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Die Sexualität Karl Roßmanns in Franz Kafkas "Der Verschollene"

Analyse der Beziehungen zum Heizer und zu Klara Pollunder

Title: Die Sexualität Karl Roßmanns in Franz Kafkas "Der Verschollene"

Term Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christoph Alexander Helmut Hauer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird die sexuelle Orientierung des Protagonisten Karl Roßmann aus Franz Kafkas Romanfragment "Der Verschollene" untersucht. Neben der Heizer-Episode wird auch die Beziehung zu Klara Pollunder genauer interpretiert, um hieran aufzuzeigen, wie sich Karl gegenüber unterschiedlichen sexuellen Reizen verhält. Um die Entwicklung des noch jugendlichen Protagonisten nachvollziehen zu können, müssen zudem Relationen zu Figuren zu früheren und späteren Zeitpunkten der Romanhandlung Betrachtung finden.
Um sich dem Roman produktions- und rezeptionsästhetisch zumindest anzunähern, erfolgt ein Abriss der Biographie Kafkas und die Rahmenhandlung des „Verschollenen“ im zweiten Kapitel dieser Arbeit. Auf Basis dessen folgt letztendlich ein Vergleich der literarischen Figur Karl Roßmanns mit dem Autor Franz Kafka, um somit eine weitere Perspektive aufzuzeigen, wodurch die Charakterzüge Karls beeinflusst worden sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Franz Kafka: „Der Verschollene“

3. Forschungsreputation

4. Der Heizer

4.1 Die sexuelle Beziehung zum Heizer

4.2 Weitere homosexuelle Elemente im Romanfragment

5. Klara Pollunder

5.1 Die sexuelle Beziehung zu Klara Pollunder

5.2 Gegenbeispiel Robinson

6. Vergleich zwischen Karl Roßmann und Franz Kafka

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sexuelle Orientierung des Protagonisten Karl Roßmann in Franz Kafkas Romanfragment „Der Verschollene“. Ziel ist es, durch eine tiefgehende Analyse der Interaktionen mit verschiedenen Figuren aufzuzeigen, wie traumatische Erfahrungen mit Frauen einerseits und prägende Begegnungen mit Männern andererseits das psychologische Profil und die sexuelle Entwicklung Karls beeinflussen.

  • Die psychologische Bedeutung der Heizer-Episode für Karl Roßmann.
  • Analyse der dominanten Frauenfiguren Klara Pollunder und Johanna Brummer.
  • Untersuchung der sexuellen Identitätsfindung im Spannungsfeld zwischen Kindheit und Erwachsenwerden.
  • Vergleich der fiktionalen Charakterzüge Karls mit der Biographie und den Briefen Franz Kafkas.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die sexuelle Beziehung zum Heizer

„Karl zögerte noch. Da faßte [sic] unversehens der Mann die Türklinke und schob mit der Türe, die er rasch schloß [sic], Karl zu sich herein.“ Bis hierhin war der Dialog zwischen Karl und dem Schiffsheizer ein gewöhnliches Gespräch, wie es angesichts der Situation zu erwarten ist. Karl hatte sich verlaufen, fragt um Hilfe, der Heizer antwortet und lädt Karl ein, das Zimmer zu betreten, um das Gespräch innen fortzusetzen. Plötzlich ergreift er jedoch die Initiative und nimmt Karl die Entscheidung ab, indem er ihn durch das Schließen der Türe ins Zimmer drängt. Als Begründung gibt er an, es störe ihn, wenn jemand „vom Gang hereinschaut“, dabei ist der Gang leer. Augenscheinlich scheint er die private, intimere Atmosphäre mit Karl zu suchen. So erklärt sich auch die Aufforderung an Karl, sich auf das Bett zu legen, auch wenn er vordergründig als Erklärung angibt, dort habe Karl „mehr Platz“.

Durch unterschwellige Handlungen hält der Heizer Karl bewusst auf dem Bett fest. Erst überredet er ihn, den verlorenen Koffer noch nicht zu suchen und stößt den sich aufrichtenden Karl „gegen die Brust geradezu rauh [sic] ins Bett zurück“, dann legt er seine Beine aufs Bett und drängt Karl somit näher an die Wand. Karl ist das keineswegs unangenehm. Schon nach kurzer Zeit beschließt er, beim Heizer zu bleiben und redet offen und vertraut mit ihm. „[W]o finde ich gleich einen bessern [sic] Freund[?]“ Obwohl es auf dem Bett des Heizers sehr eng ist, fühlt sich Karl wohl und „heimisch“ und will sich fast schon zum „befreiten Schlafe aus[…]strecken.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Romanfragment ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der sexuellen Orientierung Karl Roßmanns anhand seiner intensiven Abschiedsszene vom Heizer.

2. Franz Kafka: „Der Verschollene“: Dieses Kapitel liefert einen biografischen Abriss zu Kafka und gibt einen Überblick über die Rahmenhandlung des Romans sowie dessen Entstehungsgeschichte.

3. Forschungsreputation: Hier wird der aktuelle Forschungsstand zur Deutung von Sexualität und Weiblichkeit in Kafkas Werk skizziert, wobei verschiedene Interpretationsansätze gegenübergestellt werden.

4. Der Heizer: Das Kapitel analysiert die erste prägende Männerbeziehung des Protagonisten und beleuchtet die Atmosphäre des Vertrauens sowie die Anzeichen für eine homoerotische Komponente.

4.1 Die sexuelle Beziehung zum Heizer: Diese Vertiefung untersucht die spezifischen körperlichen Interaktionen zwischen Karl und dem Heizer und zieht Parallelen zu früheren Erfahrungen.

4.2 Weitere homosexuelle Elemente im Romanfragment: Hier werden Interaktionen mit anderen männlichen Figuren wie dem Onkel Jakob und Herrn Pollunder hinsichtlich ihrer homoerotischen Untertöne untersucht.

5. Klara Pollunder: Der Abschnitt konzentriert sich auf die Konfrontation Karls mit Klara und deren abweichende, eher bedrohliche Art der Zuwendung.

5.1 Die sexuelle Beziehung zu Klara Pollunder: Diese Analyse fokussiert auf die dominante und für Karl verstörende Sexualität Klaras, die bei ihm Gefühle von Überforderung auslöst.

5.2 Gegenbeispiel Robinson: Das Kapitel stellt Karls Desinteresse an Frauen dem exzessiven Interesse der Figur Robinson gegenüber, um Karls kindliche Unreife zu verdeutlichen.

6. Vergleich zwischen Karl Roßmann und Franz Kafka: Hier werden biografische Parallelen zwischen Autor und Protagonist gezogen, insbesondere in Bezug auf ihre Beziehung zum weiblichen Geschlecht und ihre latenten Neigungen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die traumatischen Erfahrungen mit Frauen den Protagonisten in eine homosexuelle Richtung drängen, was durch Kafkas eigene psychische Verfassung gespiegelt wird.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Karl Roßmann, Franz Kafka, Der Verschollene, Homosexualität, Sexualität, Heizer, Klara Pollunder, Romanfragment, Identitätsfindung, Pubertät, Literaturwissenschaft, Kafkaesk, Trauma, Frauenbild, literarischer Vergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sexuelle Entwicklung und Orientierung des Romanhelden Karl Roßmann in Kafkas „Der Verschollene“ unter Berücksichtigung seiner Interaktionen mit männlichen und weiblichen Figuren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die psychologischen Auswirkungen von traumatischen Frauenbegegnungen, das Bedürfnis nach männlicher Zuneigung und die Spiegelung dieser Themen in der Biografie Franz Kafkas.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Karl Roßmanns Homosexualität aus der Romanhandlung ergibt und wie er als „Opfer“ von dominanten Frauenfiguren in diese Orientierung gedrängt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt primär literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit biografischen Vergleichen und psychologischen Deutungsansätzen zur Untersuchung der Charakterkonstellationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Beziehung Karls zum Heizer, seine Begegnungen mit Klara Pollunder sowie den Kontrast zur Figur Robinson und stellt diese in einen Kontext zum Autor Kafka.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Homosexualität, das Motiv des „Verschollenen“, die psychologische Beeinflussbarkeit in der Pubertät und die Rolle des männlichen Körpers in Kafkas Werk.

Inwiefern beeinflusst das „Trauma“ durch Frauen die Entwicklung des Protagonisten?

Die Arbeit argumentiert, dass negative, als übergriffig empfundene Erlebnisse mit Frauenfiguren wie Johanna Brummer und Klara Pollunder bei Karl eine Abneigung gegen Heterosexualität erzeugen und ihn zu geschützten, zärtlicheren Begegnungen mit Männern führen.

Kann man die literarische Figur Karl Roßmann direkt mit Franz Kafka gleichsetzen?

Die Arbeit verneint eine direkte Gleichsetzung, betont jedoch signifikante Parallelen in der Lebenswelt, der latenten Bisexualität und der Schwierigkeit des Autors mit dem traditionellen weiblichen Geschlechterbild.

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Details

Title
Die Sexualität Karl Roßmanns in Franz Kafkas "Der Verschollene"
Subtitle
Analyse der Beziehungen zum Heizer und zu Klara Pollunder
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Amerika in der deutschsprachigen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
Grade
2,0
Author
Christoph Alexander Helmut Hauer (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V287552
ISBN (eBook)
9783656877981
ISBN (Book)
9783656877998
Language
German
Tags
sexualität karl rossmanns franz kafkas verschollene analyse beziehungen heizer klara pollunder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Alexander Helmut Hauer (Author), 2014, Die Sexualität Karl Roßmanns in Franz Kafkas "Der Verschollene", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287552
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