Ziel der Bachelorarbeit ist es, Konzepte der Logistik und die Verknüpfung mit der Qualitätssicherung vorzustellen. Dabei soll insbesondere auf das Kanban Prinzip und die Rückverfolgbarkeit (Traceability) entlang der Wertschöpfungskette eingegangen werden.
Als Untersuchungsobjekt wurde die Vorassemblierung der Hochdruckeinspritz-pumpe 31F bei einem weltweit agierenden japanischen Konzern gewählt, welcher einen Produktionsstandort in Deutschland besitzt und an diesem Komponenten für die Automobilindustrie herstellt. Der Automobilzulieferer wurde gewählt, da hohe Produktionszahlen bei höchsten Qualitätsansprüchen einen hohen Anspruch an den Material- und Informationsfluss stellen.
Die Reduzierung der Fehlerquote und eine bessere Zuordnung der Teile zur Steigerung der Effektivität des Systems wären wünschenswert.
Dies möchte der Autor mit dieser Bachelorarbeit untersuchen und somit zu einer Optimierung des bestehenden Weg- und Prozesssystems bei Hitachi Automotive Systems Europe GmbH Sachsen Works beitragen.
In Kapitel 2 werden die Grundlagen der Logistik näher charakterisiert, insbesondere die phasenspezifischen Subsysteme.
Kapitel 3 stellt verschiedene Logistikkonzepte vor, wobei besonders auf die für Hitachi relevanten Methoden Kanban als Materialflusskonzept und Tracebility (Rückverfolgbarkeit) und mögliche Verknüpfungen eingegangen wird.
Das 4. Kapitel untersucht die aktuelle Situation am Produktionsstandort in Roßwein (Sachsen). Dabei wird insbesondere Wert auf den innerbetrieblichen Material/ Warentransport im Produktionsbereich von den Einzelteilen über die Vorassemblierung, die Assemblierung, den Test und die Verpackung gelegt.
Das 5. Kapitel beschreibt die Umsetzung der Gestaltungsansätze im unter-suchten Unternehmen und eine mögliche Weiterentwicklung der derzeitigen Materialfluss- und Informationsflusskonzepte.
Die Bewertung der Ergebnisse und ein Ausblick werden in Kapitel 6 vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Einleitung
1.2 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.3 Schwerpunkte der Untersuchungen
2. Grundlagen der Logistik
2.1 Begriff der Logistik
2.2 Ziele und Aufgabenbereiche der Logistik
2.3 Logistikketten.
2.3.1 Beschaffungslogistik
2.3.2 Produktionslogistik
2.3.2.1 Einflussgrößen der Produktionslogistik
2.3.2.2 Grundlagen der Produktionsplanung und – steuerung (PPS)
2.3.2.3 Organisatorische Konzepte
2.3.3 Distributionslogistik
2.3.4 Entsorgungslogistik
3. Logistiksysteme
3.1 Supply Chain Management
3.1.1 Grundlagen des Supply Chain Managements
3.2 Materialflusssysteme
3.2.1 Das Just in time Konzept
3.2.1.1 Geschichte
3.2.1.2 Funktionsprinzip
3.2.1.3 Vor- und Nachteile
3.2.2 Das Kanban Verfahren
3.2.2.1 Definition und Ziele von Kanban
3.2.2.2 Elemente der Kanban Steuerung
3.2.2.3 E – Kanban
3.2.3 Just in Sequence Produktion
3.3 Instrumente zur Qualitätssicherung
3.3.1 Traceability
3.3.2 Grundlagen der Informationslogistik
3.3.2.1 Barcodes
3.3.2.2 Radio Frequency Identifikation
3.4 Zusammenfassung und Fazit
4. Untersuchungsfeld Hitachi Automotive Europe GmbH Sachsen Works
4.1 Kurzcharakteristik des Unternehmens
4.1.1 Hitachi Automotive Europe GmbH Sachsen Works
4.2 Ergebnisse der Untersuchungen des Autors
4.3 Produktion
4.3.1 Innerbetrieblicher Transport
4.3.2 Vormontage
4.3.2.1 Rückverfolgbarkeit der Einzelkomponenten
4.3.2.2 Zwischenpuffer
4.3.3 Hauptmontage
4.3.4 Verpackung
4.3.5 Gestaltungsansätze im Fertigungsprozess der Pumpe 31F
5. Umsetzung der Gestaltungsansätze im untersuchten Unternehmen
5.1 Layoutveränderung
5.2 Einsatz eines Kanbanregals
5.3 Überwachung der Vormontage durch Radio Frequency Identifikation Einsatz
5.4. Informationstechnische Verknüpfung der Vormontage mit der Hauptmontage
6. Bewertung und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Analyse und Optimierung der Materialfluss- und Informationsflussprozesse im Bereich der Vorassemblierung von Hochdruckeinspritzpumpen bei der Hitachi Automotive Systems Europe GmbH. Der Autor untersucht, wie durch den Einsatz logistischer Konzepte wie Kanban und Traceability die Effizienz gesteigert, Fehlerquoten gesenkt und die Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette verbessert werden können.
- Grundlagen der Logistik und phasenspezifische Subsysteme
- Logistikkonzepte (Kanban, Just in Time, Just in Sequence)
- Instrumente der Qualitätssicherung und Informationslogistik (RFID, Barcode)
- Analyse der Produktionsprozesse am Standort Roßwein
- Umsetzung von Layoutveränderungen und Einführung elektronischer Steuerungssysteme
Auszug aus dem Buch
3.2.1.2 Funktionsprinzip
Die Einführung des Just in Time Konzeptes basiert in der Praxis nach Wyss auf folgenden Überlegungen:
Bestände in der Produktion und im Lager stellen gespeicherte Kapazitäten dar, die im Anlagevermögen und nicht im Umlaufvermögen zu speichern sind.
Das Senken der Bestände bei einer flussorientierten Produktion ermöglicht das Sichtbarmachen von Fehlern wie nicht abgestimmte Kapazitäten, mangelnde Termintreue, fehlende Flexibilität und auch von Qualitätsproblemen.
Um die Komplexität in der Fertigung zu reduzieren, sowie die Planungssicherheit und die Termintreue zu verbessern sind kurze Durchlaufzeiten erforderlich.
Aufbau einfacher Strukturen, um die Produktion wieder überschaubarer zu machen.
Die Vorteile der Fliessfertigung sind mit den Vorteilen der Losfertigung zu vereinen, was im Idealfall durch die Produktion von kleineren periodengerechten Losgrößen möglich wird.
Zwingende Vorraussetzung sind dafür niedrige Rüstzeiten und harmonisierende Kapazitäten.
In den letzten Jahren haben einige Branchen eine regelrechte Just in Time Euphorie entwickelt und versucht das Just in Time Konzept einzuführen, ohne dass zumindest ein Teil der Vorraussetzungen gegeben war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung führt in die globale Komplexität von Lieferketten ein und definiert die Problemstellung sowie die Schwerpunkte der Untersuchung am Standort eines Automobilzulieferers.
2. Grundlagen der Logistik: Hier werden die theoretischen Begriffsbestimmungen der Logistik sowie deren Aufgabenbereiche und logistische Teilsysteme wie Beschaffungs- und Produktionslogistik erläutert.
3. Logistiksysteme: Dieses Kapitel behandelt verschiedene Managementkonzepte, darunter Supply Chain Management, Kanban, Just in Time sowie Instrumente zur Qualitätssicherung und Informationslogistik.
4. Untersuchungsfeld Hitachi Automotive Europe GmbH Sachsen Works: Der Autor beschreibt das spezifische Unternehmen, die aktuellen Produktionsabläufe der Pumpe 31F und identifiziert Schwachstellen im Material- und Informationsfluss.
5. Umsetzung der Gestaltungsansätze im untersuchten Unternehmen: Hier werden konkrete Verbesserungsvorschläge, wie Layoutveränderungen, der Einsatz von Kanbanregalen und RFID-gestützte Überwachung, detailliert geplant und erläutert.
6. Bewertung und Ausblick: Der Autor reflektiert die vorgeschlagenen Maßnahmen hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit, Kostenreduzierung und Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Logistik, Produktionslogistik, Kanban, Just in Time, Supply Chain Management, Qualitätssicherung, Traceability, Rückverfolgbarkeit, Informationslogistik, RFID, Barcode, Materialfluss, Prozessoptimierung, Automobilzulieferer, Fertigungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung und Optimierung von Materialfluss- und Informationsflussprozessen im Produktionsbereich eines Automobilzulieferers.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind Logistikkonzepte (Kanban, JIT, JIS), Methoden der Qualitätssicherung, Traceability sowie die digitale Unterstützung durch Informationslogistik wie Barcodes und RFID.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Schwachstellen im Produktionsprozess des Unternehmens zu finden und durch logistische Gestaltungsansätze die Effizienz und Rückverfolgbarkeit der produzierten Bauteile zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung der Logistikkonzepte durch und kombiniert diese mit einer direkten Fallstudienanalyse am Produktionsstandort Roßwein.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung von Logistiksystemen und eine detaillierte Analyse der Ist-Situation bei Hitachi, gefolgt von konkreten Umsetzungsvorschlägen für neue Prozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Kernbegriffe sind Produktionslogistik, Kanban, Traceability, RFID, Materialfluss und Prozessoptimierung.
Welche konkreten Verbesserungen werden für das Produktionswerk vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden eine Layoutanpassung der Vormontagelinien, die Einführung von Kanbanregalen zur FIFO-Steuerung und die Implementierung von RFID-Technik für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit.
Warum ist eine RFID-Lösung für die Pumpe 31F notwendig?
Die manuelle Erfassung ist fehleranfällig; RFID ermöglicht die automatisierte und lückenlose Zuordnung von Bauteildaten zur Datenbank, was für die Qualitätssicherung und im Falle von Rückrufaktionen essenziell ist.
- Arbeit zitieren
- Thomas Weschke (Autor:in), 2012, Gestaltung der Materialfluss- und Informationsflussprozesse im betrieblichen Bereich eines Automobilzulieferers (Hitachi Automotive Systems Europe GmbH), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287064