Im Anschluss an einen einführenden Sachverhalt erfolgen in Kapitel 2 wesentliche Begriffsdefinitionen. In Kapitel 3 steht die Darstellung von visa-, arbeits- und sozialversicherungs-rechtlichen Aspekten der Mitarbeiterentsendung im Zentrum der Betrachtung. In Kapitel 4 erfolgt die Darstellung der steuerlichen Situation unter der Beachtung von nationalen und abkommensrechtlichen Vorschriften. In Kapitel 5 wird die gutachterliche Prüfung durchgeführt und der Sachverhalt subsumiert. Ziel ist es L. darüber zu beraten welchem Staat das Besteuerungsrecht obliegt. Für den eiligen Leser enthält Kapitel 6 die komprimierte Beantwortung der Fallfrage in drei Sätzen.
Sachverhalt Beispiel:
L., ein deutscher Staatsbürger, der bisher in Deutschland (GER) unbeschränkt steuerpflichtig ist, wird von seinem Arbeitgeber am 1. September 2013 bis 31.03.2015 in die Republik Indien entsandt. Dort soll er das lokale Team beim Aufbau einer Tochtergesellschaft unterstützen. Während seines Aufenthaltes in Indien wohnt L. in einem von seinem deutschen Arbeitgeber angemieteten Appartement. Er bezieht von seinem inländischen Arbeitgeber ein Bruttojahresgehalt, das nicht an die indische Tochtergesellschaft weiterbelastet wird. Die Ehegattin des L. bleibt in München und wohnt unverändert in der Eigentumswohnung des L. L. wird vom 15. Dezember 2013 bis einschließlich 15. Januar 2014 in das deutsche Stammhaus zurückbeordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
1.1 Sachverhalt
1.2 Aufbau und methodische Vorgehensweise
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Mitarbeiterentsendung
2.2 Der Arbeitgeberbegriff
2.3 Doppelbesteuerungsabkommen
3. Rechtliche Aspekte der Mitarbeiterentsendung
3.1 Gestaltung des Arbeitsvertrages
3.2 Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Indien
3.3 Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Mitarbeiterentsendung
4. Steuerrechtliche Aspekte der Auslandsentsendung
4.1.1 Rechtsnormen im deutschen Steuerrecht
4.1.1.1 Unbeschränkte vs. beschränkte Steuerpflicht
4.1.1.2 Einbehaltung von Lohnsteuer
4.1.2 Regelungen des indischen Steuerrechts
4.1.2.1 Unbeschränkte vs. beschränkte Steuerpflicht
4.1.2.2 Berechnung der Einkommensteuer
4.1.3 Regelungen des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Indien
4.1.3.1 persönlicher Geltungsbereich
4.1.3.2 sachlicher Geltungsbereich
4.1.3.3 Besteuerung des Einkommens bei Doppelwohnsitz
5. Steuerliche Beurteilung
5.1 Im Jahr 01
5.1.1 Steuerpflicht in Deutschland
5.1.2 Steuerpflicht in Indien
5.2 Jahr 02
5.2.1 Steuerpflicht in Deutschland
5.2.2 Steuerpflicht in Indien
5.2.3 Zuweisung des Besteuerungsrechts nach dem DBA-Indien
6. Komprimierte Falllösung
6.1 Jahr 01
6.2 Jahr 02
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die steuerlichen Konsequenzen und Gestaltungsoptionen bei der Entsendung eines deutschen Arbeitnehmers nach Indien. Ziel ist die gutachterliche Prüfung der unbeschränkten bzw. beschränkten Steuerpflicht in beiden Jurisdiktionen unter Berücksichtigung des Doppelbesteuerungsabkommens.
- Mitarbeiterentsendung und Arbeitsvertragsgestaltung
- Nationale steuerliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Indien
- Anwendung und Auslegung des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA-Indien)
- Vermeidung der Doppelbesteuerung bei internationaler Tätigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Gestaltung des Arbeitsvertrages
Jede Mitarbeiterentsendung sollte durch eine arbeitsvertragliche Vereinbarung fixiert werden. HASBARGEN unterscheidet drei Vertragsarten:
Einvertragsmodell: der bestehende Arbeitsvertrag (AV) wird um eine Entsendevereinbarung ergänzt.
Zweivertragsmodell: der AV im Heimatland wird ruhend gestellt und ein lokal befristeter AV zwischen dem Entsandten und dem aufnehmenden Unternehmen geschlossen. Nach Rückkehr lebt der inländische AV wieder auf.
dreiseitiger Konzernarbeitsvertrag: das inländische Arbeitsverhältnis rückt in den Hintergrund und wird zum Rumpfarbeitsverhältnis.
Die Vertragsart sollte sich nach den Zielen richten, die mit der Entsendung verfolgt werden. Ist beispielsweise ein Arbeitgeberwechsel gewollt oder notwendig, so sollte der bestehende AV beendet und ein lokaler AV geschlossen werden. Soll hingegen möglichst alles beim Alten bleiben, so genügt eine Zusatzvereinbarung zum bestehenden AV. Dadurch wird beispielsweise sichergestellt, dass der AG, auch während der Mitarbeiterentsendung, seine allgemeinen Fürsorgepflichten gem. § 242 BGB erfüllt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Vorstellung des Sachverhalts eines nach Indien entsandten Arbeitnehmers sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Begriffsdefinitionen: Erläuterung zentraler Fachbegriffe wie Mitarbeiterentsendung, Arbeitgeberbegriff und der Funktion von Doppelbesteuerungsabkommen.
3. Rechtliche Aspekte der Mitarbeiterentsendung: Darstellung der arbeitsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten, Visabestimmungen für Indien und sozialversicherungsrechtlicher Fragestellungen.
4. Steuerrechtliche Aspekte der Auslandsentsendung: Detaillierte Analyse der nationalen Steuergesetze Deutschlands und Indiens sowie der spezifischen Regelungen des DBA-Indien.
5. Steuerliche Beurteilung: Anwendung der erarbeiteten Grundlagen auf den konkreten Beispielfall für zwei aufeinanderfolgende Jahre.
6. Komprimierte Falllösung: Zusammenfassende Beantwortung der steuerlichen Fallfrage für das Jahr 01 und das Jahr 02 in prägnanten Sätzen.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterentsendung, Steuerpflicht, Doppelbesteuerungsabkommen, DBA-Indien, Expatriate, Lohnsteuer, Ansässigkeit, Tätigkeitsstaat, Welteinkommensprinzip, unbeschränkte Steuerpflicht, beschränkte Steuerpflicht, Arbeitsvertrag, Indien, Sozialversicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerlichen Fragestellungen, die bei der Entsendung eines Arbeitnehmers von Deutschland nach Indien auftreten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt rechtliche Rahmenbedingungen wie Vertragsmodelle, Einwanderungsbestimmungen für Indien, Sozialversicherungsfragen und die steuerliche Ansässigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, für den beschriebenen Fall zu prüfen, welchem Staat das Besteuerungsrecht obliegt und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine gutachterliche Prüfungsmethode, bei der nationale Gesetze und internationale Abkommensregelungen auf den konkreten Sachverhalt angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, steuerliche Rahmenbedingungen nach nationalem Recht und dem DBA-Indien sowie die konkrete Fallprüfung für zwei Jahre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mitarbeiterentsendung, Doppelbesteuerungsabkommen, Steuerpflicht, Ansässigkeit und das Tätigkeitsstaatsprinzip.
Warum spielt die 183-Tage-Regel bei der Entsendung nach Indien eine Rolle?
Die 183-Tage-Regel ist entscheidend für die Anwendung des Tätigkeitsstaatsprinzips nach Art. 15 des DBA-Indien und bestimmt, ob der Tätigkeitsstaat das Besteuerungsrecht erhält.
Wie unterscheidet sich die Steuerpflicht für einen "Non Resident" in Indien?
Ein "Non Resident" ist in Indien nur mit den Einkünften steuerpflichtig, die aus indischen Quellen stammen.
Welche Rolle spielt die ständige Wohnstätte laut DBA-Indien?
Die ständige Wohnstätte dient als Kriterium zur Bestimmung der steuerlichen Ansässigkeit, um bei Doppelwohnsitz das Land mit dem stärkeren Bezug (Mittelpunkt der Lebensinteressen) zu identifizieren.
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- Master of Arts Tanja Hörmann (Author), 2014, Steuerliche Gestaltung einer Mitarbeiterentsendung nach Indien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287540