Das Musterunternehmen „Gesundheitscenter Alstertal“ mit Sitz in Hamburg Poppenbüttel legt den Schwerpunkt auf ein präventives Kursangebot inklusive Kooperation mit einem Arzt und einem Physiotherapeuten mit Praxen im gleichen Gebäude. Es werden überwiegend Kurse angeboten, es gibt aber auch einen Geräteparcours.
Das Kerngeschäft ist eine Angebotsmischung aus Kursen und Workshops mit dem Schwerpunkt Prävention. Aufgrund des anspruchsvollen und zahlungskräftigen Publikums in Hamburg Poppenbüttel positioniert sich das Gesundheitscenter Alstertal als hochwertiger und spezialisierter Anbieter auf seinem Fachgebiet. Ebenfalls zur Zielgruppe gehören Firmen, die für Ihre Mitarbeiter Firmenfitness-Angebote anbieten wollen, auch vor Ort und nach den Geschäftszeiten.
Um den bestehenden Markt zu durchdringen, wird auf Geschäftsbereichsebene im Speziellen die Differenzierungsstrategie angewendet. Dabei gilt es, Angebote in Service und Qualität deutlich von denen der Konkurrenz abzuheben. Die in der Region einzigartige Zusammenführung von Kompetenzen aus dem Gesundheitsbereich unter einem Dach, Arzt, Physiotherapie und Präventionsangeboten, stellt ein Alleinstellungsmerkmal (USP) dar. Der Kunde findet zu jeglichen Gesundheitsfragen Antworten und kompetente Ansprechpartner. Des Weiteren werden die vorhandenen, breit gefächerten und sehr speziellen Kernkompetenzen der Mitarbeiter stets auf dem neuesten Stand gehalten, z.B. durch ständige Aus- und Fortbildung. Neuheiten werden interessiert verfolgt und ausprobiert, um sich entwickelnde Trends früher als andere Anbieter zu erkennen und anbieten zu können.
Im Bereich der Wachstumsstrategien wird entsprechend die Strategie Marktdurchdringung verfolgt, welche mit Hilfe der Diffe-renzierungsstrategie im Geschäftsbereich dann umgesetzt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorstellung des Musterunternehmens und der gewählten Strategie
1.1. Prozess der Strategieimplementierung
1.1.1 Phase der Implementierungsplanung
1.1.2 Phase der Implementierungsrealisation
1.1.3 Phase der Implementierungskontrolle
1.2 Sach-und Verhaltensbezogene Aufgaben
2. Strategic Change
2.1 Endwerte für das Unternehmen
2.2 IST-Analyse und Veränderung von Erfolgspotentialen
2.3 Veränderungsmaßnahmen im Rahmen des Managementkreislaufs
2.4 Mögliche Widerstände aufgrund der geplanten Maßnahmen
2.5 Wertekonformes Verhalten und Wertekonflikte
3. Entwicklung einer Balanced Scorecard
3.1 Balanced Scorecard I
3.2 Balanced Scorecard II
3.3 Festlegung von Zielen, Kennzahlen, Vorgaben und Maßnahmen
3.4 Leistungstreiber und Frühindiakatoren
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert am Beispiel des „Gesundheitscenters Alstertal“ den Prozess der strategischen Neuausrichtung von einer Differenzierungsstrategie hin zur Nischenstrategie im Bereich „Family-Fitness“. Ziel ist es, durch die Implementierung eines strukturierten Managementkreislaufs und den Einsatz einer Balanced Scorecard, das Unternehmen erfolgreich in einem sich wandelnden Marktumfeld zu etablieren und langfristiges Wachstum zu sichern.
- Prozessmodelle der Strategieimplementierung in der Praxis
- Strategischer Wandel (Strategic Change) durch Umweltveränderungen
- Entwicklung von Unternehmenskultur und wertekonformem Verhalten
- Operative Umsetzung mittels Balanced Scorecard (BSC)
- Identifikation von Leistungstreibern und Frühindikatoren
Auszug aus dem Buch
Mögliche Widerstände aufgrund der geplanten Maßnahmen
Sehr häufig kommt es in Veränderungsprozessen zu Widerständen. Widerstände werden immer von Personen ausgedrückt. (Müller-Stevens & Lechner, 2005, S. 579). Die Symptome für Widerstand können entweder passiver oder aktiver Art sein und sich verbal oder non-verbal ausdrücken, wie in Abbildung 1 dargestellt.
Mögliche Widerstände aus der Belegschaft im „Gesundheitscenter Alstertal“ könnten sich so ausdrücken, dass Mitarbeiter die neue Strategie nicht unterstützen und in den Teamsitzungen gegen die neue Strategie argumentieren (aktiv/ verbal). Die neue Strategie erfordert den Einsatz aller Mitarbeiter. Unter anderem bedeutet dies, an den oben beschriebenen Weiterbildungen teilzunehmen. Es könnte sein, dass nicht alle Mitarbeiter mit der neuen Zielgruppe Familie & Kinder einverstanden sind und dies zwar nicht öffentlich sagen, dies jedoch durch Cliquenbildung und Gerüchte (aktiv/ non-verbal) ausdrücken, was sich ungünstig auf das Betriebsklima und somit auch auf die Kunden auswirkt. Die zusätzlich eingestellte Erzieherin könnte als Bedrohung empfunden werden. Durch die neuen Aufgabenbereiche müssen die Mitarbeiter sich auf neues, ungewohntes Terrain begeben. Dies bedeutet, aus der „comfort-zone“ herauszukommen und auch Mehrarbeit in Kauf zu nehmen. Einige Mitarbeiter könnten sich daraufhin überlastet fühlen und innere Unzufriedenheit entwickeln. Die Mitarbeiter sollten zu aktiven Unterstützern des Wandels gemacht werden. Durch die Begründung der Wahl der neuen Zielgruppe und des Changes kann allen Mitarbeitern die Notwendigkeit vermittelt werden, um auch in Zukunft ihren Arbeitsplatz im Gesundheitscenter zu sichern. Die Führung sollte den Wandel konsequent und kompromisslos vertreten, auch bei anfänglichen Schwierigkeiten, welche die Belegschaft eventuell verunsichern. Erste Erfolge – wie z.B. 40 Neuanmeldungen nach der Eröffnungsfeier – könnten mit dem gesamten Team (z.B. Grillfest) gefeiert werden. So kann den Widerständen entgegengewirkt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorstellung des Musterunternehmens und der gewählten Strategie: Das Kapitel führt in das „Gesundheitscenter Alstertal“ ein und beschreibt dessen initiale Strategie der Marktdurchdringung durch Differenzierung im Bereich Prävention.
2. Strategic Change: Hier wird der Prozess der strategischen Neuausrichtung beschrieben, getrieben durch Umweltveränderungen und die Notwendigkeit, Werte und Maßnahmen an die neue Zielgruppe „Familie“ anzupassen.
3. Entwicklung einer Balanced Scorecard: Dieses Kapitel verknüpft die Unternehmensstrategie mit messbaren Zielen und Maßnahmen, unterteilt in zwei BSC-Modelle, und identifiziert kritische Leistungstreiber.
Schlüsselwörter
Strategieimplementierung, Gesundheitscenter Alstertal, Strategic Change, Differenzierungsstrategie, Nischenstrategie, Familienfitness, Balanced Scorecard, Unternehmenswerte, Widerstandsmanagement, Leistungstreiber, Frühindikatoren, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterführung, Marktdurchdringung, Qualitätsführerschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Neuausrichtung eines Fitness- und Gesundheitsunternehmens in einem sich verändernden Marktumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Strategieimplementierung, der Bewältigung von Veränderungsprozessen (Strategic Change), der Unternehmenskultur und der Steuerung mittels Balanced Scorecard.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die erfolgreiche Transformation des Unternehmens hin zum familienfreundlichsten Fitnessstudio unter Anwendung zielgerichteter Managementmethoden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt prozessorientierte Managementmodelle, eine IST-Analyse zur Strategiebewertung sowie das Instrument der Balanced Scorecard zur operativen Zielsteuerung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Strategieprozesses, die Analyse des Change-Managements, die Herleitung von Unternehmenskennzahlen und die strategische Planung für die Neuausrichtung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Strategieimplementierung, Nischenstrategie, Balanced Scorecard, Change-Management und Leistungstreiber.
Wie geht das Unternehmen mit Widerständen aus der Belegschaft um?
Durch klare Kommunikation der Notwendigkeit des Wandels, Einbindung der Mitarbeiter in Projektteams und die Feier erster Erfolge soll Widerstand in aktive Unterstützung transformiert werden.
Warum ist die Balanced Scorecard II für das Unternehmen wichtig?
Die zweite BSC fokussiert stärker auf den nachhaltigen Erfolg durch Kundentreue und Mitarbeiterzufriedenheit, um das langfristige Überleben des Unternehmens in der neuen Nische zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Nadja Hermann (Autor:in), 2014, Strategieimplementierung für ein neues Unternehmen aus der Gesundheitsbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287638