Single-Netzwerke. Zugänglichkeit und Nutzen von Freizeitaktivitäten und sozialen Beziehungen


Diplomarbeit, 2014

191 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen

Einleitung

1 Der Single
1.1 Historische Einordnung des Single-Begriffes
1.2 Auf der Suche nach einer passenden Single-Definition
1.3 Single-Typisierungen
1.4 Das Phänomen der Partnerlosigkeit
1.4.1 Stigmatisierungen des Begriffes Single in Verbindung mit Partnerlosigkeit
1.4.2 Die Angst sich binden zu wollen
1.4.3 Betonung von Freiwilligkeit und Selbstverwirklichung
1.5 Das Single-Dasein als Lebensform und Lebensphase

2 Soziale Beziehungen und Freizeitaktivitäten als Anker des Seins
2.1 Bedeutungsgehalt der Freizeit
2.1.1 Stellenwert der Freizeit – allgemein und für den Single
2.1.2 Erleben und Stellenwert des Wochenendes
2.2 Bedeutungsgehalt von sozialen Beziehungen

3 Soziale Netzwerke aus der Sicht von Singles
3.1 Das emotionale Netzwerk
3.2 Das egozentrierte Netzwerk

4 Methodik
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Grundlegendes
4.1.2 Wahl des Interviewverfahrens
4.2 Sampling
4.3 Einhaltung von Gütekriterien
4.4 Wahl eines passenden Auswertungsverfahrens

5 Durchführung der Interviews und Vorstellung der Interviewten

6 Empirische Ergebnisse
6.1 Single Wahrnehmung
6.2 Netzwerke
6.3 Leistungen sozialer Beziehungen
6.4 Selbstverwirklichung

7 Fazit und Ausblick

Anhang
A Hypothesenkatalog und mögliche Fragestellungen
B Leitfragen für die narrativen Interviews
C Die Interviews

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen

Abbildung 1 Typologische Einteilungen der Singles

Abbildung 2 Trennung zwischen der Wohnform und dem Fakt einen festen Partner zu haben

Abbildung 3 Strukturmerkmale von klassischen Beziehungen und Gesellungsformen

Abbildung 4 Vergleichsmöglichkeiten bei verschiedenen Kartentypen

Abbildung 5 Ausgestaltung und Zuschreibung von sozialen Leistungen zu sozialen Beziehungen für die interviewten Singles in der Phase des Studiums bezüglich ihres Vorhandenseins

Abbildung 6 Typologisierungen der Singles nach Shostak

Abbildung 7 Zuteilung der Singletypen von Shostak zu der jeweiligen Dauer der Partnerlosigkeit

Einleitung

Das Interesse an dem Thema der Singles ist einerseits auf die Pluralisierung der vorhandenen Lebensformen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass sich mit dem Begriff „Single“ die unterschiedlichsten Bezüge und Zuschreibungen fassen lassen, welche mit einem als individuellen Lebensentwurf anzusehenden Modells in Einklang zu bringen sind. Es ergibt sich unter Anderem auch die Frage hinsichtlich des aktuellen Bedeutungsgehaltes, der gesellschaftlich einer als klassisch verstandenen Partnerschaft zugeschrieben wird, des Weiteren ob es sich für die Mitglieder, die sich in einer bestimmten Lebensphase befinden, überhaupt eine Partnerschaft aufzubauen lohnt, beziehungsweise auch, ob es nicht als zu großes Risiko verstanden werden kann, sich einer Person vollkommen hinzugeben, wenn sich der Einzelne nie sicher sein kann, ob eine feste Beziehung von Dauer ist. Es scheint sich in der gegenwärtigen Gesellschaft ein Prozess heraus zu kristallisieren, dass gerade auch deshalb der Single als solcher immer mehr Aufmerksamkeit erfährt. Im institutionalisierten Sinne lässt sich dies auch an dem Veranstaltungszuwachs und an den explizit für Singles in das Leben gerufene Events verdeutlichen. So sind unter anderem mit Speeddatingveranstaltungen, Mottoparties für Singles oder auch Urlaubsausflüge für Partnerlose viele Möglichkeiten existent, sich unbekannten Menschen zu nähern und dieselbigen kennenlernen zu können. Dadurch wird für die Singles durch das Vorhandensein von potentiellen Partnern auf den Veranstaltungen ein geschlossener Markt geschaffen auf welchen ausschließlich sie selbst zurückgreifen können . Das Streben nach einer optimalen Umgebung für die eigene Partnersuche in Verbindung mit der Investition eines festen finanziellen Beitrages, präsentiert einerseits ein Leben der Singles, in welchen zu dem jeweiligen Zeitpunkt gerade keine andere Form der Partnersuche präferiert wird. Man bekommt unbekannte Personen „serviert“, die man anschließend für eine bestimmte Zeit buchen kann (beim Speeddating meistens ca. fünf bis sieben Minuten) und sich anschließend für oder gegen ein erneutes Treffen mit der Interaktionsperson außerhalb der eigentlichen Veranstaltung entscheiden kann. Es scheint, als könnte diese Art der Partnersuche als mögliche Alternative zum eigentlichen Kennenlernen aufgefasst werden. Fraglich bleibt weiterhin jedoch, ob es sich für Singles als lohnenswert erweist auf Partnersuche zu gehen. Ausschlaggebend dafür ist wiederum, ob die Singles einem Partner oder der Form einer Partnerschaft überwiegend positive oder aber überwiegend negative Eigenschaften zusprechen. Sicherlich muss man auch davon ausgehen, dass dies für jede Lebensphase wiederum differenziert betrachtet werden muss. Ein Single im Teenageralter stellt andere Ansprüche oder auch Bedürfnisse an einen Partner, als dies ein Single in der Phase des Studiums tun würde oder ein Single in der Phase nach der Verwitwung.

Dabei ist es von Bedeutung, ob es auch Interessen gibt, die die Gruppen unterschiedlichen Alters vereinen, beziehungsweise welche Leistungen oder Erwartungen und Hoffnungen die Singles auch mit den Ihnen umgebenden sozialen Beziehungen verbinden. Unter Berücksichtigung dieser Denkweise ergab sich für die angestrebte Forschung, folgende zentrale Fragestellung:

„Kompensieren Singles in der Phase des Studiums ein Bedürfnis nach Nähe über ihre sozialen Beziehungen?“

Wenn in diesem Fall für die Singles von einem Bedürfnis nach Nähe im kompensatorischen Sinne gesprochen wird, ist mit Nähe der direkte Bezug zu einem potentiellen Partner gemeint, wobei dies alle positiven und negativen Zuschreibungen von Singles zu demselbigen beinhaltet. Wie die Leistungen eines Partners wiederum auf die sozialen Beziehungen der Singles umverteilt werden könnten, sodass ein Partner vielleicht auch ein Stück weit überflüssig wird, sei an dieser Stelle nachzufragen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Werte- und Normenvorstellungen, die von einer Gesellschaft ausgehen und auf ihre Mitglieder in ihrer eigenen Art reproduziert und daraufhin sichtbar werden. Kennzeichnend für das Forschungsinteresse ist ebenfalls wie die Menschen ihr Single-Dasein gestalten, wie sie sich selbst als Single sehen und wie sie auch von anderen Menschen gesehen werden. Das Phänomen der Singles in ihrer modernen Form ist dabei nach wie vor in der Großstadt am Besten zu sehen. Hier gibt es für studentische Singles vielfältige Zugangsmöglichkeiten in Form von der Universität und den Freizeitorten wie Kinos, Kneipen Restaurants und Discotheken.

Um dies genauer zu erörtern, wird sich diese Arbeit in einem längeren Kapitel zu den theoretischen Grundlagen bezüglich der existenten begrifflichen Bestimmungen und bestehenden Typisierungen, die mit dem Single-Begriff in Beziehung gesetzt werden können, widmen. Anschließend sollen in einem weiteren Kapitel sämtliche Funktionen von sozialen Beziehungen aufgezeigt werden, die einerseits für Personen im allgemeinen Sinne wichtig sind und andererseits sollen desweiteren die Punkte hervorgehoben werden, die auschließlich für Singles von Bedeutung sind. Abgerundet wird dieses Kapitel, indem eine Unterteilung der sozialen Beziehungen vorgenommen wird, wobei die Leistungen von übergeordneten Netzwerken wie Familie, Freunden, Bekanntschaften oder auch im direkten Vergleich die Leistungen, die mit einer Partnerschaft einhergen, aufgezeigt werden sollen. Im dritten Kapitel soll die Wichtigkeit des emotionalen Netzwerkes und die Bedeutung desselbigen für den Single in besonderer Art und Weise hervorgehoben werden.

Außerdem soll das egozentrierte Netzwerk betrachtet werden, welches bei der Erstellung eines egozentrierten Netzwerkes bezüglich der Leitfragen der Interviews mit den Interviewten im Vordergrund stand, um eben gerade auch die Leistungen der sozialen Beziehungen, den einzelnen dem Akteur umgebenen Netzwerken zuordnen zu können.

Anschließend folgt die detaillierte Beschreibung der verwendeten Methode für die Untersuchung, die Auswahl eines entsprechenden Samplings und die Erklärung der verwendeten Interpretationsmethode für die Auswertung des gewonnenen Textmaterials. Im fünften Kapitel erfolgt die detaillierte Beschreibung der Durchführung der einzelnen Interviews und eine kurze Beschreibung sowie charakteristische Darstellung der Befragten. Im darauffolgenden Kapitel werden die gewonnenen empirischen Ergebnisse der Forschung präsentiert, bevor im letzten Punkt ein Fazit der Untersuchung gezogen werden soll und für die Forschungsthematik ein kurzer Ausblick gegeben wird, welche Aspekte und Dimensionen unter Anderem ebenfalls mit den gewonnenen Ergebnissen in einem wissenschaftlichen Interesse zu untersuchen wären. Besondere Beachtung soll in dieser Hinsicht der Bedeutung des Studiums als lebenszeitliche Ausübung einer Ausbildungsphase gewidmet werden, an welche wichtigen Entscheidungen, die die Zukunft der einzelnen Akteure betreffen, gekoppelt sind.

1 Der Single

1.1 Historische Einordnung des Single-Begriffes

Möchte man versuchen den Begriff des Singles historisch einzuordnen, stößt man auf das Problem, dass dieser erst in dem 20. Jahrhundert an Interesse für die Forschung gewann und sich in vielfältiger Hinsicht durch diverse Definitionsversuche einer stark durch ihre eigene Heterogenität geprägten Gruppe in den Köpfen der Menschen zu manifestieren. Vorher erfuhr die Partnerlosigkeit der Personen schlichtweg kein Interesse in der Forschung und in den öffentlichen Medien, weil sich die Werte- und Moralvorstellungen einer Gesellschaft permanent im Wandel befinden und somit auch schon bereits bestehende aber nicht wahrgenommene Lebensformen, die an ausschlaggebende Ereignisse gebunden sind, erst zu einem spezifischen Zeitpunkt in den Vordergrund gelangen können, wenn sie die dementsprechende gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Betrachtet man beispielsweise archaische Gesellschaften, welche von partnerlosen Schamanen zusammengehalten wurden, lässt sich schnell erkennen, dass eine historische Einordnung des Begriffes Single nur über jenen Begriff selbst, erfolgen kann.

In der Bundesrepublik Deutschland gewann der Begriff des Singles erst in den 70er Jahren an Bedeutung. Ausgehend von der Veröffentlichung der Monographie Hermann Schreibers im Jahr 1978 „Singles: Allein leben, besser als zu zweit“, gelang der ursprünglich in Amerika geprägte Modebegriff nach Deutschland. 1

Schreiber geht von einer Single-Szene aus, welche dadurch charakterisiert war, dass ihre Mitglieder um die dreißig Jahre alt sind und die von Ihnen freigestalteten Abende meist durch open-End-Veranstaltungen geprägt sind, da das Klientel sich frei entscheiden konnte was es tat, ohne Rücksicht auf einen festen Partner nehmen zu müssen. Es schien als würde sich in den von ihm geschilderten Momenten zwischen Pub und Bistro eine neue gesellschaftliche Schicht etablieren, welche aus freien, gebildeten und gerade auch aus individuellen Personen bestand.2 Dies wiederum beschleunigte den eigentlichen Trend zum Alleinleben, das als attraktive Lebensform an Stellenwert gewann. Der Single wurde nun zunehmend mit dem Besitz einer eigenen Wohnung, beziehungsweise der Führung eines eigenen Haushaltes in Verbindung gebracht, was sich vor Allem auf den in Deutschland verwendeten Single-Begriff sehr stark auswirkte. Die Lebensform des Alleinlebens in Kombination mit einer bestimmten Lebensweise wurde zum Inbegriff des Gegenteiles zu „married“, nämlich dem „ledig“ sein.

Unter Lebensweisen seien die inneren Haltungen oder auch die übergeordneten Verhaltensweisen zu verstehen, welche charakteristisch für den Alltag von Menschen sind.3

In der Erhebung von Singles findet sich ein folgenschwerer Fehler, da diese auf den Erhebungen von Ein-Personenhaushalten basieren und mit diesen gleichgestellt werden. Dabei wurde das Alleinleben als ausschlaggebende Komponente für den Aspekt Single zu sein genommen, wobei die Partnerlosigkeit der Personen nicht über die Fokussierung auf Ein-Personenhaushalte erhoben werden konnte, was dazu führte, dass sämtliche partnerlosen Personen durch das statistische Raster fielen und die gewonnenen Ergebnisse keine tatsächliche Aussagekraft bezüglich der Partnerlosigkeit besitzen. Im Detail sind es nach Bachmann (1992) genau zwei Probleme, welche für die statistischen Unschärfen des Single-Lebens verantwortlich sind, zum Einen das Kategorienproblem und zum Anderen das Überschätzungsproblem.4 Das Kategorienproblem bestehe darin, dass die Kategorie der Singles im Vergleich zur Familie oder nichtehelichen Lebensgemeinschaft wie auch Alleinstehender, nicht in der amtlichen Statistik existiere. Berichteten die Medien von Singles, so wird von einer spezifischen Haushaltskategorie gesprochen, welche Personen des Ein-Personen-Haushaltes meint, die allein wohnen und wirtschaften. Das Überschätzungsproblem bezieht sich weitergehend auf die regelrechte Erkennung der Ein-Personenhaushalte, wobei das Kriterium des alleine Wirtschaftens einen allzu großen Interpretationsraum biete. Beispielsweise würden vier Personen, die sich für das gemeinsame Wirtschaften entschieden haben, fälschlicherweise stastisch als vier Ein-Personenhaushalte festgehalten werden, was zwangsläufig zu einer unvermeintlichen Überschätzung der gesamten Single-Anzahl führen würde.

Ein anderer Aspekt verdeutlicht, dass in der existierenden soziologischen Literatur eine starke Uneinigkeit über die tatsächliche Definition des Singles herrscht, was sich wiederum nicht nur darin bemerkbar macht, dass bereits unzählige Definitionen und Typisierungen von Singles vorhanden sind, auf welche im folgenden Kapitel spezifischer darauf eingegangen wird, sondern auch, dass jeder Autor unabhängig von den bereits schon existierenden Definitionen des Single-Begriffs, sich eine eigene Definition für seine individuelle Forschung parat legt. Dies verdeutlicht, dass der Begriff des Singles auch in der Moderne weiterhin mit einer gewissen Unbekannten in Beziehung zu setzen ist, da die Begrifflichkeit in historischer Hinsicht ein noch relativ junges Forschungsfeld umschließt.

1.2 Auf der Suche nach einer passenden Single-Definition

Gerade in den 1990er Jahren wurde der Single-Begriff aufgrund seiner neugewonnen Akzeptanz und Wahrnehmung als Lebensform, von diversen Autoren untersucht. Hierbei ist besonders auffällig, dass sich jeder Autor der Problematik ausgesetzt sah, eine passende Definition oder Einordnung des Begriffes „Single“ für die eigene Forschung aufzustellen.

Grundsätzlich lässt sich eine definitorische Unterscheidung zwischen einem enggefassten und einen weitgefassten Single-Begriff feststellen. Für Burkhart (1997) schließt der weiteste Single-Begriff lediglich Personen ein, welche sich in Einpersonenhaushalten befanden, was wiederum das Resultat für die in Kapitel 1.1 genannte Überschätzung der Gesamtpopulation der Singles ist.5 Hradil (1995) stellte bei seinen Definitionskriterien fest, dass ein im weitesten Sinne gebräuchlicher Single-Begriff, nur als sehr schwer verwendbar anzusehen sei, da dieser aus seiner Sicht ein viel zu inhomogenes Feld von Personen umfassen würde. Er entschied sich bei der weitgefassten Variante der Begrifflichkeit, lediglich für die beiden Definitionskriterien „Alter“ und „Einpersonenhaushalt“, was zu folgender Definition aus seiner Sicht führte: „Ihm zufolge gelten all diejenigen als „Singles“, die 25 bis unter 55 Jahre alt sind und alleine leben und haushalten“ 6 Unerheblich dabei sei, ob:

- sie ledig, geschieden, getrennt lebend oder verheiratet sind
- sie „freiwillig“ oder durch äußere Umstände „gezwungen“ allein leben
- sie kurzfristig, längerfristig oder immer allein leben wollen
- sie wirtschaftlich eigenständig sind und wenn ja, ob sie viel oder wenig verdienen
- sie eine feste Partnerschaft unterhalten oder nicht
- sie Kinder außer Haus haben (wer Kinder im eigenen Haushalt hat, ist per definitionem alleinerziehend und kein Single)

Die Vorteile einer solch abgegrenzten begrifflichen Bestimmung liegen auf der Hand, nicht nur dass die als zur damaligen Zeit am wichtigsten geltenden Abgrenzungskriterien mit Alleinleben und allein haushalten enthalten waren, sondern auch die breite Spanne des in diesem Falle zu berücksichtigenden Alters, betraf nach Hradli im Jahr 1992 sogar 8% der erwachsenen deutschen Bevölkerung.

Die Begründung der Untergrenze des Alters von 25 Jahren machte er an der Tatsache fest, dass sich die Personen meistens noch in einer Ausbildung befinden und es noch keine wirklichen Alternativen zum Alleinleben gibt, welche erst nach der Beendigung der Ausbildung in Form einer Ehe oder eheähnlichen Lebensgemeinschaft hinzukommen würden. Diese aufgezeigten Gegenmodelle lassen sich ausschließlich in Verbindung mit dem selbstständigen Wirtschaften umfassen. Die Obergrenze von 55 Jahren macht Hradil anhand mangelnder Alternativen von Lebensformen fest. Für ihn haben Personen oberhalb dieser Grenze bereits das Erwerbsalter verlassen, sind eventuell verwitwet oder geschieden, können zwar im Einzelfall mit anderen Personen zusammenleben, hätten dazu aber oft einfach keine Möglichkeit.7 Die durch das Alter bedingte Raster fallende Personen rechtfertigt er damit, dass die übrigen Personen, auch wenn sie ausreichende Perspektiven im Kontrast zu ihrem überzeugten Single-Dasein hätten, schlichtweg als Definitionsverluste bezeichnet werden dürfen, weil sie zum damaligen Zeitpunkt nicht als Repräsentanten eines vorherrschenden, gesellschaftlichen Verhältnisses angesehen wurden.

Um die begriffliche Dimension des weitgefassten Begriffes für eine homogenere Gruppierung tauglicher zu gestalten, entschied sich Hradil zusätzlich die Einteilungen „…und angibt keinen festen Partner zu haben sowie aus eigenem Willen und für längere Zeit allein leben zu wollen“8, in seine eigene engere begriffliche Definition mit aufzunehmen. Die nun berücksichtigten Kritieren „Partnerlosigkeit“, „Freiwilligkeit“ und „Längerfristigkeit“ des eigenen Single-Daseins zeigen nun nicht mehr eine rein abstrakte Lebensform auf, sondern spiegeln auch eine detaillierte, unter Berücksichtigung von inneren Motiven und der Auslebung eines bestimmten Beziehungsverhaltens, Lebensweisen der Personen wider. Aufgrund der neu zu berücksichtigenden Kriterien für den engeren Single-Begriff ergibt sich wiederum erneut die Problematik mit der begrifflichen Bestimmung. Es bleiben beispielsweise Fragen danach offen, wie lang die befragten Personen tatsächlich vorhaben allein leben zu wollen, anhand welcher Kriterien sie selbst einen festen Partner als solchen ansehen und andererseits ist es ebenfalls fragwürdig, wo die Ursachen für die freiwillige Lebensweise der Singles ohne einen Partner liegen. Inwiefern der von Hradil erstellte Single-Begriff im engeren Sinne mitsamt der Fülle der Subkategorien brauchbar ist, scheint aus dem Grund fragwürdig zu sein, da die Personen empirisch schwer zu erfassen sind.

An dieser Stelle lässt sich bereits festhalten, dass die am weitesten gefasste begriffliche Definition des Singles, bezüglich des Zustandes des Alleinlebens auszuschließen ist, weil soziale Beziehungen der Singles, welche gerade auch für die jeweilige Lebensweise ausschlaggebend sind, keinerlei Berücksichtigung erfahren. Bachmann (1992) beschäftigte sich bezüglich des Phänomens Single vorerst mit einer Terminologie des Begriffes. Bei den 21 verschiedenen, durch andere Autoren genannten Bedeutungsvarianten des Single-Begriffes, konnte er die Gemeinsamkeiten des Verzichtes auf die Führung einer exklusiven Partnerschaft in einem gemeinsamen Haushalt ausmachen, wobei die Singles die partnerlos Alleinlebenden darstellen.9 Er entwickelt, unter der Berücksichtigung der Bedeutungsvarianten, ein Hierarchiesystem, welches sich wesentlich aus drei Begrifflichkeiten zusammensetzt, nämlich den „Alleinstehenden“, wobei die „Alleinlebenden“ wiederum ein Teil der Erstgenannten sind und der „Single“ selbst, eine Variante der Alleinlebenden bildet. Schaut man sich die drei Begrifflichkeiten genauer an, verbirgt sich hinter jeder eine eigene spezifische Definition. Demzufolge müsse man nach Bachmann unter Singles – partnerlos Alleinwohnende-, unter Alleinlebenden – autonom Haushaltende-, und unter Alleinstehenden diejenigen Personen verstehen, die ein Leben ohne Ehepartner führen. Er stellt folgende Definition auf:

„Singles sind demnach alleinlebende Alleinstehende ohne eine feste Partnerbindung. Sie bilden den individualistischen Pol im Spektrum der Lebensform von Alleinstehenden“10

Interessant ist an dieser Stelle auch die Anmerkung eines dem Single zuzuschreibenden individualistischen Pols, welcher dieser inne habe. Diese individualistische Auslegung des Singles basiert nach Bachmann darauf, dass das partnerlose Alleinwohnen des Singles als Schnittpunkt der eigenen persönlichen Unabhängigkeit mit der individualisierten und zugleich autonomen Lebensweise anzusehen ist. Dies wurde wiederum erst möglich durch Wohlstandssteigerung, Bildungsexpansion, verbesserte Stellung der Frauen, wachsende Mobilität, Urbanisierung und Wertewandel (Postmaterialismus, Individualismus, veränderte Sexual- und Familienmoral).11 Die logische Schlussfolgerung von Burkhart (1997) belief sich darauf, dass in naher Zukunft die Individualisierung durch die neuerlangte Unabhängigkeit mehr an Zuspruch gewinnen werde und die Lebensform des Singles häufiger vorzufinden sein wird. Für Hradil (1995) bedeutet die Individualisierung eine bestimmte Lebensweise, nämlich die Lebensführung als solche. Er erklärt, dass ein individualisiertes Leben nicht anhand einer Lebensform wie dem Single festgemacht werden könne, sondern anhand der Gestaltung der eigenen Biographie des Einzelnen. Demnach gelte Derjenige als individualisiert, welcher bewusst oder unbewusst, freiwillig oder gezwungen, eigennützig oder selbstlos, primär seine eigenen Wege und Ziele verfolgt.12 Hradil gibt an, dass für ihn Individualisierung und Singles genau so wenig das Selbe sind wie Alleinlebende und Singles. Auch wenn die Individualisierung nicht mit dem Single-Begriff gleichzusetzen ist, muss man dennoch berücksichtigen, dass mit jeder Gestaltung der Biographie des Einzelnen – auch eine individualisierte, sich selbst verwirklichende Lebensführung einhergeht. Anhand eines Beispiels von Burkhart (1997) bezüglich einer engen begrifflichen Definition soll abschließend aufgezeigt werden, weshalb sie aufgrund ihrer homogenen Gruppengestaltung, den Single als solchen für diese Forschungsarbeit nicht ausreichend charakterisieren.

„Alle Alleinlebenden, die freiwillig und mit Entschiedenheit auf eine feste Partnerschaft verzichten – und zwar in einer Lebensphase, in der man im Normalfall verheiratet ist oder eheähnlich zusammenlebt, also im Alter von etwa 30-40“.13

Da eine solche Definition im engeren Sinne ebenfalls eine zu große Menge von Personen ausschließen würde, ist es sinnvoll eine weitgefasste Definition zu verwenden, wobei man zusätzlich zu der heterogenen Masse – Subgruppen erstellt, um eine sinnvolle Unterscheidung vorzunehmen.

1.3 Single-Typisierungen

Die sehr häufig in der Literatur wiederzufindende Variante von typologischen Einteilungen der Singles, lieferte Shostak (1987)14:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1 Typologische Einteilungen der Singles

Die Determinanten der Freiwilligkeit und Dauerhaftigkeit sind die wichtigsten Differenzierungsträger. Blickt man an dieser Stelle auf den von Hradil (1995) präsentierten enggefassten Single-Begriff zurück, muss man feststellen, dass sich dieser lediglich auf den partnerlosen Teil der überzeugten Singles bezieht.

Deshalb bleibt die Frage offen, wie man zwischen den hier dargestellten Typologien innerhalb der 4-Felder, weitere sinnvolle Binnendifferenzierungen erstellen kann. Hierzu soll auf jede Gruppierung von Shostak noch einmal kurz eingegangen werden, sodass sein Verständnis von der jeweiligen Typologie klar wird.

Unter dem Typus der Ambivalenten versteht er all diejenigen Personen, welche freiwillig Single sind, allerdings auch offen für eine Ehe, beziehungsweise feste Beziehung. Im direkten Vergleich dazu sind die Überzeugten zwar auch freiwillig Single, jedoch möchten sie an ihrem derzeitigen Singe-Dasein auch nichts ändern. Weiterhin gibt es einerseits die Hoffenden, welche sich aktiv auf Partnersuche begeben, jedoch keinen passenden Partner finden und andererseits die Resignierten, die es zwar ebenfalls nicht geschafft haben eine Ehe (oder auch eine feste Partnerschaft) einzugehen, allerdings sich an einem Punkt befinden, wo sie die Hoffnung aufgegeben haben und ihr persönliches Schicksal tolerieren.

Man muss sich desweiteren auch bewusst sein, dass Shostak (1987) zum damaligen Zeitpunkt seiner Einteilung unter Singles all diejenigen gefasst hat, welche ledig sind und noch nie in einer Ehe- oder eheähnlichen Situation gelebt haben.15 Mögliche weitere Binnendifferenzierung könnten deshalb die Dauer der Partnerlosigkeit oder auch die Bereitschaft und die Art und Weise der aktiven Partnersuche sein.

Im Gegensatz zu Shostak, beschränkten sich Meyer und Schulze (1992) in ihrer auf Interviews basierenden Studie auf lediglich zwei Singletypen. Sie unterschieden lediglich den freiwilligen und den unfreiwilligen Single und begründeten ihre Wahl dadurch, dass es zu vielschichtige Gründe für das Single-Dasein jedes Interviewten gebe. Als Typ des unfreiwilligen Singles sehen sie die Befragten an, welche gerne einen Partner möchten, aber aufgrund ihrer derzeitigen Lebensumstände keinerlei Möglichkeit sehen, einen Partner für sich gewinnen zu können.16 Hervorzuheben sei an dieser Stelle die jeweiligen Lebensumstände, in welchen sich die Befragten nach Meyer und Schulze gerade befinden. Ein Resultat ihrer Erhebungen war, dass die freiwilligen Singles unzufrieden sind mit ihrer persönlichen Situation und gleichzeitig ein Gefühl der Einsamkeit besitzen. Dieselben Befragten verbinden mit ihrer beruflichen Situation ein Gefühl der Erfüllungm was wiederum zu dem Teufelskreis von persönlichen unbefriedigenden Situation mit beruflichen befriedigenden Situation führe. Durch die flexible Gestaltung des beruflichen Alltages würde demzufolge die Zeit zur Pflege sozialer Kontakte schlichtweg fehlen.

Im Vergleich dazu verstehen sie unter den freiwilligen Singles all diejenigen Personen, welche mit ihrer jetzigen Lebenssituation zufrieden sind und diese am Liebsten aufrecht erhalten wollen, oder zumindest für einige Jahre beabsichtigen, diese beizubehalten. Diese Gruppe der freiwilligen Singles ist für sie interessanter, weil diese ihrer Ansicht nach eine neue Lebensform repräsentiert. Innerhalb der Gruppe seien auch Unterschiede hinsichtlich der jeweiligen Zukunftsperspektiven zu benennen.17 Sie unterscheiden darauf aufbauend im weiteren Sinne die „echten Singles“ und die „Singles auf Zeit“.18 Die Gründe für die Freiwilligkeit des Single-Seins der Befragten sind nach Meyer und Schulze in den negativen Erfahrungen der Befragten mit vergangenen Partnerschaften und in der positiven Meinung zu einer eigenständigen Lebensphase, die zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung dazugehören würde, zu sehen.

Schock (2007) verdeutlicht anhand eines Beispieles, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Typen von Shostak (1987) als fließend anzusehen sind, da ein Mensch im Verlauf seiner Biographie, ihrer Ansicht nach, mehreren Typen angehören könne:

„Ein Mensch entscheidet sich, freiwillig allein zu leben bis er heiratet. Danach lässt er sich scheiden und wohnt wieder allein bis er erneut heiratet, eine informelle Beziehung eingeht oder sich für ein dauerhaftes Single-Dasein entscheidet“19

Dennoch bleibt für Schock (2007) die Frage offen, wie man es schafft, den in der bisherigen Literatur verwendeten Single-Begriff in Kombination mit dem Fakt des Alleinlebens von dem partnerlosen Single abzugrenzen. Diese Möglichkeit sieht sie mit der von Kaufmann (2006) in Frankreich etablierten Begrifflichkeit des „Solo-Daseins“ als möglich an. Kaufmann erklärt, dass der Terminus „Solo“ in Frankreich vor allem von Journalisten verwendet wird, wobei er den Hauptvorteil der Verwendung darin sieht, dass der Begriff es schafft neutral zu bleiben und nicht positiv oder negativ konnotiert wird.

Seiner Meinung nach würden die meisten verwendeten Begrifflichkeiten zu analytischen Fehlschlüssen führen oder vorbelastete Repräsentationen mit sich bringen, welche auf die nicht vorhandene Neutralität der jeweils verwendeten Begrifflichkeit, zurückzuführen ist.20

Wie diese Stigmatisierungen im Detail bezüglich eines Lebens ohne Partner aussehen können, soll im nächsten Kapitel näher beleuchtet werden.

1.4 Das Phänomen der Partnerlosigkeit

Anhand der nachfolgenden tabellarischen Übersicht von Burkhart (1997) kann eine Trennung zwischen der Wohnform und dem Fakt einen festen Partner zu haben, vorgenommen werden.21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 2 Trennung zwischen der Wohnform und dem Fakt einen festen Partner zu haben

Er sieht nur all diejenigen als Single an, die keinen festen Partner haben und zugleich alleinlebend sind. Diejenigen wiederum, welche ebenfalls keinen festen Partner haben, aber beispielsweise in einer Wohngemeinschaft zusammenwohnen, fallen schlichtweg durch sein Raster. Um jedoch die Bedeutung der Partnerlosigkeit für Singles erfassen zu können, bedarf es sich nicht auf die Wohnform des Alleinlebens zu beschränken. Dies muss für ein Ziel der Erschließung individualistischer Verhaltensweisen der Befragten, dementsprechend berücksichtigt werden. Was die Partnerlosigkeit für die Singles in der Situation bedeuten kann, soll anhand einiger empirischer Beispiele von Bachmann (1992) aufgezeigt werden. Er merkt an, das „Singles im mittleren Lebensalter“ im Vergleich zu den „Doubles“ von Paaraktivitäten zwar nicht generell ausgeschlossen werden, jedoch scheinen die Singles sich in vielerlei Situationen selbst als anderslebende Personen ohne existierende soziale Beziehungen zu sehen.22

Die von Bachmann dargestellten Beispiele bezüglich Paaraktivitäten23 sind zwar idealtypisch formuliert und stereotypisiert, allerdings wird eine neue Frage in den Raum geworfen, inwiefern Singles überhaupt einen Zugang zu den Aktivtiäten besitzen – die einem Paar zugeordnet werden-, diese vielleicht auch vermeiden wollen, oder wie sie im Allgemeinen in ihrem Alltag auch darauf hingewiesen werden, dass sie ohne einen festen Partner leben. Die Entwicklung und die Begründung der eigenen Identität der Singles, gerade auch im mittleren Lebensalter, wo die Form des „Double“ als gesellschaftlich anerkannt und normalisiert angesehen wird, stellt sich des Öfteren als Rechtfertigung gegenüber vorherrschenden Stigmatisierungen heraus.

1.4.1 Stigmatisierungen des Begriffes Single in Verbindung mit Partnerlosigkeit

An dieser Stelle muss man sich zwangsläufig mit dem Punkt auseinandersetzen, was eine jeweilige Gesellschaft zusammenhält, wie ihre Normen- und Wertvorstellungen im Detail aussehen, um sich erst einmal im Klaren darüber werden zu können, wie bestimmte Stigmata den Singles gegenüber aussehen könnten, oder diese auch entwickelt werden. Da sich durch die Pluralisierung, die Gesellschaft permanent verändert und sich weiterentwickelt, findet der Single als Solcher auch mehr Platz für Zuspruch und Akzeptanz in einem auf Normen basierenden System. Je nach Lebensphase wird hierbei das Single-Dasein, ob nun freiwillig oder unfreiwillig, von den Singles unterschiedlich erfahren, als auch von den Ihnen umgebenden gesellschaftlichen Mitgliedern positiv- oder auch negativ konnotiert. Bezüglich des Familienalters bestätigte sich auf empirische Art und Weise, die von Bachmann vorangegangene Vermutung, dass es in unserer Gesellschaft weiterhin einen normabweichenden Charakter inne hat, wenn Singles sich im Familienalter nicht fest binden, geschweigedenn eine Ehe eingehen, was wiederum zu negativen Stereotypisierungen führt.

„Über zwei Drittel aller Befragten berichteten, daß sie sich in ihrer Eigenschaft als Singles `oft und wiederholt` mit negativen Stereotypisierungen aus ihrer Umwelt konfrontiert fühlten“24

Dem Single werden Merkmale zugeschrieben wie allein und partnerlos zu sein, als auch auf soziale Beziehungen zu verzichten, was wiederum zur Erstellung von sozialen Identitäten durch die soziale Umwelt führt.

Desweiteren sind auf der Basis des gewonnenen empirischen Materials zwei weitere Thesen besonders hervorzuheben, welche Aufschluss über die vermeintlichen Stigmatisierungsakteure und die Eigenpräsentation von den Singles, geben können.

„Die wesentlichen Stigmatisierungsakteure entstammen in erster Linie den nicht frei wählbaren, persönlichen Sozialbeziehungen – namentlich den Kollegen am Arbeitsplatz und die jeweiligen Elternteile der Singles“25

Die Eltern nehmen nach Bachmann eine Rolle als Stigmatisierungsakteur ein, weil sie einerseits für die Befragten ein wichtiger emotionaler Bestandteil ihres Lebens seien, und zum anderen gerade dadurch Fragen zu dem richtigen Lebensstil aufgeworfen werden und latente wie auch manigfaltige Konflikte entstehen können. Bezüglich der Kollegen am Arbeitsplatz lässt sich festhalten, dass den Singles eine Lebensweise unterstellt wird, welche einfach kein Ausdruck eines persönlichen Lebenswunsches sein kann. Dieser sei immer mit der bewussten Entscheidung für einen festen Partner für die Gruppierung der 30 bis 40jährigen zu sehen. Die dritte These von Bachmann zur Stigmatisierung lautet:

„Aber auch die Singles selbst sind aktiv an den Bewertungsprozessen ihrer Partnerlosigkeit beteiligt. Zwei Drittel aller Männer, aber nur ein Viertel aller Frauen unter den Singles etikettieren sich selbst als `Außenseiter´. Die wenigsten begreifen dieses Etikett als eine Abwertung ihrer Person. Vielmehr dient es der Beschreibung ihrer individualistisch ausgerichteten Lebensgeschichte“26

[...]


1 Vgl. Schreiber u. Opaschowski (2008), S. 141

2 Opaschowski (2008), S. 141 ff.

3 Vgl. Schock (2007), S. 8

4 Vgl. Bachmann (1992), S. 52 ff.

5 Vgl. Burkhart (1997), S. 147

6 Zit. Hradil (1995), S. 7

7 Vgl. Hradil (1995), S. 8

8 Vgl. Hradil (1995), S. 9 – lege man diese engere begriffliche Definition der gesamtdeutschen Bevölkerung zugrunde, gelten nur noch 3% als Singles

9 Vgl. Bachmann (1992), S. 28 ff.

10 Zit. Bachmann (1992), S. 34

11 Vgl. Burkhart (1997), S. 156

12 Vgl. Hradil (1995), S. 10

13 Vgl. Burkhart (1997), S. 148

14 Shostak 1987 zit. n. Hradil (1995), S. 10

15 Vgl. Shostak(1987) n. Küpper (2002), S. 17

16 Vgl. Meyer und Schulze (1992), S. 77ff.

17 Vgl. Meyer und Schulze (1992), S. 78ff. – Eigentliche Singles möchten diese Lebensform auch perspektivisch beibehalten; charakteristisch ist dabei, dass die Befragten dieser Gruppe eine Partnerschaft als massive Einschränkung ihrer Unabhängigkeit und Persönlichkeitsentfaltung ansehen; ebenso sehen sie in ihrem Single-Dasein; eine errungene Freiheit, die sie nicht durch eine neue Partnerschaft gefährden wollen die auf ihrem Alleinleben basierenden Einstellungen und Verhaltensweisen möchten sie auf keinen Fall zugunsten eines neues Partners aufgeben.

18 Vgl. Meyer und Schulze (1992), S. 78ff. –Singles auf Zeit befürworten ihr Single-Dasein nur mittelfristig und können sich ferner eine feste Partnerschaft vorstellen, für welche in diesem Moment jedoch kein Platz sei die Gestaltung des Alltages ist gut gefüllt mit engagierter Berufsarbeit, intensiver Freizeitgestaltung und der Pflege von freundschaftlichen Beziehungen

19 Zit. Schock (2007), S. 12 – Vgl .n. Peuckert, R., Familienformen im sozialen Wandel (2005), S. 59-60

20 Kaufmann (2006), S. 256ff.

21 Burkhart (1997), S. 148

22 Vgl. Bachmann (1992), S. 123

23 ebd., S. 123ff. – Zu diesen Beispielen zählt Bachmann, dass sich die privaten Gesprächsinhalte bei Paaren um andere Themen dreht, als sie Singles einzubringen haben (bspw. Bau des Eigenheimes im Grünen und Freud und Leid, welche die Kindern ihnen einbringen etc.) – in der Freizeit würden paarzentrierte Gestaltungsformen dominieren (bspw. das Flanieren Hand in Hand, Paare reisen in den Urlaub und unternehmen Ausflüge am Wochenende etc.)

24 Zit. Bachmann (1992), S. 125

25 ebd., S. 130

26 Zit. Bachmann (1992), S. 130

Ende der Leseprobe aus 191 Seiten

Details

Titel
Single-Netzwerke. Zugänglichkeit und Nutzen von Freizeitaktivitäten und sozialen Beziehungen
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
2,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
191
Katalognummer
V287149
ISBN (eBook)
9783656877011
ISBN (Buch)
9783656877028
Dateigröße
1643 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Single, Wahrnehmung, Neztwerk, Freizeit, Bedürfnis, sozial, Selbstverwirklichung, Freiwilligkeit, Partner
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Diplom Soziologe Sebastian Werfel (Autor), 2014, Single-Netzwerke. Zugänglichkeit und Nutzen von Freizeitaktivitäten und sozialen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287149

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