Die kleinen und fleißigen Arbeiterinnen der Ameisen sind für viele Beobachter faszinierend und lassen uns über ihren Ehrgeiz, ihre Organisation und den Zusammenhalt des Volkes staunen. Doch ohne eine Kommunikation untereinander wäre ein Überleben und ein Erhalt der Art nicht möglich. Um das Thema dieser Facharbeit: „Das Kommunikationsverhalten eines Staatenvolkes am Beispiel der Ameisen“, aufzuarbeiten, ist die Anschauung der Bedeutung der Begriffe „Kommunikation“, „Staatenvolk“ und „Ameisen“ notwendig. Außerdem ergeben sich die Fragen nach der Art der Kommunikation, dem Zusammenhalt und der Sozialisation des Staates der Ameisen. Die These dieser Arbeit lautet: „Ameisen sind in ihrem Staatenvolk fähig zur Kommunikation, aber nicht kommunikativ!“ Aufgrund der übermäßigen Artenvielfalt und der Verhaltensunterschiede der Ameisen, beschränkt sich diese Arbeit auf eine Gattung der Familie der Schuppenameisen Formicidae, einer Untergruppe der Hautflügler. Hierbei wird sich auf die „Große Rote Waldameise" namens Formica rufa Linnaeus (F. rufa) bezogen. Es werden nur gezielt nähere Verwandte und andere Artgenossen erwähnt. Nachfolgend wird erst auf die Kommunikation und dessen Notwendigkeit in einem Staatenvolk, sowie die morphologischen Merkmale der F. rufa eingegangen. Daran schliesst eine Beschreibung der Grundlagen des Zusammenlebens und eine genaue Untersuchung der Sinnesorgane einer Ameise an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikation
2.1. Allgemeine Definition
2.2. Notwendigkeit von Kommunikation in einem Staatenvolk
2.3. Reize und Signale
2.4. Massenkommunikation
3. Morphologische Merkmale
3.1. Der Körper
3.2. Der Kopf
3.3. Besonderheiten der Königin
3.4. Besonderheiten der Männchen
4. Das Staatenvolk
4.1. Definition Staatenvolk
4.2. Grundlagen des Zusammenlebens
4.3. Geruchsuniformität
4.4. „Exkurs“ Jahresrhythmus
5. Sinnesorgane und Möglichkeiten der Kommunikation
5.1. Signalempfänger
5.2. Fühler
5.3. Akustische Verständigung
5.4. Pheromone - chemische Botenstoffe
5.4.1. Definition
5.4.2. Düfte statt „Liebe“
5.4.3. Markierung von Wegen
5.5. Futteraustausch - Die Trophallaxis
6. Fazit
7. Zusammenfassung
8. Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Facharbeit untersucht das Kommunikationsverhalten von Staatenvölkern am Beispiel der Großen Roten Waldameise (Formica rufa). Ziel der Arbeit ist es, die These zu überprüfen, ob Ameisen zwar innerhalb ihres Volkes zu hochspezialisierter Kommunikation fähig, aber dennoch nicht im menschlichen Sinne „kommunikativ“ sind.
- Analyse der Notwendigkeit und Art der Kommunikation in Insektenstaaten.
- Untersuchung morphologischer Merkmale und Sinnesorgane der Ameisen.
- Erforschung von Pheromonen und chemischen Botenstoffen als Kommunikationsmittel.
- Erörterung des sozialen Futteraustauschs (Trophallaxis).
- Darstellung des Zusammenlebens und der jahreszeitlichen Rhythmik im Staatenvolk.
Auszug aus dem Buch
5.4. Pheromone – chemische Botenstoffe
Larson zufolge sind Pheromone „[...] eine chemische Substanz, die von einem Tier ausgeschieden und als Duft- oder Geschmacksstoffe von einem anderen Tier derselben Art aufgenommen wird.“84. Pheromone dienen als chemische Informationsübermittler, dessen Information ein gewisses Verhalten, bzw. eine gewisse Reaktion auslösen vermag. Wie schon erwähnt finden die Pheromone einen breiten Anwendungsbereich im alltäglichen Leben der Ameisen. Sie können bei der Identifizierung nestfremder Arten helfen, als Duftspuren verwendet werden und lebenswichtige Alarmsignale vermitteln. Weiter sind sie hauptverantwortlich für das Verhalten und für die Fürsorge der Arbeiterinnen gegenüber ihrer Brut und der Königin und regeln den, im Sinne des Staates, Zusammenhalt der Ameisen eines Volkes, bzw. einer Art.85
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz der Ameisenkommunikation und Definition der Arbeitsthese.
2. Kommunikation: Theoretische Grundlagen der allgemeinen Kommunikation und deren Bedeutung für das Überleben im Ameisenstaat.
3. Morphologische Merkmale: Beschreibung der körperlichen Struktur der Formica rufa, die als Basis für die verschiedenen Kommunikations- und Wahrnehmungsleistungen dient.
4. Das Staatenvolk: Untersuchung der sozialen Organisation, des instinktiven Zusammenlebens und des jährlichen Verhaltenszyklus.
5. Sinnesorgane und Möglichkeiten der Kommunikation: Detaillierte Analyse der Sinnesrezeptoren, akustischer Signale, Pheromone und des Futteraustauschs.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These unter Berücksichtigung der untersuchten Verhaltensmerkmale.
7. Zusammenfassung: Kurzer Rückblick auf die Methodik und die wesentlichen Erkenntnisse der Facharbeit.
Schlüsselwörter
Ameisen, Kommunikation, Staatenvolk, Formica rufa, Pheromone, Trophallaxis, Insektenstaat, Sinnesorgane, Sozialverhalten, Nestduft, Duftspur, Instinkt, Biologie, Waldameise, Botenstoffe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit analysiert das Kommunikationsverhalten der Großen Roten Waldameise und prüft, inwieweit diese Insekten innerhalb ihres Staates kommunikative Fähigkeiten nutzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die biologische Kommunikation, der Aufbau eines Insektenstaates, die Bedeutung von chemischen Botenstoffen sowie das soziale Zusammenleben der Ameisen.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der These nach, ob Ameisen in ihrem Staatenvolk zwar fähig zur Kommunikation sind, aber dennoch nicht im kommunikativen Sinne handeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Methodik basiert auf einer umfassenden Auswertung und Analyse von Primär- und Sekundärliteratur zur Biologie der Ameisen sowie ergänzenden Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung morphologischer Merkmale, das Verständnis des Staatenvolks und eine detaillierte Analyse der verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten wie Trophallaxis und Pheromonnutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ameisen, Kommunikation, Staatenvolk, Pheromone und Trophallaxis.
Warum ist die Königin nicht als „Befehlsgeberin“ zu verstehen?
Der Autor stellt klar, dass das Verhalten im Ameisenstaat instinktgesteuert ist und auf einem hoch entwickelten System des Zusammenlebens basiert, nicht auf einer zentralen Führung durch die Königin.
Wie funktioniert der soziale Futteraustausch (Trophallaxis)?
Die Trophallaxis bezeichnet den ständigen Prozess der Nahrungsweitergabe im gesamten Volk, bei dem Nahrungsinformationen und Nährstoffe über viele Zwischenstationen bis hin zur Königin und den Larven verteilt werden.
- Arbeit zitieren
- Jörn Jaschke (Autor:in), 2012, Kommunikation in Staatenvölkern am Beispiel der Ameise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287560