im Comic
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie)
Course
Comics als Spiegel gesellschaftlicher Wirklichkeit
Grade
2,0
Author
Nadine Wickert (Author)
Publication Year
1999
Pages
15
Catalog Number
V2869
ISBN (eBook)
9783638117395
ISBN (Book)
9783638901178
Language
German
Tags
Comic Comic als Kunst Rolle des Comic in der Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Wickert (Author), 1999, Kunst im Comic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2869
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