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Das Wahlparadoxon in Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie

Title: Das Wahlparadoxon in Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie

Term Paper , 2014 , 12 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Lukas Metzler (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung in Deutschland zeigt, dass die Wahl einen wichtigen Stellenwert für die Menschen einnimmt. Das Prinzip, dass der Wahlbeteiligungs-Problematik zugrunde liegt, ist das Wahlparadoxon. In seiner Anwendung des Rational Choice Prinzips wurde dies von Anthony Downs 1957 in seinem Werk „An Economic Theorie of Democracy“ erkannt und bearbeitet. Heute, knapp 60 Jahre später, stellt sich die Frage nach der Aktualität dieses Prinzips und der zugrundeliegenden Thematik. Da die Wahlbeteiligung in den letzten 20 Jahren in Deutschland langsam aber sicher zurückgegangen ist, bietet sich eine Prüfung seiner Theorie im Bezug auf das Wahlparadoxon an. Es stellt sich also die Frage, inwieweit sich das Wahlparadoxon mit Anthony Downs ökonomischer Theorie der Demokratie erklären lässt.
Um dieser Frage nachzugehen, werde ich zuerst einmal die wesentlichen Inhalte von Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie erläutern, was entscheidend ist, um das Wahlparadoxon zu verstehen. Dazu werde ich die Ansicht des rationalen Wählers, sowie die der rationalen Partei seines Modells genauer erläutern. Daraufhin werde ich im zweiten Schritt genauer auf das Wahlparadoxon selbst eingehen, um dann im Anschluss Downs Lösungsansatz zu ebendiesem kritisch betrachten zu können. Zum Schluss dieser Analyse werde ich einen Ausblick auf den aktuellen Stand der Forschungen, sowie die Weiterentwicklungen seines Modells geben, um schlussendlich herauszufinden, ob das Wahlparadoxon auflösbar ist.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Herausarbeitung der Fragestellung

2. Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie

3. Eine Erklärung des Wahlparadoxons

4. Anthony Downs Lösungsansatz des Wahlparadoxons

5. Eine Weiterführung des Downsschen Lösungsansatz

6. Kritische Betrachtung der Lösungsansätze

7. Fazit und Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das sogenannte Wahlparadoxon innerhalb von Anthony Downs' "Ökonomischer Theorie der Demokratie" und analysiert, inwieweit sich die Wahlbeteiligung trotz rationaler Kosten-Nutzen-Erwägungen erklären lässt, die ein solches Verhalten eigentlich als irrational erscheinen lassen.

  • Anwendung der Rational-Choice-Theorie auf das Wahlverhalten.
  • Analyse der Kosten der Informationsbeschaffung und Opportunitätskosten für Wähler.
  • Untersuchung von Downs' Lösungsansatz über den "langfristigen Partizipationswert".
  • Diskussion des "expressiven Nutzens" nach Brennan und Lomasky.
  • Kritische Reflexion der Übertragbarkeit dieser Modelle auf die Realität.

Auszug aus dem Buch

3. Eine Erklärung des Wahlparadoxons

Downs versucht in seinem Modell nicht nur den Prozess der Wahl zu beschreiben. Vielmehr untersucht er in seiner Theorie, aus welchem Grund jemand überhaupt an der Wahl teilnimmt, oder eben auch nicht. Im Rational Choice Ansatz ist jede Aktion eines Akteurs mit Kosten für diesen verbunden. So entstehen auch für den Wähler Kosten für die Teilnahme an einer Wahl. Diese bestehen für den Wähler beispielsweise in der Informationsbeschaffung. Denn um die Partei zu wählen, die seine eigenen Interessen am besten vertritt, muss er sich Informationen über die Programme der verschiedenen Parteien und deren Einfluss auf sein Nutzeneinkommen besorgen. Ein weiteres Beispiel für solche Kosten sind die sogenannten Opportunitätskosten. Dies sind die Kosten, die dem Wähler durch entgangene Möglichkeiten entstehen, wie die Ausübung seines Hobbys am Wahltag.

Der Wähler handelt dann rational, wenn sein zu erwartendes Nutzeneinkommen die Kosten, die die Wahl von ihm abverlangen, übersteigt. Um den erwarteten Nutzen seiner Teilnahme zu ermitteln, muss er seinen Stimmwert diskontieren. Das bedeutet, der Wähler multipliziert sein ermitteltes Parteidifferential mit der Wahrscheinlichkeit, dass seine eine Stimme die Wahl entscheidet. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Wähler die Wahl mit seiner Stimme zu Gunsten seiner präferierten Partei entscheidet, geht jedoch gegen Null. Grund dafür ist der Aufbau westlicher Demokratien mit mehreren Millionen Stimmberechtigten. Daraus ist für den Wähler abzuleiten, dass der Wert seiner Stimme und somit sein Nutzen aus der Wahl gegen Null geht. „… der Stimmzettel des Einzelnen (ist) nur ein Tropfen im Ozean.“ Das Wahlparadoxon besteht also zu einem Teil darin, dass es für einen rationalen Wähler irrational ist, wählen zu gehen. Das Problem liegt im Nutzwert, der zu gering ist, um die Kosten zu überbieten. Ein Wähler, der vor der Wahl die Kosten der Informationsbeschaffung auf sich nimmt und sich mit den Parteien und ihren Zielen auseinander setzt, handelt noch irrationaler als ein schlecht informierter Wähler.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Herausarbeitung der Fragestellung: Diese Einführung thematisiert die rückläufige Wahlbeteiligung und stellt die zentrale Frage, wie das Wahlparadoxon mit Anthony Downs' Theorie in Einklang zu bringen ist.

2. Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des rationalen Akteurs und des Eigennutzenaxioms im Kontext politischer Märkte.

3. Eine Erklärung des Wahlparadoxons: Hier wird dargelegt, warum aus rationaler Sicht die Teilnahme an einer Wahl aufgrund hoher Kosten und eines gegen Null tendierenden Stimmwerts oft als irrational gilt.

4. Anthony Downs Lösungsansatz des Wahlparadoxons: Es wird analysiert, wie Downs durch den Begriff des "langfristigen Partizipationswerts" versucht, das Wahlparadoxon rational zu begründen.

5. Eine Weiterführung des Downsschen Lösungsansatz: Dieses Kapitel betrachtet ergänzende Perspektiven, insbesondere den "expressiven Nutzen" durch Brennan und Lomasky.

6. Kritische Betrachtung der Lösungsansätze: Der Autor hinterfragt die Übertragbarkeit und Konsistenz der diskutierten Ansätze, insbesondere im Hinblick auf das Problem von Kollektivgütern.

7. Fazit und Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Theorie der ökonomischen Demokratie das Wahlparadoxon trotz verschiedener Lösungsansätze nicht vollständig auflösen kann.

Schlüsselwörter

Wahlparadoxon, Rational Choice, Anthony Downs, Theorie der ökonomischen Demokratie, Wahlbeteiligung, Eigennutzenaxiom, Rationaler Wähler, Politische Parteien, Opportunitätskosten, Parteidifferential, Kollektivgut, Expressiver Nutzen, Demokratieerhalt, Partizipationswert, Wählerverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Wahlparadoxon – das Phänomen, dass Bürger rationalerweise nicht wählen gehen sollten, da der Einfluss einer einzelnen Stimme minimal ist und Kosten verursacht, dennoch aber an Wahlen teilnehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Rational-Choice-Theorie, das Wählerverhalten, ökonomische Modelle der Demokratie nach Anthony Downs sowie verschiedene Lösungsansätze für das Wahlparadoxon.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit sich das Wahlparadoxon innerhalb der ökonomischen Theorie der Demokratie von Downs erklären lässt und ob alternative Erklärungsmodelle hier mehr Klarheit schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und die Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlichen Grundlagentexten (insbesondere Anthony Downs), um logische Konsistenz und Erklärungskraft der Modelle zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Downs' Modell des rationalen Wählers und die Kosten-Nutzen-Rechnung bei Wahlen erläutert, bevor Downs' eigener Lösungsansatz und ergänzende Theorien zum "expressiven Nutzen" kritisch diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rational Choice, Wahlparadoxon, ökonomische Theorie der Demokratie, Eigennutzen und Kosten-Nutzen-Analyse geprägt.

Warum spielt der „langfristige Partizipationswert“ eine Rolle?

Downs führt diesen Wert ein, um zu erklären, warum Bürger trotz individueller Kosten dennoch wählen: Sie ziehen einen Nutzen daraus, die Spielregeln der Demokratie aufrechtzuerhalten.

Was kritisieren andere Theoretiker wie Brennan und Lomasky am Downs-Modell?

Sie argumentieren, dass das Wählen auch einen „expressiven Nutzen“ bietet, bei dem der Wähler seine Überzeugungen ausdrücken kann, unabhängig davon, ob seine Stimme das Wahlergebnis bestimmt.

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Details

Title
Das Wahlparadoxon in Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für politische Theorie)
Grade
2,3
Author
Lukas Metzler (Author)
Publication Year
2014
Pages
12
Catalog Number
V287107
ISBN (eBook)
9783656873686
ISBN (Book)
9783656873693
Language
German
Tags
wahlparadoxon anthony downs theorie demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Metzler (Author), 2014, Das Wahlparadoxon in Anthony Downs Theorie der ökonomischen Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287107
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