Laut einer Statistik der Hanelore Kohl Stiftung erleidet alle zwei Minuten ein Mensch in Deutschland eine Schädelhirnverletzung, 270.000 Menschen jedes Jahr. Dabei ist ca. die Hälfte der Unfallopfer jünger als 25 Jahre. Zu dieser Statistik zählen nicht nur die Schwerstfälle, sondern auch die leichteste Form der Schädelhirnverletzung, die Gehirnerschütterung. Diese Zahlen verdeutlichen, welche große Bedeutung der Behandlung einer Schädelhirnverletzung zukommt, da es sich um eine Schädigung des Gehirnes handelt, welches für die Steuerung jeglicher Körperfunktionen zuständig ist. Besonders bei der stärksten Form des Schädelhirntraumas ist eine frühestmögliche Rehabilitation in einer dafür zuständigen Klinik unabdingbar, da dies einen großen Einfluss auf den weiteren Heilverlauf der Betroffenen nimmt. Somit besteht die Möglichkeit, einen Einfluss auf die Schwere der Einschränkung zu nehmen und diese ggf. zu mindern.
Im Rahmen unserer Hausarbeit haben wir uns mit der Thematik der Hilfsmittelversorgung für Menschen mit erworbener Hirnschädigung befasst. Um zunächst einen ersten Einblick in die Thematik zu geben, wird zu Beginn der Hausarbeit das Krankheitsbild des Schädelhirntraumas erläutert. Um zu verdeutlichen, wie umfangreich solch eine Hirnschädigung ist und welche Folgen sie mit sich bringt, wird ein Fall aus der Praxis vorgestellt. Besonders auffallend ist dabei, welche verschiedenen Hilfsmittel notwendig sind, um sowohl die Einschränkungen zu kompensieren, als auch eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und der Arbeitswelt ermöglichen zu können. Um den stetigen Fortschritt der Hilfsmittelversorgung zu gewährleisten, bietet die Messe REHACARE die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Hilfsmittelversorgung zu informieren. In diesem Zusammenhang werden alternative und innovative Versorgungsmöglichkeiten vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeinheiten zum Krankheitsbild des Schädelhirntraumas
2.1 Wie Häufig ist ein Schädelhirntrauma?
2.2 Häufige Symptome eines Schädelhirntraumas
2.3 Wie wird ein Schädelhirntraume festgestellt und behandelt?
3. .... Alternative bzw. innovative Versorgungsmöglichkeiten auf der REHACARE
3.1. Das Integrierte Therapie System
3.2. Die Tobii I-Serie
4. Fall aus der Praxis
4.1. Das Verletzungsbild
4.2. Die Hilfsmittelversorgung
4.3. Die Indikation der Hilfsmittelversorgung zur Teilhabe
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Hilfsmittelversorgung für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, um sowohl die Folgen der Verletzung zu kompensieren als auch die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu fördern.
- Grundlagen des Krankheitsbildes Schädelhirntrauma
- Innovative Hilfsmittel zur Rehabilitation und Unterstützung
- Fallanalyse zur individuellen Hilfsmittelversorgung
- Rechtliche Grundlagen der Teilhabe am Leben
- Bedeutung der REHACARE als Informationsplattform
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Integrierte Therapie System
Das Integrierte Therapie System (ITS) ist ein computergestütztes Rehabilitationssystem für neuropsychologische und neurolinguistische Therapie. ITS trainiert unterschiedliche kognitive Bereiche des Menschen und beruht dabei auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es besteht aus den drei einzelnen Therapiemodulen CURE, aphasiaware und REWI, die jeweils sechs bis zwölf verschiedene Aufgabentypen besitzen. Um jedem Patienten ein den Fähigkeiten entsprechendes Training zu bieten, besitzt jeder Aufgabentyp verschiedene Schwierigkeitsstufen, die automatisch an die Fähigkeiten und den Fortschritt des Patienten angepasst werden. Da der Patient jeder Zeit weder unter- noch überfordert wird, ist ein erfolgreiches Training gesichert. Während des gesamten Trainings werden alle übungsrelevanten Daten kontinuierlich erfasst, was eine effektive Verlaufskontrolle durch den Therapeuten ermöglicht. Dadurch kann im Laufe der Therapie das Therapieziel angepasst und gleichzeitig der Therapieverlauf der Patienten dokumentiert werden.
CURE – Computer unterstütze Rehabilitation ist ein Therapiemodul von ITS und ist auf die Neuropsychologie spezialisiert. Es wurde für Menschen mit Hirnschädigungen entwickelt und kann in jeder Phase der Rehabilitation eingesetzt werden. CURE besitzt unter anderem die Therapiemodule Aufmerksamkeit, logisches Denken, Wahrnehmung, räumliche kognitive Leistung und Gedächtnis. Einige Aufgabentypen des Therapiemodules Gedächtnis sind verbales Gedächtnis, Bildgedächtnis und Zahlengedächtnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Relevanz von Schädelhirnverletzungen in Deutschland und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Hilfsmittelversorgung anhand eines Praxisbeispiels zu analysieren.
2. Allgemeinheiten zum Krankheitsbild des Schädelhirntraumas: Dieses Kapitel definiert das Schädelhirntrauma, erläutert die Schweregrade nach der Glasgow-Koma-Skala und listet typische Symptome auf.
2.1 Wie Häufig ist ein Schädelhirntrauma?: Hier wird die statistische Verbreitung des Schädelhirntraumas in Deutschland mit Fokus auf dem Alter der Betroffenen und dem Schweregrad der Verletzungen dargelegt.
2.2 Häufige Symptome eines Schädelhirntraumas: Das Kapitel bietet eine detaillierte Auflistung klinischer Anzeichen, die auf ein Schädelhirntrauma hindeuten können, von körperlichen bis zu kognitiven Beschwerden.
2.3 Wie wird ein Schädelhirntraume festgestellt und behandelt?: Es werden die gängigen diagnostischen Verfahren wie CT und MRT sowie die therapeutischen Ansätze je nach Schweregrad der Verletzung beschrieben.
3. .... Alternative bzw. innovative Versorgungsmöglichkeiten auf der REHACARE: Das Kapitel beschreibt die Rolle der Fachmesse REHACARE und führt in innovative Hilfsmittel ein, die zur Kompensation körperlicher Defekte dienen.
3.1. Das Integrierte Therapie System: Dieses Kapitel beschreibt das computergestützte ITS-System und seine Module zur neuropsychologischen und neurolinguistischen Rehabilitation.
3.2. Die Tobii I-Serie: Es wird die Tobii I-Serie vorgestellt, ein Sprachausgabegerät, das mittels Blicksteuerung kommunikative Unabhängigkeit bei sprachlichen und motorischen Einschränkungen ermöglicht.
4. Fall aus der Praxis: In diesem Kapitel wird der Krankheitsverlauf und die Hilfsmittelversorgung eines 22-jährigen Unfallopfers exemplarisch dargestellt.
4.1. Das Verletzungsbild: Dieser Abschnitt beschreibt das spezifische Trauma des Patienten, einschließlich der Akutbehandlung und der körperlichen Folgen wie Lähmungen und Inkontinenz.
4.2. Die Hilfsmittelversorgung: Hier wird detailliert aufgeführt, welche spezifischen Hilfsmittel – von baulichen Veränderungen bis zu therapeutischen Geräten – eingesetzt wurden, um die Teilhabe zu fördern.
4.3. Die Indikation der Hilfsmittelversorgung zur Teilhabe: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen der Teilhabe am Arbeitsleben und in der Gemeinschaft und betont das Ziel eines unabhängigen Lebens.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine individuelle Hilfsmittelversorgung essenziell für den Rehabilitationserfolg und die soziale Reintegration Betroffener ist.
Schlüsselwörter
Schädelhirntrauma, Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung, REHACARE, Teilhabe, Integriertes Therapie System, Tobii I-Serie, Neuropsychologie, Sprachtherapie, Schwerbehindertenrecht, Heilbehandlung, soziale Reintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Hilfsmittelversorgung bei Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen das Krankheitsbild des Schädelhirntraumas, innovative technische Lösungen in der Rehabilitation sowie die praktische Umsetzung der Hilfsmittelversorgung anhand eines Fallbeispiels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Hilfsmittelversorgung die Folgen einer Hirnschädigung gemildert und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die fallbasierte Anwendung und Bewertung von Hilfsmitteln im Kontext der neurologischen Rehabilitation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt medizinische Grundlagen, innovative Systeme wie das Integrierte Therapie System und die Tobii I-Serie sowie die detaillierte Darstellung einer praktischen Fallversorgung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schädelhirntrauma, Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung, Teilhabe und soziale Reintegration.
Welche Rolle spielt die Messe REHACARE in diesem Dokument?
Die REHACARE dient als zentrale Informationsplattform, auf der innovative Versorgungsmöglichkeiten und neue Technologien für die Rehabilitation präsentiert werden.
Warum ist eine individuelle Hilfsmittelversorgung laut Autor so wichtig?
Da das Krankheitsbild sehr spezifisch ist, muss die Versorgung exakt an die individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse des Patienten angepasst werden, um einen optimalen Heilverlauf zu gewährleisten.
Wie unterstützt das "Integrierte Therapie System" (ITS) Patienten?
Das System nutzt computergestützte Module, um kognitive, neuropsychologische und sprachliche Fähigkeiten auf Basis neuronaler Plastizität gezielt zu trainieren.
Welchen Zweck verfolgt die Tobii I-Serie im therapeutischen Kontext?
Sie ermöglicht Menschen mit motorischen oder sprachlichen Einschränkungen durch Blicksteuerung eine eigenständige Kommunikation und Umfeldkontrolle.
- Arbeit zitieren
- Anni Ge (Autor:in), 2014, Hilfsmittelversorgung von Schädelhirntraumaverletzten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287187