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Napoléon in Spanien und das Phänomen der Guerilla

Title: Napoléon in Spanien und das Phänomen der Guerilla

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ulrich Jacobs (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Diese Arbeit wird sich mit den Ereignissen in Spanien während des Kampfs gegen die französische Besetzung 1808-1814 befassen. Im Blickpunkt soll hier vor allem das Phänomen der Guerilla stehen. Aufgrund der in diesem Rahmen gebotenen Kürze kann auf die Ereignisgeschichte des Kriegs in Spanien, auf den Krieg in Portugal und auf die britische Rolle in diesem Konflikt nur sehr eingeschränkt eingegangen werden. Im ersten Teil dieser Arbeit wird die Ausgangssituation des Kriegs in Spanien 1808-1814 dargestellt. Zunächst wird die Lage in Frankreich und Spanien 1807 erarbeitet. Auf dieser Weise werden die Hintergründe und Intentionen der französischen Invasion 1808 und die Beweggründe der Spanier, die sich dieser Invasion widersetzten, geklärt. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil die Ereignisse in Spanien ab 1808 betrachtet. In diesem Teil werden die verschiedenen Dimensionen dieser Geschehnisse dargestellt. Auf diese Weise soll verdeutlicht werden, daß bei der Betrachtung derselben nicht ausschließlich ein Konflikt zwischen französischen Invasoren und spanischen Freiheitskämpfern berücksichtigt werden muß, sondern vielmehr ein Zusammenwirken verschiedener Konflikte auf unterschiedlichen Ebenen. Nach diesen Erörterungen wird im dritten Teil besonders auf die Guerillaaktivität eingegangen. Am Beispiel der División de Navarra werden zunächst die allgemeinen und spezifischen sozio-ökonomischen Faktoren, die in Navarra eine kontinuierliche Guerillatätigkeit ermöglichten, erörtert. Aufbauend darauf werden dann taktische Konzepte und strategische Ziele der División de Navarra dargestellt. Dieser Teil wird mit einer kurzen Betrachtung der bei der Besatzungsarmee erzielten Wirkung enden. Schließlich wird in den Schlußbetrachtungen eine Bewertung der Guerilla im Krieg in Spanien 1808-1814 vorgenommen werden. Kriterium dieser Bewertung wird die Bedeutung der Ereignisse in Spanien für den Rest Europas sein. Dies wird insbesondere aus deutscher Sicht unter Betrachtung der Ausführungen von CARL VON CLAUSEWITZ über den „Kleinen Krieg“ geschehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgeschichte des Kriegs in Spanien

2.1 Die Lage in Frankreich 1807

2.2 Die Lage in Spanien 1807

2.3 Der Beginn des spanischen Widerstands

3. Die Dimensionen des Konflikts in Spanien 1808-1814

3.1 Ein revolutionärer und sozialer Konflikt

3.2 Ein Religionskonflikt

3.3 Ein Konflikt zwischen ziviler und militärischer Gewalt

4. Die Guerillakriegführung

4.1 Bedingungen für den Erfolg der Guerilla in Navarra

4.1.1 Soziale Bedingungen für den Erfolg der Guerilla

4.1.1.1 Allgemeine sozio-ökonomische Faktoren

4.1.1.2 Spezifische sozio-ökonomische Faktoren

4.1.2 Taktische Bedingungen für den Erfolg der Guerilla

4.1.2.1 Der Kampf gegen die Besatzungstruppen

4.1.2.2 Der Umgang mit der Zivilbevölkerung

4.1.3 Strategische Ziele der Guerilla

4.2 Wirkung des Guerillakriegs auf die Franzosen

4.2.1 Wirkung auf die französischen Armeen

4.2.2 Wirkung auf die einzelnen Soldaten

5. Schlußbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Guerilla im Rahmen des Spanienkriegs (1808–1814) unter der französischen Besatzung. Das Ziel ist es, die komplexen Ursachen und Wirkungsmechanismen dieses Widerstands zu analysieren und deren Bedeutung für die napoleonische Herrschaft sowie die Rezeptionsgeschichte in Deutschland zu erörtern.

  • Analyse der sozio-ökonomischen Hintergründe des Guerillakriegs am Beispiel Navarras.
  • Untersuchung der verschiedenen Dimensionen des Konflikts (revolutionär, sozial, religiös).
  • Evaluation der taktischen und strategischen Wirkungen auf die französischen Besatzungstruppen.
  • Historische Einordnung unter Berücksichtigung clausewitzscher Theorie zum "Kleinen Krieg".

Auszug aus dem Buch

4.1.2.2 Der Umgang mit der Zivilbevölkerung

Die kleineren französischen Kontingente waren nicht nur bevorzugtes Angriffsziel der Guerilla, sondern auch diejenigen, die der Bevölkerung durch Requisition von Lebensmitteln und Verhaftungen Verdächtiger am meisten zusetzten. Indem die Guerilla diese Trupps angriff, bewies sie der Bevölkerung, dass sie in der Lage war, sie zu schützen. Umgekehrt bewies die Guerilla, dass die französischen Truppen nicht in der Lage waren, denselben Schutz zu gewähren, indem sie die mit den Franzosen kooperierenden Dörfer überfiel. Die Guerilla konkurrierte also mit den Franzosen um die Anerkennung als Schutzmacht durch die Bevölkerung. Wenn sie dabei den kürzeren zogen, waren ihre Tage gezählt.

Doch in demselben Maß, wie die Guerilla die ihr freundlich gesinnte Bevölkerung schützen musste, musste sie Kollaboration unterbinden. Ihr Vorteil lag vor allem darin, dass sie die gesamte dörfliche Infrastruktur beherrschte und dadurch einen Informations- und Versorgungsvorsprung vor den Franzosen hatte. Verschiedene französische Kommandeure versuchten sehr geschickt sich ebenfalls eine solche Infrastruktur aufzubauen. Sie forderten beispielsweise gezielt Bataillone und Offiziere aus dem französische Baskenland an, die also die Sprache der Bewohner der Montañas sprachen und auch ihre Sitten und Gebräuche verstanden, so etwa der General HARISPE. General DUFOUR bot wiederum jedem Guerillero, der seine Waffen abgab oder in eine Anti-Guerillaeinheit eintrat, ein vollständige Amnestie an und hatte damit auch einen gewissen Erfolg.

Solchen Versuchen, ihre Infrastruktur anzugreifen, musste die Guerilla nun wiederum besonders deutlich entgegentreten. Zu diesem Zweck griff sie auf scharfe Terrormassnahmen zurück. Jeder Spanier, der auf französischer Seite gefangen genommen wurde, wurde sofort hingerichtet. Dörfer, die die Franzosen unterstützten, wurden überfallen und niedergebrannt. Letztlich lief es darauf hinaus, dass die von der Guerilla verhängte und durchgesetzte Strafe für Kollaboration abschreckender sein musste, als die von der Besatzungsarmee verhängte Strafe für Passivität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung und den methodischen Rahmen dar, wobei der Fokus auf dem Phänomen der Guerilla und der Beschränkung auf den beispielhaften Raum Navarra liegt.

2. Die Vorgeschichte des Kriegs in Spanien: Dieses Kapitel erörtert die geopolitische Lage im Jahr 1807 und die internen dynastischen Intrigen in Spanien, die den Weg für die französische Invasion ebneten.

3. Die Dimensionen des Konflikts in Spanien 1808-1814: Hier werden die verschiedenen Ebenen des Widerstands analysiert, insbesondere die revolutionären, religiösen und machtstrukturellen Aspekte, die den Krieg über einen einfachen Unabhängigkeitskampf hinaus definierten.

4. Die Guerillakriegführung: Dieses Kapitel detailliert die sozio-ökonomischen und taktischen Bedingungen des Guerillakriegs in Navarra und untersucht die gravierenden Auswirkungen dieser Kriegführung auf die französische Moral und militärische Effektivität.

5. Schlußbetrachtungen: Die Schlußbetrachtungen setzen die Ergebnisse in Bezug zu Clausewitz' Theorie des „Kleinen Krieges“ und bewerten den langfristigen Einfluss der Ereignisse auf das napoleonische Europa.

Schlüsselwörter

Guerilla, Spanienkrieg, Napoléon, Navarra, Widerstand, Klein-Krieg, Clausewitz, Volkskrieg, Besatzung, Kollaboration, sozio-ökonomische Faktoren, spanische Identität, Militärgeschichte, Ferdinand VII.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Widerstand der spanischen Bevölkerung gegen die französische Besatzung in den Jahren 1808 bis 1814, mit besonderem Fokus auf die Entstehung und Wirkung des Guerillakriegs.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die sozialen und wirtschaftlichen Grundlagen der Guerilla, die verschiedenen Konfliktdimensionen wie Religion und Revolution sowie die militärstrategische Beeinflussung der napoleonischen Truppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Widerstand in Spanien kein monolithisches Ereignis war, sondern ein komplexer Prozess mit vielfältigen regionalen und ideologischen Hintergründen, der maßgeblich zum Scheitern der napoleonischen Herrschaft beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen und Fachliteratur basiert, ergänzt durch eine theoretische Einordnung mittels der Militärtheorie von Carl von Clausewitz.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Untersuchung der „División de Navarra“. Dabei werden sozio-ökonomische Rahmenbedingungen der Region und deren taktische Nutzung durch die Guerillakämpfer analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Guerilla“, „Volkskrieg“, „napoleonische Außenpolitik“, „sozio-ökonomische Faktoren“ und „strategische Kommunikation“ charakterisiert.

Warum spielt die Provinz Navarra eine so zentrale Rolle in der Untersuchung?

Navarra wird als Fallbeispiel gewählt, da dort besonders günstige soziale und geographische Bedingungen herrschten, die den Aufbau einer schlagkräftigen, kontinuierlichen Guerilla-Division ermöglichten.

Welche Bedeutung haben die Ausführungen von Clausewitz für die Schlussbetrachtung?

Clausewitz dient als theoretisches Korrektiv, um die Guerilla in Spanien historisch in den Kontext der modernen Militärtheorie einzubetten und die Bedeutung des „Volkskriegs“ für die spätere Befreiung Preußens zu verdeutlichen.

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Details

Title
Napoléon in Spanien und das Phänomen der Guerilla
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar Napoléon und Europa
Grade
1,7
Author
Ulrich Jacobs (Author)
Publication Year
2000
Pages
24
Catalog Number
V28691
ISBN (eBook)
9783638303972
Language
German
Tags
Napoléon Spanien Phänomen Guerilla Hauptseminar Napoléon Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrich Jacobs (Author), 2000, Napoléon in Spanien und das Phänomen der Guerilla, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28691
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