Was ist Philosophische Anthropologie?

Rekonstruktion eines Begriffs


Studienarbeit, 2013
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2... Philosophisch-anthropologische Aussagen
2.1. Gängige Begriffe der Philosophie
2.2. Kritik
2.3. Begriff „1“: Ein brauchbarer Begriff der philosophischen Anthropologie
2.4. „Ein“ Mensch, „einige“ Menschen, „alle“ Menschen und „der“ Mensch
2.5. Analyse der Forschungsliteratur
2.5.1. „Anthropologie statt Metaphysik“ von Ernst Tugendhat
2.5.2. „Anthropologie in pragmatischer Absicht“ von Immanuel Kant
2.5.3. „Der Mensch als Lebewesen“ von Helmut Plessner
2.5.4. „Versuch über den Menschen“ von Ernst Cassirer

3 Fazit

4... Literaturangabe

1. Einleitung

Philosophische Anthropologie hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil der akademischen Philosophie entwickelt. Es scheint aber bis heute noch nicht gelungen zu sein, einen allgemein­gültigen Begriff der Philosophischen Anthropologie zu etablieren. So kommt es dazu, dass sehr unterschiedliche Arten von Aussagen einen Anspruch auf philosophische Geltung erheben. Dies kann jedoch zu Problemen führen:

1) Problem einer mangelhaften Unterscheidung zwischen empirisch-anthropologischen und philosophisch-anthropologischen Aussagen

2) Problem einer nicht-zielführenden Vermischung empirischer und philosophischer Erkenntnisse

Im weiteren Verlauf der Arbeit möchte ich daher versuchen aufzeigen, wie sich diese Probleme konkret äußern, zu welchen Konsequenzen sie führen und wie sich diese vermeiden lassen können. Der in dieser Arbeit problematisierte Sachverhalt ist einfach. Er bezieht sich jedoch nicht auf ein spezifisches Problem aus der philosophischen Anthropologie, sondern auf die Frage, welche Aussagetypen gemäß eines sinnvoll-rekonstruierten Begriffs der philosophischen Anthropologie überhaupt unter diesen fallen können. Studien dieser Art stellen die Grundlage dar für jedwede Art der philosophisch-anthropologischen Forschung. Denn brauchbare philosophisch-anthropologische Erkenntnisse können nur gewonnen werden, wenn die dafür notwendigen begrifflichen Strukturen einer kritischen Betrachtung standhalten.

2. Philosophisch-anthropologische Aussagen 2.1. Gängige Begriffe der Philosophie

Gemäß der akademisch-philosophischen Traditionen lassen sich unterschiedliche Versuche zur Bestimmung eines Begriffs der philosophischen Anthropologie finden. Man ist sich zwar darin einig, dass es diese Disziplin irgendwie mit dem Menschen zu tun haben sollte und dass sich „philosophisch-anthropologische“ Aussagen von denen der empirischen Wissenschaften unterscheiden sollten. Nur welche dies sind, darüber herrscht bis heute ein Dissens. Die Forderung nach einer intersubjektiv-geteilten begrifflichen Grundlage der Philosophie und der philosophischen Anthropologie ist jedoch prinzipiellen Einwänden ausgesetzt. Ich möchte daher im Vorfeld versuchen, zweien dieser Einwände sachlich zu begegnen.

Von skeptischer Seite her wird die Möglichkeit bestritten, einen Gegenstand überhaupt vollständig definieren zu können. Gegenstände ähneln sich zu sehr, als dass sie durch etwaige Abstraktionsschritte wirklich trennscharf voneinander unterschieden werden könnten. Dies gilt auch für den Begriff der philosophischen Anthropologie. Es bestehen vielmehr sogenannte Familienähnlichkeiten zwischen den unterschiedlichen Verwendungsweisen von Begriffswörtern. Begriffe unterscheiden sich dieser Überzeugung nach nur in ein oder zwei Merkmalen. Es existieren dementsprechend sehr viele Begriffe, daher ist es müßig, über den einen richtigen Begriff nachdenken zu wollen. Die begriffliche Realität ist sehr viel komplexer als von naiven Optimisten angenommen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, dass mehr oder weniger brauchbare „Annäherungen“ an Begriffe möglich seien.

Die Rede von „Annäherungen“ macht aber nur dann Sinn, wenn das, an was man sich annähert, auch tatsächlich besteht. Ansonsten würde man sich einer Chimäre zuwenden, was wenig gewinnbringend erscheint. Warum sollte man sich aber abstrakten Entitäten nur annähern, wenn man diese anscheinend auch hinreichend bestimmen kann? Dem Skeptiker ist darin zuzustimmen, dass unsere sprachliche Unterscheidungspraxis in vielen Teilen unübersichtlich, widersprüchlich und mangelhaft sein kann. Aber dies gilt nur für Teile der begrifflichen Praxis. Auch der Skeptiker muss anerkennen, dass Begriffsfelder existieren, in denen aufgrund der Anwendung leistungsfähiger und hinreichend explizierter Begriffe belastbare Erkenntnisse gewonnen werden. Zumindest trifft dies auf diejenigen logisch-semantischen Begriffe zu, die der Skeptiker selbst anwenden muss, um seine Kritik vortragen zu können. Er wird schwerlich behaupten können, dass auch diese Begriffe nicht hinreichend geklärt sind, da er dann konsequenterweise die Leistungsfähigkeit dieser Begriffe und damit die Aussagekraft seiner skeptischen Behauptungen stark einschränken müsste. Denn wenn wir unsere Begriffe vermeintlich nur annähernd bestimmen können, kann auch ein Teil des propositionalen Inhalts unserer Aussagen nur annähernd erfasst werden. Wie erklärt sich dann aber die scheinbare Leistungsfähigkeit einiger Begriffe?

Ein Begriff kann formal und inhaltlich dann als angemessen gelten, wenn dieser gemäß seiner kategorialen Zugehörigkeit eine klare, kohärente und möglichst einfache Distinktion darstellt. Der Skeptiker müsste konkret z. B. die Leistungsfähigkeit der allgemeinen Begriffe des Arguments oder der sprachlichen Handlung anerkennen bzw. bei Bedarf verbesserte Begriffsbestimmungsvorschläge vorlegen können. (An dieser Stelle der diskursiven Auseinandersetzung wäre dem Skeptiker mit bloßen Annäherungsversuchen sicher nicht geholfen.) Warum sollte dies nicht auch für den Begriff der philosophischen Anthropologie gelten?

Aber auch auch das zweite Gegenargument besitzt wenig Überzeugungskraft. Demnach ist es zwar prinzipiell möglich, eindeutige Unterscheidungen zu erzielen. Dies darf aber nicht dazu führen, dass ein Begriff (der philosophischen Anthropologie) die alleinige Grundlage für die daraus resultierende Forschung darstellt. Unterschiedliche philosophische "Schulen" bedingen unterschiedlich ausgestaltete Begriffe. Alle diese Begriffe können nebeneinander stehen und je für sich eine fruchtbare wissenschaftliche Tätigkeit ermöglichen. In der akademisch-geprägten Philosophie lassen sich meiner Ansicht nach vier methodische Hauptströmungen unterscheiden. Unter dem Ausdruck "Philosophie" fallen ihren Begriffen nach:

1) sprachanalytische Studien zum Begriff (Was versteht man unter dem Wort „Mensch“ bzw., was sollte man darunter verstehen?)
2) phänomenologische Analysen der menschlichen bzw. personalen Innerlichkeit (Wie fühlt es sich an, ein Mensch zu sein? Wie schaut das Wesen des Menschen aus?).
3) hermeneutische Studien praktischer und theoretischer Sachverhalte (Wie lässt sich menschliches Handeln verstehen?)
4) Reformulierungen und Setzungen begründeter Normierungsvorschläge (Es ist gut begründet, dass Menschenrechte eine internationale Geltung haben sollten.)
5) Spekulationen und logische Prüfungen prinzipiell schwer-beantwortbarer Menschheitsfragen (Gibt es einen Gott?; Was war vor dem Urknall?)

2.2. Kritik

Diese grobe Unterteilung stellt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Abgesehen von diesen ersten Orientierungen lassen sich weitere Disziplinen ableiten, die sich jeweils speziellen Fragestellungen widmen. Gleichzeitig existieren Ansätze, in denen versucht wird, diese Perspektiven sinnvoll zu verschränken. (S. 14 u.f.). Wichtig ist es an dieser Stelle zu verstehen, dass Praktiken, die diesen Begriffen folgen, gemeinhin als "philosophische" Studien bezeichnet werden. Doch der bloße Akt der Bezeichnung einer bestimmten Praxis als „Philosophie“ rechtfertigt noch nicht deren Angemessenheit. Daher muss gefragt werden, welcher Begriff am ehesten den Maßstäben an eine brauchbare wissenschaftlich-philosophische Praxis genügen kann. Fragen diesbezüglich sind:

1) Inwieweit kann der Vorschlag methodisch eingeholt werden und inwieweit ermöglicht er ein intersubjektive Forschungspraxis?
2) Inwieweit gelingt es, mit dem bereitgestellten Begriff klar und möglichst einfach zwischen den unterschiedlichen Wissenschaftsarten zu unterscheiden?
3) Inwieweit entspricht die Bestimmung der tatsächlichen Verwendungspraxis der etablierten Unterscheidungspraxis?

Die Begriffe „2“, „3“, „4“ und „5“ erfüllen diese Bedingungen nur teilweise. Einzig der Begriff „1“ erfüllt alle Bedingungen.

Der Phänomenologiebegriff des Philosophischen erfüllt die erste Bedingung nur unzureichend. Die Perspektive der Phänomenologie postuliert, dass die Beschaffenheit der eigenen Innerlichkeit zum

Ausgangspunkt jedweden philosophischen Erkenntnisgewinns zu machen ist. „Die Existenz der Gegenstände erfährt es (das Bewusstsein; A. d. V.) durch 'intentionale Erlebnisse' ..der Anteil des Subjekts an diesen Bewusstseinsvorgängen interessiert die Ph. zunächst nicht. Ph. in diesem Sinne ist die Wissenschaft vom Aufbau der Welt, so wie sie dem phänomenologisch eingestellten Menschen jeweils als seiend erscheint“.[1] Gleichzeitig soll ein Unterschied gewahrt bleiben zwischen der phänomenologischen Philosophie und anderen (empirischen) Wissenschaften, die sich ebenfalls mit der menschlichen Psyche auseinandersetzen. Der Unterschied besteht darin, dass die phänomenologisch-eingestellte Person aus einer streng subjektiven Perspektive auf die Wesenheiten in seiner Erscheinungswelt schaut. Empirische Wissenschaften erforschen das Entstehen und Vergehen aus einer äußerlichen, objektivierten Perspektive, doch die Philosophie beschäftigt sich dieser Lesart nach mit einer quasi-kontemplativen Schau der inneren Repräsentationen des strukturellen Aufbaus unvergänglichen Seins. Durch die je eigene Erforschung der Wechselwirkungen zwischen äußeren Einflüssen und innerer Repräsentanz erhofft man sich einen unvermittelten Zugang zu den „Wesensallgemeinheiten“[2] der existenten Gegenstände zu erhalten. Daher ist es die Aufgabe des Philosophen, seine Innerlichkeit so angemessen wie möglich zu artikulieren, damit andere diesen Zustand nachempfinden können.

Phänomenologen stellen meiner Ansicht nach die richtigen Fragen und sie versuchen, brauchbare Inhalte zu rekonstruieren. Denn es ist ohne weiteres möglich, „phänomenologisch“ strukturierte Abstraktionen so umzuformulieren, dass sie für alle gleichermaßen einsehbar sind. Doch der Phänomenalismus scheitert erkenntnistheoretisch daran, dass der Zugang zur eigenen Innerlichkeit tatsächlich durch psychische Mittel bedingt ist. Schon Sextus Empiricus erkannte, dass man nicht sagen könne, „daß die Seele die äußeren Gegenstände deshalb durch die sinnlichen Erlebnisse erkennt, weil die Erlebnisse der Sinne den äußeren Gegenständen gleichen. Denn woher soll der Verstand wissen, ob die Erlebnisse der Sinne den Sinnesgegenständen gleichen, da er den Außendingen nicht selbst begegnet und auch die Sinne ihm nicht deren Natur offenbaren, sondern nur ihre eigenen Erlebnisse?“.[3] Dieselben Zustände und Gegenstände meiner psychischen Innenwelt können sich weiterhin unterschiedlich darstellen, je nach dem, ob ich mich z. B. flüchtig auf einen meiner mentalen Zustände beziehe, oder versuche, diesen konzentriert, entspannt und analytisch zu betrachten. Bei komplexen Zuständen kann die Wahl der psychischen Analysemittel für die korrekte Einordnung qualitativ entscheidend sein. Daraus lässt sich schließen, dass die erkenntnistheoretische Grundposition des Phänomenalismus daran krankt, dass sie, trotz gegenteiliger Bekundungen, eben nicht durch eine direkte Schau der Wesenheiten im Bewusstsein (der sogenannten intentionalen Bewusstseinsinhalte) zu den Wesenheiten der Dinge vordringen kann. Vielmehr sollte man davon ausgehen, dass es grundsätzlich unmöglich ist, einen personenirrelativen Zugang zu Gegenständen zu erlangen. Denn jede Erkenntnis, also die Einordnung von etwas als etwas einer bestimmten Art, impliziert die individuelle Anwendung einer Unterscheidungsfähigkeit. Personen (eines bestimmten kognitiven Niveaus) haben einen erheblichen Anteil daran, wie sie was in der Welt sehen möchten. Diese nicht-negierbare inter- bzw. intrasubjektive Divergenz in den begrifflichen Strukturen wäre jedoch in sich widersprüchlich und daher eine Illusion, wenn man durch die Schau der Wesenheiten in den Bewusstseinsinhalten zu den wirklichen Wesenheiten der Dinge vordringen könnte. Weiterhin sind Wahrnehmungen und Erkenntnisse über Zustände der eigenen Innerlichkeit nicht intersubjektiv zugänglich in der Art, dass ich und meine potentiellen Forschungspartner über die gleiche Art von Zugang zu diesen Phänomenen verfügen. Eine Erkenntnis kann aber erst dann als "wissenschaftlich-relevant" gelten, wenn sie für alle gleichermaßen einsehbar ist. Erforscht jemand seine Innerlichkeit, besitzt dieser gegenüber der übrigen Forschungsgemeinschaft einen privilegierten Zugang, der durch äußerliche Zugangsweisen nicht restlos beseitigt werden kann. Diese spezielle Form des impliziten Wissens um de je eigene psychische Verfasstheit ist daher als (philosophischer) Forschungsgegenstand wenig geeignet.

Der Hermeneutik-Philosophie Begriff besitzt das Problem, dass durch ihn nicht klar zwischen den unterschiedlichen, vor allem gesellschaftstheoretischen Wissenschaften unterschieden werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass es in der Philosophie hauptsächlich darum geht, richtig zu verstehen. Der Verstehensbegriff erhält eine herausragende methodische Stellung zum Erlangen philosophischer Erkenntnisse. Der alleinige Bezug auf das Verstehen als philosophischer Ausgangspunkt ist aber zu allgemein gefasst. Denn es geht allen Wissenschaften darum, etwas zu verstehen. Der Unterschied besteht darin, dass alle Wissenschaften über mehr oder weniger sauber voneinander abgetrennte Gegenstandsbereiche verfügen, in denen etwas verstanden werden soll. Plausibler erscheint es daher davon auszugehen, dass auch die Philosophie über einen genuin­philosophischen Gegenstandsbereich verfügt. Die „Hermeneutik“ bezeichnet eher eine Methode, die in allen Geisteswissenschaften ihre sinnvolle Anwendung finden kann. Anders stellt es sich dar, wenn es um die Frage geht, welche Begriffe des Verstehens in den unterschiedlichen Wissenschaften ihre Anwendung finden bzw., welche Begriffe des Verstehens überhaupt brauchbar erscheinen. Doch diese Einschränkung ist sicherlich nicht von allen Befürwortern beabsichtigt, da sie den philosophischen Gegenstandsbereich ihrer Meinung nach zu stark einengen würde. Gleichwohl argumentiert z. B. Ernst Tugendhat dafür, dass „die Grundfrage der Philosophie (...) die Frage sein müsste, worin unser Verstehen oder die Struktur dieses menschlichen Verstehens besteht“.[4] Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „4“. Denn Normierungsvorschläge für wichtige gesellschaftliche Teilbereiche werden auch in anderen Geistes- und Sozialwissenschaften erbracht. Leider bietet auch der fünfte Vorschlag keine adäquate Antwort auf die Frage, was die Philosophie ihrem Begriff nach sein sollte. Gemeinhin wird in diesem Kontext gern auf die vier großen Fragen Kants verwiesen: „Was kann ich wissen?“; „Was darf ich hoffen“; Wie soll ich handeln?“; „Was ist der Mensch?“ oder auf die platonische Dreifaltigkeit: „Was ist das Gute, Wahre, Schöne?“. Obwohl einige dieser Fragen philosophisch-relevant sind, da sie auf die Frage nach einem angemessenen Begriff rekurrieren (sogenannte „Was ist...?“ Fragen), stellen diese Kategorien nur Teile der philosophisch-relevanten Fragestellungen dar. (mehr ab S. 9). Mit viel Wohlwollen ließe sich wahrscheinlich jede philosophisch-begriffliche Fragestellung mit einem dieser Bereiche in Verbindung bringen. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass einige dieser Fragen so gestellt sind, dass auch andere gesellschaftliche Instanzen, wie z. B. Religionsgemeinschaften, berechtigte Ansprüche auf die zugrundeliegenden Gegenstandsbereiche erheben. Weiterhin kann der Begriff der großen Menschheitsfrage meiner Ansicht nach nicht hinreichend terminologisch fixiert werden. Wie lässt sich denn sauber abtrennen, was z. B. eine große (vermeintlich „philosophische“) Menschheitsfrage von einer mittel-großen und einer kleinen unterscheiden soll? Ist die Frage, wie atomare Erstschläge verhindert werden können, nicht eine „große“ Frage? Antworten darauf geben aber Militärstrategen oder zivil-gesellschaftliche Institutionen. Ist die Frage, ob es Anzeichen für außerirdisches Leben gibt, nicht eine „große“ Frage? Antworten darauf geben aber Biologen oder Astronomen. Ist die Frage, wie Kinder zu erziehen sind, nicht eine „große“ Frage? Antworten darauf geben aber Pädagogen oder Lehrer. Weiterhin erscheint es verwirrend und weltfremd, davon ausgehen zu müssen, dass „philosophische“ Erkenntnis nur Spekulation oder logisches Spiel bedeuten soll. Warum sollte man sich in der philosophischen Wissenschaftspraxis überhaupt Problemen stellen, auf die per Definition keine einigermaßen zufriedenstellende Antwort möglich ist? Eine Frage kann doch erst dann eine „wissenschaftliche“ Relevanz aufweisen, wenn geklärt ist, wie eine mögliche Antwort darauf aussehen könnte.

Wir stellen also fest, dass alle drei Vorschläge nicht auf einen brauchbaren philosophischen Gegenstandsbereich verweisen können. Gewisse Aspekte scheinen aber durchaus ihre Berechtigung zu haben. So sind die Forderungen gerechtfertigt, dass sich die akademische Philosophie klar von den empirischen Wissenschaften unterscheiden sollte, ohne dadurch den Anspruch auf Einhaltung (elementarer) wissenschaftlicher Standards einbüßen zu müssen und dass sie dies nur erreichen kann, indem sie versucht, die Fragen und möglichen Antworten auf philosophische Fragestellungen richtig zu verstehen.

[...]


[1] Philosophisches Wörterbuch; S. 555; Sp. 2

[2] ebd.; S: 555; Sp. 1

[3] Sextus Empiricus: „Grundriß der pyrrhonischen Skepsis“; S. 74

[4] Tugendhat, Ernst: „Anthropologie statt Metaphysik‘ ; S. 40

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Was ist Philosophische Anthropologie?
Untertitel
Rekonstruktion eines Begriffs
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Philosophie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V287299
ISBN (eBook)
9783656877370
ISBN (Buch)
9783656877387
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
philosophische, anthropologie, rekonstruktion, begriffs
Arbeit zitieren
Kilian Seefeld (Autor), 2013, Was ist Philosophische Anthropologie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287299

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Was ist Philosophische Anthropologie?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden