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Das Experteninterview. Eine Möglichkeit Expertenwissen zugänglich zu machen

Titel: Das Experteninterview. Eine Möglichkeit Expertenwissen zugänglich zu machen

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2015 , 9 Seiten

Autor:in: Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Das Experteninterview, als ein Typ von Leitfaden-Interviews, verfügt über unterschiedlich pointierte theoretische Konzepte, eine vielfältige methodische Praxis und verschiedentlich erprobte Anwendungsfelder innerhalb der Sozialwissenschaften.
Das Experteninterview bietet sich für Erhebungen in Bereichen, die mit einem Technologiedefizit behaftet sind an, weil es sich hier, insbesondere in der Implementationsforschung als Erkenntnis erhellend gezeigt hat.
Es sind mit den so genannten Neuen Steuerungsmodellen zunehmend administrative Wirkungsmechanismen eingeführt. Weiter ist die aktuelle Politik mit dem Slogan „Fordern und Fördern“ gerade dabei, Führungsinstrumente des zweiten Sektors im dritten Sektor zu etablieren. Dies erfolgt möglicherweise um eine bestimmte Rationalität zu befördern, die sich in der Folge bis auf die Handlungsebene der Klienten verfolgen lassen könnte. Diese Tendenzen (Ökonomisierung des Sozialen, Prinzipien des Forderns und Förderns, Einzug von Wettbewerbsgedanken auch aufgrund einer veränderten Sozialadministration,…) machen zu deren Implementation Führungshandeln auf unterschiedlichen Ebenen notwendig. Zur Rekonstruktion eines so verfassten Handlungsrahmens sowie des konkreten Handelns dient ein auf das Wesen und Wissen des Experten abgestimmter Interviewleitfaden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Bedeutung des Expertenwissens

2. Zur Bedeutung der Auswertungsstrategie

3. Zur Bedeutung theoretischer Sensitivität

4. Zur Bedeutung der funktionalen Kontextbezogenheit seiner Akteure

5. Ein Beispiel zur Verdeutlichung

6. Besonders geeignete Anwendungsbereiche

7. Der themenzentrierte Überblick – Eine Grundlage für den Fragebogen

8. Wissenssoziologische Voraussetzungen

9. Transformation des Expertenwissens

10. Konsequenzen aus den bisherigen Erläuterungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Methodik des Experteninterviews in den Sozialwissenschaften. Sie beleuchtet die theoretischen Grundlagen, die Bedeutung der Wissensproduktion sowie die methodischen Herausforderungen bei der Durchführung von Interviews mit Experten in institutionellen Kontexten.

  • Theoretische Konzeptualisierung des Expertenbegriffs
  • Methodische Ansätze zur Auswertung von Expertendaten
  • Herausforderungen der theoretischen Sensitivität im Forschungsprozess
  • Kontextabhängigkeit und Rollenverständnis von Experten
  • Wissenssoziologische Einordnung von Expertenwissen

Auszug aus dem Buch

3. Zur Bedeutung theoretischer Sensitivität

Es sollte generell nicht der Verführung unterlegen werden unter dem Vorwand bereits vorliegender Sachkenntnis, oberflächlich und somit von scheinbar guter theoretischer Sensitivität getrieben auszuwerten.

„Jedes einzelne Interview, jede Erzählung und jeder Kommentar, ganz gleich, wie trivial sie erscheinen mögen, werden den Analytiker mit einem verwirrenden Aufgebot an Erklärungen über das Wie und Warum jeder Handlung versorgen. … . Wir müssen lernen, den Fehler zu vermeiden, den verwickelten Hervorbringungen der Akteure nur zerstreut zuzuhören und ihre schrägen, verschnörkelten und idiosynkratrischen Begriffe zu ignorieren, während wir allein jene verfolgen, die in der Hinter Welt des Sozialen hoch im Kurs stehen.“

Dieses Zitat verdeutlicht zunächst die Notwendigkeit zur Vorsicht im Umgang mit theoretischer Sensitivität bei der Arbeit mit den Daten aus Experteninterviews.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Bedeutung des Expertenwissens: Dieses Kapitel erläutert die Charakteristika und den Fokus auf Expertenwissen innerhalb von Institutionen sowie die Abgrenzung zur subjektiven Sicht der interviewten Person.

2. Zur Bedeutung der Auswertungsstrategie: Hier werden Ansätze wie die von Meuser und Nagel oder die Grounded Theory als methodische Strategien für die Datenauswertung vorgestellt.

3. Zur Bedeutung theoretischer Sensitivität: Das Kapitel warnt vor einer oberflächlichen Analyse und betont die Notwendigkeit, auch idiosynkratische Begriffe der Akteure ernst zu nehmen.

4. Zur Bedeutung der funktionalen Kontextbezogenheit seiner Akteure: Es wird dargelegt, dass Experten primär als Funktionsträger in organisatorischen Kontexten verstanden werden müssen, um bereichsspezifische Wissensbestände zu rekonstruieren.

5. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Anhand des Feldes der Kinder- und Jugendhilfe werden die Herausforderungen durch unterschiedlichste Vorerfahrungen und Rationalitäten von Experten aufgezeigt.

6. Besonders geeignete Anwendungsbereiche: Das Experteninterview wird besonders für Bereiche mit Technologiedefizit oder in der Implementationsforschung empfohlen.

7. Der themenzentrierte Überblick – Eine Grundlage für den Fragebogen: Dieses Kapitel unterstreicht die Wichtigkeit einer fundierten Vorbereitung des Interviewleitfadens bei gleichzeitiger Offenheit für Störungen im Gesprächsverlauf.

8. Wissenssoziologische Voraussetzungen: Aufbauend auf Schütz wird die Unterscheidung zwischen Laie und Experte als Verwalter von Sonderwissen theoretisch hergeleitet.

9. Transformation des Expertenwissens: Hier wird der Trend zur Pluralisierung von Wissen und das Aufkommen von "Quasi-Experten" in der modernen Wissensproduktion diskutiert.

10. Konsequenzen aus den bisherigen Erläuterungen: Das abschließende Kapitel reflektiert die ambivalente Statuslage von Experten in der reflexiven Moderne zwischen Fachwissen und Gegenexpertisen.

Schlüsselwörter

Experteninterview, Leitfaden-Interviews, Expertenwissen, Auswertungsstrategie, theoretische Sensitivität, Implementationsforschung, Wissenssoziologie, Funktionsträger, Sonderwissen, reflexive Moderne, Qualitative Sozialforschung, Experten, Gegenexperten, Wissensproduktion, Methodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die methodischen und theoretischen Grundlagen von Experteninterviews in den Sozialwissenschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition des Expertenbegriffs, die methodische Durchführung und Auswertung von Interviews sowie die wissenssoziologische Einordnung des Expertenwissens.

Was ist das primäre Ziel dieser Publikation?

Das Ziel ist es, Forschenden eine Orientierung zur Anwendung und Bedeutung von Experteninterviews in komplexen institutionellen Zusammenhängen zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird thematisiert?

Im Fokus steht das Leitfaden-gestützte Experteninterview als qualitative Forschungsmethode.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Vorbereitung, der Auswertung, der Rolle des Experten als Funktionsträger und der Transformation von Wissen in der modernen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Experteninterview, Wissenssoziologie, Auswertungsstrategie und reflexive Moderne charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der Experte laut der Arbeit vom Laien?

Der Experte zeichnet sich durch die Verwaltung von sozial institutionalisiertem Sonderwissen aus, während der Laie über Allgemeinwissen verfügt.

Warum wird im Text vor einer zu starken theoretischen Vorprägung gewarnt?

Der Text warnt davor, aufgrund vorgefertigter Sachkenntnis das eigentliche, oft eigenwillige Wissen der Experten zu übersehen oder zu ignorieren.

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Details

Titel
Das Experteninterview. Eine Möglichkeit Expertenwissen zugänglich zu machen
Autor
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V287736
ISBN (eBook)
9783656881483
ISBN (Buch)
9783656881490
Sprache
Deutsch
Schlagworte
experteninterview eine möglichkeit expertenwissen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer (Autor:in), 2015, Das Experteninterview. Eine Möglichkeit Expertenwissen zugänglich zu machen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287736
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Leseprobe aus  9  Seiten
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