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Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung

Analyse im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds

Titel: Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung

Bachelorarbeit , 2013 , 86 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mike Donner (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„In Wahrheit ist mit der Lebensversicherung ein Geschäftsmodell gescheitert.“

Auch wenn man diese scharfe Einschätzung nicht teilt, so sollten die Herausforderungen für die Lebensversicherungsbranche doch im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens näher beleuchtet werden. Denn offenkundig stehen die Lebensversicherer heute vor der komplexen Aufgabe, mit einer konservativen Kapitalanlage langfristige Zinsgarantien von bis zu 4 % auf die Sparbeiträge ihrer Kunden in einem durch niedrige Zinsen geprägten Umfeld zu erwirtschaften. Vor diesem Hintergrund zweifeln Artikel in der Tagespresse immer wieder die Zukunftsfähigkeit der privaten Vorsorgeprodukte an und nähren so Ängste bei den Versicherten, ob die Versicherungswirtschaft zweifelsfrei in der Lage ist, die abgegebenen Leistungsversprechen uneingeschränkt zu erfüllen. In der Tat wandte sich Nikolaus von Bomhard als Vorstand der Munich Re Rückversicherung und als Präsident der Geneva Association bereits 2011 kritisch in einem offenen Brief an die Finanzminister und Gouverneure der Zentralbanken der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken hätte zur Folge, dass mit den abnehmenden Erträgen aus den Kapitalanlagen eine tragende Säule der Versicherer zunehmend erodieren würde.

Aus diesen Rahmenbedingen erwächst die Frage, wie die Versicherungsunternehmen konkret durch das Niedrigzinsumfeld beeinträchtigt werden und welche Maßnahmen sie treffen können, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen.

Diese Ausarbeitung analysiert die Herausforderungen, mit denen sich die deutsche Versicherungswirtschaft in Hinblick auf das Niedrigzinsniveau beim Produkt Lebensversicherung konfrontiert sieht. Es soll geklärt werden, welche Auswirkungen das gegenwärtige Kapitalmarktumfeld auf die garantierten Leistungen sowie die Beteiligung an den Überschüssen als zentrale Produktmerkmale hat. Weiterhin wird die Arbeit bereits eingeleitete Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen aufzeigen und darüber hinaus zukünftige Ansatzpunkte für Modifikationen herausstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Überblick über den deutschen Lebensversicherungsmarkt

2.1 Beschreibung der Versicherungsbranche und -unternehmen

2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels

3 Darstellung der Lebensversicherungsprodukte

3.1 Allgemeine Produktmerkmale

3.2 Beschreibung der gängigsten Lebensversicherungsformen

3.2.1 Risikolebensversicherung

3.2.2 Leibrentenversicherung

3.2.3 Gemischte Kapitallebensversicherung

3.3 Struktur der Überschussbeteiligung

4 Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld

4.1 Anlagevorschriften für Lebensversicherer

4.2 Entwicklung ausgewählter Renditeparameter im Zeitablauf

4.2.1 Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand

4.2.2 Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen

4.2.3 Laufende Verzinsung von Lebensversicherungen

4.3 Aktuelle Problematik der Beteiligung an den Bewertungsreserven

5 Neuausrichtung von Produkten und Branche

5.1 Bereits eingeleitete Maßnahmen

5.1.1 Schaffung der Protektor Lebensversicherungs-AG und Run off

5.1.2 Solvency II

5.2 Weitere mittelfristige Ansatzpunkte

5.2.1 Modifizierung der Kapitalanlagestruktur

5.2.2 Transparente Darstellung von Rendite und Kapitalanlage

5.2.3 Wachstumschancen durch neu gestaltete Produkte

5.2.4 Schaffung beständiger politisch-rechtlicher Rahmenbedingungen

5.2.5 Internationalisierungsstrategie in neue Märkte

6 Schlussbetrachtung

6.1 Zusammenfassung

6.2 Fazit

6.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen sich die deutsche Versicherungswirtschaft in Hinblick auf das Niedrigzinsniveau beim Produkt Lebensversicherung konfrontiert sieht, und untersucht dabei Auswirkungen auf garantierte Leistungen sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen der Branche.

  • Marktumfeld und Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Lebensversicherungsbranche.
  • Systematik der Lebensversicherungsprodukte und Struktur der Überschussbeteiligung.
  • Herausforderungen durch das Niedrigzinsumfeld, insbesondere bezüglich Kapitalanlagevorschriften und Renditeparametern.
  • Die Problematik der Beteiligung an Bewertungsreserven.
  • Neuausrichtungsstrategien, inklusive Produktinnovationen und regulatorische Rahmenbedingungen wie Solvency II.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„In Wahrheit ist [mit der Lebensversicherung] ein Geschäftsmodell gescheitert.“ So kommentierte der Publizist Fromme in der Süddeutschen Zeitung die Lage der deutschen Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung nach einer weiteren Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das Rekordtief von 0,5 % im Mai 2013.

Auch wenn man diese scharfe Einschätzung nicht teilt, so sollten die Herausforderungen für die Lebensversicherungsbranche doch im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens näher beleuchtet werden. Denn offenkundig stehen die Lebensversicherer heute vor der komplexen Aufgabe, mit einer konservativen Kapitalanlage langfristige Zinsgarantien von bis zu 4 % auf die Sparbeiträge ihrer Kunden in einem durch niedrige Zinsen geprägten Umfeld zu erwirtschaften.

Vor diesem Hintergrund zweifeln Artikel in der Tagespresse immer wieder die Zukunftsfähigkeit der privaten Vorsorgeprodukte an und nähren so Ängste bei den Versicherten, ob die Versicherungswirtschaft zweifelsfrei in der Lage ist, die abgegebenen Leistungsversprechen uneingeschränkt zu erfüllen. In der Tat wandte sich Nikolaus von Bomhard als Vorstand der Munich Re Rückversicherung und als Präsident der Geneva Association bereits 2011 kritisch in einem offenen Brief an die Finanzminister und Gouverneure der Zentralbanken der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken hätte zur Folge, dass mit den abnehmenden Erträgen aus den Kapitalanlagen eine tragende Säule der Versicherer zunehmend erodieren würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik der Lebensversicherung in einem Niedrigzinsumfeld und definiert das Ziel der Arbeit, die Herausforderungen und möglichen Lösungsansätze zu untersuchen.

2 Überblick über den deutschen Lebensversicherungsmarkt: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Versicherungsbranche und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Markt.

3 Darstellung der Lebensversicherungsprodukte: Es erfolgt eine Systematisierung gängiger Lebensversicherungsprodukte sowie eine Erklärung der Struktur der Überschussbeteiligung.

4 Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld: Das Kapitel analysiert die Auswirkungen des Niedrigzinsniveaus auf die Kapitalanlage, die Renditeparameter und die Problematik der Beteiligung an Bewertungsreserven.

5 Neuausrichtung von Produkten und Branche: Hier werden bereits eingeleitete sowie zukünftige Maßnahmen zur Neuausrichtung, inklusive Solvency II und neuer Produktkonzepte, diskutiert.

6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, gibt ein persönliches Fazit des Autors und einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Lebensversicherung, Niedrigzinsumfeld, Kapitalanlage, Überschussbeteiligung, Demografischer Wandel, Rentabilitätsrisiko, Bewertungsreserven, Zinszusatzreserve, Solvency II, Anlageverordnung, Produktinnovationen, Versicherungsmathematik, Garantiezins, Rendite, Versicherungsaufsicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen Herausforderungen der deutschen Lebensversicherungsbranche in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernpunkten gehören die Kapitalanlagestrategien, die Überschussbeteiligung, die Auswirkungen demografischer Veränderungen und der Einfluss regulatorischer Anforderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, wie Versicherungsunternehmen durch das aktuelle Niedrigzinsniveau beeinträchtigt werden und welche Maßnahmen sie zur Zukunftsfähigkeit treffen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse des Marktes, der Produktstrukturen und der regulatorischen Rahmenbedingungen auf Basis von Fachliteratur, Statistiken und aktuellen Marktdaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Marktanalyse, die Darstellung der Produkte, die Analyse der Niedrigzinsproblematik sowie eine Diskussion über Strategien zur Neuausrichtung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Lebensversicherung, Niedrigzinsumfeld, Kapitalanlage, Bewertungsreserven und Solvency II.

Wie wirkt sich der Niedrigzins konkret auf die Überschussbeteiligung aus?

Durch die niedrigen Renditen am Kapitalmarkt sinken die Kapitalanlageerträge, was wiederum den Spielraum für die laufende Verzinsung und die Beteiligung der Versicherten an den Überschüssen reduziert.

Warum ist das Thema der Bewertungsreserven so umstritten?

Die Beteiligung fälliger Verträge an stillen Reserven in Niedrigzinszeiten zwingt Versicherer zum Verkauf hochverzinslicher Anleihen, was das verbleibende Kollektiv belastet und ökonomisch kontraproduktiv wirken kann.

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Details

Titel
Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung
Untertitel
Analyse im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Mike Donner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
86
Katalognummer
V287353
ISBN (eBook)
9783656874768
ISBN (Buch)
9783656874775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Versicherung Versicherungen Lebensversicherung KLV Kapitalbildende Lebensversicherung klassische Lebensversicherung Rentenversicherung fondsgebundene Lebensversicherung Hybrid Kapitalmarkt Niedrigzins Niedrigzinsumfeld neue Lebensversicherungen Produktinnovation Produktmanagement EZB Leitzins Garantiezins Rechnungszins Höchstrechnungszins Überschüsse RfB Rückstellung für Beitragsrückerstattung Schlussüberschussanteil Rente Altersvorsorge Riesterrente Rürup Basisrente Lebensversicherungskonzern Versicherungskonzern Allianz Ergo Münchener Rück Bafin Herausforderungen GDV Aktuar Bewertungsreserven festverzinsliche Wertpapiere Duration Zinsstrukturkurve Rentenpapiere Deckungskapital Deckungsrückstellung Protektor VVG Versicherungsvertragsgesetz Deckungsrückstellungsverordnung DeckRV MindZV Mindestzuführungsverordnung Tod der Lebensversicherung Kapitalanlage Zinsgarantie Rendite Lebensversicherungsmarkt Erstversicherer Rückversicherer demografischer Wandel Kapitallebensversicherung Risikolebensversicherung biometrische Risiken Langlebigkeitsrisiko
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Mike Donner (Autor:in), 2013, Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287353
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  86  Seiten
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