In der vorliegenden Arbeit werden Beispiele für typische Fragen eines standardisierten Interviews gegeben. Die Beispiele sind dem Buch "Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs? Soziale und ökonomische Folgen beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzungen" von M. Promberger, J. Rosdücher, H. Seifert, R. Trinczek entnommen.
Damit die ausgewählten Beispiele nicht zusammenhangslos im Raum stehen, wird zunächst auf den Inhalt des oben genannten Werkes eingegangen. Hierzu wird Bezug genommen auf den Teil des Buches, der sich mit den VW-Werken beschäftigt. Die Untersuchungen über die Ruhrkohle AG werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VW-Werke wurden mit Hilfe von Fragebögen über die Folgen der Arbeitszeitverkürzung in ihrem Betrieb interviewt. Teile dieser Fragebögen werden als Beispiele für die verschiedenen Fragetypen eines standardisierten Interviews angeführt.
Die Studie "Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs?" von Markus Promberger u. a. befasst sich mit der 1993 eingeführten Arbeitszeitverkürzung bei der VW AG. Die Arbeitszeit wurde von 36 auf 28,8 Wochenstunden reduziert. Das neue Arbeitszeitmodell wurde in folgenden Zeitprofilen eingeführt: als Vier-Tage-Woche bzw. als Fünf-Tage-Woche mit geringeren Arbeitszeiten pro Tag oder als Schichtsystem mit rollierenden freien Tagen. Außerdem wurde die Verkürzung ohne Lohnausgleich angesetzt, das heißt, die Löhne sanken um cirka 16 %.
Zu dieser drastischen Senkung der Arbeitszeit hatte sich die VW AG aufgrund großer wirtschaftlicher Probleme entschlossen. 30.000 Beschäftigten drohte die baldige Entlassung. Um dem entgegen zu wirken, entschied sich das VW-Unternehmen dazu, die nicht ganz risikofreie (da bisher unvergleichliche) Arbeitszeitverkürzung einzuführen. Die Verkürzung wurde tariflich festgelegt; Gewerkschaften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter willigten ein, künftig für weniger Geld und in einer geringeren Zeitspanne ähnlich effektiv zu arbeiten, um so ihre Jobs sichern zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Inhalt, Zweck und Ergebnisse der VW – Untersuchung
Beispiele für Fragen in einem standardisierten Interview
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Fragetypen innerhalb eines standardisierten Interviews anhand eines konkreten Praxisbeispiels zu erläutern. Dabei werden die methodischen Ansätze der VW-Studie von M. Promberger et al. zur Arbeitszeitverkürzung analysiert und auf ihre Eignung sowie potenzielle Fehlerquellen bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten hin untersucht.
- Grundlagen des standardisierten Interviews
- Struktur und Kontext der VW-Arbeitszeitstudie
- Klassifizierung von Fragetypen (geschlossen, offen, halboffen)
- Funktionsweisen spezifischer Fragen (Filter-, Trichter-, Gabel- und Eisbrecherfragen)
- Fehlerquellen bei der Datenerhebung (soziale Erwünschtheit, Akquieszenz)
Auszug aus dem Buch
Beispiele für Fragen in einem standardisierten Interview
Nachdem ich nun auf den Inhalt der Studie „Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs“ eingegangen bin, möchte ich im folgenden verschiedene Fragetypen aufzeigen, die in einem standardisierten Interview verwendet werden. Die Fragetypen veranschauliche ich mit Auszügen aus dem Fragebogen, der den VW - Beschäftigten vorgelegt wurde.
Man kann Fragen eines Fragebogens generell in drei Grundtypen einteilen: in geschlossene, in offene und in halboffene Fragen. Zuerst werde ich nun auf die verschiedenen Arten von geschlossenen Fragen eingehen. Unter einer geschlossenen Frage versteht man eine Frage, bei der die Antwortkategorien bereits vorgegeben sind. Zu diesem Typus zählt zunächst die sehr häufig verwendete „Ja - Nein - Frage“ (auch dichotome Frage, das heißt: zweigeteilte Frage genannt).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Verknüpfung theoretischer Fragetypen mit dem praktischen Beispiel der Arbeitszeitverkürzung bei der VW AG.
Inhalt, Zweck und Ergebnisse der VW – Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die sozioökonomischen Hintergründe und die Zielsetzung der Studie von M. Promberger zur Einführung der 28,8-Stunden-Woche bei Volkswagen.
Beispiele für Fragen in einem standardisierten Interview: Der Hauptteil systematisiert verschiedene Fragetypen – von geschlossenen über offene bis hin zu Filter- und Trichterfragen – und diskutiert kritisch deren methodische Fehleranfälligkeit.
Schlüsselwörter
standardisiertes Interview, Arbeitszeitverkürzung, VW AG, Fragetypen, geschlossene Fragen, offene Fragen, Filterfragen, Trichterfragen, soziale Erwünschtheit, Akquieszenz, Empirische Sozialforschung, Datenerhebung, Fragebogen, Arbeitszeitmodell, Methodik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodische Anwendung standardisierter Interviews und veranschaulicht verschiedene Fragetypen anhand der empirischen Untersuchung von Arbeitszeitverkürzungen bei der Volkswagen AG.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die sozioökonomischen Auswirkungen von Arbeitszeitmodellen, die Strukturierung von Fragebögen und die methodische Reflexion über Antwortverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Fragetechniken in der Praxis eingesetzt werden und welche methodischen Hürden dabei bestehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und die inhaltliche Aufarbeitung eines bestehenden empirischen Datensatzes (VW-Studie), um Fragetypen im standardisierten Interview zu exemplifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden geschlossene, offene und halboffene Fragen sowie spezifische Funktionen wie Trichter- und Gabelfragen detailliert vorgestellt und an konkreten Beispielen illustriert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind standardisiertes Interview, Fragebogen, Fragetypen, empirische Forschung, VW-Studie und methodische Fehlerquellen.
Warum wurde die VW-Studie als Fallbeispiel gewählt?
Sie dient als konkrete Datenquelle, um die Theorie des standardisierten Interviews an einem komplexen realwirtschaftlichen Wandel (Einführung der 28,8-Stunden-Woche) zu erden.
Welche Fehlerquellen werden im Interviewprozess thematisiert?
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf das Phänomen der "sozialen Erwünschtheit" sowie die "Ja-Sage-Tendenz" (Akquieszenz), die beide die Validität von Umfrageergebnissen beeinflussen können.
- Quote paper
- Nadine Wickert (Author), 1999, Verschiedene Fragetypen in einem standardisierten Interview, ausgewählt aus dem Untersuchungsbeispiel 'Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs?' von Markus Promberger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2874