Im Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit sind Menschen in Hilfeprozessen nicht immer dazu motiviert ein Problemverhalten zu verändern, auch wenn dies für Außenstehende offensichtlich notwendig erscheint. Gesundheitsschädigende Verhaltensweisen wie bspw. Rauchen, Drogenkonsum, problematisches Ernährungs- oder riskantes Sexualverhalten können neben den gesundheitlichen Folgen, auch soziale und finanzielle Problemlagen hervorrufen. Die Gründe der Betroffenen für ihre Verhaltensweisen sind vielschichtig. Fehlendes Problembewusstsein oder bspw. Resignation können einen therapeutischen Hilfeprozess in einem Beratungskontext erschweren. Wie die Profession der Sozialen Arbeit eine Verhaltensänderung unterstützen und die Änderungsmotivation bei den Betroffenen hervorrufen kann, sowohl bei jenen mit als auch ohne Veränderungsabsicht, werde ich in dieser Arbeit vorstellen.
Nach einer Motivationsdefinition (Kap. 2) widme ich mich den Stufen der Verhaltensänderung und damit dem ersten Teil des Transtheoretischen Modells der intentionalen Verhaltensänderung (Kap. 3). Hier stelle ich vor, wann eine Verhaltensänderung stattfindet und wovon sie gekennzeichnet ist. Anschließend stelle ich den Schwerpunkt meiner Arbeit, die Technik der motivierenden Gesprächsführung (Kap. 4) und damit die fundamentalen Interventionsprinzipien und die „Anfangsstrategien“/Methoden vor. Abschließend (Kap. 5) folgt ein kurzer Ausblick auf die Anwendung der motivierenden Gesprächsführung in der Praxis.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition der Motivation
- Das Transtheoretische Modell
- Motivierende Gesprächsführung
- Der ,,Geist" der motivierenden Gesprächsführung
- Vier allgemeine Interventionsprinzipien
- Empathie ausdrücken
- Diskrepanzen entwickeln
- Widerstand umlenken
- Selbstwirksamkeit fördern
- Methoden der motivierenden Gesprächsführung
- Offene Fragen stellen
- Aktives Zuhören
- Bestätigen
- Zusammenfassen
- Ausblick
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung von Veränderungsmotivation auf der Grundlage des Transtheoretischen Modells im Kontext der psychosozialen Beratung. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Motivationsdefinition und des Transtheoretischen Modells darzustellen und die Technik der motivierenden Gesprächsführung als ein Instrument zur Förderung von Veränderungsmotivation zu erläutern.
- Definition von Motivation und deren Bedeutung für Verhaltensänderungen
- Das Transtheoretische Modell der intentionalen Verhaltensänderung und seine Phasen
- Die motivierende Gesprächsführung als Interventionsprinzip
- Die Anwendung von Methoden der motivierenden Gesprächsführung
- Der Einsatz der motivierenden Gesprächsführung in der Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Veränderungsmotivation im Kontext der Sozialen Arbeit ein und erläutert die Relevanz des Themas. Sie stellt die Problematik von Menschen in Hilfeprozessen dar, die nicht immer dazu motiviert sind, ihr Problemverhalten zu ändern, obwohl dies für Außenstehende notwendig erscheint. Die Einleitung skizziert den Aufbau der Arbeit und die behandelten Themen.
Kapitel 2 definiert den Begriff der Motivation und erläutert, dass Motivation als die Gesamtheit der Beweggründe verstanden wird, die eine Person zu etwas veranlassen. Es wird hervorgehoben, dass jedem Veränderungsverhalten eine motivationale Bereitschaft zugrunde liegt, die mit Hilfe des Transtheoretischen Modells eingeschätzt werden kann.
Kapitel 3 stellt das Transtheoretische Modell der intentionalen Verhaltensänderung (TTM) vor. Es handelt sich um ein Stufenmodell, das die Verhaltensänderungsphasen eines Menschen beschreibt. Das TTM wurde von James O. Prochaska und Carlo DiClemente entwickelt und basiert auf der Erkenntnis, dass intentionale Verhaltensänderungen sowohl mit als auch ohne professionelle Hilfe stattfinden können.
Kapitel 4 widmet sich der Technik der motivierenden Gesprächsführung. Es werden die fundamentalen Interventionsprinzipien und die „Anfangsstrategien"/Methoden der motivierenden Gesprächsführung erläutert. Die motivierende Gesprächsführung zielt darauf ab, die intrinsische Motivation des Klienten zu fördern und ihn in den Prozess der Veränderung aktiv einzubeziehen.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Veränderungsmotivation, das Transtheoretische Modell, die motivierende Gesprächsführung, die Interventionsprinzipien, die Methoden der motivierenden Gesprächsführung und die Anwendung in der Praxis der Sozialen Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Transtheoretische Modell (TTM)?
Ein Stufenmodell der Verhaltensänderung, das beschreibt, wie Menschen verschiedene Phasen (von der Absichtslosigkeit bis zur Aufrechterhaltung) durchlaufen.
Was versteht man unter Motivierender Gesprächsführung (MI)?
Eine beratungsorientierte Technik, die darauf abzielt, die intrinsische Motivation eines Klienten zur Verhaltensänderung durch das Erforschen von Ambivalenzen zu stärken.
Was sind die vier Interventionsprinzipien des MI?
Diese sind: Empathie ausdrücken, Diskrepanzen entwickeln, Widerstand umlenken und die Selbstwirksamkeit fördern.
Warum ist Diskrepanz im Beratungsprozess wichtig?
Indem der Klient den Unterschied zwischen seinem aktuellen Verhalten und seinen persönlichen Werten erkennt, entsteht ein innerer Antrieb zur Veränderung.
Wie geht MI mit Widerstand um?
Anstatt gegen den Widerstand anzukämpfen, wird er „umgelenkt“. Der Berater bleibt empathisch und hilft dem Klienten, seine eigenen Gründe für und gegen eine Änderung zu finden.
- Quote paper
- Kathrin Hilbert (Author), 2014, Aufbau von Veränderungsmotivation auf der Grundlage des Transtheoretischen Modells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287618