Maria Magdalena und ihr Sohn Johannes Markus im Johannesevangelium


Fachbuch, 2015
138 Seiten, Note: ---

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Unkorrekte Übersetzungen – eine Frage der Perspektive

Das Johannesevangelium – Einordnung, Datierung und Verfasserschaft

Maria Magdalena, Johannes Markus und die Entstehung des Johannesevangeliums
Maria Magdalena war die Mutter von Johannes Markus
Zum Namen Johannes Markus
Relevante Bibelstellen
Ein ikonographischer Aspekt: Mutter und Sohn in der Buchmalerei des Book of Kells
Verdrängung und Bekämpfung von Mutter und Sohn
Die Situation nach der Passion und Auferstehung Jesu
Die Verbindung des Johannesevangeliums mit der Gnosis
Die Entwicklung der johanneischen Gemeinde
Warum der Beiname Magdalena nicht im Johannesevangelium zu finden ist – und warum ihr ihre Heimatstadt Magdala später zugeordnet wurde
Zum Beinamen Magdalena
Zur Stadt Magdala

Übersetzung und Kommentar wichtiger Passagen
Zum Prolog
Übersetzung
Kommentar
Der Austausch von Sophia gegen Logos
Die Sophia der Gnosis
Sophia bei den Ophiten
Der Sophia-Mythos der Pistis Sophia
Sophia und Maria Magdalena
Die Folgen der Verdrängung Sophias
Zu Jesu Taufe im Jordan
Übersetzung
Kommentar
Die Ruachmutter im AT
Von der Ruachmutter des ATs zum Heiligen Geist im NT
Die Ruachmutter in der Gnosis
Ruach in der Ikonographie
Ruach in der christlichen Tradition
Ruach und Maria Magdalena
a) Bei Hippolyt
b) Bei Origenes
c) Bei Augustinus
Die Ruachmutter und Maria Magdalena bei der Taufe Jesu
Zum Kapitel „Das erste Zeichen: Die Hochzeit“
Jesus und die Samariterin am Brunnen
Übersetzung
Kommentar
Die Begegnung der Samariterin am Brunnen mit Jesus – ein Liebesgeplänkel
Die Taubengöttin Ashima
Weitere etymologische Überlegungen
Essenz der Begegnung Jesu mit der Frau am Brunnen
Parallelen zu Joh 4,11-29 im Alten Testament
Die Hochzeit zu Kana
Übersetzung
Kommentar
Die Erfüllung der Liebeswerbung
Überarbeitungen des Textes durch Bearbeiter
Die Komposition des Werkes als Göttliches Paar
Die geistige Bedeutung der Hochzeit
Von Wasser zu Wein
Verschiedene Stellen zu Sophia und Ruach. Maria Magdalena im Symbol des Fisches
a) Sophia
b) Ruach
c) Die versteckte Maria Magdalena bei der Speisung der 5000
Übersetzung
Kommentar
Kreuzigung und Passion
Die Frauen unter dem Kreuz
Durst und Wein
Auferstehung und Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena
Übersetzung
Kommentar
Der weggerollte Stein
Die zwei Engel in weißen Gewändern
Höhe- und Schlusspunkt: Das Göttliche Paar
Die Verbindung zu Shabbat Hamalka
Zum Epilog
Übersetzung
Kommentar

Essenz der wichtigsten Erkenntnisse

Literatur

Abkürzungen

Unkorrekte Übersetzungen – eine Frage der Perspektive

Geschichte wird von Siegern geschrieben. Dies gilt erst recht für das „Buch der Bücher“, die Bibel, die ein einmaliges Dokument für den Siegeszug einer androzentrischen Tradition darstellt. Nichtsdestoweniger enthält sie zahlreiche Spuren einer besiegten und infolge davon unterdrückten gynäkokratischen Kultur. Hinweise darauf finden wir nicht nur in mythologischen, sozialgeschichtlichen und historischen Kontexten der so genannten Heiligen Schrift, sondern besonders auch in Fragen zu ihrer Übersetzung, besonders ins Deutsche. Bezüglich des NTs liegen diesem aramäische und griechische Urtexte zugrunde, die im Lauf der Zeit ins Lateinische und in andere Sprachen übersetzt wurden. Bereits im Griechischen wurde die alte hebräische Göttin namens Ruach – die Ruachmutter – zu einem Neutrum, zum Pneuma, um sich dann in der Vulgata in den männlichen Heiligen Geist zu verwandeln. Ein noch schlimmeres Schicksal widerfuhr der Göttin Sophia, die uns als „Frau Weisheit“ oder Chokmah aus den Weisheitstexten des ATs bekannt ist. Sie wurde aus dem NT gleich ganz entfernt und durch den Logos – „das Wort“ – ersetzt. In einem korrekt übersetzten Text würde also der ursprüngliche Name „Sophia“ stehen, und der Heilige Geist, die Ruach, wäre nicht wie im konventionellen Christentum männlichen, sondern wie im Judentum und in der Gnosis weiblichen Geschlechts. Und anstelle des Reiches Gottes würden wir, wie Christa Mulack erarbeitet hat, dort, wo davon die Rede ist, die jüdische Göttin Malchut vorfinden. Welch andere Lesart des NTs würde sich dadurch ergeben! In der neuen Übersetzung relevanter Passagen wird dem Göttlich-Weiblichen ein Stück seiner Würde und vor allem auch der Platz in der Heiligen Schrift, der ihm zusteht, zurückgegeben. Um genau diese Lesart zu ermöglichen, habe ich die relevanten NTlichen Stellen von Sophia, Ruach und Malchut zusammengesucht, neu übersetzt und gebe diese Passagen in der vorliegenden Arbeit wieder, versehen mit exegetischen Anmerkungen und Kommentar.

Bei der Durchsicht der verschiedenen Bibelstellen fiel mir auf, dass die Ruachmutter, ebenso wie Sophia, an vielen Stellen mit Maria Magdalena zu tun zu haben scheint, ja man kann teilweise sogar soweit gehen, zu sagen, dass Ruach und Sophia geradezu wie ein Code für Maria Magdalena stehen – nicht unbedingt als ein direkter Ersatz, aber in jedem Fall in einer Art von Konnotation oder Entsprechung. Außerdem stellte sich heraus, dass Maria Magdalena offenbar als die Mutter des Jüngers Johannes Markus anzusehen ist, und dies ist von umso größerer Bedeutung, wenn man bedenkt, dass es dieser Johannes war, nicht der Apostel und Zebedäussohn, welcher als Verfasser des Johannesevangeliums am ehesten in Frage kommt. Denn das heißt natürlich, dass dieses Evangelium wohl auch unter dem Einfluss von Maria Magdalena entstanden sein dürfte!

Die LeserInnen, die sich nun darüber wundern mögen, werden klarer sehen, nachdem sie dieses Buch durchgelesen haben. Die Wiederherstellung der Göttlich-Weiblichen Elemente im NT ermöglicht uns eine ganz bedeutende Erkenntnis: Wir haben darin nicht nur die Geschichte eines Vatergottes und seines Sohnes vor uns, sondern viel mehr die von Muttergöttin und Vatergott sowie deren irdischen Inkarnationen, die gemeinsam auf der Erde wirkten, wobei aber im Lauf der Zeit der weibliche Teil verdrängt wurde. Diese Erkenntnis gründet sich bereits auf dem AT, auf den Traditionen der Elohim, das heißt die Göttin Eloha und dem Gott Eloh der Genesis, Jahwe und Chokmah/Sophia, Jahwe und Aschirat sowie Jahwe und der zum „Volk Israel“ metaphorisierten Göttin.1

Der besondere Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Johannesevangelium. Dieses vierte Evangelium in seiner Urfassung, die vor allem von James David Audlin rekonstruiert und ins Englische übersetzt wurde, bringt uns einige überraschende, um nicht zu sagen revolutionäre Erkenntnisse und Aufschlüsse. Zunächst einmal ist die Reihenfolge nicht nur der Kapitel, sondern oft auch der Verse, an vielen Stellen eine ganz andere wie in dem Text, der später von Vertretern der apostolischen Tradition verändert wurde, und der uns heute als offizielle Fassung vorliegt. In der ursprünglichen Version finden wir nach dem Prolog, der bereits überraschende Erkenntnisse bietet, zunächst den Bericht vom ersten Zeichen, welches von der Hochzeit Jesu handelt. Vor der Erzählung über diese Hochzeit in Kana, bei der, wie wir sehen werden, es sich um Jesu eigene Hochzeit handelt, befindet sich im Urtext die bemerkenswerte Geschichte von Jesu Begegnung mit der Frau am Brunnen. In der Auslegung von Audlin handelt es sich dabei um nichts anderes als ein Liebesgeplänkel zwischen der Samariterin am Brunnen und Jesus! Hinter der „Brunnenfrau“ selbst aber verbirgt sich mit großer Wahrscheinlichkeit niemand anders als Maria Magdalena. So finden wir sowohl am Anfang als auch am Ende des Evangeliums eine Liebesgeschichte. Denn die Begegnung von Jesus und Maria Magdalena nach der Auferstehung in Kapitel 20 deutet Audlin im Sinne einer Hierogamie. Dazu passt es, dass der Text Andeutungen enthält, die auf das Hohelied und die Genesis weisen.

Eine weitere Auffälligkeit des Johannesevangeliums ist, dass der Urtext das Dogma der Heiligen Dreifaltigkeit nicht kennt. Auch fehlt wie beim Markusevangelium die Erzählung von der Jungfrauengeburt, und der Text weiß nichts davon, dass die Anzahl der Jünger zwölf gewesen sein soll (außer in zwei Einschaltungen). Beim letzten Abendmahl gibt es keine Eucharistie und auch keinerlei Hinweise, dass Jesus oder sein Vater ein Zimmermann gewesen sein könnte. In Bezug auf Maria Magdalena fehlt bei dem Urtext der zweite Name „Magdalena“,2 wohingegen im Text der Endredaktion der Name der Stadt Magdala, die damals unter diesem Namen noch nicht bekannt war, eingebaut wurde. Davon wird an späterer Stelle noch zu reden sein.

Zwei Hinweise in eigener Sache:

a) Festzuhalten ist hier noch auf jeden Fall, dass es hinsichtlich Sophia und Ruach in dieser Arbeit vor allem um die Stellen geht, welche die besagten Göttinnen ursprünglich mit ihrem Namen ansprachen, was erst durch falsche Übersetzung verschleiert wurde, als weniger um diejenigen, bei denen die Identität dieser Göttinnen durch deren Charakteristika und Ableitungen hieraus ermittelt wird.

b) Ich gebe in dieser Arbeit einige Passagen wieder, die sich bereits in meiner Arbeit „Die Göttin des Christentums: Maria Magdalena“ (Norderstedt 2013, im Folgenden kurz als GCMM bezeichnet) finden, teilweise leicht verändert. Denn es macht kaum einen Sinn, Texte gleichen Inhalts noch einmal mit anderen Worten wiederzugeben. Dafür bitte ich meine LeserInnen um Verständnis.

Emmendingen, im Januar 2015

http://gcmm.jimdo.com

Das Johannesevangelium – Einordnung, Datierung und Verfasserschaft

Zuerst ist es notwendig, eine Angabe aus GCMM zu korrigieren, und zwar hinsichtlich Abschnitt 4.1.5. Ich bin damals noch davon ausgegangen, dass der Apostel Johannes das nach ihm benannte Evangelium verfasst hat. Dank der ausführlicheren Lektüre des Buchs von Wilhelm Hartke „Vier urchristliche Parteien und ihre Vereinigung zur apostolischen Kirche“ (Berlin 1961) wurde mir aber mehr und mehr klar, dass es nicht der Apostel, sondern der Johannes mit dem Beinamen Markus gewesen sein muss, auf den dieses Evangelium zurückgeht, wenngleich auf einer Urschrift des Apostels Johannes basierend. Bevor ich wichtige Teile des Johannesevangeliums in neuer deutscher Übersetzung und mit notwendigem Kommentar präsentiere, ist es nötig, einige Worte über die Urgeschichte des NTs zu verlieren, besonders hinsichtlich der Gestalt der Maria Magdalena und des Johannes Markus. Denn wie sich noch zeigen wird, zielen nicht nur die Stellen über Sophia letztlich auf sie, und zwar im Sinne einer Art Codierung, sondern auch die über die Ruachmutter. Diese Codierung, die indes nicht für alle Stellen gilt, geschah womöglich, um zahlreiche Spuren von Maria Magdalena im NT zu verschleiern. Es kommt darauf an, die entscheidenden Stellen herauszufiltern, indem die relevanten Stellen über Sophia und Ruach erarbeitet und richtig eingeordnet werden.

Die älteste Quelle der kanonischen Evangelien ist die in aramäischer Sprache geschriebene so genannte Quelle Q, das heißt die Logienquelle oder Logia – eine Art Tagebuch Jesu, im Zeitraum 29-33 verfasst von Matthäus, einem Jünger der ersten Stunde, später übersetzt von Johannes Markus. Die zweite Urschrift ist der Ur-Markus, auf Griechisch niedergeschrieben im Jahr 43 von Johannes Markus und diktiert von Petrus. Die dritte Schrift ist die Quelle Z – eine Schrift des Apostels Johannes mit dem Titel „Die zwölf Zeichen des Messias Jesus“ aus dem Jahr 44, ursprünglich wohl auf Aramäisch verfasst, dann auf Griechisch aufgeschrieben von Johannes Markus. Bemerkenswert ist bei dieser Schrift des Zebedaiden und Apostels Johannes, dass die Passion und Auferstehung Jesu vollkommen fehlt!3 Johannes Markus baute dieses Werk ab dem Jahr 65 aus zum Ur-Joh (= Quelle V) aus, und in der Zeit von 92 bis 96 wurde es vor allem von Judas Barsabbas, einem engen Freund des Lukas, redigiert und zur Quelle H-Joh, der Endredaktion des Johannesevangeliums. Im Jahr 48 schrieb Lukas den ersten Ur-Lk, überarbeitete ihn ab etwa 65 bis 70, Endredaktion circa 92-96. Im Zeitraum 65 bis 70 erschien die redigierte Version des Ur-Mk, das heißt die Endredaktion des Markus-Evangeliums, bearbeitet von einem Philippiner, möglicherweise Aristion. Lediglich eine Nebenrolle spielt das Matthäus-Evangelium, eine etwa ab 70 entstandene Tendenzschrift, die zwar zu den Synoptikern zählt, aber nahezu ohne Einfluss auf die anderen Evangelien war. Zu den verschiedenen unterschiedlichen Einwirkungen lässt sich hier zumindest so viel sagen: Es herrscht ein regelrechtes Wirrwarr an Einflüssen (siehe das Stemma bei Hartke),4 aber das Johannesevangelium ist im wesentlichen eine Schrift der Johanneer, auch beeinflusst von den Philippinern und von Lukas. Die Endredaktion des Lk ist das wichtigste Evangelium der römischen Katholiken, die Endredaktion des Mk die der Philippiner, der Ur-Lk die der Altpauliner, und schließlich das Mt die der Petriner.

Hinsichtlich der Datierung ist es wichtig, dass einige Parallelen zu den Schriftrollen vom Toten Meer bestehen. Die Gemeinschaft von Qumran wurde im Jahr 68 von den Römern vernichtet und ihre versteckten Schriften erst in den 1940er Jahren entdeckt. Die Lehren der Qumraner mussten also dem Autor des Johannesevangeliums bekannt gewesen sein. Die Zerstörung des Zweiten Tempels von Jerusalem im Jahr 70 wird mit keinem Wort erwähnt, doch das Bad von Bethesda ist bereits bekannt. Zwar ist von der Zerstörung eines Tempels die Rede, nämlich in Joh 2,19-22 und 11,48, doch ist dies metaphorisch gemeint und bezieht sich, wie Jesus selbst sagt, auf den Tempel seines Lebens. Laut Audlin kommt hier eine begründete Angst der Juden davor, dass eine offene Rebellion die Zerstörung der Stadt durch die Römer zur Folge haben könnte, zum Ausdruck.

Charles Hill weist in seiner Arbeit „The Johannine Corpus in the Early Church“ darauf hin, dass das vierte Evangelium noch vor dem Jahr 90 von leitenden Kräften wie Ignatius und Polykarp gelesen wurde und diese darauf Bezug nahmen, diese also Zugang zu dem ursprünglichen, noch unveröffentlichten Entwurf hatten.

Der textliche Zusammenhang des Johannesevangeliums ist stimmiger und zuverlässiger als der Rest des NTs. Auf der Rückseite steht „Rylands Library Papyrus 52“, und bei diesem Papyrus handelt es sich um das älteste kanonische Manuskript des NT, datierend auf die erste Hälfte des zweiten Jahrhunderts. Sein Fundort ist Ägypten, also vermutlich in diesem Land entstanden.5

Neben Johannes Markus, der am ehesten als Verfasser in Frage kommt, gibt es noch andere Kandidaten, die objektiverweise ebenfalls in Betracht gezogen werden müssen. Dies sind vor allem a) Lazarus von Bethanien, wofür vor allem James David Audlin eintritt, sowie b) Maria Magdalena, was Raymond E. Brown, Ramon K. Jusino und Walter-Jörg Langbein nahelegen. Meines Erachtens kann man aber auch die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Johannes Markus das Evangelium unter der Leitung von Maria Magdalena verfasste – nämlich dann, wenn diese, wie sich durch manche Indizien nahelegt, tatsächlich seine Mutter war.

Lazarus als Verfasser des Johannesevangeliums ist der Kandidat, der von Audlin bevorzugt wird. Dabei setzt er allerdings voraus, dass dieser von Jesus vom Tode auferweckte Mann nicht der Bruder von Maria und Martha von Bethanien ist, sondern der Sohn Marias – und auch der Sohn von Jesus. Dies bedeutet in seinem Sinne auch, dass er Maria von Bethanien und Maria Magdalena als ein- und dieselbe Frau ansieht. Denn in Audlins Anschauung war Maria Magdalena alias Maria von Bethanien mit Jesus verheiratet. Lazarus, der Mann, zu dem Jesus sagt, dass er ihn sowie seine Schwestern Maria und Martha von Bethanien liebt (Joh 11,5), soll außerdem der „geliebte Jünger“ sein, der an einigen Stellen des Evangeliums erwähnt wird. Es ist also durchaus möglich, dass Lazarus in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu Jesus stand. Die nähere Betrachtung weiterer Passagen an späterer Stelle wird indes erweisen, dass der Sohn von Maria Magdalena und Jesus nicht Lazarus, sondern wohl eher Johannes Markus war. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Lukas und andere apostolisch Gesinnte versuchten, Johannes Markus zu verdrängen, und eine römisch-katholische Tradition war oft darauf bedacht, das Haus dieses Johannes Markus (Apg 12,12) mit der Mutter Jesu in Verbindung zu bringen. Dies geschah, wovon man ausgehen darf, vor allem, um von Maria Magdalena abzulenken. Die Erhöhung und Verehrung der „Mutter Gottes“ war seit dem Lukasevangelium und später ab dem 4. Jahrhundert ein häufig gebrauchtes Mittel der römischen Katholiken, um Maria Magdalena zu verdrängen. Würde- und Ehrentitel wie der der Ecclesia und der Neuen Eva eigneten zuerst Maria Magdalena, bevor sie später auf Maria von Nazareth übertragen wurden, ja, selbst die Sulamith des Hohenliedes, die ohne jeden Zweifel mit Maria Magdalena konnotiert ist und gleichsam ihr Vorbild darstellt, versuchte man mit der Mutter Jesu zu assoziieren. Ein weiterer Punkt ist, dass Lazarus außer bei Johannes nur in einem Gleichnis bei Lukas erwähnt wird, und zwar bei Lk 16,19-31. Der arme Lazarus und ein reicher Mann sterben, und sie gelangen nach ihrem Tod in die Unterwelt. Während der Reiche leidet, muss er sehen, wie Lazarus in Abrahams Schoß liegt. Der Autor des Gleichnisses behauptet, dass die Reichen nach ihrem Tod leiden müssen, die Armen aber getröstet werden. Denn den Reichen sei es bereits zu Lebzeiten gut gegangen, den Armen aber schlecht, wofür im Jenseits nun der gerechte Ausgleich erfolge. Von der Auferweckung des Lazarus durch Jesus ist bei Lukas keinerlei Rede. Was eventuelle andere Bibelstellen betreffend Lazarus angeht, muss Audlin auf die Spekulation der Ausradierung dieses Mannes aus dem Urtext zurückgreifen. Anders als Wilhelm Hartke bei seinen Exegesen bringt Audlin allerdings hierfür keine konkreten Nachweise bei.

Raymond E. Brown, der renommierte katholische US-amerikanische Theologe, vertrat in seiner 1966 veröffentlichten Arbeit über das Johannesevangelium (Band 1) noch die Ansicht, dass der Apostel Johannes, der Zebedaide, der Autor des Johannesevangeliums sei.6 Dreizehn Jahre später jedoch revidierte er seine Ansicht und gelangte – wie die meisten Bibelgelehrten heute – zu der Auffassung, dass es nur wenige Hinweise gäbe, die für eine Autorschaft des Apostels Johannes für dieses Evangelium sprechen würden.7 Irenäus (130-202) hatte einst die vermeintliche Apostolizität des vierten Evangeliums damit verteidigt, dass mit ihm eine Tradition in Kleinasien, welche mit Johannes dem Zebedaiden zu tun hatte, konnotiert gewesen sei. Die Beweisführung von Irenäus steht jedoch auf sehr wackligen Füßen: Zum ersten verwechselte er den Apostel Johannes mit einem Presbyter aus Kleinasien, der ebenfalls Johannes hieß. Zum zweiten erklärte Irenäus, dass er seine Information betreffend der Autorschaft zu einer Zeit bekam, als er noch ein Kind war, und zwar von Polykarp, dem Bischof von Smyrna († 156).8 Die ganze Kirchentradition, die dem Zebedaiden Johannes die Verfasserschaft zuschreibt, gründet sich hauptsächlich auf die Kindheitserinnerungen von Irenäus! So kann es nicht verwundern, dass die Mehrheit der Bibelgelehrten heute davon ausgeht, dass dieser Johannes nicht der Autor des vierten Evangeliums war.

Ein Schlüssel – vielleicht der wichtigste – zum Verständnis der Verfasserschaft des Johannesevangeliums ist der so genannte „Jünger, den Jesus liebte“. Denn wie uns in Joh 21,24 verbürgt ist, verbirgt sich hinter diesem Jünger der wahre Verfasser dieses Werks – nicht hinter der finalen Redaktion davon, sondern des ab etwa 65 entstandenen Ur-Johannes.

Wenn wir davon ausgehen wollen, dass sich uns im Titel des Johannesevangeliums zugleich sein Verfasser offenbart, so müsste dieser demzufolge ein Mann namens Johannes sein. Den laut Wilhelm Hartke im Jahr 44 ermordeten Zebedaiden, den Apostel Johannes, können wir, den bisherigen Erkenntnissen zufolge, mit einiger Sicherheit ausschließen. Von ihm stammt lediglich die Urschrift „Die zwölf Zeichen des Messias“, welche der andere Johannes, der mit dem Beinamen Markus, laut Hartke als Grundlage für sein Evangelium verwendet haben soll. Doch ist dieser Johannes Markus tatsächlich der geliebte Jünger, derjenige, der sich laut Joh 21,20 an die Brust Jesu gelehnt und nach dem Verräter Jesu gefragt hatte?

Es ist schon ziemlich merkwürdig, um nicht zu sagen verdächtig, dass diese wichtige Gestalt in Joh 21,20 nicht näher mit Namen bezeichnet wird! Einige Autoren, wie Ramon K. Jusino, brachte dies auf die Idee, dass sich hinter dem „geliebten Jünger“ in Wahrheit Maria Magdalena verbergen würde. Doch kann das stimmen? Werfen wir einen Blick auf die sieben relevanten Stellen:

Joh 1,35-40: Diese Stelle berichtet von Johannes dem Täufer, der zwei seiner Jünger auf Jesus aufmerksam macht, worauf sie fortan Jesus folgen. Von diesen beiden wird nur einer näher identifiziert – und zwar als Andreas, der Bruder von Simon Petrus. Brown und Jusino schließen daraus, dass der andere Jünger der „geliebte Jünger“ sei. Bei einer objektiven Betrachtung gibt es dafür allerdings keinen Anlass, und man kann diese Mutmaßung ins Reich der Fantasie verweisen. Das einzig Interessante an dieser Stelle ist, dass Jesus bereits hier als Rabbi angesprochen wird, also zu diesem Zeitpunkt verheiratet gewesen sein muss.

Joh 13,23-26: Hier ist nun tatsächlich die Rede vom „Jünger, den Jesus liebte“. Es ist die Stelle, auf die auch Joh 21,20 anspielt: Der Jünger, der beim letzten Abendmahl an der Seite Jesu lag, sich an seine Brust lehnte und nach dem Verräter fragt. Hier hat man ganz den Eindruck, dass es sich – will man nicht Jesus der Homosexualität bezichtigen – entweder um einen Sohn seinerseits, oder aber, wie Jusino vermutet, in Wahrheit um Maria Magdalena handelt, deren Name laut ihm nachträglich aus dem Text entfernt worden sei.

Joh 18,15-16: Hier ist die Rede von einem „anderen Jünger“, der gemeinsam mit Petrus Jesus folgt. Dieser „andere Jünger“ soll mit dem Hohepriester Kaiaphas bekannt sein und darf auch dessen Hof betreten, während Petrus draußen bleiben muss. Laut der Behauptung von Brown bezieht sich diese Passage auf den „geliebten Jünger“.9 Wir werden in einem späteren Kapitel sehen, dass das Haus des Johannes Markus auf einem Grundstück stand, dessen Nachbargrundstück das des Hohepriesters Kaiaphas war.10 Sollte sich diese Stelle also tatsächlich auf den „geliebten Jünger“ beziehen, hätten wir dadurch einen Hinweis darauf, dass es sich bei diesem um Johannes Markus handelt.

Joh 19,25-27: Der geliebte Jünger steht hier unter dem Kreuz mit der Mutter Jesu, Maria Magdalena, sowie einer oder zwei anderen Frauen. Die spätere Erarbeitung des Urtextes und die Exegese dieser Stelle wird erweisen, dass es sich bei dem geliebten Jünger um Johannes Markus, den Sohn von Maria Magdalena handelt.11 Von dieser Fragestellung wird weiter unten noch ausführlicher die Rede sein. Für die Frage der Verfasserschaft indes ist hier unbedingt festzuhalten, dass der geliebte Jünger und Maria Magdalena als zwei verschiedene Personen genannt werden. Dies gilt auch für die nächste Bibelstelle:

Joh 20,1-11: In dieser Stelle kommt Maria Magdalena in der Morgenfrühe zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggerollt ist (Vers 1). In den Versen 2-10 findet, nachdem Maria Magdalena die JüngerInnen benachrichtigt hat, der so genannte Wettlauf zum Grab zwischen dem „Jünger, den Jesus liebte“ und Petrus statt. In Vers 11 steht dann Maria Magdalena weinend vor dem Grab. – Abgesehen davon, dass auch hier wieder Maria Magdalena und der geliebte Jünger als zwei verschiedene Personen erscheinen, bietet diese Passage noch andere Probleme, auf die unter anderem Jusino hinweist.12 Laut Brown gibt es „eine erstaunliche Anzahl von Ungereimtheiten, welche auf Änderungen seitens eines Bearbeiters hinweisen, wobei dieser miteinander unvereinbares Material verwendete.“13 Claudia Setzer meint, dass diese Perikope sowohl eine „hohe Dramaturgie als auch konfuse Choreographie“ enthält.14 Nachdem Maria Magdalena die JüngerInnen benachrichtigt hat und diese das Grab aufgesucht haben, ist ungeklärt, wie sie selbst wieder zum Grab zurückgelangt ist. Denn während Petrus und der „geliebte Jünger“ zum Grab eilen, wird nicht erwähnt, ob Maria Magdalena ebenfalls mitkommt. In Vers 11 dann steht sie auf einmal wieder am Grab und weint. Wie ist sie dort hingekommen, und warum wird auch diesmal der Name des „geliebten Jüngers“ verschwiegen? Die Argumentation von Brown und Jusino läuft darauf hinaus, dass Maria Magdalenas Part in der Ostertradition (vor allem Joh 20,11-18) so stark war, dass der Bearbeiter ihren Namen an dieser Stelle nur teilweise entfernen konnte: Sie soll der „geliebte Jünger“ sein, der mit Petrus zurück zum Grab geeilt ist! Nun, die Verse 2 bis 10 sind mit Sicherheit eine Einfügung in den Text,15 die zum Ziel hatte, den „geliebten Jünger“ über Petrus zu stellen. Die Identifikation des geliebten Jüngers mit Maria Magdalena würde das Problem lösen, wie sie zum Grab zurückgekommen ist. Aber, davon abgesehen, hätte Maria Magdalena ausgerechnet den Mann benachrichtigt, der, wie uns anhand seiner Anfeindungen gegen sie, die uns aus dem Thomas-Evangelium, dem Evangelium nach Maria und der Pistis Sophia bekannt sind, ihr alles andere als wohlgewogen war – Petrus? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist, dass sie zu Johannes Markus ging und Petrus gerade dabeistand. Von Bedeutung sind auch die Verse 8 und 9: Der Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, geht hinein, sieht und glaubt. Der Verfasser des Johannesevangeliums legt hier Wert darauf, dass es dieser Jünger ist, der als erster glaubt, während die Anderen noch nicht verstehen, dass Jesus auferstanden war. Es gab also Grund für den späteren Bearbeiter, den Namen dieses Jüngers zu verdunkeln. Eine Antwort auf seine – oder ihre – Identität erhalten wir allerdings auch durch diese Stelle nicht.

Joh 21,1-14: In Vers 7 erkennt der „geliebte Jünger“ Jesus, als dieser den Jüngern auf dem See von Tiberias erscheint, doch die anderen, insbesondere Petrus, erkennen ihn nicht! Petrus, der gerade nackt ist, gürtet sich das Obergewand um und springt in den See. Nachdem Jesus ihn dazu aufgefordert hat, zieht Petrus in Vers 11 ein Netz mit 153 großen Fischen an Land. Laut der Gematria weist, wie wir wissen, die Zahl 153 auf Maria Magdalena hin.16 Doch heißt das auch, dass wir in dem „geliebten Jünger“ Maria Magdalena zu sehen haben? Das Kapitel 21 des Johannesevangeliums ist ein später hinzugefügter Teil des Evangeliums, was man bereits daran erkennen kann, dass wir am Ende von Kapitel 20 einen Epilog finden. War es das Ziel, Petrus eine stärkere Position in der Urgemeinde zu verschaffen? Wollte man offenbar auch Petrus eine Erscheinung Jesu vergönnen? In diesem Fall würde es nicht verwundern, wenn der Bearbeiter Maria Magdalena hier aus dem Text gestrichen und durch den „geliebten Jünger“ ersetzt hätte. Dagegen spricht allerdings, was wir in den Versen 20-24 lesen:

Joh 21,20-24: Der „Jünger, den Jesus liebte”, derjenige, der sich beim Abendmahl an Jesu Brust gelehnt und nach dem Verräter gefragt hatte, folgt Jesus, worauf Petrus fragt, was mit diesem werden solle. Jesus erwidert ihm in Vers 22: „Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an? Du aber folge mir nach!“ Trotz dieser Aussage verbreitet sich unter den JüngerInnen die Meinung, dass jener Jünger nicht stürbe. Darauf folgt der Hinweis, dass dieser geliebte Jünger es war, der all das bezeugte und aufzeichnete. –

Nach der Betrachtung dieser Bibelstellen wird es kaum verwundern, dass, wie Jusino festhält, der Autor des Johannesevangeliums seine Autorschaft als Geheimnis wahren wollte.17 War es nun Johannes Markus oder doch Maria Magdalena selbst? Die bisherigen Daten reichen für eine genaue Klärung der Frage der Verfasserschaft nicht aus. Wir erhalten jedoch eine neue Perspektive auf das Mysterium, wenn wir davon ausgehen, dass der Johannes Markus der Sohn von Maria Magdalena war. Deshalb kommt es darauf an, den Beweis zu führen, dass genau dieses wahrscheinlich ist. Dann werden wir auch in der Lage sein, zu erkennen, dass das Johannes Markus sein Evangelium nach den Angaben seiner Mutter verfasst hat. Es ist dann auch nicht mehr nötig, von Streichungen Maria Magdalenas aus dem Text oder gar Geschlechtsumwandlungen von dieser Frau in den „geliebten Jünger“ auszugehen, und auch der scheinbare Widerspruch, dass frühe Kirchenväter wie Eusebius dem Johannes Markus die Autorschaft des Markusevangeliums zuschrieben, wird sich im nächsten Kapitel dahingehend aufklären, dass es sich bei lediglich um die Person handelte, die dieses Evangelium nach dem Diktat des Petrus niederschrieb, also nicht für den Inhalt verantwortlich war.

Die ersten Kapitel des Ur-Johannes, die nach dem Prolog von der Verlobung und Hochzeit zwischen Jesus und Maria Magdalena handeln, sind Ereignisse, welche vom Apostel Johannes und den anderen Evangelisten verschwiegen beziehungsweise nur in verzerrter Form wiedergegeben wurden. Johannes Markus, der die Verlobung und Hochzeit seiner Eltern selbst wohl kaum als Augenzeuge erlebt haben kann, musste für die diesbezüglichen Schilderungen unter anderem aus den Angaben seiner Eltern schöpfen. Deshalb ist davon auszugehen, dass die besagten Abschnitte mittelbar oder unmittelbar noch aus der Feder von Maria Magdalena, wenn nicht gar von Jesus selbst stammen – oder besser gesagt einem Jünger, der diese Dinge nach ihren Angaben aufzeichnete.

Maria Magdalena, Johannes Markus und die Entstehung des Johannesevangeliums

Maria Magdalena war die Mutter von Johannes Markus

Zum Namen Johannes Markus

Der Hypothese von Wilhelm Hartke, der sich sein ganzes Leben mit der Frage der Entstehung der apostolischen Kirche beschäftigte, zufolge hatte Maria Magdalena einen Sohn namens Johannes Markus, klar zu unterscheiden von dem Apostel Johannes und identisch mit Markus, dem Evangelisten. Denn die Mutter des Apostels Johannes, des Zebedaiden, hieß Salome.18

Eine erste Ahnung, dass Maria Magdalena die Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus gewesen sein könnte, ergibt sich bereits aus den beiden Namen, Johannes und Markus:

a) Johannes ist die männliche Form von Johanna und leitet sich zum einen her von dem alten babylonischen Fischgott Oannes, zum anderen von dem Namen einer Göttin. Das Geheimnis hinsichtlich Oannes liegt dabei im Bezug zum Fisch, den sowohl Jesus als auch Maria Magdalena aufweisen. In der Geheimschrift Gematria ergeben die Initialen des Namens Jesu 888 und entsprechen dem griechischen Ichthys = Fisch; der Name von Maria Magdalena, lateinisch als „H Magdalhnh“ gelesen, ist 153. Multipliziert man eine Acht der 888 mit 153, kommt man auf 1224 = Ichthyes, also Fische. Siehe hierzu auch den Kommentar unten zu Joh 6,1-6+15 sowie die Arbeiten von Margaret Starbird.19 Die hebräisch-aramäische Schreibweise von „Johannes“ lautet Joannes beziehungsweise für „Johanna“ Joanna. In den sumerischen und syrischen Sprachen bedeutet Anna „Göttin“, ist verwandt mit Inanna, und das „Jo“ rührt her von der griechischen Göttin Io, der Geliebten Jupiters. Der Legende nach siedelte die auch als Mond- und Wassergöttin bekannte Io sich in Ägypten an und wurde die erste Königin dieses Landes. Als ihr Sohn Epaphos entführt wurde, schwamm sie durch das Meer und suchte nach ihm.20 Der Bezug zu Maria Magdalena liegt hier im Aspekt der Suche. Doch von Io-Anna gibt es noch weitere Verbindungen zu Maria Magdalena. Einem Webautor zufolge steht der Name „Johanna“ in Lk 8,2-3 und Lk 24,10 symbolisch für Maria Magdalena und weist auf sie als Io-Anna (Göttin, Königin und Große Mutter) hin.21 Er versteht Johanna also nicht als Jüngerin, sondern als einen Maria Magdalena umschreibenden Begriff. Die Bezüge zu Maria Magdalena setzen sich fort bis zur Königin von Saba (alias Sulamith), die von den israelitischen Bearbeitern des Hohenliedes in Sulamith umbenannt wurde, sowie zur äthiopischen Königin Makeda (alias Magda):22 Bevor aus Saba Meroe wurde, hieß sie Saba Magda (oder Makeda), und als sie als Saba bekannt war, Meroe Magda.23 Wir sehen also, dass es eine ganze Menge Bezüge zu Maria Magdalena gibt, und man darf mit gutem Recht annehmen, dass eine gebildete Frau, wie Maria Magdalena es zweifellos war, die ihren Sohn Johannes nannte, sich der Göttlichkeit dieses Namens bewusst gewesen sein muss!

b) Markus erinnert sehr an „Maria“ und legt den Verdacht nahe, dass Johannes Markus, auch was den Beinamen angeht, nach seiner Mutter benannt wurde. Wenn dies stimmt, war diese demnach eine Frau namens Maria. Grund genug, der Sache nachzuspüren! Bei dieser Untersuchung ergaben sich hinsichtlich der Bibelstellen drei Beweisführungen:

Relevante Bibelstellen

1) In der ersten Stelle geht es um die Frauen, die Jesus begleiteten beziehungsweise ihn unterstützten, nämlich Lk 8,2-3. Der von Lukas korrigierte Text nach der Endredaktion lautet dort:

2 „...Maria, die so genannte Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,

3 und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, und Susanna...“

In dieser Version hätten wir hier drei aufgeführte Frauen. Eine andere Sicht ergibt sich jedoch, wenn wir dieselbe Stelle des Lk aus dessen Hauptquelle, der so genannten Q-Quelle, woraus das Lukas-Evangelium stammt,24 ins Auge fassen:

2 „...Maria, die so genannte Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,

3 die Mutter des Johannes, und die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna...“25

In der ursprünglichen Fassung sind also a) nur zwei Frauen genannt, und b) Maria Magdalena wird als die Mutter des Johannes bezeichnet!26 Lukas hatte demnach Gründe, die Identität Maria Magdalenas als Mutter dieses Johannes zu verschleiern und dafür eine Johanna einzuführen. Genau dieselbe Vorgehensweise findet sich auch in Lk 24,10, wo nach Hartkes Lesart ursprünglich ebenfalls Maria Magdalena als Mutter des Johannes erscheint, was später geändert und dafür eine Johanna eingesetzt wurde!27 Wie wir gesehen haben, verbirgt sich hinter dieser vermeintlichen Jüngerin die Göttlichkeit Maria Magdalenas als Io-Anna, mit all den oben aufgezeigten Zusammenhängen. Ob man bei der Frage der Göttlichkeit nun „Johanna“ oder „Johannes“ zugrundelegt, ist sekundär. Das Ergebnis ist dasselbe! Zweimal dieselbe Änderung kann natürlich kein Zufall sein und spricht voll und ganz dafür, dass die Tatsache, dass Maria Magdalena die Mutter des Johannes Markus war, totgeschwiegen werden sollte. Abgesehen davon ist die Frau des Chuzas Susanna, nicht eine Johanna.

2) Eine weitere relevante Änderung, die ebenfalls auf Maria Magdalena als die Mutter von Johannes Markus hindeutet, findet sich im Johannesevangelium in der Stelle Joh 19,25-27. Der überlieferte Text nach der Endredaktion lautet:

25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.

26 Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“

27 Dann sagte er zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter!“ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

In dieser Fassung scheint der Text eindeutig zu sein. Unter dem Kreuz finden sich hier Jesu Mutter, Maria Magdalena und die Frau des Klopas. Doch wie geriet die Mutter Maria unter das Kreuz, nachdem sie bei den Synoptikern, die doch daran interessiert gewesen sein mussten, keinerlei Erwähnung fand? Denn wenn Johannes Markus, der in dieser Szene schweigend als anwesend vorausgesetzt wird, sowohl der Verfasser des Ur-Mk als auch des Ur-Joh war, müsste hier eigentlich eine Übereinstimmung bestehen. Da dies nicht der Fall ist, muss abermals von willkürlichen Bearbeitungen ausgegangen werden. Hartke weist darauf hin, dass die gewöhnliche Deutung gar nicht selbstverständlich ist. Ihm zufolge steht nicht da, dass der geliebte Jünger von nun an der Sohn Marias von Nazareth sein soll, und auch diese nicht seine Mutter! Nach Hartkes Auffassung spricht hier Jesus in einer Version nicht seine Mutter an, sondern eine Frau (γυνή). Offenbar wurde hier fälschlich „Frau“ für „Mutter“ übersetzt, was übrigens ein Gegenstück in Joh 2,4 hat, wo wir genau den umgekehrten Fall vorliegen haben: „Was willst du von mir, Mutter“ wäre dort richtig. Bei der Kreuzigungsszene lenkt Jesus die Aufmerksamkeit einer Frau auf ihren Sohn und den des geliebten Jüngers, ihres Sohnes, auf seine Mutter.28 Die Rekonstruktion des ursprünglichen Textes im Ur-Joh ergibt nach Hartke folgenden Wortlaut:

25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu der Jünger, den Jesus liebte, seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die (Tochter) des Klopas, und Maria Magdalena.

26 Als nun Jesus die Mutter und den Jünger dabeistehen sah, den er liebte, spricht er zur Mutter: „Frau, das ist dein Sohn!“

27 Dann sagt er zu dem Jünger: „Das ist deine Mutter!“ [etc.]29

Der „Jünger, den Jesus liebte“, ist Johannes Markus, und Maria Magdalena ist seine Mutter! Zugegebenermaßen ist diese Stelle nicht ganz einfach zu verstehen, und zwar deshalb, weil Maria Magdalena hier doppelt genannt und somit besonders betont wird: Erst als die Mutter des Jüngers, den Jesus liebte – dort wird ihr Name nicht genannt – anschließend noch einmal. Hartke erklärt: „Johannes Markus, der ja selbst der geliebte Jünger und der Sohn der Maria Magdalena ist und der Joh 19,25-27 selbst geschrieben, hat an die (vom Herausgeber ausgelassenen) Worte, ‚der Jünger, den Jesus liebte’ zunächst ‚seine Mutter’ und dann ‚Schwester seiner Mutter’ angeschlossen, auf die zweite zunächst deren Eigennamen und dann den Eigennamen seiner Mutter folgen lassen, von der er auch sofort weitererzählt.“30 Wahrscheinlich wollte Johannes Markus sichergehen, dass sie nicht nur als „seine Mutter“, sondern auch namentlich genannt wurde. Er hatte also ein großes Interesse daran, Maria Magdalena als Zeugin unter dem Kreuz zu sehen! Warum ich hier die Bezeichnung „Maria Magdalena“ anstelle von „Maria von Magdala“ gewählt habe, werde ich in einem eigenen Abschnitt weiter unten klären.

Damit hätten wir die Erklärung für die doppelte Erwähnung beider Frauen, und somit hätten wir den zweiten Beweis, dass Maria Magdalena die Mutter von Johannes Markus war.

3) Die besagte Verwandtschaft ergibt sich weiterhin auch aus Apg 12,12, wo „Johannes mit dem Beinamen Markus“ genannt wird, und aus der hervorgeht, dass seine Mutter Maria hieß. Dass es sich bei dieser Maria um Maria Magdalena handelt, wissen wir, wie vorhin aufgezeigt, nicht nur aus Lk 8,2 (der Quelle Q) und Lk 24,10, sondern auch daher, dass in den Parallelstellen Mk 15,40 und Mt 27,56, besonders im Ur-Markus, der Name von Maria Magdalena mit dem Attribut „Mutter des Johannes“ verknüpft ist. Denn Hartke gelangt zu der Ansicht, dass im Ur-Mk anfänglich „die Mutter des Johannes“ gestanden haben muss, an derselben Stelle, die sich aus Lk 24,10 erschließen lässt, also als Apposition zu Maria Magdalena.31

Aus Apg 12,12 erschließt sich, was auch nicht ganz unwichtig ist, noch eine andere Erkenntnis. Die Stelle lautet:

„Als er sich darüber klar geworden war, ging er zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus, wo nicht wenige versammelt waren und beteten.“

„...wo anders konnte Petrus mitten in der Nacht eine größere Anzahl von Christen versammelt finden (Apg. 12,12) als an einem Ort, wo die Gemeinde oder ein Teil derselben sich regelmäßig zum Gebet zu versammeln pflegte?“ schreibt Theodor Zahn völlig zurecht.32 Der kirchlichen Tradition zufolge habe in diesem Haus die Mutter Jesu nach Tod und Himmelfahrt ihres Sohnes gewohnt.33 Diese Zuordnung geschah offensichtlich deshalb, um von der christlichen Gruppierung um Maria Magdalena in Jerusalem abzulenken. Doch dass es sich bei dieser Maria in Wahrheit um Maria Magdalena handelt, hat Hartke vorzüglich erarbeitet. Das Haus dieser Mutter Maria aber ist offenbar auch die Stätte, an der das letzte Abendmahl stattfand. Dies beweist laut Hartke die Arbeit von Theodor Zahn, der in seinem Aufsatz „Die Dormitio Sanctae Virginis“ die Zeugnisse dafür zusammengestellt hat, dass dieses auch in Apg 1,13.15; 2,1ff., und 12,12ff. erwähnte Haus zu Hadrians Zeit (117-138) die einzige Kirche des Christentums in Jerusalem war!34 Genau an diese Stelle wurde im Jahr 340 die „Mutter der Kirchen“, die „Große Allerheiligste Zion“ erbaut. Somit hat Maria Magdalena sowohl einen Bezug zu der ersten christlichen Kirche in Jerusalem als auch zu der ersten christlichen Kirche in Glastonbury.35

Hinsichtlich der gesellschaftlichen Stellung des Johannes Markus ist es bemerkenswert, dass auf dem Grundstück, welches an das Haus von Maria Magdalena grenzte, das Haus des Hohepriesters Kaiaphas stand, Johannes Markus somit mit ihm bekannt gewesen sein dürfte (Joh 18,15). Dies ist umso mehr naheliegend, wenn er, wie es überliefert ist, priesterlichen Geschlechts war.36

Ein ikonographischer Aspekt: Mutter und Sohn in der Buchmalerei des Book of Kells

Im keltischen Evangelienbuch des Book of Kells, einer Kostbarkeit, die im frühen 8. Jahrhundert wahrscheinlich auf der schottischen Insel Iona – dort, wo Jesus und Maria Magdalena einst geweilt haben sollen37 – ihre Ursprünge hat und im Laufe der ab 795 einsetzenden Normannenüberfälle nach Kells auf der Grünen Insel in Sicherheit gebracht wurde, findet sich eine bemerkenswerte Darstellung von Mutter und Sohn. Der schottische Mönch Columba (521/22-597) hatte im Jahr 583 auf Iona ein Kloster gegründet, welches zum beherrschenden Haupt einer Gemeinschaft von Klöstern im nördlichen Irland und Schottland (Rollason) wurde, zu der auch Kells gehörte. Dem offiziellen römisch-katholischen Glauben nach soll es sich bei den Personen auf dem Bild um die so genannte Mutter Gottes und ihren Sohn Jesus handeln. Doch dies ist ein Glaube, der mit gutem Recht bezweifelt werden darf. Denn der abgebildete Sohn hat im Gegensatz zur Mutter keinen Heiligenschein! Wie aus dem Aufsatz „Columban Virgins“ von Jane Hawkes hervorgeht, gab es in Irland weitere Darstellungen von Mutter und Kind, bei denen wie auf dem Book of Kells-Gemälde das Jesuskind ohne Heiligenschein dargestellt wird.38 Diese Bilder sind viel älter und damit noch beweiskräftiger dahingehend, dass sich bei der abgebildeten Maria nicht um die Mutter Jesu, sondern um Maria Magdalena mit ihrem Sohn handelt.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass der besagte Mönch Columba von Iona vor einem Totenschädel sitzend dargestellt wird,39 und er trägt eine so genannte Johannestonsur. Der Totenschädel ist ein wichtiges Symbol von Maria Magdalena, und die Tonsur weist ihn als johanneischen Christen aus. All das bedeutet nichts Geringeres, als dass es sich bei dieser Mutter nicht um Maria von Nazareth, und bei dem Jungen nicht um Jesus handeln kann, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit um Maria Magdalena mit ihrem Sohn Johannes Markus. Da wir nun in Schottland einige Spuren eines Johannes finden, den man sich manchmal als Nachkomme von Jesus und Maria Magdalena vorstellt, manchmal auch als den Apostel, oder auch um Johannes Martinus, einen mutmaßlichen Sohn des Heiligen Paars, ist es naheliegend, dass es sich bei diesem um Johannes Markus handelt, nicht um einen anderen Johannes. Denn zum einen wäre der Zebedaide natürlich wie Jesus ebenfalls mit einem Heiligenschein versehen worden, zum anderen wissen wir dank Hartke, dass der Apostel Johannes im Jahre 44 ermordet wurde. Und was den Johannes Martinus angeht, so haben wir von diesem zu wenig Fakten, um ihn ernsthaft in Erwägung ziehen zu können. Auch aus der Argumentation der vorangehenden Abschnitte legt sich nahe, dass es sich beim Book of Kells-Johannes am ehesten wohl um den mit dem Beinamen Markus handeln dürfte. Vielleicht mag nun mancher Leser einwenden, dass Jesus auch in den Malereien der Katakomben in Rom wie auch auf der frappierend ähnlichen Darstellung auf dem Jesus-Medaillon in Bryn Gwyn (Anglesea, Nordwales)40 keinen Heiligenschein hat, doch war die Abbildung mit einem Heiligenschein eine Vorgabe, die erst nach einigen Jahrhunderten Einzug in die Kunstwerke der frühen Kirche fand.

Nebenbei gestatte ich mir die Frage: Warum eigentlich findet man viele Spuren von Jesus, Maria Magdalena und Johannes Markus in Britannien, aber keine von Paulus und Petrus? Weil diese eine andere Gruppierung bildeten und im Orient wirkten, während die Heilige Familie in Britannien weilte!

Verdrängung und Bekämpfung von Mutter und Sohn

Ein interessanter Aspekt bei der Gründung der ersten Jerusalemer Gemeinschaft um Maria Magdalena ist das Datum, das Hartke angibt: Es ist der 4. April 33. Dieser Tag ist nun aber ein Samstag, denn die Kreuzigung Jesu war am Freitag, den 3. April 33, ein Tag, an dem Jerusalem am Nachmittag durch eine Sonnenfinsternis verdunkelt wurde. Wie konnte sich die Gemeinde um Maria Magdalena durch das Auferstehungserlebnis noch am Samstag konstituiert haben, wenn die Auferstehung angeblich erst am „dritten Tage“ stattfand? Denn der Tradition zufolge soll die Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena erst am Sonntag, dem späteren Ostersonntag, erfolgt sein! Die Erklärung, die Hartke dafür bietet, ist ebenso einfach wie wenig bekannt: Für die Juden dauerte ein Tag stets von sechs Uhr bis sechs Uhr, gleichwohl ob sechs Uhr morgens oder sechs Uhr abends. Auch die Nacht galt als „Tag“, und daher war der Freitag der erste Tag, die Nacht auf Samstag der zweite Tag, und der Samstag selbst der dritte Tag! Das ist das richtige Verständnis von „am dritten Tage auferstanden!“ Wer aber konnte ein Interesse daran gehabt haben, den christlichen Sonntag als Auferstehungstag einzuführen? Die Antwort lautet: Die zwölf männlichen Jünger, die am Tage der Kreuzigung nach Galiläa geflohen waren, und die mit der Nachricht von der Auferweckung wieder von dort nach Jerusalem zurückkehrten. Die Ankunft von Petrus fand in der Nacht von Samstag zu Sonntag statt. Er war neidisch, dass der Herr zuerst vor Maria Magdalena, erst später vor ihm und Anderen erschienen war. Damit keiner später sagen konnte, Jesus sei ihm überhaupt nicht erschienen, legten die Petriner diese Erscheinungen auf den Tag, an dem die Konkurrenzgemeinde zur magdalenischen Gemeinschaft gegründet wurde – den Sonntag – und schufen im Lauf der Zeit so den christlichen Sonntag. In diesen Ereignissen haben wir die Ursache für spätere Zwistigkeiten und die Verdrängung von Maria Magdalena wie auch ihrem Sohn Johannes Markus.

Wenn Maria Magdalena und ihr Sohn Johannes Markus in dem besagten Haus aus Apg 12,12 gelebt haben, waren sie wohlhabende Leute. Nichtsdestoweniger war Johannes Markus ein bescheidener Mann, der sich nur zurückhaltend selbst in seine Schriften einbrachte. In Mk 14,13 bezeichnet Jesus mit einem Geheimnis das Haus, in dem das letzte Abendmahl stattfinden soll, und dabei spielt ein Mann mit einem Wasserkrug eine wichtige Rolle. „Wasserkrug“ heißt auf Aramäisch marqa oder mit griechischer Endung auch marqosh, und dies deutet natürlich dezent auf Markus.41 Wenn Johannes Markus also der erwachsene Sohn des Hauses der Maria Magdalena war, versteht es sich von selbst, dass auch er an dem Abendmahl teilnahm. Auch die von Mt und dem Redaktor des Lk auf zwölf Teilnehmer beschränkte Zahl ist dabei kein Hindernis, da sich das Wort Jesu aus den Logia, welches sich auf die Zwölf bezieht, erst nach dem Abgange des Verräters Judas gefallen war, somit nur elf Apostel im Raum waren – plus der Hausherr (Mk 14,14) Johannes Markus.42 Die Tatsache, dass der junge Mann zärtlich sein Haupt an Jesu Brust legt, lässt doch stark vermuten, dass niemand anders als Jesus selbst sein Vater ist – und somit auch der Mann von Maria Magdalena! Daneben identifiziert Hartke auch den „jungen Mann, bloß bekleidet mit einem Umhang“, der Jesus nach Gethsemane nachfolgen will, sowie den laut Joh 18,15 in den Hof des Hohepriesters folgenden „anderen Jünger“ mit dem Hausherrn des Hauses des letzten Abendmahles, also Johannes Markus.

Lukas war von der Konstellation, dass Johannes Markus der Sohn Maria Magdalenas war, nicht gerade angetan. Denn es ist Lukas’ Einfluss zu verdanken, dass Johannes Markus, und zwar nachweislich, zweimal aus dem Evangelium gestrichen (Mk 14,51f.; Joh 18,15) und in Apg 13,13 unfreundlich behandelt wurde. Auch die Erscheinung des Auferstandenen vor Maria Magdalena erwähnt Lukas nicht,43 ganz zu schweigen von der Diffamierung als die Frau, aus der sieben Dämonen ausgefahren seien.44 Wie Hartke aufzeigt, lag es Lukas und Judas Barsabbas (dem Herausgeber des Corpus Johanneum), welche sehr zusammenarbeiteten, daran, den Anteil des Johannes Markus zugunsten des Apostels Johannes zu verdunkeln. Auf Judas Barsabbas geht das zwielichtige Kapitel 21 des Johannesevangeliums zurück, und Lukas strich für diesen Zweck sogar den frühen Märtyrertod des Apostels Johannes.45

In Apg 13,13 trennt sich Johannes Markus von Paulus und seinen Begleitern und kehrt für eine Zeit nach Jerusalem zurück. Dass dies auf Komplikationen mit Paulus beruhen könnte, verrät uns Apg 15,37-39, wo Barnabas den Johannes Markus mitnehmen will, Paulus aber darauf besteht, ihn nicht mitzunehmen, weil er sie in Pamphylien (13,13) verlassen hatte. Abgesehen davon, dass dies nicht gerade ein gutes Bild auf den nachtragenden Paulus wirft, kommt es in 15,39 zu einer heftigen Auseinandersetzung, an deren Ende Paulus sich von Barnabas und Johannes Markus trennt und die beiden daraufhin nach Zypern segeln. Es würde mich gar nicht wundern, wenn es in dem Zwist um die Mutter von Johannes Markus, Maria Magdalena, gegangen wäre, und vielleicht war sie auch der Grund, warum Johannes Markus nach Jerusalem gegangen war. Denn die Trennung musste einen wichtigen Grund haben, und dieser könnte durchaus die Anwesenheit seiner Mutter in Jerusalem gewesen sein!

Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr muss einem die Bedeutung des Johannes Markus und seiner Mutter klar werden, dies umso mehr, wenn man Jesus als seinen Vater vermutet!

Wenn das bisher Festgestellte so korrekt ist, dann hätte bereits recht früh, nämlich in der Zeit der Redigierung des Johannesevangeliums, was vor allem durch Lukas geschah, ein Interesse daran bestanden, die Mutter Jesu zu erhöhen, um dafür den Sohn Maria Magdalenas und auch sie selbst zu verdrängen. Dafür spricht auch die lukanische Mär von der Unbefleckten Empfängnis und Jungfrauengeburt, von der wir weder im Ur-Mk noch im redigierten Mk keine Spur vorfinden, und die der Weiblichkeit des Heiligen Geistes, der Ruachmutter, ganz klar widerspricht.

Die Situation nach der Passion und Auferstehung Jesu

Zum Zeitpunkt der Kreuzigung Jesu, am 3. April des Jahres 33, war der Gekreuzigte, der diese Tortur wahrscheinlich überlebte, 39 oder 40 Jahre alt, Maria Magdalena demnach wohl ein wenig jünger, und ihr Sohn Johannes Markus wird etwa um die 15 bis 20 Jahre jung gewesen sein. Im Jahr 43, so Hartke, soll Johannes Markus anhand von Informationen, die von Petrus stammten, den Ur-Markus niedergeschrieben haben,46 und ein Jahr darauf wurde die so genannte Urschrift Z, die Basis für den späteren Ur-Joh, vom Apostel Johannes verfasst.47 Die erstaunlich exakte Datierung ergibt sich daraus, dass laut Hartkes Chronologie sich Johannes Markus von 43 bis 44 in Jerusalem aufhielt und dort Verbindung mit Petrus und dem ein Jahr später getöteten Apostel Johannes hatte.48 Durch den Kontakt hatte Johannes Markus auch die Urschrift Z vorliegen und damit die Grundlage für seinen 65 ins Leben gerufenen Ur-Joh. Petrus nun war, wie wir aus dem Thomas-Evangelium und der Pistis Sophia wissen, nicht gerade ein Freund von Maria Magdalena,49 und so erklärt sich, warum anfangs der so genannte sekundäre Markusschluss – Mk 16,9-20, wo die Auferstehung Jesu vor Maria Magdalena berichtet wird – weggelassen wurde. Derselbe Petrus ließ auch die in der Tradition der Gemeinde von Jerusalem bezeugte Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena beiseite und erzählte nur von „seiner“ eigenen Erscheinung. Der naheliegende Schluss daraus ist, dass Petrus nicht zugeben wollte, dass sich die erste christliche Gemeinschaft in Jerusalem ohne ihn gebildet hatte. Es war offensichtlicher Neid auf den jungen Jünger Johannes Markus, dass dieser die Kreuzigung miterlebt haben durfte, er selber aber nicht.50 Umso bedauerlicher ist es da, dass gerade dieser Petrus maßgeblichen Einfluss auf den im Jahre 34 gerade frisch bekehrten Paulus hatte, welcher die von Petrus mitgeteilte Liste der Erscheinungen in 1. Kor 15,5-9 wiedergab.51 Die Tatsache, dass der erste Korintherbrief erst im Jahr 53 geschrieben wurde, beweist, dass Petrus, Paulus und ihre Gruppierung in diesem Zeitraum von rund 20 Jahren ein offensichtliches Interesse daran hatten, die Erscheinungen möglichst ohne Maria Magdalena wiederzugeben. Das ist auch ein Grund, warum der Ur-Mk bei 16,8 endet und Lukas bereits in dem im Jahr 48 verfassten Ur-Lk versucht, die Bedeutung von Maria Magdalena herabzumindern.

Eine Frage, die sich nun ergibt, ist: Warum hatte Johannes Markus keine oder nur wenig Informationen von seiner Mutter Maria Magdalena, beziehungsweise von seinem Vater, und schrieb den Ur-Markus nach dem Diktat52 des mit seiner Gruppe nach Galiläa abgereisten und später – nachdem er von der Gründung der Jerusalemer Gruppe unter Maria Magdalena erfahren hatte – zurückgekehrten Petrus?53 Dies könnte daran liegen, dass Maria Magdalena und Jesus beide tatsächlich aus Jerusalem nach Gallien und im Jahr 36 von dort nach Britannien geflohen waren54 – mit oder ohne ihrem Sohn. Auffällig ist, dass sowohl Jesus als auch Maria Magdalena nach Auferweckung und Erscheinungen verschwinden. Dafür, dass es sich dabei um die Richtung Gallien und Britannien handelt, spricht auch der um das Jahr 1990 herum entdeckte Gebetsteppich, der so genannte Exilteppich, damals erworben von dem amerikanischen Antiquitätenhändler Jeremy Pine. Der mit der Radiokarbonmethode auf das Jahr 150 bis 180 datierte Teppich, wodurch er zu einem der ältesten Zeugnisse christlicher Urgeschichte wird, beschreibt bildhaft die Geschichte von Menschen mit Heiligenscheinen, die in einem Boot unterwegs sind – Jesus, Maria Magdalena und ihre Familie auf dem Weg nach Westen?55

Im Jahre 43 erfolgte in Britannien die Invasion durch die Römer. War der nunmehr etwa 25-30jährige Johannes Markus das Risiko eingegangen, gerade in diesem Jahr wieder nach Jerusalem zurückzukehren? Hartkes Chronik zufolge muss er sich in diesem Jahr dort aufgehalten haben. Durch den Aufenthalt der Heiligen Familie würde sich jedenfalls die zeitliche Lücke von zehn Jahren, die zwischen Kreuzigung und erster Niederschrift des Ur-Markus existiert, erklären. Man darf dabei natürlich nicht vergessen, dass Johannes Markus ein Mann war, der seine eigenen Wege suchte, und einer dieser Wege mündete darin, dass er später die Urschrift des Johannesevangeliums verfasste. Denn wenn wir weiter geneigt sind, Hartke zu glauben, so war Johannes Markus nicht nur der Verfasser des Ur-Mk und hat die Quelle Q übersetzt, sondern schrieb auch den Ur-Joh, welcher etwa um das Jahr 65 seine Anfänge hat – interessanterweise in einem Zeitraum, nachdem seine Hauptkontrahenten Petrus und Paulus in der Arena des Circus Maximus in Rom den Tod gefunden hatten – und drei Jahre nach dem Beginn des Freiheitskriegs gegen die Römer in Britannien (62), ein bis zwei Jahre vor dem Bau der ersten christlichen Kirche in Glastonbury (63/64).56 Laut Hartkes Chronologie soll Paulus im Jahr 58, Petrus im Jahr 64, jeweils in der Zeit der Verfolgung durch Nero, hingerichtet worden sein.57 Die Jahreszahl 65 passt zu der Nachricht des (Papias-) Eirenaios, Bischof von Hierapolis, dass Johannes Markus den Ur-Joh nach dem Tode des Petrus verfasst habe.58 Als Johannes Markus mehr als 20 Jahre zuvor den Ur-Markus unter dem Einfluss von Petrus niedergeschrieben hatte, war er noch sehr jung und auch sehr beeindruckt, sowohl von den Erlebnissen als auch dem Druck der Autoritäten Petrus, Paulus und wohl auch Lukas. Sobald jedoch Petrus und Paulus tot waren und ihm selbst auch vieles klargeworden sein musste, war es an der Zeit, das wahre Evangelium zu verfassen, den Ur-Joh, wenngleich dieser später von anderen Bearbeitern wie Lukas wieder verändert wurde. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass durch den Tod von Petrus und Paulus eine Last von den Schultern des Johannes Markus gefallen war und er sich nun ermutigt sah, den Ur-Joh ins Leben zu rufen, um damit dem Ur-Mk und seiner redigierten Version wie auch dem Ur-Lk und den Anfängen des Mt eine bessere Version der Ereignisse des Lebens Jesu entgegenzustellen.

Wie bereits erwähnt, hatte Johannes Markus anfänglich eine eine Schrift des Apostels und Zebedaiden Johannes mit dem Titel „Die zwölf Zeichen des Messias Jesus“ (= die Urschrift Z) vorliegen, welche der Apostel Johannes nach dem Ur-Markus verfasst hatte.59 Johannes Markus erweiterte diese dann durch den Prolog sowie die Darstellung des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu und schuf so den Ur-Joh, den Kern des späteren Johannesevangeliums.

Ein Problem, das vielen LeserInnen auffallen wird, ist die unterschiedliche Darstellung der Ersterscheinung Jesu vor Maria Magdalena und den Jüngern im Ur-Mk beziehungsweise Ur-Joh, sowohl im Ablauf der Schilderung als auch, was die beteiligten Personen angeht. Der in der Christenverfolgung unter Kaiser Domitian (ca. 92-96) ums Leben gekommene Johannes Markus erwies sich als so zuverlässiger Berichterstatter, dass Hartke ihm nicht zutraut, er habe im Ur-Mk die „andere“ Maria absichtlich verschwiegen.60 Im Ur-Joh fügt sich Johannes Markus ein als „den Jünger, den Jesus lieb hatte“. Auf diese Stelle folgt die Erzählung der Salbung Jesu durch Maria Magdalena (alias Maria von Bethanien), und bei der Szene der Kreuzigung nennt Johannes Markus nur seine Mutter Maria Magdalena als Zeugin des offenen Grabes. Ihm zufolge ist es sie allein, die dem Auferstandenen (oder besser: Wiederbelebten) begegnet und den JüngerInnen berichtet (Joh 20,11.14-16.18).61 Die Hinzufügung von Petrus und „dem Jünger, den Jesus lieb hatte“ (Joh 20,2-10.12-13.17) ist das Ergebnis einer redaktionellen Veränderung in der abschließenden Version des Johannesevangeliums, welche durch Lukas erfolgte. Mit „dem Jünger, den Jesus liebte“ meint Lukas freilich den bereits 44 getöteten Apostel Johannes, den Zebedaiden, natürlich nicht Johannes Markus. Die Tatsache, dass der frühe Tod des Apostels wiederentdeckt wurde, wird ihm aber zum Verhängnis und enthüllt die Wahrheit und die Identität des wahren Johannes.

Die Absicht von Johannes Markus war es gewesen, seiner Mutter wieder das zurückgeben zu wollen, was man ihr hatte nehmen wollen: Dass sie die Erscheinung des Gekreuzigten als Einzige erlebt hatte,62 was einer Ernennung zur Führerin über die JüngerInnen gleichkam. Aus diesem Grund war es auch sie, welche die Jerusalemer Gemeinschaft gründete, und ihrem Haus betete die Gemeinschaft (Apg 12,12). Dem entgegen standen die Interessen des von den Hauptgegnern noch übriggebliebenen Lukas und seinen Anhängern, welche nach dem Tod des Johannes Markus den Ur-Joh überarbeiteten und so das heute vorliegende Johannesevangelium, welches gerade in Kapitel 20 voller Widersprüche und Ergänzungen ist, schufen. Das Recht ist hier ganz auf der Seite des Johannes Markus, denn er war es, der die Ereignisse miterlebt hatte, nicht Lukas und die Seinen! –

Bereits aus diesen aufgezeigten Sachverhalten muss klar werden, dass gewisse Kräfte in den urchristlichen Parteien ein Interesse an der Verdrängung von Maria Magdalena und auch ihrem Sohn Johannes Markus gehabt hatten. Allerdings hatten Mutter und Sohn sowie ihre Jerusalemer Urgemeinde eine so große Bedeutung, dass eine komplette Ausradierung aus den Schriften nicht mehr möglich war. Durchaus denkbar aber ist, dass man besonders Maria Magdalena, die, was nicht nur die Gnostiker, sondern auch einige Kirchenväter wie Hippolyt oder Augustinus nahelegten, sowohl mit Sophia als auch mit der als oft mit dieser identisch angesehenen Ruachmutter zu assoziieren war, in der Weise totschwieg, dass man anstelle ihres Namens jenen der Sophia oder Ruach an bestimmten Bibelstellen einsetzte. Hiervon mehr im Abschnitt „Ruach und Maria Magdalena“.

Die Verbindung des Johannesevangeliums mit der Gnosis

Das vierte Evangelium wurde anfangs mehr von „heterodoxen“ als von „orthodoxen“ Christen angenommen. Der älteste bekannte Kommentar dazu stammt von dem Gnostiker Herakleon († 180), und die valentinianische Gnosis eignete sich das Johannesevangelium in solchem Ausmaß an, dass sich der Kirchenvater und Ketzerbekämpfer Irenäus genötigt sah, ihre Exegese dieser Schrift zu widerlegen. Raymond E. Brown vermerkt „reichhaltige Anzeichen einer Vertrautheit der frühen christlichen Gnostiker mit johanneischen Ideen in der [...] gnostischen Bibliothek von Nag Hammadi.“63 Gleichzeitig betont Brown auch, dass die Verwendung des Johannesevangeliums durch „orthodoxe“ Quellen schwer zu beweisen sei.64 Dies scheint nahezulegen, dass die Inhalte des vierten Evangeliums aus irgendeinem Grund nicht sehr attraktiv für die „orthodoxen“ Christen waren, dafür jedoch sehr interessant für die gnostischen Christen.

Ramon K. Jusino weist an einigen Stellen seiner Arbeit darauf hin, dass das Johannesevangelium einen besonderen Einfluss auf die Gnosis hatte.65 Dies gilt insbesondere für a) das Philippus-Evangelium, in dem Maria Magdalena an zwei Stellen als Partnerin Jesu erscheint, b) das Evangelium nach Maria, wo sie Jesu intime Vertraute, Offenbarungsträgerin und Verkünderin seiner Botschaft ist, sowie c) die Pistis Sophia, wo sie ebenfalls als Vertraute Jesu und Frau Weisheit von großer Bedeutung ist. Wie in der Gnosis gilt im Johannesevangelium die Welt (der Kosmos) von den Söhnen der Finsternis bewohnt (12,35-36), die Welt ist unvereinbar mit Jesus (16,20; 17,14.16; 18,36) und mit seinem Geist. Die Welt hasst Jesus und die ihm nachfolgen (7,7; 15,18-19; 16,20); Jesus weigert sich, für die Welt zu beten (17,9), sondern überwindet sie vielmehr und verjagt den satanischen Fürsten dieser Welt (12,31; 14,30).66 Zudem ist, wie Jesus sehr deutlich sagt, laut 8,44 der Vater der Juden der Satan, und bei den Gnostikern gilt Jahwe als Demiurg oder Jaldabaoth.67 Angesichts so vieler Parallelen zur Gnosis muss man sich die Frage stellen, wie es dazu kam. Die johanneischen Christen taten sich schon in früher Zeit schwer mit dem Judentum, oder besser gesagt mit der jahwistischen Religion, was sogar dazu führte, dass sie – laut Brown möglicherweise im Jahr 85 – aus der Synagoge ausgeschlossen wurden (9,22; 16,2).68 Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass Jesus im Urtext von Johannes fast immer dort, wo wir im Text der Endredaktion „Messias“ lesen, als „Gesalbter“ bezeichnet wird. Dies ist nicht im Sinne der eschatologisch geprägten jüdischen Theologie mit der Messiaserwartung der Endzeit. Außerdem legt es den Fokus mehr auf die Frauen, die Jesus salbten und somit zum Christus machten, wovon viele der jüdischen Rabbiner auch nicht gerade begeistert gewesen sein dürften. Man darf dabei aber auch nicht übersehen, dass davon diejenige jüdische Tradition, in der die Ruachmutter und Sophia verehrt wurden, wohl kaum betroffen gewesen sein dürfte. Denn es spricht schließlich einiges dafür, dass Jesus in einer solchen, eher weiblich geprägten Tradition aufgewachsen war.69

Wir werden im Verlauf dieser Arbeit noch sehen, dass Maria Magdalena einer heidnischen Religion angehörte, ja anfangs sogar als Priesterin einer solchen tätig war. Und man muss davon ausgehen, dass Menschen aus ihrem Bekanntenkreis zu den frühen Christen, besonders zu der johanneischen Gemeinde stießen und diese maßgeblich beeinflussten. Denn die drei synoptischen Evangelien und ihre Anhänger waren in erster Linie Schriften für Juden verschiedenster Gruppierungen, und somit hauptsächlich für diese Klientel interessant. Das Johannesevangelium bricht klar mit dem Jahwismus, besonders in 8,44, und somit unvermeidlicherweise auch mit weiten Teilen des Judentums an sich. Dies kaum verwunderlich, wenn wir die Persönlichkeit von Jesus mit der von Jahwe vergleichen: Hier der frauenfreundliche, sanfte und weise Mann Jesus, dort der aufbrausende, zerstörerische und herrschsüchtige Jahwe. Schon der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass Jesus nie im Leben der Sohn des jüdischen Vatergottes sein kann!

Die Entwicklung der johanneischen Gemeinde

Ramon K. Jusino teilt die Entwicklung der johanneischen Gemeinde in drei Stufen ein:

1) Die ursprüngliche Gruppierung dieser Gemeinschaft wurde von Maria Magdalena und Jesus angeführt. Sie hat ihre Wurzeln bereits kurz nach der Auferstehung Jesu. Nach der Zeit des Exils auf den Britischen Inseln fand sie, wohl in den 50er Jahren, ihre Fortsetzung wieder im Nahen Osten und dauerte bis in die späten 80er Jahre. Sie war auch für die Gläubigen interessant, die nicht von Anfang an dieser Gemeinschaft angehörten, gerade wenn wir, wie sich im Verlauf dieser Arbeit noch zeigen wird, Maria Magdalena zuerst eine Heidin war, die nach der Heirat mit Jesus zur Heidenchristin wurde. Fundamental für diese Glaubensgemeinschaft war in erster Linie die Tatsache, dass Maria Magdalena die erste Zeugin der Auferstehung Jesu war – wenn nicht sogar diejenige Frau, die ihn selbst vom Tode zum Leben gebracht hatte! Für die Gemeinschaft war auch mit Sicherheit das Element, dass Jesus dieser Frau wichtige Lehren nahegebracht hatte, die sie dann verschiedenen JüngerInnen weitergab, von ganz entscheidender Bedeutung, die sich in den späteren gnostischen Evangelien widerspiegelt. Dass sich diese Bedeutung nicht nur darauf beschränkt, sehen wir auch daran, dass Maria Magdalena von verschiedenen Kirchenvätern als Apostelin anerkannt wurde.

2) Die zweite Phase der Entwicklung der johanneischen Gemeinschaft dauerte laut Jusino von den 80er bis an den Anfang der 90er Jahre. In diesem Zeitraum, in den vermutlich auch der Tod der Frau Jesu fallen dürfte, hatten die Johanneer mit Sicherheit bereits eine erste Fassung ihres Evangeliums. In dieser Gemeinschaft existierte ein Schisma, das seine Ursache vermutlich in einem internen Disput über die hohe Christologie hatte. Brown zufolge teilte sich die Gemeinde in hauptsächlich zwei Gruppierungen: Die Sezessionisten, die sich später mit den Gnostikern vermischten, sowie die apostolischen Christen, die sich eher mit der jüdischen Eschatologie und Messiaserwartung identifizieren konnten als mit der Vorstellung von der Göttlichen Präexistenz Jesu, das heißt dem Glauben, dass nicht Jahwe, sondern Jesus selbst als Himmlischer Christus der Vatergott ist.

3) In der dritten Phase der Entwicklung, die Jusino von Anfang der 90er Jahre bis zur Jahrhundertwende einschätzt, hatte sich eine klare Gegnerschaft zu den Sezessionisten herausgeschält. Als die junge Kirche zu einer institutionellen Organisation wurde, lebte sie noch in Angst vor Ächtung und Verfolgung, daher suchte sie die Vereinigung mit den Führern der institutionellen Kirche. Die Evangelien, auch das Johannesevangelium, wurden von mehreren Redaktoren überarbeitet, um deren Inhalt der Lehre der apostolischen Kirche anzupassen. Die Hauptrolle dabei dürfte vor allem Lukas, der selbst nie ein Zeuge der Ereignisse im Leben Jesu gewesen war, gespielt haben. Für diese Kirche war es schwer, zu akzeptieren, dass neben ihr eine Gemeinschaft existierte, in der eine Frau eine sehr wichtige Rolle neben Jesus gespielt hatte. Hinsichtlich des Johannesevangeliums ist das Ergebnis dieser Entwicklung der Text, den wir in der heutigen Form vorliegen haben.

Warum der Beiname Magdalena nicht im Johannesevangelium zu finden ist – und warum ihr ihre Heimatstadt Magdala später zugeordnet wurde

Wie aus dem Urtext des Johannesevangeliums hervorgeht, ist dort der Zuname „Magdalena“ nicht zu finden. Im Text der Endredaktion steht hingegen zumeist „Maria von Magdala“. Was ist die Ursache davon? Um dies näher zu ergründen, muss dieser Beiname näher untersucht werden, und damit auch die verschiedenen Namen der ihr zugeordneten Heimatstadt:

Zum Beinamen Magdalena

Marias Beiname „Magdalena“ wurde in den drei synoptischen Evangelien später zum Text hinzugefügt, soviel steht fest. Doch warum fehlt er bei Johannes? Nun, wie ich bereits in GCMM dargelegt habe, hat „Magdalena“ beziehungsweise dessen Vorsilbe MAG eine Reihe von Bedeutungen, die sich nicht jedem ohne weiteres erschließen. Neben der Bedeutung des Namens Maria,70 welche die große Trägerin dieses Namens eindeutig als Mutter des Alls und weibliches Pendant neben dem Schöpfergott ausweist – Zusammenhänge, welche zweifellos vielen Gnostikern bekannt gewesen sein mussten – ist auch dessen indoeuropäische Wurzel MAG, welches gemeinsam mit ihrer Herkunft zur Bildung des Beinamens „Magdalena“ beitrug, von größter Wichtigkeit. Es heißt soviel wie „hervorragend“, „prachtvoll“ oder „groß“ und ist eine Anspielung auf die „Tochter Sion“, was Glenn Bogue und Margaret Starbird zufolge einen direkten Bezug zur Großen Pyramide oder dem Turm von Gizeh, etwa 400 Kilometer entfernt von Jerusalem, nahelegt.71

MAGdal bezieht sich auf Turm oder auf Phallus, was eine bemerkenswerte Parallele im Sanskrit hat: Lińgam kann gleichermaßen Turm oder Penis heißen, vergleichbar dem hebräischen „migdal“ und dem griechischen „magdala“. Somit hätten wir eine weitere Möglichkeit, was die Grundlage für Maria Magdalenas spätere Diffamierung als angebliche Prostituierte gebildet haben könnte.

„MAGdal von Sefech (Sieben)“ ist ein ägyptischer Begriff, der dem bei Ezechiel erwähnten „Turm der Sieben“ entspricht, und dieser wiederum ist kein anderer als der Turm (beziehungsweise die Pyramide) von Gizeh. Von daher impliziert MAG die „Tochter Sion“, also die Tochter der Großen Pyramide, aber auch die sieben Dämonen, die Jesus ihr ausgetrieben haben soll, könnten auf der hier

erwähnten Zahl Sieben beruhen.72

Uns werden im Lauf dieser Arbeit noch eine Reihe Wurzeln und verwandte Worte und Begriffe zum Magdalena begegnen. Von diesen wird dann im jeweils passenden Kontext die Rede sein.

Zur Stadt Magdala

Zur Stadt Magdala. Da diese zur Zeit der Entstehung der Evangelien nicht unter diesem Namen bekannt war, ist es lohnenswert, dieser Frage ein wenig nachzuspüren. Bezüglich dieser Frage hat Margaret Starbird hervorragende Arbeit geleistet, und ich folge daher hier ihrer Spurensuche:

Einst war die Heilige Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen, ins Heilige Land nach „Mejdol“ in Galiläa gefahren, gelegen an der Nordwestküste des Sees von Galiläa (See Genezareth oder Tiberiassee), und will dort das Haus von Maria Magdalena entdeckt haben.73

Eine ältere Namensvariante von Magdala ist Migdal oder Migdol. Der hebräische Begriff migdal, migdol (מגדּלה מגדּל, מגדּל מגדּול, hebr. „Turm“), ist verwandt mit dem griechischen Wort für „Wachturm“ magdylos (μαγδωλος). Es meint in erster Linie einen Turm beziehungsweise ein hohes oder großes Gebäude. Rein physisch meint es eine befestigte Stadt, Festung oder Burg, geographisch kann es eine erhöht gelegene Insel in einem Fluss bedeuten oder generell hoch gelegenes Land. Joshua bezieht sich auf eine befestigte Stadt von Juda, eine weitere, in Naphtali, heißt Migdal-El („Turm von El“), die mit dem alten Vatergott El zu tun hat (Jos 19,38). Erwähnenswert ist noch ein Hügel namens Migdal Ha’emek am Fluss Kishon, dies deshalb, weil er westlich von Nazareth liegt und somit einen Bezug zu Jesus aufweisen könnte. Symbolisch-etymologisch deutet der Name Migdal/Migdol einen Bezug zu Maria Magdalena an. Aber ist dies auch beim Namen Magdala so?

Von 43 v.Chr. bis 53 n. Chr. trug die Stadt den griechischen Namen Taricheai und war eine wohlhabende griechische Stadt mit 40.000 Einwohnern, 230 Fischerbooten und ausgedehnten Obstgärten. Sie lag einer Stelle, die anscheinend auch von einem Fischerdorf namens Magdala Nunaiya (ein aramäischer Name) beansprucht wurde. Der Name bedeutet „Turm der Fischer“ oder „Fischturm“, hatte in früherer Zeit eine Festung und eine bedeutende Fischindustrie. Hier wurde gesalzener Fisch hergestellt.74

In Mk 8,10 wird die Stadt unter dem Namen Dalmanuta erwähnt:

„Gleich darauf stieg er mit seinen JüngerInnen ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.“

Jesus fährt nach der Speisung der Viertausend mit seinen JüngerInnen also in die Stadt, in der Maria Magdalena beheimatet war! Der Name Dalmanuta wird in den frühesten Manuskripten der Evangelien genannt und in Mt 15,39 durch Magadan (Magedan) ersetzt.75 Eigenartig ist, dass Matthäus den Namen, den er bei Markus gefunden hatte, gerade nach dem Ereignis ändert, in dem Brotlaibe und Fische vermehrt worden waren.76 Vielleicht gehört die Speisung der Menschen weniger in den Bereich der Wunder, sondern die wohlhabende, in der Nähe lebende Maria Magdalena hat in Wahrheit die Menschen mit Brot und Fisch versorgt. Abgesehen von der Frage, inwieweit dies historisch stimmen kann, werden wir in einem Abschnitt weiter unten noch sehen, dass die zwei Fische in Wahrheit Maria Magdalena und Jesus symbolisieren.

Im Talmud Ta’anit ist zu lesen, dass das wohlhabende und unsittliche Magdala wegen der sich ausbreitenden Prostitution zerstört worden sei. Doch die Behauptung „Prostitution“ ist mehr symbolisch als wörtlich zu nehmen. Der Hintergrund ist, dass die Stadt seit langer Zeit hellenisiert war, griechische Moralvorstellungen und Sitten angenommen hatte, was den Juden natürlich ein Dorn im Auge war. Dies könnte mit eine Ursache für die spätere Diffamierung von Maria Magdalena als Sünderin sein.77

In den frühesten griechischen Manuskripten wurde die Stadt am See von Galiläa, Dalmanuta, aus Mk 8,10 in der ähnlichen Stelle bei Mt 15,39 in Magadan umbenannt. Ein späterer, wohl griechischsprachiger Abschreiber dieses Textes machte, offenbar beeinflusst von dem Ruf Maria Magdalenas, daraus Magdala. Diese Änderung findet sich bereits im vierten Jahrhundert, nämlich im babylonischen Talmud, welcher die aramäische Stadt Nunaiya erwähnt. Leider verbreitete sich dieser Fehler, besonders in den Übersetzungen von Erasmus, Martin Luther und der King James-Bibel, welche allesamt die verderbte Sprache, dass Jesus in einem Boot zu den Gestaden von Magdala fuhr, widergeben. Die verderbte Version der Matthäus-Passage wurde durch viele landessprachliche Übersetzungen der Reformatoren weit verbreitet. Sie alle folgten dem Text eines von der Griechisch-Orthodoxen Kirchen verwendeten griechischen Manuskripts namens Textus Receptus aus dem Jahr 1516, ein Text, welcher die Lesung Magadan ignoriert und dafür Magdala liest. Die Römisch-Katholische Kirche ignorierte die älteren Quellen und folgte ebenfalls diesem Textus Receptus, und auch in den Bibeln der Reformation überlebte der Name Magdala bis heute. Allerdings gibt es auch Lichtblicke. In „The five gospels“, einer Übersetzung der vier kanonischen Evangelien und des Thomas-Evangeliums der 74 Gelehrten des Jesus-Seminars, unter der Leitung von Robert W. Funk, wird Mt 15,39 Magadan statt Magdala übersetzt. Offenbar hat man auch dort den Fehler erkannt.78

Warum aber wurde Maria Magdalena nach dem aramäischen Namen (Magadan, Magdala) einer griechischen Stadt (Taricheai) benannt? Wenn eine Stadt namens „Magdala“ zu Jesu Zeiten nicht existierte, und wenn Jesus niemals ein „Magdala“ besuchte, die Stadt Magadan aber später zu Magdala umbenannt wurde, so hat man den Verdacht, dass diese Umbenennung besondere Gründe hat. Es ist der Versuch von christlicher Seite, der Maria mit dem Titel Magdalena einen Geburtsort namens Magdala zuzuordnen. Die wahre Bedeutung von Magdalena sollte vertuscht werden, und eifrige Christen suchten nach einer Stadt, deren Namen eine ähnliche Wurzel hatte. Dabei fiel ihre Aufmerksamkeit auf das Fischerdorf Magdala Nunaiya, welches angeblich wegen seiner Sündhaftigkeit und Prostitution oder Idolatrie vernichtet wurde. So kam es zu dem Ruf von der angeblichen Sünderin.79

Es ist offensichtlich, dass der Name „Magdalena“ einem Redakteur des Johannesevangeliums ein Dorn im Auge war, und er stattdessen die Formulierung von „Maria von Magdala“ wählte.

Bei den Überlegungen zum Thema Magdala sollte auch die alte Garnisonsstadt Magdolum nicht übersehen werden. In den Briefen von Šuta, die aus dem Jahr 1340 v. Chr. stammen, wird eine Stadt namens Magdalu (oder Magdolum) in Ägypten genannt. An der nordöstlichen Grenze von Judäa gelegen, war diese uralte Stadt das letzte Feldlager der Israeliten, bevor sie, dem Buch Exodus zufolge, das Rote Meer überquerten. Der Name Magdalu rührt wahrscheinlich her von hebr. gadal, was so viel wie „erhöhen“ hinsichtlich Größe oder Bedeutung meint. In Jeremia 44,1 heißt es, dass Migdol (wie er und Ezechiel die Stadt nennen) und andere nahe jüdische Gemeinden wichtige Kolonien der Diaspora-Juden hatten. Diese Juden erbauten einen Tempel auf der Nilinsel Elephantiné, eine Nachbildung des Tempels von Jerusalem. Die jüdischen Emigranten verehrten dort Anath gemeinsam mit Jahwe (Letzterer unter dem Namen Jahu). Bei dem Heiligtum handelt es sich wohl um den Beth-Anath genannten Tempel, von dem in Hos 19,38 die Rede ist, und von Beth-Anath leitet sich Bethanien ab, womit ein Bezug zu Maria von Bethanien beziehungsweise Maria Magdalena gegeben ist. Bei Jer 44 wird der Kult detailliert beschrieben, und es sieht ganz danach aus, dass die dortige Anath die so genannte Himmelskönigin ist. Die Ägypter zerstörten den Tempel im Jahre 410 v. Chr., doch Onias IV. baute ihn wieder auf bei Leontopolis, nahe Magdalu, nördlich von Heliopolis. Die Qumran-Texte so wie die klassische jüdische Literatur, wie das Juhasin, bringen ihn in Verbindung mit dem samaritischen Tempel auf dem Berg Garizim. Trotz der Vernichtung des Tempels durch die Ägypter gab es, vor allem gegen Rom gerichtete, Bündnisse mit diesen. Audlin ist daher der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Jesus und Maria Magdalena sich dort aufgehalten haben, sehr groß ist und sie mit der ägyptischen Sprache vertraut waren. Einige Passagen im Johannes-Evangelium, besonders dort, wo es um diWarum der Beiname Mage Auferstehung geht, sollen dafür sprechen.80 Durch Anath, die Himmelskönigin, legt sich zunächst nur eine mythologisch-symbolische Assoziation, wenngleich diese kaum mehr als eine Andeutung ist, zu Maria Magdalena nahe. Interessant ist dabei vor allem aber, dass das altklassische jüdische Buch Juhasin den Anath-Jahu-Tempel auf Elephantiné mit dem samaritischen Tempel auf dem Berg Garizim in Verbindung bringt. Und dies wäre ein Indiz dafür, dass Maria Magdalena mit dem Kult der Taubengöttin Ashima in Samaria zu tun hatte – ein Thema, auf das ich in einem eigenen Abschnitt noch dezidiert eingehen werde.

[...]


1 Eine Übersicht hierzu biete ich in: Mailahn 2013, S. 16-42.

2 Audlin 2012, S. 52.

3 Hartke, 1, 1961, S. 386.

4 Vergleiche hierzu das Stemma von Hartke, 1, 1961, S. 368.

5 Audlin 2012, S. 53.

6 Brown 1966, S. XCVIII.

7 Brown 1979, S. 33.

8 Perkins 1990, S. 946.

9 Brown 1979, S. 82.

10 Hartke, 1, 1961, S. 151; Zahn 1899, S. 6, 11, 15.

11 Hartke, 2, 1961, S. 757.

12 Jusino 1998.

13 Brown 1970, S.995.

14 Setzer 1997, S. 262.

15 Brown 1970, S. 1001.

16 Mailahn 2013, S. 67.

17 Jusino 1998.

18 Hartke, 2, 1961, S. 749.

19 Starbird 2005, S. 200; Starbird 1998, S. 141.

20 http://members.fortunecity.com/volcanopele/Iomyth.htm).

21 http://www.thenazareneway.com/MaryMagdaleneSinnerorQueen.htm

22 http://www.newworldencyclopedia.org/entry/Queen_of_Sheba; http://www.bethel.edu/~letnie/EthiopiaMakeda.html

23 http://wysinger.homestead.com/sheba.html

24 Hartke, 2, 1961, S. 414.

25 Hartke, 2, 1961, S. 747.

26 Hartke, 2, 1961, S. 747.

27 Hartke, 1, 1961, S. 152, 154; Hartke, 2, 1961, S. 746ff.

28 Hartke, 2, 1961, S. 755.

29 Vergleiche bei Hartke, 2, 1961, S. 757.

30 Hartke, 2, 1961, S. 757.

31 Hartke, 2, 1961, S. 746.

32 Zahn 1988, S. 34.

33 Zahn 1899, S. 4.

34 Hartke, 2, 1961, S. 750; Zahn 1899, 377-429.

35 Mailahn 2013, S. 161, 167, 175f.

36 Hartke, 1, 1961, S. 151.

37 Mailahn 2013, S. 174ff.

38 Hawkes 1997.

39 McLaren 2012, S. 102f.

40 Dunford 2008, S. 59.

41 Hartke, 1, 1961, S. 152.

42 Hartke, 1, 1961, S. 152.

43 Hartke, 1, 1961, S. 354f.; Mailahn 2013, S. 188f.

44 Mailahn 2013, S. 188f.

45 Hartke, 2, 1961, S. 757.

46 Hartke, 2, 1961, S. 407, 414.

47 Hartke, 1, 1961, S. 366.

48 Hartke, 1, 1961, S. 158.

49 Mailahn 2013, S. 181f.

50 Hartke, 2, 1961, S. 159.

51 Hartke, 1, 1961, S. 347.

52 Hartke, 1, 1961, S. 370.

53 Hartke, 1, 1961, S. 370; Hartke, 2, 1961, S. 406ff.

54 Vergleiche hierzu den Abschnitt in Mailahn 2013, S. 160-181.

55 The mystery of Mary Magdalene; http://www.examiner.com/article/the-mystery-of-mary-magdalene, Juli 2012; Starbird 2005.

56 Mailahn 2013, S. 175.

57 Hartke, 1, 1961, S. 159.

58 Hartke, 1, 1961, S. 366.

59 Hartke, 1, 1961, S. 160.

60 Hartke, 2, 1961, S. 748.

61 Hartke, 2, 1961, S. 749f.

62 Hartke, 1, 1961, S. 370.

63 Brown 1979, S. 147.

64 Brown 1979, S. 148.

65 Jusino 1998.

66 Brown 1982, S. 51.

67 Brown 1982, S. 51.

68 Brown 1982, S. 19, 35.

69 Mailahn 2013, S. 89-96.

70 Mailahn 2013, S. 41-45.

71 Mailahn 2013, S. 46, Bogue 2011, S. 5.

72 Mailahn 2013, S. 46.

73 Starbird 2005, S. 52.

74 Starbird 2005, S. 53f.

75 Starbird 2005, S. 56.

76 Starbird 2005, S. 57.

77 Starbird 2005, S. 55f.

78 Starbird 2005, S. 56ff.

79 Starbird 2005, S. 58f.

80 Audlin 2012, S. 706f.

Ende der Leseprobe aus 138 Seiten

Details

Titel
Maria Magdalena und ihr Sohn Johannes Markus im Johannesevangelium
Veranstaltung
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Note
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Autor
Jahr
2015
Seiten
138
Katalognummer
V287250
ISBN (eBook)
9783656877295
ISBN (Buch)
9783656877301
Dateigröße
1038 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frühchristentum, Gnosis, Maria Magdalena, Johannes Markus, Bibel, Johannesevangelium, Mutter, Sohn
Arbeit zitieren
Klaus Mailahn (Autor), 2015, Maria Magdalena und ihr Sohn Johannes Markus im Johannesevangelium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287250

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