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Der Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus - Kant, Schelling, Hegel

Title: Der Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus - Kant, Schelling, Hegel

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 21 Pages , Grade: sehr gut (1)

Autor:in: M. A. Markus Renner (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit wird der biblische Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus untersucht, genauer gesagt bei drei großen Vertretern dieser Epoche: Kant, Schelling und Hegel. Während Kant einen Grenzfall, sowohl zeitlich, als auch inhaltlich, zwischen Aufklärer und Idealist darstellt und der Begründer des transzendentalen Idealismus ist, gelten Schelling und Hegel zusammen mit Fichte, der in dieser Arbeit keine Rolle spielen wird, als Hauptvertreter des absoluten Idealismus, der in die Philosophiegeschichte unter der Bezeichnung „Deutscher Idealismus“ Einzug gehalten hat.

Merkmale des Deutschen Idealismus sind, dass sich die Subjektivität als das Absolute begreift. Dies bedeutet, dass die Idee nicht als Bedingung der Handlung gesehen wird, sondern die Handlung selbst ist die Idee. Damit wird über die Erkenntnistheorie hinaus eine neue pantheisierende Metaphysik grundgelegt. Der Idealismus setzt die Wesensordnung, die alles Einzelne umfasst und bemisst, als sich selbst umgreifendes Ganzes voraus und ist somit an vielen Punkten im Hinblick auf die Wirklichkeit nicht realistisch, da er versucht, ein geschlossenes System in der Welt zu erzwingen, was nicht zu bewerkstelligen ist. Der Idealismus versucht das Ideal zu erreichen, ein System, das alles in sich zu vereinen und zu erklären versucht, wobei Geschichte in diesem Denken eine große Rolle spielt. Sie verläuft nicht zufällig so wie sie sich uns darbietet, sondern ist die Selbstverwirklichung einer absoluten Idee, die aber dennoch dem Menschen Freiheit in seiner Welt lässt. Der Widerspruch, der sich hieraus ergibt, ist das Problemfeld, das der Deutsche Idealismus bearbeitet. Der Sündenfall als solcher wird von drei Philosophen mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersucht. Der Moralist und Rationalist Kant untersucht ihn als Ursprung der Vernunfthandlungen, Schelling legt den Schwerpunkt auf die Entsche idungfreiheit des Menschen und Hegel sieht ihn als Entwicklungsschritt zur Verwirklichung des Weltgeistes, wie er es nennt. Diese unterschiedlichen Ansatzpunkte führen natürlich zu unterschiedlichen Bewertungen, wobei es aber auch einige Gemeinsamkeiten zwischen den drei Denkern gibt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sündenfall und die Erkenntnis des Guten und des Bösen

2.1.1. Der Sündenfall bei Kant

2.1.2. Das radikale Böse

2.1.3. Kritik an Kant

2.2.1. Der Sündenfall bei Schelling

2.2.2. Die Freiheitsschrift

2.2.3. Kritik an Schelling

2.3.1. Der Sündenfall und das Negative bei Hegel

2.3.2. Kritik an Hegel

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den biblischen Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus, wobei das Hauptziel darin besteht, die Interpretationen von Kant, Schelling und Hegel im Kontext ihrer jeweiligen Auffassung von Freiheit und dem Ursprung des Bösen kritisch zu analysieren.

  • Vergleichende Analyse der Sündenfall-Interpretationen von Kant, Schelling und Hegel.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Vernunft, Freiheit und moralischem Bösen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der metaphysischen Systembildung des Deutschen Idealismus.
  • Deutung des Sündenfallmythos als Ausdruck einer psychologischen Entwicklungsbeschreibung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1.: Der Sündenfall bei Kant

Die Grundlage für Kants Theorie des Bösen bildet seine Interpretation des Sündenfalls. Diese legt er in der Abhandlung „Muthmaßlicher Anfang der Menschheitsgeschichte“ von 1786 dar.

Kant untersucht in dieser kleinen Schrift die Herkunft des Menschen und er stützt sich hierbei auf eine, wie er es bezeichnet, „heilige Urkunde.“ Gemeint ist damit ein Teil der Schöpfungsgeschichte, nämlich 1. Moses II. – VI.1

Kant geht davon aus, dass der Mensch, bzw. das erste Menschenpaar, anfangs den Tieren gleich und nur vom Instinkt geleitet war. Doch bald regte sich die Vernunft in ihm und diese wollte sich über die „Stimme Gottes“, wie Kant den Instinkt bezeichnet, hinwegsetzen.2 Kant gibt für dieses Bestreben der Vernunft keinen Grund, bzw. keinen Verführer an, wie es die biblische Schöpfungsgeschichte in der Gestalt der verschlagenen Schlange macht. Dies kann zwei Gründe haben, die sich aus Kants Denken ergeben: Erstens, die von ihm immer wieder hervorgehobene Theorie der dem Menschen a priori gegebenen Vernunft. Diese Vernunft ist sich ihrer selbst bewusst, sie entdeckt und entfaltet sich darum aus sich selbst heraus, ohne dass es eines äußeren Anstoßes bedarf. Zweitens ist es ein Hinweis auf seine Theorie des „radikalen Bösen“, auf die im weiteren Verlauf noch eingegangen wird. Zunächst sei nur gesagt, dass ein Grundgedanke dieser Theorie ist, dass der Mensch von Natur aus Böse ist. Das bedeutet, dass er keinen Verführer zur bösen Tat benötigt, sondern er sie von sich aus begeht, da es nun mal in seiner Natur liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Interpretationen des Sündenfalls bei Kant, Schelling und Hegel vergleichend zu untersuchen.

2. Der Sündenfall und die Erkenntnis des Guten und des Bösen: Dieses Hauptkapitel analysiert die Sündenfalltheorien der drei Philosophen, deren jeweilige Schriften als Untersuchungsquelle dienen sowie die daraus resultierende Kritik.

2.1.1. Der Sündenfall bei Kant: Kant interpretiert den Sündenfall als ersten Vernunftgebrauch des Menschen, der ihn aus dem instinktgesteuerten Zustand in die Freiheit führt.

2.1.2. Das radikale Böse: Dieser Abschnitt erläutert Kants Begriff des „radikalen Bösen“ als einen im Menschen angelegten Hang zur Abweichung vom moralischen Gesetz.

2.1.3. Kritik an Kant: Hier wird Kants einseitige Vernunftzentrierung kritisiert, da er emotionale Aspekte und die menschliche Psychologie bei der Entstehung des Bösen vernachlässigt.

2.2.1. Der Sündenfall bei Schelling: Schelling versucht, den Sündenfallmythos als Ausdruck einer ursprünglichen Wahrheit hinter dem Mythos zu entschlüsseln.

2.2.2. Die Freiheitsschrift: Diese Untersuchung thematisiert Schellings metaphysische Herangehensweise, bei der er Freiheit in einem System zu begreifen versucht, was jedoch in das Theodizee-Problem mündet.

2.2.3. Kritik an Schelling: Der Abschnitt kritisiert das Scheitern Schellings an der Unauflösbarkeit der Freiheitsproblematik sowie seine unstrukturierte, sprunghafte Methodik.

2.3.1. Der Sündenfall und das Negative bei Hegel: Hegel deutet den Sündenfall als notwendigen Entwicklungsschritt des Geistes zum Selbstbewusstsein, wobei er das Böse unter dem Begriff des „Negativen“ subsumiert.

2.3.2. Kritik an Hegel: Kritisiert wird Hegels Übermaß an Abstraktion und die daraus resultierende Leugnung individueller Freiheit innerhalb seines teleologischen Geschichtsverständnisses.

3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass alle drei Denker den Sündenfall nicht vollständig entlarven konnten, und schlägt eine moderne, psychologisch-pädagogische Deutung des Mythos vor.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Sündenfall, Deutscher Idealismus, Kant, Schelling, Hegel, radikales Böse, Freiheit, Vernunft, Selbstbewusstsein, Weltgeist, Metaphysik, Negativität, Erkenntnistheorie, Mythos, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die drei bedeutenden Philosophen des Deutschen Idealismus – Kant, Schelling und Hegel – den biblischen Sündenfall interpretieren und welche Rolle dieser für ihr jeweiliges Verständnis von Freiheit und dem Bösen spielt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Freiheit, der Ursprung des moralischen Bösen, die Rolle der Vernunft sowie die erkenntnistheoretische und metaphysische Systembildung im Deutschen Idealismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine vergleichende kritische Analyse der Sündenfall-Interpretationen der drei Denker, um deren Stärken, Schwächen und ihre philosophischen Voraussetzungen aufzudecken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textanalytische Methode an, bei der ausgewählte Primärquellen der jeweiligen Philosophen interpretiert und durch fachwissenschaftliche Sekundärliteratur kritisch gewürdigt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Deutungen des Sündenfalls durch Kant, Schelling und Hegel detailliert dargestellt und jeweils einer kritischen Prüfung ihrer theoretischen Ansätze unterzogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sündenfall, Deutscher Idealismus, Freiheit, radikales Böse, Vernunft und Selbstbewusstsein charakterisieren.

Warum wird Schellings Freiheitsschrift als schwierig eingestuft?

Schellings Methodik wird als abstrakt, unstrukturiert und sprunghaft wahrgenommen, wodurch er sich in komplexen metaphysischen Konstrukten verliert und die konkrete Freiheit des Menschen in den Hintergrund rückt.

Welche moderne Deutung des Sündenfalls schlägt die Autorin im Fazit vor?

Die Autorin schlägt eine psychologisch-pädagogische Interpretation vor, in der der Sündenfall als symbolische Entwicklungsbeschreibung des Übergangs vom unschuldigen Säugling hin zum selbstbewussten Kleinkind zu verstehen ist.

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Details

Title
Der Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus - Kant, Schelling, Hegel
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Philosophie)
Grade
sehr gut (1)
Author
M. A. Markus Renner (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V28757
ISBN (eBook)
9783638304481
ISBN (Book)
9783638882729
Language
German
Tags
Sündenfall Philosophie Deutschen Idealismus Kant Schelling Hegel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. A. Markus Renner (Author), 2002, Der Sündenfall in der Philosophie des Deutschen Idealismus - Kant, Schelling, Hegel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28757
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